Die Retrowelle im Gaming-Markt bleibt ungebrochen. Nun bekam auch Terminator 2 ein neues Spiel spendiert. Und es würde auch alle Checkboxen für einen modernen Klassiker erfüllen. Wenn da nicht ein riesiger Fallstrick wäre…

| Titel: | Terminator 2D – No Fate |
| Erscheinungsdatum: | 12.12.2025 |
| Plattformen: | Windows, Switch, Xbox, PS5 |
| Entwickler / Herausgeber: | Bitmap Bureau / Reef Entertainment |
| Homepage: | https://www.terminator2d.com |
Lasst mich gleich vorneweg sagen: Ich bin wahrscheinlich das einzige Kind der 90er Jahre, das mit Terminator noch nie wirklich etwas anfangen konnte. Ich habe beide Filme wohl irgendwann mal auf VHS aus der Videothek gesehen. Aber eine wirkliche Begeisterung für Arnold Schwarzenegger als rumballernden Androiden konnte bei mir nie entstehen. Entsprechend war mir dann auch der weitere Verlauf des Franchise herzlich egal, genauso wie die zahlreichen Terminator-Spiele, die es zu jener Zeit gab. Einige waren wohl sogar ganz nett, aber die meisten der übliche Lizenzmurks. Ich habe also keine Aktien in diesem Franchise. Ich bewerte Terminator 2D – No Fate daher als Spiel. Warum ich mir das Spiel trotzdem anschaue, ist das dahinterliegende Studio: Mit den Titeln Xeno Crisis, Final Vendetta und Battle Axe haben die Engländer von Bitmap Bureau in den letzten Jahren einige schöne Retro-Actionspiele produziert.
Auch ohne Arnie eine herrliche Ballerei – leider viel zu kurz!

Sobald ihr das Spiel startet, habt ihr nicht viel Auswahl. Es gibt den Storymodus und einige weitere Modi, die aber erst freigeschaltet werden müssen. Im Storymodus habt ihr die Auswahl aus vier verschiedenen Schwierigkeitsstufen, die sich in der Anzahl an Leben, aber auch in der Platzierung von Gegnern und Checkpoints unterscheiden. Das Spiel selbst besteht insgesamt aus 12 Levels, die von kurzen Zwischensequenzen unterbrochen werden. Im Wesentlichen wird die Geschichte von Terminator 2: Tag der Abrechnung nacherzählt, also der Kampf von Sarah und John Connor gegen den Androiden T-1000 in der Gegenwart und in der Zukunft. Der T-800 ist dagegen nur in zwei Levels direkt spielbar und taucht ansonsten nur ab und an in den Zwischensequenzen auf, ohne jedoch sein Gesicht zu zeigen. Denn die detaillierte Abbildung des Konterfeis des Herrn Schwarzenegger scheint dann doch etwas zu teuer gewesen zu sein.
Während sich die Levels mit Sarah eher wie Metal Slug oder das erste Arcade-Spiel zu Robocop spielen, da sie nur eine einfache Handfeuerwaffe und eine Nahkampfattacke zur Verfügung hat, sind die Levels mit John wuchtiger und schneller und erinnern vor allem an die Contra-Reihe. Zwischendurch gibt es noch ein Stealth-Level und ein Level mit Verfolgungsjagden, sodass sich kein Level wie das andere spielt und sehr viel Abwechslung geboten wird. Auf Sprungpassagen wird dabei vollständig verzichtet. Es ist ein reines Run-and-Gun-Spiel, in dem nur selten gesprungen wird, und wenn, dann um feindlichen Projektilen auszuweichen.



