Nischenliebhabers Top 50: Game Boy Classic

Plätze 30 bis 21

Platz 30: Adventures of Lolo (1994)

Bevor HAL Laboratory mit der Kirby-Reihe weltweit bekannt wurde, war die Eggerland-Reihe das große Aushängeschild des Entwicklers. Das Puzzlespiel wurde zunächst 1985 auf japanischen Heimcomputern veröffentlicht, gefolgt von zahlreichen Nachfolgern für das NES. Dieses Game Boy-Spiel ist das letzte Videospiel der Reihe; anschließend gab es noch eine Windows-Version, die im Jahr 2000 in Japan erschien.

Ziel des Spiels ist es, in einem Raum alle Herzen einzusammeln, damit sich die Truhe öffnet, die wiederum den Schlüssel für den Ausgang enthält. Hierbei müsst ihr geschickt Blöcke verschieben, sodass euch die Gegner mit ihren Angriffen nichts anhaben können. Es gibt auch verschiedene Terrains, wie Sand, der euch langsamer macht. Zudem können einige Gegner in Eier verwandelt werden, die dann für kurze Zeit als Blöcke fungieren.

Während die japanische Version lediglich 50 Puzzles beinhaltet, trumpft die europäische Version mit insgesamt 144 Levels auf, inklusive Tutorials.

Platz 29: Lock n‘ Chase (1990)

Lock n‘ Chase war ursprünglich ein Arcade-Spiel aus dem Jahr 1981, mit dem Data East auf der Pac-Man-Welle mitsurfen wollte. Es hatte den Twist, dass man temporäre Barrieren errichten konnte, war aber ansonsten ein direkter Klon von Namcos gelbem Pillenfresser. Glücklicherweise ist die Game-Boy-Version nicht nur ein einfacher Arcade-Port, sondern eine eigenständige Fortsetzung mit 18 Levels.

Auch hier geht es darum, dass man in einer Bank vor Polizisten flüchtet und Geld einsammelt. Und auch hier gibt es die Möglichkeit, temporäre Barrieren zu errichten. Gleichzeitig werden in jeder der sechs Welten neue Mechaniken eingeführt, etwa automatische Türen oder schlafende Polizisten, die erst zur Gefahr werden, wenn man auf einen Wecker tritt. Das alles verleiht dem Spiel eine wesentlich größere Vielfalt. Und wer fleißig Diamanten und große Geldsäcke sammelt, kann an der Slot Machine Extraleben gewinnen.

Und dann wartet eine besondere Überraschung auf denjenigen, der alle 18 Levels meistert. Welche das ist, wird natürlich nicht gespoilert!

Platz 28: Tail’Gator (1991)

Tail’Gator bietet einen arcadigeren Ansatz im Jump-&-Run-Genre. Ihr steuert das Krokodil Charly, das in jedem Raum alle Schatzkisten zerstören muss, um weiterzukommen. Ständig wiederkehrende Gegner erschweren euch die Aufgabe. Zudem steigt die Schwierigkeit der Sprungpassagen im weiteren Spielverlauf.

Ein unterhaltsames, actionreiches Spiel mit vielen kreativen Ideen. Es macht mir persönlich mehr Spaß, als es vielleicht sollte.


Platz 27: Ultra Golf (1992)

In der Game Boy-Bibliothek gibt es tatsächlich eine Vielzahl von Golfspielen. Doch in puncto Spielbarkeit übertrifft meiner Ansicht nach kein anderes Spiel Ultra Golf. Von der bildgewaltigen Präsentation bis zum einfachen Gameplay mit dem typischen 2-Click-System bietet Ultra Golf ein überraschend modernes Spielerlebnis.

Schade ist lediglich, dass Ultra Golf einen sehr geringen Umfang hat. Die zwei Kurse mit insgesamt 36 Löchern bieten zwar Abwechslung, laden jedoch nicht zum stundenlangen Spielen ein, auch wenn die Kurse durchaus sehr abwechslungsreich gestaltet sind.

