In unserer Rubrik KaPoTA? (Keep and Play or Throw Away?) stellen wir uns genau diese Frage: Würden wir dieses Spiel vor Erreichen der magischen Zwei-Stunden-Grenze bei Steam behalten und weiterspielen, oder würden wir es lieber wieder loswerden? Heute mit: Tenebris: Terra Incognita (Early Access)

| Titel: | Tenebris: Terra Incognita |
| Erscheinungsdatum: | 30.09.2024 (Early Access), 14.09.2026 (geplanter 1.0 Release) |
| Plattformen: | Windows |
| Entwickler / Herausgeber: | Phantasmica Studios / Phantasmica Studios |
| Homepage: | Steamseite |
Die Menschheit hat ein Problem: Die Erde ist ausgebeutet und muss sich die nächsten Jahrhunderte regenerieren. Heimat ist die Raumstation Nebula. Doch die bietet nicht genug Platz. Nach Jahren der Suche wurden drei bewohnbare Planeten entdeckt. Einer davon: Teu-Aeus im Centauri-System. Ihr seid Leutnant auf dem Raumschiff Solaris, sozusagen die Vorhut der Hoffnung der Menschheit. Doch irgendwas geht schief. Es erfolgt eine automatisierte Unterbrechung der Reise und eine Notlandung auf einem unbekannten Planeten. Als ihr als Überlebender aus dem Kryoschlaf geweckt werdet, müsst ihr gleich eure Rolle als Squadleader einnehmen, denn offensichtlich feindlich gesonnene Käferaliens dringen in das Raumschiff ein.
Motivierender Gameplay-Loop

Eure Aufgabe als Leutnant ist das Führen und Organisieren der Truppen im Kampf. Phantasmica Studios führen euch Stück für Stück in die Kampfmechaniken und das strategische Overlay, etwa Rekrutierung, Ausruhen und Skillsystem, ein.
In jedem Raid steuert ihr euren bis zu vier Mann starken Trupp manuell durch Gänge und Landschaften, wobei es auch mal Abzweigungen gibt. Die Augen solltet ihr nach Loot, der auch mal hilfreich glitzert, offenhalten. Die Kämpfe starten unvermittelt, vor schwierigen Bossfights gibt es aber schonmal ein Heads-Up, damit ihr euch noch um eure Ausrüstung kümmern könnt.
Wie in Darkest Dungeon spielt es in Kämpfen eine Rolle, auf welcher der vier Positionen eure Einheiten stehen. Das ist aber abgemildert. Viele Angriffe und Buffs, also etwa Nanoroboter zum Reparieren der Rüstung oder Heilen, oder auch ein Buff, der negative Statuseffekte reduziert, könnt ihr auf viele Positionen wirken. Nur beispielsweise Nahkampfattacken sind nur auf die beiden ersten Gegner möglich. Ebenfalls nachsichtig: Ihr startet in jeden Kampf mit voller Lebensenergie und mit intakter Rüstung. Dadurch ist Tenebris: Terra Incognita auch etwas zugänglicher als Darkest Dungeon. Besondere Fähigkeiten haben einen Cooldown. So könnt ihr mit der Scharfschützin nicht jede Runde einen Schuss auf zwei hintereinander stehende Gegner abgeben oder mit dem Techniker eine Drohne zur Rüstungsreparatur einsetzen.
Statuseffekte spielen eine wichtige Rolle. Das betrifft sowohl negative Statuseffekte wie Bleeding oder Poison, als auch positive Effekte wie Reparatur und Heilung. Diese haben genretypisch einen Counter und wirken jeweils am Ende des Zuges einer Einheit. Nicht nur die direkten Effekte spielen eine Rolle, ihr solltet auch Synergieeffekte nutzen. Manche Angriffe verursachen zum Beispiel gegen blutende Gegner mehr Schaden. Zusätzliche Spezialisierungsmöglichkeiten erhaltet ihr durch die Ausrüstung. Die findet ihr während eines Raids, erhaltet sie am Missionsende als Belohnung oder kauft sie. Ihr könnt sie auch durch Operations erhalten. Das sind quasi Missionen, auf die ihr Soldaten schickt, ohne einzugreifen. Im Prinzip wie in einem Browserspiel oder, wenn ich mich recht entsinne, Star Trek Online.











Auf der eher strategischen Ebene verbessert ihr die Solaris, was zum Beispiel eure Rekrutierungsoptionen oder den Erfahrungspunktegewinn verbessert. Ihr handelt, rekrutiert neue Squad-Member, lasst erschöpfte Soldaten regenerieren und levelt eure Truppen auf. Ihr könnt außerdem Items verkaufen, hier gibt es auch Filter für die verschiedenen Item-Gattungen, und Items shoppen. Beim Verkaufen solltet ihr bedenken, dass ihr nicht nur Items für eure Top-Crew bereithaltet, sondern auch den Nachwuchs jederzeit adäquat versorgen könnt. Denn die Items haben eine bestimmte Mindeststufe, die der Soldat ebenfalls erreicht haben muss. Einem Level 3 Soldaten könnt ihr keine Level 5 Ausrüstung anlegen, solltet also auch für ihn passendes Equipment vorhalten.
Keep and Play or Throw Away?

Die Entwickler bezeichnen sich selbst als Fans von Darkest Dungeon, X-Com und Disciples. Und eine Art Mix daraus bietet euch Tenebris: Terra Incognita. Ihr habt ein ausbaubares Raumschiff, zig Items zur Auswahl und zum Ausrüsten, fünf Klassen (und später wohl 17 fortgeschrittene Klassen!), Positionen spielen eine Rolle (allerdings eine etwas kleinere als in Darkest Dungeon), die Helden sind umbenennbar und ihr spezialisiert sie mit Skills.

Im Kampf müsst ihr auf möglichst viele Synergieeffekte setzen und klug agieren, sonst wird es schon auf dem zweiten Schwierigkeitsgrad, auf dem zum Beispiel Helden noch wiederbelebt werden können. Es gibt auch neue Ideen, wie Gegnerwellen, das sehr atmosphärische eigenständige Bewegen durch die Welt, wobei ihr auch immer wieder Loot findet. Minispiele zum Türen oder Truhen öffnen sorgen für etwas Auflockerung. Auf Operations erhaltet ihr zusätzliche Ressourcen und die eingeteilten Helden sammeln Erfahrungspunkte, während ihr mit bis zu vier Soldaten auf einen Raid geht. Der Synthy-Sci-Fi-Soundtrack verdient ein Sonderlob. Die Grafik ist hübsch, das UI gut lesbar und eingängig, es gibt viele Tooltips und eine Bestiary. Alle Spielmechaniken werden mit Tutorialfenstern eingeführt.
Am Ende meiner zwei Spielstunden hat sich gerade die Spielwelt mit auswählbaren Raids geöffnet. Und nachdem ich jetzt nur Positives berichtet habe, werde ich natürlich auch weiterspielen! Für euch eignet sich Tenebris: Terra Incognita insbesondere, wenn ihr Lust auf ein etwas zugänglicheres Darkest Dungeon im Sci-Fi-Setting und mit X-Com-Vibes habt. Und auch wenn die Anleihen unverkennbar sind, schafft es Phantasmica Studios ein ganz eigenes Spielerlebnis zu zaubern.
