Nein, ich widerstehe der tiefhängenden Frucht, diesen Artikel mit der Einleitung „Wir schreiben das Jahr 50 vor Christus“ zu beginnen und einen mäßigen Witz zu reißen, der sowieso nicht an das Original heranreichen würde. Ich erzähle lieber, warum ich so ein großer Asterix-Fan bin. Das hat sehr viel mit den Vätern der Comics zu tun.

© Hans Peters for Anefo, CC0, via Wikimedia Commons
Da hätten wir einmal René Goscinny, geboren in Paris am 14. August 1926. Seine Eltern waren polnische Einwanderer, sein Vater Stanisław Simkha Gościnny war Chemieingenieur bei der Jewish Colonisation Association, einer Organisation, deren Ziel es war, verfolgten russischen Juden bei der Auswanderung nach Palästina sowie nach Nord- und Südamerika zu helfen. 1928 holte Goscinnys Vater die Familie nach Buenos Aires, wo René eine französischsprachige Schule besuchte. Schon in seiner Kindheit begann er, sich für Comics und Karikaturen zu begeistern. Durch die Anstellung seines Vaters führte er zu dieser Zeit ein einigermaßen bürgerliches Leben. Das änderte sich, als sein Vater 1943 starb. Zwei Jahre später wanderte er gemeinsam mit seiner Mutter nach New York aus. Sein Ziel war es eigentlich, mit Walt Disney zusammenzuarbeiten, doch dazu kam es nie. Stattdessen kam er mit der örtlichen Comic-Szene in Kontakt und lernte unter anderem den belgischen Zeichner Morris kennen, mit dem er später die Lucky-Luke-Comics produzierte. Außerdem traf er die Satiriker Harvey Kurtzman, Will Elder, Jack Davis und weitere spätere Autoren der Satirezeitschrift MAD, die seinen Humor stark prägten. 1951 kehrten die Goscinnys nach Frankreich zurück.

© Onbekend / Anefo, CC0, via Wikimedia Commons
Auch Albert Uderzo war Sohn von Einwanderern, jedoch nicht aus Polen, sondern aus Italien. Uderzo brachte sich als Autodidakt das Comic-Handwerk schon als Kind selbst bei und bekam bereits mit 14 Jahren eine erste Anstellung bei einem Pariser Verlag. Durch den Zweiten Weltkrieg war es jedoch zunächst unmöglich, in diesem Bereich zu arbeiten. Das änderte sich nach 1945 schnell. Er arbeitete ein Jahr lang bei einem Animationsstudio, wo er mit französischem, belgischem und indochinesischem Personal zusammenarbeitete. Anschließend nahm seine Karriere richtig Fahrt auf: Mit eigenen Comics und Illustrationen machte er sich schon in jungen Jahren einen guten Namen in der französischen Szene. Als er dann 1951 den gerade aus den USA zurückgekehrten René Goscinny kennenlernte, verstanden sich beide menschlich wie künstlerisch auf Anhieb und arbeiteten über Jahrzehnte zusammen, bis Goscinny 1977 an einem Herzinfarkt starb.
Beide brachten als Söhne von Einwanderern eine gewisse Außenseiterperspektive in ihre Geschichten ein. Goscinny sogar noch stärker, da er in Argentinien aufwuchs und mehrere Jahre in New York verbrachte. Beide waren geprägt vom Slapstick jener Zeit, wie ihn Stan Laurel und Oliver Hardy popularisierten. Beide konnten sich für historische Themen wie Piraten und Ritter sowie für verschiedene Kulturen begeistern. Dazu kam Uderzos Bildsprache, die immer in Bewegung war und sich deutlich vom eher biederen Stil damaliger US-Comics unterschied. All diese kulturellen, persönlichen und historischen Einflüsse prägten die Asterix-Comics über Jahrzehnte. Zwar waren die Geschichten nicht direkt parteipolitisch gemeint, doch natürlich hatte die Gesellschaft jener Zeit Einfluss auf sie. In den Anfangsjahren ging es vor allem um die Aufarbeitung der Traumatisierung, die die nationalsozialistische Besatzung hinterlassen hatte. Später wurden Themen wie Umweltschutz (bspw. Die Trabantenstadt) oder Kapitalismuskritik (etwa in Obelix GmbH & Co. KG) aufgegriffen, und immer wieder wurden Machtstrukturen parodiert und ins Lächerliche gezogen.
Von den vielen gesellschaftspolitischen Beobachtungen, die die Comics vor allem in den 60er- und 70er-Jahren auszeichneten, fand sich in den Zeichentrickfilmen wenig wieder. Trotzdem wurden auch diese zu einem enormen Erfolg in ganz Europa – über Jahrzehnte bis heute.
Kein Wunder also, dass es ab den 1980er Jahren auch Computer- und Videospiele gibt. Und das mehr, als man vielleicht glauben würde, wenn man bedenkt, dass Asterix vor allem in Europa erfolgreich war und ist und weniger in den USA oder Japan. Schauen wir uns also auf den nächsten Seiten an, auf welche Weise die Abenteuer der beiden Gallier Asterix und Obelix ins Digitale übertragen wurden.