Platz 26: Popeye 2 (1991)

Im Gegensatz zum Vorgänger, einem uninspirierten Labyrinthspiel, das in Japan exklusiv blieb, wurde das zweite Game Boy-Spiel des spinatmampfenden Seefahrers auch im Westen herausgebracht. Der Platformer erinnert in seiner Struktur frappierend an Super Mario Land. Hier hüpft ihr jedoch nicht auf die Gegner, sondern schlagt beherzt zu. Mit jeder gesammelten Spinatdose wird der Schlagarm dicker. Gleichzeitig dienen die Konserven aber auch als Lebensenergie.

Popeye 2 überzeugt nicht nur durch schöne Grafiken und Animationen, sondern ebenfalls durch ein abwechslungsreiches und mit optionalen Wegen und Geheimnissen vollgestopftes Leveldesign. Lediglich die uninspirierten Bosskämpfe fallen etwas ab.

Platz 25: Brain Drain (1998)

Das erste Spiel des damaligen französischen Studios Visual Impact, das sich zumeist auf Casual Games konzentrierte. Es geht darum, Symbole an ihren ursprünglichen Ort zu platzieren. Dazu dreht ihr jeweils vier Symbole im Uhrzeigersinn. Die Schwierigkeit kommt durch das teils sehr knapp bemessene Zeitlimit. In späteren Levels erschweren kleine Gemeinheiten das Spiel, etwa dass bestimmte Symbole hinter einem ?-Feld versteckt sind oder bestimmte Felder in die entgegengesetzte Richtung rotieren.

Ein hübsches kleines Spiel, das mir vor allem auch aufgrund der liebevollen Präsentation und dem großen Umfang mit 250 Puzzles sehr gut gefällt.

Platz 24: Kid Icarus – Of Myths and Monsters (1991)

Ehrlich gesagt, fand ich Kid Icarus auf dem NES immer zu schwer und in seinem Gameplay zu untererklärt. Erst mit dem Nachfolger auf dem Game Boy lernte ich Kid Icarus wirklich schätzen. Im Wesentlichen kreuzt das Spiel das Jump-&-Run-Genre mit einem Action-Adventure. Die Herzen dienen als Währung; in verschiedenen Räumen der Levels kommt man entweder zu Shops oder kann durch Herausforderungen weitere Herzen verdienen oder Upgrades für die Waffen freischalten.

Das zweite Kid Icarus-Spiel ist in puncto Spielerführung und Schwierigkeitsgrad deutlich zugänglicher. Auch wenn das Grinding auch hier ab und an notwendig ist und daher etwas nerven kann, wissen die abwechslungsreichen Levels mir zu gefallen.

Platz 23: Fire Fighter (1992)

Fire Fighter war eines der frühen Spiele von Angela Sutherlands Entwicklerstudio Teeny Weeny Games, das später mit den Discworld-Adventures große Erfolge feiern sollte. Im Spiel steuert ihr Charly, den Feuerwehrmann, der Menschen aus brennenden Häusern oder auch mal aus einer U-Bahn-Station rettet. Obwohl sich der Titel zunächst wie ein Actionspiel anhört, entwickelt es sich schnell zu einem Strategiespiel. Das generelle Ziel ist es natürlich, alle Menschen zum Rettungswagen zu tragen.

Dabei können nicht nur Feuerwände, die mit einem Wasserstrahl vorläufig gelöscht werden, im Wege stehen, sondern auch klingelnde Telefone oder Türen, die man erstmal aufbekommen muss. Später werden die Levels zudem recht labyrinthartig; und der Boden kann auch schon mal einbrechen. Erschwerend kommt hinzu, dass Charly nur eine Person oder einen Gegenstand tragen kann und die Gebäude nicht zu heiß werden dürfen – es müssen also immer wieder Feuer gelöscht werden. Blöd nur, dass der Wassertank irgendwann auch leer ist.

