Zufallsspiel: Framed Collection

Hm. Framed Collection. Seltsamer Titel, aber stylische Figuren. Ach, wird schon was sein. Auch wenn die Beschreibung schon wieder was von Puzzlespiel erzählt. Scheint, als wären die meisten meiner Beifang-Spiele aus dieser Kategorie. Lassen wir uns trotzdem mal überraschen.

Ursprünglich handelt es sich bei den beiden hier gemeinsam ausgelieferten Spielen um Titel für iOS und Android, bis sie im Rahmen der Collection 2018 auch ihren Weg auf den PC fanden. Bereits vier Jahre zuvor, also 2014, wurde vermeldet, dass Framed für DAS Computerspiel-Genie, Über-Designer und Modeikone Hideo Kojima sein Spiel des Jahres sei. Fallhöhe? Check!

Inhaltsverzeichnis

Schwarze Männer

Eine Hintergrundgeschichte hat Framed nicht. Als vermutlich nicht ganz sauberer Kollege mit Hut und Trenchcoat flieht unsere Spielfigur mit einem Koffer über den Bildschirm. Immer auf der Flucht vor Polizisten, die er umgehen oder von hinten bewusstlos schlagen sollte. Die Besonderheit bei Framed: Wir bewegen nicht die Figur, sondern können einzelne Panels einer Comic-Seite verschieben und so die Geschichte beeinflussen.

Betreten wir ein neues Level, läuft die Story erst einmal automatisch ab. Klassisch nach Leserichtung, beginnt alles im oberen rechten Bild. Verlässt unser Mann das Bild, geht die Geschichte links daneben weiter, bevor sie eine Spalte tiefer rechts fortgesetzt wird. Gewonnen haben wir, wenn unsere Figur samt ihrem Koffer mit brisantem Material aus dem letzten Bild läuft. Danach wechselt Framed zum nächsten Abschnitt.

Im weiteren Verlauf wechseln sich komplexere Aufgaben mit Leveln ab, in denen gerade mal zwei Bildchen verschoben werden müssen. Während die Zwei-Bild-Sachen einfach nur die Flucht voran treiben und ein wenig Atmosphäre versprühen, werden die längeren Aufgaben bald schwieriger. Gilt es erst nur, die richtige Reihenfolge auszuknobeln, können später einzelne Panels um 90 Grad gedreht werden, um zum Beispiel den Verlauf einer Straße zu ändern. Kommt die Spielfigur bei senkrechter Straße von oben oder unten ins nächste Bild gelaufen, sorgt ein gedrehtes Bild dafür, dass die Laufrichtung links oder rechts wird. Ist dies alles problemlos im Pause-Modus möglich, müssen wir später die Bilder verschieben, während die Figur rennt. Sonst wird das nichts mit dem Level und unser Held läuft der Polizei in die Arme.

Später kommt mit einer weiblichen Figur ein wenig Animations-Abwechslung hinzu, doch das Spiel an sich ist in den wenigen Zeilen gerade erklärt. Ein schnauzbärtiger Ober-Gegner mit Polizeimarke taucht nur in Zwischensequenzen auf und wird nicht genauer erklärt. Kunststück, ohne Sprachausgabe oder Text.

Auch das mitgelieferte Framed 2 arbeitet nach dem gleichen Muster, fügt aber noch einige kurze, schicke Zwischensequenzen ein, die die Flucht dramatisch bebildern. Der Stil des Spiels ist überhaupt sehr gut gewählt. Trotz der flächigen Schatten-Figuren und der einfach gehaltenen Umgebungsgrafik kommt sofort Stimmung auf. Die Bewegungen sind hervorragend gelungen und ich fühle mich, als wäre ich mit auf der Flucht.

Kurzatmig

Auch wenn in der Framed Collection zwei Spiele zusammen gepackt sind: Ein langes Vergnügen ist das nicht. Selbst Schnecken wie ich, die mit ihrem Vorstellungsvermögen Probleme haben, können in drei bis vier Stunden durch sein. Dafür sind die 9.75 Euro, die Steam aufruft, etwas zu hoch gegriffen. Für ein paar Euro weniger lohnt sich der Ausflug in die Unterwelt aber allemal. Die Musik ist stimmig und klingt samt präsentem Saxophon nach 70er-Jahre-Agentenfilmen. Auf Dauer störte sie mich allerdings beim Denken und ich habe sie leiser gedreht. Etwas, das ich bei jedem Spielstart wiederholen musste, obwohl dies praktisch die einzige Einstellungsmöglichkeit des ganzen Spiels ist.

Das ist allerdings auch mein einziger Kritikpunkt. Framed macht kurzweiligen Spaß und lässt sich prima zwischendurch für ein bis zwei Level einschieben. Die Puzzle haben in späteren Leveln zwar einige Durchprobier-Momente, doch die gelungenen Animationen sorgen immer wieder für einen neuen Anlauf.

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Über Jürgen

Geschichts- und Musik-Liebhaber mit einer Schwäche für viel zu lange Computerspiele. Der Werdegang CPC - Pause - PC und Konsolen sorgt dafür, dass ich noch so viele schöne alten Perlen entdecken darf.

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