In unserer Rubrik KaPoTA? (Keep and Play or Throw Away?) stellen wir uns genau diese Frage: Würden wir dieses Spiel vor Erreichen der magischen Zwei-Stunden-Grenze bei Steam behalten und weiterspielen, oder würden wir es lieber wieder loswerden? Heute mit: Striving for Light.

| Titel: | Striving for Light |
| Erscheinungsdatum: | 29.11.2021 (Early Access), 11.07.2025 (1.0) |
| Plattformen: | Windows |
| Entwickler / Herausgeber: | Igniting Spark Games / Igniting Spark Games |
| Homepage: | https://www.strivingforlight.com/ |
Als im DKSN-Team gefragt wurde, ob jemand etwas zu Striving for Light machen möchte, war ich trotz Zeitknappheit Feuer und Flamme. Action-RPG, Roguelite, hübscher Artstyle und das alles von einem kleinen, deutschen Indie-Studio? Nach knapp vier Jahren im Early Access musste ich mir die Release-Version anschauen. Eine Demo gibt es übrigens auch.

Innovatives Roguelite-Action-RPG
Striving for Light ist ein hübsches Spiel mit gutem Soundtrack. Und so einigen frischen Ideen. Gespielt habe ich mit Controller, aber auch die Tastatur-Maus-Kombo ist eine Option. Die Charakterwahl bestimmt über eure Startwaffen und Boni. Generell gibt es Nah- und Fernkampf. Beim Nahkampf gibt es eher schnelle, aber auch langsame Waffen, die dafür mehr reinhauen und Feinde weiter zurückschlagen. Auch der Schwungradius und die Waffenreichweite unterscheiden sich. Letzteres gilt auch für die Fernkampfwaffen wie Zauberstöcke, Wurfäxte und Pfeil und Bogen. Ihr könnt jeweils eine Waffengattung ausgerüstet haben. Nahkampfwaffen verbrauchen Ausdauer, Fernkampfwaffen Energie. Ihr müsst euch also überlegen, ob ihr eher auf Nah- oder Fernkampf oder doch eine Hybdridlösung setzt. Ihr könnt jederzeit bequem zwischen beiden Waffen wechseln, auf dem Gamepad mit RB. Waffen können außerdem Spezialitäten wie Gift bieten oder auch mit einer gewissen Chance Kreaturen beschwören, die euch dann kurzzeitig helfen.
Eine Besonderheit ist, dass ihr nicht in die Schuss- oder Schlagrichtung zielt. Die Wirkrichtung bestimmt ihr mit Y, B, A und X im Falle des von mir genutzten Xbox-360-Controllers. Gelaufen wird mit dem linken Analogstick. Dadurch ist es möglich, vor Feinden wegzurennen und ihnen gleichzeitig einzuheizen. Und zwar ohne, dass der rechte Analog-Stick zum Einsatz kommt. Dashen lässt sich auch, was euch kurzzeitig unverwundbar macht. Die Kämpfe sind insgesamt sehr taktisch und tendenziell eher langsame Genrevertreter. Im Spielverlauf wird der Bildschirm aber auch sehr gut gefüllt sein.

Neben Waffen und magischen Gegenständen verbessert ihr euren Helden mit Levelups. Dann könnt ihr euch Skills auf dem Skilltree freischalten. Mehr Energie? Schnellere Ausdauerregenarion? Mehr Lebenspunkte und einiges mehr stehen zur Auswahl. Ihr könnt aber auch Skillgems einsetzen und so neue Knotenpunkte setzen oder bereits vorhandene austauschen. Der Skilltree ist dadurch recht dynamisch. Insgesamt soll es 62 Skills geben. Außerdem hat jeder Held noch einen kleinen, klassenspezifischen Skilltree mit ziemlich mächtigen Fähigkeiten. Waffen, Ausrüstung oder Skillgems findet ihr in der Spielwelt. Vieles lässt sich aber auch in der Stadt kaufen.
Dadurch, dass Striving for Light ein Roguelite ist, macht ihr einzelne Runs. Es gibt auch eine Rangliste. Ich habe im Hardcore-Modus gespielt. Alternativ spielt ihr mit Schilden, quasi Leben, die ihr, glaube ich, auch wieder aufladen könnt. Das Spiel ist so ausgelegt, dass ihr in jedem Run andere Charaktere und Builds ausprobieren könnt. Und zwar ohne vorher dutzende Stunden rumzugrinden. Das fand ich unglaublich motivierend. Ich habe zwar auch zweimal dauerhafte Boni auf dem Tree of Light, die Meta-Progression, freigeschaltet. Wirklich besser und erfolgreicher wurde ich aber, weil ich die Mechaniken immer besser verstand und meine Möglichkeiten mehr und mehr kennenlernte. Das ist gutes Spieldesign.

Keep and Play or Throw Away?
Und wie schaut es nun aus, behalten und weiterspielen? Na klar! Ich habe sogar mein viertes Video überzogen, weil ich so viel Spaß mit meinem ersten Run mit dem Schmied Goladir hatte. Neben der generellen Präsentation trifft Striving for Light mit vielen Punkten einen Nerv bei mir: Durch das Roguelite-Element spiele ich immer wieder neue Charaktere und probiere in relativ kurzer Abfolge verschiedene Builds, teilweise auch desselben Charakters, aus. Ich muss nicht alle 30 Sekunden meine Items wechseln, um die dritte Nachkommastelle meines Schadens zu optimieren. Klar freue ich mich über neue Items und gerade auch die legendären Items, die zur Aktivierung bestimmte andere Items voraussetzen, bietet etwas Tiefe. Der nervige Item-Grind entfällt aber komplett. Dafür sind die Gefechte ziemlich taktisch. Und ihr könnt nicht umsonst einzelne Skills im Skillbaum temporär deaktivieren. Denn ihr solltet Skills und Waffen so aufeinander abstimmen, dass ihr möglichst ungetrübt durch fehlende Ausdauer oder Energie angreifen könnt. Die Individualisierbarkeit des Skilltrees mit Skillgems ist eine tolle Idee. Waffencrafting gibt es auch.

Durch die Freischaltung von Charakteren, dauerhafte freischaltbare Boni am Tree of Light und Skillgems, die ihr Run-übergreifend behaltet, wird auch einiges für den Roguelite-Langzeitspielspaß getan. Außerdem schaltet ihr immer mehr Karten, die ihr dann auch noch modifizieren könnt, und Zusatzaufgaben wie ein Tower-Defense-Spielchen oder den Kampf gegen einen Phoenix frei. Besteht ihr sie, gibt es gute Item-Boni. Apropos weiterspielen: Auf dem Steam Deck habe ich Striving for Light dann auch noch ausprobiert, das lief wie erwartet wunderbar.
Von mir bekommt Striving for Light einen klaren Daumen nach oben. Und dabei habe ich den lokalen Koop noch nicht mal ausprobiert. Gerade, wenn ihr von einem Action-RPG mal wieder etwas taktisches Gameplay und weniger Grind erhofft, solltet ihr unbedingt die Demo ausprobieren.