Fire Fighter ist dementsprechend ein erstaunlich schweres Spiel, lasst euch von der süßen Optik nicht täuschen. Die späteren Levels sind so herausfordernd, dass sie kaum im ersten Anlauf zu bestehen sind. Hat man sich jedoch reingefuchst, macht Fire Fighter zumindest mir riesigen Spaß.

Platz 22: Cave Noire (1991)

In den letzten rund 10 Jahren sind Roguelites und Roguelikes aus der Spielelandschaft nicht mehr wegzudenken. In den 90ern war dieses Genre jedoch hauptsächlich in Japan verbreitet. In Konamis Cave Noire (zu dem Spiel existiert eine englische Fan-Übersetzung) besteht eure Aufgabe darin, in zufallsgenerierten Dungeons verschiedene Quests zu erfüllen: Besiege x Gegner, finde soundso viel Gold und magische Gegenstände, und auch Feen wollen befreit werden. Dabei ist jede Quest in 10 Schwierigkeitsstufen unterteilt.

Ihr bewegt euch rundenbasiert durch den Dungeon, dabei könnt ihr auch versuchen, den Gegnern auszuweichen, etwa um erst ein paar Items zu sammeln. Darüber hinaus lohnt es sich genau umzusehen, da manche Geheimgänge Schätze offenbaren können. Ansonsten ist Cave Noire kein sonderlich komplexes Spiel, für den Game Boy jedoch recht einzigartig.

Platz 21: Minesweeper (1991)

Natürlich kennt ihr alle Minesweeper als Teil des Windows-Betriebssystems. Immerhin war das Puzzlespiel in den Versionen von Windows 3.1 bis einschließlich Windows 7 vorinstalliert. Ursprünglich erschien das von Microsoft entwickelte Spiel bereits 1990 im Rahmen des Microsoft Entertainment Pack. Warum es bereits ein Jahr später eine Game Boy-Version von Pack-In-Video für den japanischen Markt gab? Keine Ahnung. Allgemein gibt es über diese Version keine nennenswerten Infos im Internet.

Zu Beginn des Spiels wählt ihr ein Feld aus, das aufgedeckt wird. Wenn das Feld keine Mine enthält, wird eine Zahl angezeigt, die die Anzahl der benachbarten Minen angibt. Euer Ziel ist es, alle Felder aufzudecken, die keine Minen enthalten. Ihr könnt Felder markieren, von denen ihr vermutet, dass sie Minen enthalten, um versehentliches Aufdecken zu vermeiden.

Für Neueinsteiger, die sich bisher nicht an Minesweeper wagten, bietet der Missionsmodus eine Einführung mit sehr kleinen und einfachen Spielfeldern. Ideal, um ein Gefühl für das Gameplay zu bekommen!

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Über Nischenliebhaber

Ostdeutsches Videothekenkind der 90er Jahre. Liebt Spiele- und Retrokultur ebenso wie subkulturelle Musik aus aller Herren Länder und lange Spaziergänge durch dunkle Wälder des Erzgebirges.

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7 Comments on “Nischenliebhabers Top 50: Game Boy Classic”

  1. Danke für dieses und all die anderen Rankings. Obwohl ich das Gefühl habe, mich mit den Plattformen recht gut auszukennen, habe ich aus allen Listen noch den ein oder anderen Spieletipp mitnehmen können.

    Mir ist aufgefallen (oder ich habe die Spiele überlesen), dass in deinen Listen keine Homebrew-Spiele mit vertreten sind. Ist das Zufall, weil keine der Spiele innerhalb deiner Top 50 sind oder ist das eine bewusste Wahl diese draußen zu lassen?

