Zufallsspiel: Die Schlümpfe 2 – Der Gefangene des grünen Steins

Im Laufe der Jahrzehnte sammeln sich immer mehr Spiele in den digitalen Regalen. Was ich da als Beifang bei Bundles, über freie Codes oder gar auf Webseiten als Geschenk eingesackt habe, geht leider schnell in der Masse unter. Über ein ausgeklügeltes blind-die-Maus-bewege-Verfahren spiele ich immer wieder einen dieser Titel an. Dieses Mal wird es blau und grün.

Soweit ich der Moby-Datenbank vertrauen kann, ist Die Schlümpfe 2 – Der Gefangene des Grünen Steins der aktuellste Titel des Osome Studios. Das Team brachte seit 2014 bereits 14 Spiele auf den Markt, von denen sich die Hälfte auf bekannte Comic-Figuren stützt. Das Marsupilami brachte es bisher nur auf ein Spiel, Asterix und Obelix auf dero drei und die Schlümpfe rangieren in der Mitte mit zwei Spielen. Die Schlümpfe – Mission Blattpest nenne ich nicht mein Eigen, doch ist die Geschichte des hier gespielten Nachfolgers problemlos intellektuell für sich alleine erfassbar.

Der SchlumpfoMix

Das Intro mischt einige Stile: Zuerst wird in der Schlumpf-Variante eines Dia-Vortrags die neueste Erfindung beklatscht: Der SchlumpfoMix. Mit diesem Wundergerät sollten im Handumdrehen die schönsten und grössten Torten entstehen, doch leider war das Gerät nicht kraftvoll genug. In Papa Schlumpfs Zauberbuch entdeckt Bastel-Schlumpf Handy die Lösung: Einen grünen Kristall. Das Ding sollte beim bösen Zauberer Gargamel zu finden sein, weshalb eine kleine Eingreiftruppe in dessen Hütte eindringt.

Hier darf der Spieler erstmals die Hüpf- und Laufmechanik ausprobieren, bevor wieder der Introfilm übernimmt. Denn Handy befreit bei seinem Versuch, ein kleines Stück des Kristalls abzubrechen, ein stummes, offensichtlich aber unfreundliches Wesen. Das dreht sich ein wenig hin und her und zaubert sich ein Portal, durch das es verschwindet.

Gargamel ist entsetzt: Den Stein hatte er bei alchemischen Experimenten genutzt und war von dessen Kraft erstaunt. Mit dem Klunker war es dem Zauberer möglich, die Materie eines Objekts „abzulösen“ und später wieder zu vereinen. Dass die Kreatur in dem Stein steckte, wusste der Magier angeblich nicht – doch die Sorge um deren mögliche Kräfte treibt ihn zu einer Allianz mit den Schlümpfen. Gemeinsam wollen sie das Wesen einfangen und zurück in den Stein sperren.

Die Allianz

Nun beginnt das eigentliche Spiel. In der Rolle von Sturmi betreten wir das Portal, das noch immer offen in der Hütte schwebt. Wer wie ich mit den ursprünglichen Comics, der alten Zeichentrickserie und Vader Abraham aufgewachsen ist, dürfte überrascht sein: Ein zweiter weiblicher Schlumpf?

Nun, mit dem überraschend erfolgreichen ersten Kinofilm aus dem Jahre 2011 erwuchsen neue Fans für die blaue Bande. Bereits im zweiten Film, der wie der Vorgänger Realfilm mit computeranimierten Schlümpfen mischte, wurden die „Lümmel“ eingeführt: von Gargamel geschaffene Kreaturen in Schlumpfgröße, die ihm endlich zum Sieg gegen die Schlümpfe verhelfen sollen. Bei diesen Lümmeln gab es eine weibliche Figur, doch erst mit den rein computeranimierten Film „Das verlorene Dorf“ wurde die Schlumpfwelt komplett auf den Kopf gestellt. Hier gab es nämlich nur weibliche Schlümpfe, von denen Sturmi die wortkargste und coolste war.

Kein Wunder also, dass diese Draufgängerin in den ersten Levels unser Avatar ist. Sie schnappt sich den SchlumpfoMix und jagt dem Wesen namens Stolas hinterher. Sie landet in einem hübschen Wald, der allerdings von grün schimmernden Kristallen befallen ist, die alles um sich herum in eine schwarze Pfütze verwandeln. Doch mit ihrer Waffe kann Sturmi die Dinger zerschießen und den Wald heilen. Außerdem kann sie die auf diese Weise gesammelten Kristallstücke für Verbesserungen nutzen.