Asterix erobert Rom ist natürlich mit Abstand Nr 1, wer anders denkt soll bitte Beschwerdeschein B31 besorgen!
Asterix im Land der Götter ist wohl echt der zweitbeste – aber auch nur, weil die alten Asterixfilme alle ihre kleinen Probleme haben. Immerhin war Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks (Nachfolger) um Welten besser als der viel zu dunkle Asterix – Operation Hinkelstein und eine massive Verbesserung. Aber grade das Ende war von dem Film eine echte Enttäuschung. Ob da noch ein neuer Film von Astier kommt?
Muss auch noch die Netflix Serie schauen, ob die was taugt.
Den Briten-Asterix mag ich eigentlich auch nicht so sehr (genau wie Kleopatra), aber ich muss zugeben, dass er die meisten erinnerungswürdigen Szenen bietet nach Rom. Aber da ist echt ein großes Loch zwischen dem und den oben genannten Filmen ist für mich.
Bei den Realfilmen mag ich übrigens aus irgend nem Grund den Olympische Spiele Film, fand den ganz lustig. Der 1. war nicht so gut und 2 ist ja Kleopatra Remake.
Spiele habe ich echt nicht viel gespielt. Ich weiß, dass ich Asterix im Morgenland damals als Kind bei jemanden gesehen hatte – aber da hatten die schon kein 5,25 Laufwerk, so konnte ich das nie „spielen“.
Daher habe ich nur Asterix & Obelix von Infogrames gespielt, erst im örtlichen Kaufhaus auf dem SNES, wo ich aber maximal bis zu den Bergen (Level 3) kam. Erst später auf dem PC (PC Games Collection Vol. 1) hatte ich dann wirklich viel Spaß mit dem Spiel und es mehrere Male durchgespielt. Ich hatte zeitweise sogar (aus langeweile und nur ich selbst) das Spiel gespeedrunned. (also ich bin mies, das war aber glaube ich unter 1h)
Ui, PC Games Collection 1. Daran kann ich mich auch noch erinnern. Da waren richtig tolle Sachen drauf, auch wenn es zu dem Zeitpunkt schon Oldies waren: Simon 2, Ultima VIII, Sim City 2000.
So mies ist eine Stunde gar nicht. Asterix & Obelix hat da vergleichsweise viele Levels für so ein Lizenzspiel. Hatte da immer drei Stunden oder so gebraucht.
Die Netflix-„Serie“ (eigentlich ist es ein Film in Teile geteilt) habe ich gesehen, aber bis auf die Folge wo gezeigt wird wie Obelix in den Zaubertrank gefallen ist, ist mir da gar nix in Erinnerung geblieben. Wie bei all diesen heutigen Produktionen – generell im Film- und Serienbereich. Die sind alle so egal, dass die nicht im Kopf bleiben.
Anders als Asterix bei den Briten. Das hat so viele geile Szenen, die sich eingebrannt haben: „Wie, es ist Teezeit? Ihr könnt doch jetzt nicht einfach aufhören zu kämpfen???“
Bei Kleopatra sind mir lustigerweise die Songs in Erinnerung geblieben. Das sind echte Ohrwürmer!
Mein Jüngster hat die Netflix-„Serie“ letztes Wochenende in einem Rutsch geschaut. Ich hab ungefähr die Hälfte davon gesehen und wurde gut unterhalten. Allerdings ist neben klassischen Asterix-Beigaben auch Vieles dabei, was Goscinny als Chronist der Gegenwart vielleicht eingebaut hätte, es aber nun mal nicht mehr konnte.
Asterix & Obelisk auf dem SNES war super, aber leider nur bis zu diesen Wettkampfspielen. Bei denen musste man schnell wiederholt einen Knopf drücken um zu rennen und das kann einfach nicht jeder – wir daheim konnten es nicht, und man kann es wohl auch nicht lernen. Damit war da immer das Spiel zu Ende.
Es gab damals Controller mit Zusatzfunktionen, die das schnelle drücken für einen übernommen haben. Hatte ein Kumpel, damit ging es. Aber sowas vorauszusetzen ist doch Mist. War echt schade drum, das ganze restliche Spiel war hübsch und spaßig.
Ja, das war damals so Genre-Standard dieses Buttonmashing. Auch bei so ziemlich allen olympischen Sportspielen jener Zeit, wie Track & Field. Heute bei Emulation nutze ich auch immer die Rapid Fire Funktion. 🙂
Mal wieder ein starker und ausführlicher Artikel von dir! Viele Spiele kannte ich nicht, aber ein paar davon habe ich tatsächlich sogar gespielt. 🙂
Habe früher als Kind alle Bände gelesen und auch ein paar Filme geschaut, aber irgendwann habe ich Asterix aus den Augen verloren.