Die Lesbarkeit der Levels und das Spielgefühl selbst gehören zu den besten, was ich in letzter Zeit in diesem Genre erlebt habe. Es gibt nur selten unfaire Stellen und auch auf normalem Schwierigkeitsgrad ist die Herausforderung machbar, während mir der leichte Schwierigkeitsgrad dann doch ZU einfach ist. Was mir jedoch nicht gefällt, ist die Tatsache, dass man am Checkpoint nur dann eine zusätzliche Einheit für die Lebensenergie bekommt, wenn diese bereits voll ist. Das erscheint mir sehr unlogisch.
Die audiovisuelle Präsentation ist einmal mehr sensationell. Es sieht zu jeder Zeit wie ein echtes Arcade-Spiel der frühen 90er aus. Moderne Elemente sind mir in diesem Bereich so gut wie gar nicht aufgefallen. Und der Electro-Rock-Soundtrack von Komponist Lee Mintram verbindet alte Melodien aus dem Film mit neuen Arrangements und weiß das Geschehen perfekt zu untermalen.



Das große Problem des Spiels liegt vor allem in seiner Kürze: Die 12 Levels sind alles andere als umfangreich und nach gut 40 Minuten scrollt der Abspann über euren Bildschirm. Das wäre für ein Spiel aus der Spielhalle im Jahr 1992 noch okay gewesen, aber 33 Jahre später ist das schlicht und ergreifend zu wenig. Da nützen dann auch der Boss-Rush-Modus oder der Modus, das ganze Spiel mit nur einer Figur durchzuspielen, sehr wenig. Bei einem Preis von 30 Euro erwarte ich schlicht mehr als einen kleinen Snack, egal wie gut dieser dann auch schmeckt.

Fazit

Geiles Gameplay, wunderschöne Pixelgrafiken und ein Soundtrack mit Ohrwurmqualität. Und für Terminator-Fans auch noch eine große Portion Nostalgie. Terminator 2D – No Fate wäre das perfekte Spiel für Fans des Genres und des Films gleichermaßen, wenn da nicht die absurd niedrige Spielzeit wäre. Egal wie abwechslungsreich die 12 Levels auch sind: Nicht mal eine Stunde Netto-Spielzeit ist mir persönlich dann doch zu wenig. Wir leben eben nicht mehr in Zeiten, in denen Spieleentwickler jeden Byte sparen müssen. Und bereits zu 16-Bit-Zeiten waren Genrevertreter wesentlich umfangreicher.
Daher kann ich nur eine Empfehlung aussprechen, wenn ihr absolute Hardcore-Terminator-Fans seid oder wenn das Spiel im Sale landet und die Fuck-it-Grenze von 10 Euro unterschreitet. Für eine Vollpreisempfehlung hätte das Spiel jedoch mindestens doppelt so umfangreich sein müssen.

Ich glaube da ist ein kleiner Fehler im Text:
„Der T-800 ist dagegen nur in zwei Levels“ sollte das nicht von „John Conner ist dagegen..“ lauten?
Zum Spiel:
Auch wenn die Grafik wirklich schick aussieht finde ich die steif wirkenden Animationen nicht sehr ansprechend. Die Länge würde ich (bei einem realistischeren Preis) ok finden. Wäre mir auf jeden Fall lieber als die viel zu langen Level bei Contra: Opertion Galuga.
Ne, der T-800 kann in zwei Levels gespielt werden (einmal die auf dem obigen Bild dargestellte Verfolgungsjagd und dann noch in einem eher seichten kurzen Beat
‚em Up Level). John ist in mehr Levels spielbar.
Bei nem realistischen Preis von 10-15 Euro oder so, kann man schon zuschlagen. Aber nicht für 30 Euro. Gerade in Anbetracht, dass Titel wie Neon Inferno (20 Euro), Guns of Fury (15 Euro), Huntdown (20 Euro), Iron Meat (20 Euro) oder Blazing Chrome (17 Euro) günstiger sind. Und umfangreicher!
Oh, Entschuldigung, da habe ich wohl nicht aufmerksam genug gelesen.
Wenn ich deinen Text richtig deute, bräuchten wir hier zwei Gorillas: Einen für das Spiel und einen für das Preis-Leistungs-Verhältnis?
So in etwa. 😀
Wie wärs mit einem Freund dem Sparfuchs? Der wäre bei dem Spiel halt XX tot 😀
Vielen Dank, da habe ich jetzt richtig Bock drauf. Aber eher im Sale, Gamepass oder Humble Bundle.