Habt ihr mal wieder Lust auf ein ausschweifend langes Zeitreise-Abenteuer? Dann könnte Whirlight – No Time To Trip möglicherweise etwas für euch sein…

| Titel: | Whirlight – No Time To Trip |
| Erscheinungsdatum: | 14.05.2026 |
| Plattformen: | Windows |
| Entwickler / Herausgeber: | imaginarylab / Vsoo Games |
| Homepage: | https://imaginarylab.it/ |
Das italienische Studio imaginarylab bringt mit Whirlight – No Time to Trip sein zweites Point-and-Click-Adventure nach Willy Morgan and the Curse of Bone Town unter die Leute, diesmal mit Unterstützung vom chinesischen Publisher Vsoo Games. Ein Blick auf die verfügbaren Sprachen offenbart, dass sie mit ihrem Comedy-Adventure offensichtlich auch auf den asiatischen Markt schielen – spannend!
Zuletzt habe ich mit einem Adventure von italienischen Entwicklern sehr gute Erfahrungen gemacht: Uncle Lee’s Cookbook: Five Recipes for Disaster hat mich überrascht und stellenweise sogar begeistert. Dann schauen wir doch mal, wie Whirlight bei mir wegkommt…
Verrückt?

Whirlight setzt auf eine Mischung aus Slapstick, absurden Situation und einer schrägen Zeitreise- und Abenteuergeschichte. Ihr spielt Hector, den archetypischen „genial-chaotischen Erfinder“, dessen Erfindungen dauernd für Chaos sorgen. Später kommt die Journalistin Margaret als zweite steuerbare Spielfigur dazu. Der Einstieg ins Spiel führt euch in einen Traum von Hector, in dem er eine Eingebung seiner neuesten Erfindung bekommt: ein Gerät, mit dem er Flüssigkeiten aus Licht „herausquetschen“ kann. Und das Beste: mit diesen Flüssigkeiten sind Zeitreisen möglich!
Hector lebt eigentlich in den 60ern, landet aber durch seine Erfindung in den 90ern und tut sich dort mit Margaret zusammen, die eine interessante Story wittert. Denkt euch dazu noch weitere Klischee-Elemente wie einen nervigen Erfinder-Rivalen, einen Kult oder ein Liebespärchen, das ihr zusammenbringen müsst, und ihr habt eine ungefähre Vorstellung von dem, was euch in Whirlight erwartet. Ach ja, in die Zukunft geht es auch – und dort stellt ihr fest, dass ihr übrigens auch noch die Welt retten müsst. Dafür müsst ihr nicht nur euren Heimatort „Verice Bay“ (ja, klingt nicht zufällig wie Venedig) verlassen, sondern dauernd in der Zeit hin- und herreisen…
Lustig?

Während Uncle Lee mit trockenem Wortwitz glänzen konnte, fährt Whirlight eher den Ansatz „physische Comedy“. Der Spieler soll über lustige Tänze oder wildes Herumgefuchtel lachen. Oder Schadenfreude empfinden, wenn Hector mal wieder ein Missgeschick passiert. Oder über Adventure-Referenzen schmunzeln. Bei mir kommt das allerdings überhaupt nicht an, aber das ist wohl Geschmackssache.

Mit der unkreativen Geschichte und dem Humor, der bei mir nicht zündet, hätte ich wohl leben können, wenn ich wenigstens am Rätseldesign Spaß gehabt hätte. Doch das ist leider in den 90ern hängen geblieben – schon lange bin ich nicht mehr so oft planlos durch ein Adventure gestiefelt, ohne zu wissen, was ich gerade tun soll. An einigen Stellen liegt das an den vielen Orten, die gleichzeitig erreichbar sind, hauptsächlich haben mich aber die nicht selten schlecht kommunizierten Aufgaben und die typische „Adventure-Mondlogik“ genervt.
Ja, da gibt es ein „Notizbuch“, aber das besteht nur aus Skizzen, die mir zu keiner Zeit weitergeholfen haben. Heutzutage sollte ein Adventure mit solch abstrusen Rätseln mindestens ein Hilfe-System zur Verfügung stellen. Falls ihr Whirlight spielen werdet, prognostiziere ich, dass ihr nicht nur einmal in eine Komplettlösung schauen werdet.
Schön?

