Solasta: Crown of the Magister

Die Story

Solasta: Crown of the Magister spielt im Jahr 1024 nach der großen Katastrophe. Damals öffnete sich ein Spalt in die Welt, die von einem hochelfischen Imperium, Manacalon, beherrscht wurde. Heraus strömten Menschen. Es stellte sich aber schnell heraus, dass diese keine Invasoren, sondern Flüchtlinge waren. Verfolgt wurden sie von den Sorak – bösen, echsenartigen und gestaltwandelnden Kreaturen. Gemeinsam konnten Hochelfen und Menschen die Sorak stoppen. Das Imperium wurde jedoch zerstört und die Landschaft veränderte sich, wurde von Monstern bevölkert, gefährlich und rau. Das einst strahlende Imperium wurde zu den Badlands. Ringsum bildeten sich neue Reiche. Als dann eine neue Straße ins Herz des alten Imperiums entdeckt wurde, wurde der „Legacy Council“ mit Vertretern aller Fraktionen gegründet, um gemeinsam die Exploration und Erforschung der alten Artefakte durchzuführen.

Dem Ruf, als Agenten für das Legacy Council zu arbeiten, folgten eure Helden. Da sind sie aber auch nicht die Einzigen. Recht schnell wird klar, dass eine große Bedrohung besteht. Außerdem stoßt ihr auf die namensgebende Krone, der jedoch einige Edelsteine fehlen. Die gilt es nun, gelenkt von der Krone, zu finden. Die Kerngeschichte klingt vielleicht etwas simpel. Die Erlebnisse im Rahmen dieses Aufhängers sind es jedoch ebenso wenig wie die Nebenmissionen oder Charaktere und kurzfristige Begleiter, die ihr unterwegs trefft. Solasta mit seinen Schätzen und Artefakten ist es wert, von euch im Auftrag des Rates erkundet zu werden.

Das Kampfsystem

Das Kampfsystem soll das zugrundeliegende D&D-System originalgetreu abbilden. Soweit ich das beurteilen kann, tut es das auch. Denn wenn ich mir mal Zusatzinfos zu einem Aspekt holen wollte, wurde die entsprechende Mechanik zum Beispiel auf Reddit immer bezugnehmend aufs Tischrollenspiel erklärt.

Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab, die Zugreihenfolge wird von den Charakterwerten bestimmt. Jede Figur kann einmal ziehen und eine weitere Aktion ausführen. Meistens werdet ihr mit der zweiten Aktion angreifen oder zaubern. Ihr könnt euch aber zum Beispiel auch nochmal bewegen. Sehr gut gefällt mir, dass euch die Sichtlinien am gewünschten Zielort schon angezeigt werden, bevor ihr den Helden tatsächlich dorthin bewegt. Ihr könnt außerdem jede Runde einmal kostenlos zwischen euren beiden ausgerüsteten Waffensets wechseln, zum Beispiel von Pfeil und Bogen auf ein Schwert-Schild-Kombo. So könnt ihr zum Beispiel schießen, euch dann neben einen Gegner stellen und auf Schwert und Schild wechseln. Damit bindet ihr ihn im Nahkampf und bekommt eine „Attack of Opportunity“, sollte er sich in seinem Zug fortbewegen.

Im weiteren Spielverlauf spezialisiert ihr eure Helden weiter, um zum Beispiel einen weiteren Angriff pro Runde erhalten. Mein „Tank“-Zwerg versucht mit seinem Schild neben ihm stehende Verbündete vor Angriffen zu schützen. Und wenn er neben einer Wand steht, was sich oft arrangieren lässt, bekommt er selbst Boni. Eure Figuren können bewusstlos geschlagen werden oder so stark verletzt werden, dass sie im Sterben liegen. Dann könnt ihr sie weiterhin heilen. Sind sie tot, könnt ihr sie immer noch mit Zaubern oder Spruchrollen wiederbeleben. Auch während des Kampfes.

Die Sicht- und Lichtverhältnisse spielen in Solasta: Crown of the Magister eine zentrale Rolle. Selbst im Dämmerlicht bekommen eure Helden, außer es sind zum Beispiel Elfen oder Zwerge, Probleme. Zum Glück könnt ihr an vielen Stellen (magische) Lampen und Fackeln entzünden (mit Fackeln oder Zaubern) oder vernagelte Fenster aufbrechen. Das hilft euch nicht nur bei der Suche nach Fallen und verhindert Debuffs im Kampf. Es gibt nämlich auch einige Gegner, die Licht nicht ertragen. Sie versuchen, dem Licht zu entkommen – was sie eine Aktion kostet, – und können sich im Lichtschein nicht heilen. Einen für mich ziemlich schwierigen Kampf konnte ich (nach zig Anläufen!) nur unter voller Ausnutzung dieser gelungenen Lichtmechaniken bestehen. Dabei kann Licht eine so große Bedeutung haben, dass es besser ist, in der Nebenhand eine Fackel statt eines Schildes zu tragen.

Eine weitere Stärke ist die Dreidimensionalität der Kämpfe. Ihr könnt höhergelegene Positionen ausnutzen, habt es manchmal mit Gegnern zu tun, die Wände entlangklettern oder sogar fliegen können. Mit dem Schild könnt ihr Feinde auch einfach mal in einen Abgrund stoßen. Manchmal könnt ihr, wie schon in DSA: Blackguards, Objekte nutzen und zum Beispiel Kronleuchter auf Gegner fallen lassen.

Die Kämpfe mit der regelgetreuen Umsetzung sind ein Kernelement und ein Highlight von Solasta: Crown of the Magister. Passend zum Namen des Studios ist das RPG auch wirklich ein taktisches Abenteuer geworden. Sehr gut gefallen hat mir, dass leichtere Kämpfe durchaus schnell vorbei sind, es aber in der gebotenen Bandbreite auch immer wieder richtig knackige Auseinandersetzungen gibt, die meinen Helden, ihren Fähigkeiten und mir viel abverlangen. Gerade in den Boss-Fights.

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Über Vampiro

Variety Gamer seit Crystal Castle auf dem Atari 2600 Junior. Mein Herz schlägt besonders für Strategie, Taktik, Wargames und Aufbau nebst allen Untergenres (wie Taktik-RPGs ;-) ).

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