The Sinking City 2 (First Look)

So ein Schlamassel: Als würde es nicht reichen, dass eure Freundin in den Traumlanden gefangen ist, versinkt nun auch noch eure Heimat Arkham in den Fluten und wird evakuiert. Typisch.

Im Jahr 2019 war The Sinking City von Frogwares trotz seiner Unzulänglichkeiten einer meiner absoluten Spiele-Favoriten. Umso mehr hat es mich gefreut, als 2024 ein Nachfolger angekündigt wurde. Zwei Jahre und eine sehr erfolgreiche Kickstarter-Kampagne später steht The Sinking City 2 kurz vor der Veröffentlichung. Die Ukrainer haben uns einen ersten Blick auf das Spiel gewährt, von dem ich in diesem Artikel berichte.

Alles nur ein Traum?

Wer The Sinking City gespielt hat, erinnert sich vielleicht noch daran, wie er mit Privatdetektiv Charles Reed durch die überfluteten Straßen von Oakmont geschippert ist und sich mit allerlei Gekröse aus dem Cthulhu-Mythos angelegt hat. Am Ende konntet ihr das Schicksal eures Protagonisten wählen, das auch weitreichende Auswirkungen auf die Welt haben konnte.

Der zweite Teil scheint die Geschehnisse aber zunächst zu ignorieren und erst einmal alles auf Null zu setzen: Neuer Schauplatz, neue Spielfigur. Diesmal befindet ihr euch in Arkham, der wohl bekanntesten Stadt aus dem Mythos. Dummerweise versinkt diese (genau wie Oakmont damals) nach und nach in den Fluten und muss daher evakuiert werden. Mitten in diesem Schlamassel befindet sich Calvin Rafferty, der eigentlich ganz andere Sorgen hat. Der gemeinsame Ausflug mit seiner Freundin Faye in die (vom Cthulhu-Mythos bekannten) Traumlande ist nämlich leider schief gelaufen, also müsst ihr ihm helfen, sie da wieder herauszuholen.

Das geht aber nur mit einem verbotenen Buch aus der Miscatonic-Bücherei, was bedeutet: Ab ins Boot und nichts wie hin. Natürlich gestaltet sich das schwieriger als gedacht. Ihr müsst euch nämlich nicht nur mit ‚Ärgernissen wie defekten Schleusentoröffnungsmechanismen auseinandersetzen, sondern stellt auch fest, dass die schleimigen Würmer, die mit der Flut gekommen sind, von den herumliegenden Leichen Besitz ergreifen können. Unverhofft befindet ihr euch also praktisch auch noch in einer Art Zombie-Apokalypse…

Bleibt alles anders?

Während ihr im ersten Teil in eine Open-World versetzt wurdet und viel Zeit mit Detektivarbeit und gelegentlichen Kämpfen verbracht hattet, verschiebt sich der Gameplay-Fokus im Nachfolger offenbar eher in Richtung Survival-Horror. In der ersten Spielstunde ist von einer Open-World nichts zu sehen, was mir sehr entgegen kommt. Stattdessen wird eine dichte Horroratmosphäre aufgebaut, die an neuere Resident Evil– oder Silent Hill-Inkarnationen erinnert – durch die von Würmern gesteuerten Leichen liegt der Vergleich mit den Parasiten aus Resident Evil 4 (Remake) nah.

Das Gameplay kommt euch sicherlich bekannt vor, wenn ihr schon den einen oder anderen Survival-Horror-Titel gespielt habt: Ihr verteidigt euch mit Tritten, Schlägen oder Waffengewalt gegen die laufenden Toten oder nehmt bei zahlenmäßiger Zombie-Überlegenheit besser gleich die Beine in die Hand. Bei der Erkundung von Gebäude findet ihr Karten, die euch anzeigen, wo es noch etwas zu tun gibt. In der Gegend herumliegende Hinweise könnt ihr (ähnlich wie ihr es vielleicht von den Sherlock Holmes-Spiel aus dem gleichen Haus kennt) gedanklich miteinander verknüpfen, um Verbesserungen freizuschalten. Hinzu kommen bekannte Spielmechaniken wie Crafting, Waffen-Upgrades, Sammeln von Fluff-Texten etc.

Speichern könnt ihr, ähnlich wie in anderen Vertretern des Genres, nur in „Save Rooms“. Beim vorzeitigen Bildschirmtod verliert ihr aber dennoch nicht allzu viel Spielzeit. Außerdem könnt ihr auf Wunsch den Schwierigkeitsgrad soweit runterregeln, dass ihr praktisch unverwendbar werdet und das Spiel als Walking Simulator erleben könnt.

Fazit

Die erste Spielstunde von The Sinking City 2 hat mich sofort in den Bann gezogen und ich wäre gerne direkt noch weiter darin versunken. Es spielt sich zwar (zumindest) zu Beginn deutlich anders als der Vorgänger, aber das hat mich überhaupt nicht gestört. Ganz im Gegenteil: Ich mag dieses Survival-Horror-Gameplay ebenfalls sehr gerne und freue mich, dass auch Detektivspiel-Elemente eingewoben wurden.

Atmosphärisch ist es spitze – wer aber von Lovecraft-Geschichten oder wiederbelebten Toten genug hat, wird hier vermutlich nicht glücklich werden. Eine kleine Warnung muss ich für Steam-Deck-Nutzer aussprechen, das kleine Gerät ächzt ganz schön unter der Last von The Sinking City 2. Allerdings stehen hier auch noch Optimierungen aus, die die Performance bei der Vollversion auch wieder in einem besseren Licht dastehen lassen könnte.

Nach diesem ersten Happen freue ich mich nun umso mehr auf die Veröffentlichung von The Sinking City 2. Zum Glück soll es schon in wenigen Wochen soweit sein. Ich bin jedenfalls bereit, das Gamepad zu zücken und mich im Kampf gegen Mythos-Wesen in die Fluten zu stürzen.

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Über TheLastToKnow

Adventure-Fan aus dem Ruhrpott, groß (aber nicht erwachsen) geworden mit den SCUMM-Adventures in den 1990er Jahren. Spürt immer wieder kleine Indie-Perlen auf und zerrt sie ans Tageslicht.

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