Neben diesen friedlichen Passagen gibt es auch Gegner. Diese scheinen mit dem Kristall zusammen zu hängen und bieten ein wildes Sammelsurium an Tiergestalten wie Fliegen und beweglichen Blumen. Allen gemeinsam ist, dass sie Sturmi ans blaue Leder wollen. Diese Baller-Passagen arten an einigen Levelstellen zu Stress aus, weil Welle um Welle heranstürmt. Mich haben sie beim mittleren Schwierigkeitsgrad vor keine größere Herausforderung gestellt, doch dürften bei einem Schlumpf-Spiel eher Kinder die Zielgruppe sein. Und ob diese minutenlang aufweichen-ballern-ausweichen-ballern wollen, sei in den Raum gestellt.

Im Laufe der Zeit wird der SchlumpfoMix mit weiterer Munition bestückt, die für kleinere Rätsel wichtig ist. Zum Beispiel gibt es klebriges Zeug, das Gegenstände für einige Sekunden festhält. So kann Sturmi über Wippen oder durch Mühlenräder springen, die sonst unpassierbar wären. Der Schockschubs öffnet verschlossene Gartentüren oder setzt Mechanismen in Gang. Und selbstverständlich lassen sich alle diese Dinge ebenso verbessern wie die Schlumpf-Eigenschaften. Wir sind gut beraten, in den Leveln genauer hinzuschauen, um genügend Materialien dafür zu finden – richtig schwer versteckt ist aber nichts.

Im Laufe des Spiels steigt der Erkundungsgrad leicht an: Einige Stellen sind nur über Knallefeu-Brücken zu erreichen, die wir durch Beschuss errichten. Auch die Sprünge müssen immer besser getimt werden, um zum Beispiel von einem beweglichen Seerosenblatt über ein Hindernis hinweg zum nächsten Blatt zu springen. Falls dies misslingt, wird unser Schlumpf mit leicht reduzierter Gesundheit ein kleines Stück zurückgesetzt und darf es erneut versuchen. Es gibt aber so viele Stellen, an denen man seine Gesundheit wieder auffrischen kann, dass das kein Problem darstellen sollte.

Während der Erkundung melden sich Gargamel und die Schlümpfe per Funk. Ausser einigen belanglosen Sätzen kommt dabei aber nichts rum. Wenn Sturmi ihre Level erfolgreich abgeschlossen hat, landet sie wieder in der Hütte. Dort sind mittlerweile weitere Schlümpfe eingetroffen, die allerdings außerhalb der Zwischensequenz unmotiviert auf ihren Positionen verharren und ein bis zwei Standardsätze von sich geben.

Immerhin verbessert Handy bei dieser Gelegenheit den SchlumpfoMix beziehungsweise spendiert ihm neue Fähigkeiten, die wir freispielen müssen. Dass wir den nächsten Level ausgerechnet mit dem Schusselschlumpf angehen, ist mechanisch vollkommen wumpe, doch mir ist die taffe Sturmi ans Herz gewachsen, während ihr Kollege meinetwegen gerne in Gargamels Hütte hätte bleiben können.

Fazit

Wie dieses für meine Verhältnisse topaktuelle Spiel in meinen Besitz gekommen ist, weiß ich leider nicht mehr. Eventuell hat Amazon das Ding mal als GoG-Key „verschenkt“. Wie dem auch sei: Ich hatte überraschend viel Spaß mit dem Titel. Die deutschen Stimmen sind leicht nervig-überzeichnet, doch die englischen Gegenstücke sind sehr gut (und angeblich die Originalstimmen der aktuellen Fernsehserie). Die Steuerung in 3D funktioniert sehr gut, die Graphik ist nicht opulent, versprüht aber Charme. Einziger Wermutstropfen sind für mich die Ballereien. Ich hatte mir mehr Mario 64 und weniger Doom versprochen. Ja, ist übertrieben. Aber hey, wäre das ein Zitat für die Packungsrückseite!

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Über Jürgen

Geschichts- und Musik-Liebhaber mit einer Schwäche für viel zu lange Computerspiele. Der Werdegang CPC - Pause - PC und Konsolen sorgt dafür, dass ich noch so viele schöne alten Perlen entdecken darf.

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2 Comments on “Zufallsspiel: Die Schlümpfe 2 – Der Gefangene des grünen Steins”

  1. Ich hatte vor kurzem auch den ersten Teil der Schlümpfe gespielt (Mission Blattpest) und fand ihn auch ganz unterhaltsam. Gameplaytechnisch sicher keine Neuerfindung aber wirklich solide und ich fand die Welten ganz nett gestaltet.

    Am Anfang etwas (zu) leicht, wurde es dann im Verlauf besser und abwechslungsreicher auch durch die Upgrade-Möglichkeiten des Schlumpfisators. 🙂

    Danke für deinen Test und die Einschätzung des zweiten Teils hier.
    Übrigens, es gibt bereits 3 Teile von dieser Reihe der Osmose Studios. Dieser heißt ‚Dreams‘ und stellt anscheinend so den Höhepunkt der Reihe dar. Sieht auch auf den Screenshots richtig cool aus. 😉

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