
| Titel: | Retro Endurance 8bit |
| Erscheinungsdatum: | 22.01.2025 (Early Access) |
| Plattformen: | Windows |
| Entwickler / Herausgeber: | zsKnight |
| Homepage: | https://retroendurancegame.com/ |
Vielen von euch wird der Nickname zsKnight vielleicht nichts mehr sagen, doch der aus Kanada stammende Programmierer prägte nicht nur die Jugend- und jungen Erwachsenenjahre einer ganzen Generation, die in den späten 90er-Jahren das Internet für sich entdeckte – gemeinsam mit drei weiteren Programmiern etablierte auch ein Feld, das sich bis heute größter Beliebtheit erfreut: Mit dem ZSNES-Emulator brachte die Truppe erstmals flüssige SNES-Emulation auf die Windows-PCs der damaligen Zeit. Darüber hinaus beeinflusste dieser Emulator mit Features wie Save States oder dem Ausblenden verschiedener Sprites und Layers nicht nur andere Programmierer bei der Entwicklung ihrer Emulatoren, sondern auch die Spieleindustrie. Letztere Funktion erleichterte insbesondere den Port-Teams der frühen 2000er-Jahre, SNES-Spiele auf den Game Boy Advance umzusetzen. Oder anders gesagt: ZSNES standardisierte zahlreiche Features, die wir heute selbstverständlich mit der Emulation alter Spieleklassiker in Verbindung bringen.
Nachdem 2007 die letzte ZSNES-Version erschien, schlief die Entwicklung ein und was aus den Programmierern wurde, ist unbekannt. Bis auf einen: Anfang des Jahres meldete sich zsKnight, einer der Gründungsprogrammierer, nach rund zwei Jahrzehnten in der Öffentlichkeit zurück. Diesmal jedoch nicht mit einem neuen Emulator oder einer aktualisierten ZSNES-Version – dieses Kapitel scheint endgültig abgehakt –, sondern mit einem eigenen Spiel: Retro Endurance 8bit.
Wie WarioWare – nur mit Retro-Spielen
Im Grunde ist Retro Endurance 8bit eine Sammlung von derzeit 40 mehr oder weniger schamlosen Klonen bekannter Retro-Klassiker. Da haben wir Klone einer Reihe alter Nintendo-Spiele wie Super Mario Bros., The Legend of Zelda, Clu Clu Land, Excitebike, Wrecking Crew, Pinball oder Punch-Out. Weitere Inspirationen stammen von Titeln wie Pac-Man, SkiFree, Micro Machines, Asteroids, Gradius, OutRun, Double Dragon, Gauntlet oder Pipe Mania. Zudem gesellen sich gut abgehangene Spielkonzepte aus den 2000er-Jahren zur Sammlung, etwa Bejeweled, Canabalt und Doodle Jump. Für die weitere Early-Access-Phase wurden zusätzliche Spielkonzepte bereits angekündigt.









Der Hauptteil des Spiels besteht aus kurzen Spielrunden, die im Stil von WarioWare ablaufen. Jede Runde beginnt und endet mit einem Rennspiel. Alle 10 bis 15 Sekunden wird durch eine kleine Auswahl der Spiele gewechselt, sodass ihr von Rennspiel über Plattformer, Puzzlespiel, Kampfspiel oder Shooter hin- und hergeworfen werdet. Dabei ist es eure Aufgabe, in diesen kurzen Häppchen so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Dies geschieht durch das Sammeln von Rubinen und das Besiegen von Gegnern. Habt ihr am Ende der Runde genug Punkte erspielt, werden diese auf ein Gesamtpunktekonto addiert und ihr erhaltet Münzen. Am Anfang hatte ich durchaus zweifel, ob der WarioWare-Ansatz aus den Retrospielen kurze Microspiele zu machen funktionieren kann. Aber da die Aufgabenstellung in jedem Spiel so klar ist, hatte zumindest ich keine Probleme innerhalb kürzester Zeit zwischen komplett unterschiedlichen Genres zu schalten.
Nach einem bestimmten Gesamtpunktestand steigt ihr ein Level auf und ein neues Spiel kann in den Runden auftauchen. Nach einigen Levelaufstiegen kommt es zu einem Bosskampf. Habt ihr einen Boss besiegt, könnt ihr ein Spiel eurer Wahl für die Spielrunden deaktivieren – am besten natürlich das, das ihr am wenigsten mögt. Mit den verdienten Münzen wiederum kauft ihr in der Spielhalle die kompletten Spiele, die ihr dann jederzeit in voller Länge ohne Unterbrechungen spielen könnt. Ein Spiel kostet 25 Münzen; es wird daher eine ganze Weile dauern, bis ihr alle Spiele freigeschaltet habt, da ihr pro Spielrunde zwischen drei und fünf Münzen verdient – je nachdem, wie hoch eure erspielten Punkte sind.



Grafisch reißt das Spiel keine Bäume aus, da habe ich im Bereich der 8-Bit-Pixel-Art weitaus schöneres gesehen. Die Programmierung der einzelnen Spiele jedoch ist sehr, sehr gut und trifft die Vorbilder im Spielgefühl ziemlich genau. Wobei wir es hier mit keinen 1:1-Kopien haben, jedes Spiel hat kleine Eigenheiten, die sie vom Original unterscheiden. So könnt ihr beispielsweise im Bejeweled-Klon nicht nur drei waagerechte und senkrechte Linien bilden, sondern auch klassische Tetris-Steine, damit die Blöcke verschwinden. Aber generell wisst ihr schon beim ersten Blick was zu tun ist, solange ihr die Originale kennt. Auf eine Anleitung aller Spiele wurde – zumindest in der derzeitigen Version – verzichtet.
Fazit
Wenn die oben genannten Klassiker in eurem Muskelgedächtnis fest verankert sind, könnt ihr die schmalen 4 Euro auf Steam ruhig investieren. Das Spiel ist keine Sammlung ausgewachsener Spiele, die jeweils für sich mehrere Stunden unterhalten können, und das will es auch gar nicht sein. Vielmehr ist es ein schönes kleines Spiel, um die Retro-Gelüste in der Arbeitspause zu stillen, ohne erst den Emulator anzuwerfen und sich aus Hunderten ROMs irgendetwas aussuchen zu müssen. Alle anderen werden mit Retro Endurance 8bit vor allem wegen der fehlenden Erklärungen zu den Spielen nicht glücklich werden. Der Entwickler erwartet in der aktuellen Version, dass ihr all die Vorbilder bereits kennt und im Sekundenbruchteil antizipiert, was ihr tun müsst.

Das klingt zwar interessant, aber die gemischten Genres würden mich auf Dauer nerven. Alle 15 Sekunden plötzlich ein anderes Spiel? So lange brauche ich ja schon, um mich an den aktuellen Anblick zu gewöhnen. Danke für den Artikel!
Klingt wie etwas, das ich wirklich gerne für’s Steam Deck hätte! Danke fürs teilen!
Das liest sich sehr spannend. Und dass auch die kompletten Spiele Freispielbart sind, finde ich gutm Für 4 Euro muss ich vermutlich zuschlagen.