Der Entwickler beschreibt seine Grafik als „handgezeichneter Comicstil mit deformierter 3D‑Grafik“, die mich durch die krummen Linien ein wenig an eine gerenderte Day-of-the-Tentacle-Variante erinnert hat und die der des Vorgängerspiels stark ähnelt. Die Charaktere sowie deren Animationen sind aufwändig gestaltet, wirken sehr flüssig und passen sehr gut zu den Hintergründen.

Die Musik fällt dagegen für meinen Geschmack stark ab und war mir oft einfach zu „dudelig“. Daher habe ich sie oft leise gedreht oder ganz ausgeschaltet. Die englischen Stimmen wissen aber (wie so oft in letzter Zeit in meinem Lieblingsgenre) zu überzeugen – hier gibt es nichts zu meckern. Mit den deutschen Texten war ich zufrieden, auch wenn ich einige wenige Stellen etwas holprig übersetzt fand. Interessant fand ich, dass neben Deutsch und Englisch auch noch Französisch, Italienisch, Spanisch, Chinesisch (vereinfacht), Chinesisch (traditionell), Koreanisch und Japanisch zur Verfügung stehen, das sieht man selten in Adventures.
Ich habe Whirlight hauptsächlich auf dem Steam Deck gespielt. Die Gamepad-Steuerung fand ich gewöhnungsbedürftig, da ich kein Fan davon bin, den Mauszeiger mit dem Analog-Stick zu bewegen. Auch die Button-Belegung fand ich wenig intuitiv – das habe ich schon deutlich besser umgesetzt gesehen. Die Maussteuerung am Desktop ist aber in Ordnung. Wie bereits erwähnt, gibt es kein Hilfesystem, aber die Hotspotanzeige und das „Rennen per Doppelklick“ verdienen eine lobende Erwähnung. Warum die Übersichtskarten, mit denen ihr die Orte schneller erreichen könnt, im letzten Drittel gestrichen wurden, ist mir aber nicht ganz klar.
Fazit

In Whirlight – No Time to Trip ist offensichtlich sehr viel Arbeit und Mühe geflossen. Für ein Adventure ist es außergewöhnlich lang. Bei mir waren es etwa 14 Stunden. Mit einer Lösung geht es natürlich schneller, aber es könnte euch auch deutlich länger beschäftigen. Es gab Stellen, an denen ich gut vorangekommen bin und Stellen, an denen ich ratlos vorm Bildschirm saß.

Spaß hatte ich leider nur wenig und spätestens im letzten Drittel wollte ich einfach nur, dass es endlich vorbei ist. Das klingt zwar hart, spiegelt aber meinen Gemütszustand kurz nach Beenden des Spiels wieder. Whirlight – No Time to Trip ist kein schlechtes Spiel. Es ist aber einfach nicht mein Fall. Ihr könntet Spaß daran haben, wenn ihr euch mal wieder tagelang in ein Adventure vergraben möchtet und dabei das Rätsel-Feeling eines 30 Jahre alten Adventures erleben möchtet. Vielleicht gefällt euch ja auch der Humor oder die Geschichte besser als mir. Eine persönliche Empfehlung kann ich Whirlight aber leider nicht geben – Schade! Ich hoffe dennoch, dass das Spiel sein Publikum findet, den Entwicklern würde ich es auf jeden Fall gönnen.
Ihr findet Whirlight – No Time to Trip auf Steam, Konsolenversionen sollen wohl im Laufe des Jahres folgen.

Also rein vom ersten Blick finde ich das total ansprechend. Danke für die Warnung.
Es ist nur mein persönlicher Geschmack. Ich habe schon andere Stimmen gehört, die viel Spaß mit Whirlight hatten.
Ja, aber wenn selbst dich die Rätsel zum Verzweifeln bringen und ein Lösungsbuch quasi Pflicht ist, dann bin ich raus, erst Recht bei der Spielzeit. Ich spiele Adventure wann dann ohne Lösungshilfe, wie damals (TM) die Lucas Arts Klassiker.