    1. Das ist tatsächlich eine bewusste Entscheidung. Die Idee ist es ja, eine vertiefende Einsicht in die Spielebibliotheken der alten Zeit zu geben. Also als die jeweiligen Plattformen aktuell waren. Das Ranking-Format ist viel mehr zufällig gewählt, es könnte auch alphabetisch sein oder chronologisch. Aber Ranglisten sind halt auch einfach unterhaltsam. ^^

  2. Das war eine tolle Retro-Rück-Reise! Allerdings kannte ich viele Spiele leider gar nicht. Neben Tetris war damals glaube ich damals Gargoyle’s Quest mein Lieblings-Modul, das in deinem Ranking ja auch einen respektablen Platz ergattern konnte.

  3. Ein schönes Ranking. Hat mir alles sehr gut gefallen. Leider hatte ich auch nie einen GB und habe mir erst auf dem 3DS einige Titel geholt, bevor der eShop geschlossen wurde.

    Ich finde es echt immer wieder erstaunlich, was für eine tolle Maschine der GBC war und finde es dementsprechend auch schade diese Zeit nie aktiv selbst erlebt zu haben. Außer im ProMarkt, wo ich mit nem Kumpel jedes Wochenende hingefahren bin um R-Type auf der Game Boy Anspielstation zu zocken.

    Danke für den Artikel! Freue mich schon aufs nächste Mal!

  4. Ja, die guten alten Game-Boy-Erinnerungen… hihi.

    „Mole Mania“ war schon ganz hübsch, aber letztlich viel zu schwierig. Irgendwo relativ kurz vor dem Ende bin ich jedenfalls immerzu gescheitert.

    „Super Mario Land 1+2“ sind natürlich absolute Klassiker, die in keiner GB-Sammlung fehlen sollten, ähnlich verhält es sich mit den „Kirby’s-Dream-Land“-Titeln.

    „Shadowgate Classic“, mein einziges Adventure auf dem Game Boy, ist für mich persönlich auch ein Top-Titel geblieben… eine sehr schöne Adaption des Klassikers, aber auch meine erste Begegnung mit „Shadowgate“ oder allgemein einem Adventure aus der ICOM-Reihe.

    Auch „Donkey Kong Land“ war meiner Erinnerung nach ziemlich toll, wenngleich es nicht Teil meiner eigenen Spielesammlung war und ich es meines Wissens nie durchspielen konnte. Den ersten Teil der „Schlümpfe“ finde ich aus heutiger Sicht betrachtet äußerst uninspiriert, um es mal milde auszudrücken, während „Die Schlümpfe reisen um die Welt“ wesentlich interessanter und abwechslungsreicher ist.

    „Paperboy“ (Teil 1) wurde mir mal geschenkt… aber solche Spiele habe ich schlicht als langweilig empfunden. Außerdem gab es solch grottige Titel wie „Star Trek: Generations“… uff. (Nochmal wesentlich enttäuschender als der Kinofilm, zumal sich das Spiel einfach komplett sinnlos anfühlt und ganz gewiss keinen Spaß macht.) Es gab eben doch einige Gurken oder (für mich persönlich) belanglose Titel.

    Dass es nicht einmal „DuckTales“ in die Liste geschafft hat, wundert mich dann aber doch ein wenig… definitiv einer meiner Lieblingstitel, ebenso wie „DuckTales 2“ und „Darkwing Duck“. Jump’n Run war allerdings auch mein ganz klar favorisiertes Genre unter den GB-Spielen.

    Zahlreiche Titel, die du aufgeführt hast, sind mir hingegen gänzlich unbekannt, oder haben mich nie angesprochen. Aber das ist ohnehin letztlich alles subjektiv, und ebenso unterscheiden sich natürlich unsere Erfahrungen. Ein sehr interessanter Artikel, danke! 🙂

    1. Naja, die DuckTales habes ja damals in die NES-Liste geschafft. ^^ Was ich übrigens auch als die viel schönere Spielerfahrung empfinde.

  5. Nun, ich hab alle Konsolen zwischen dem klassischen Game Boy und der Nintendo Switch übersprungen. 😀 Deshalb kenne ich nur das GB-DuckTales sowie das ambitionierte PC-Remake.

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