
| Titel: | R-Type Dimensions III |
| Erscheinungsdatum: | 19.05.2026 |
| Plattformen: | Windows, Switch, PS5 |
| Entwickler / Herausgeber: | Kritzelkratz 3000 / ININ |
| Homepage: | https://kritzelkratz.de/r-type-dimensions-iii |
R-Type III: The Third Lightning gehört zweifellos zu den großen SNES-Klassikern, auch wenn es das Spiel damals nicht in meine Top-50-Liste geschafft hat. Aber das haben andere SNES-Klassiker auch nicht. Trotzdem wurde der dritte Teil von Irems Shmup-Reihe damals immer mal wieder aus der örtlichen Videothek des Vertrauens ausgeliehen. Ich habe das Spiel nie geschafft und auch das Remaster vom Würzburger Studio Kritzelkratz 3000 werde ich definitiv nicht schaffen. Ein Studio übrigens, bei dem ich überrascht war, dass es das noch gibt. Ich verbinde Kritzelkratz 3000 vor allem mit Lizenzspielen aus den tiefsten 2000er-Jahren. Meistens waren diese Spiele eher unterdurchschnittlich. Und das furchtbare Dunkle Schatten 3 kam Ende der 90er-Jahre auch von Kritzelkratz 3000, was mit den vorherigen Point-and-Click-Adventures nix zu tun hatte. Aber das ist eine andere Geschichte. Eigentlich gibt es Kritzelkratz 3000 für deutsche Verhältnisse schon seit Äonen. Um schon mal das Fazit vorwegzunehmen: Mit R-Type Dimensions III hat das deutsche Studio kein sonderlich gutes Spiel abgeliefert. Aber der Reihe nach.
Sind technische Verbesserungen immer besser?
Diese Frage hat mich beim Spielen der Neuauflage die gesamte Zeit über beschäftigt. Erinnern wir uns zurück: R-Type war eine Reihe, die ursprünglich aus der Spielhalle der späten 80er-Jahre stammt. Mit einem Raumschiff wurden riesige Alien-Monster bekämpft und so manch kniffliger Hindernisparcours durchflogen. Der dritte Teil aus dem Jahr 1993, der damals exklusiv für das Super Nintendo erschien, trieb vor allem den Aspekt mit den Hindernisparcours auf die Spitze. In den sechs Levels war es häufig die Aufgabe, durch klaustrophobisch enge Schächte und labyrinthartige Levelstrukturen zu fliegen und dabei natürlich immer vor plötzlich auftauchenden Gegnern und anderen Hindernissen auf der Hut zu sein.
Nun hatte das SNES-Original einen großen Vorteil: Das Gameplay lief vergleichsweise langsam ab und litt unter häufigen Slowdowns. Diese haben das Gameplay jedoch um einiges vereinfacht, da auf plötzlich auftauchende Hindernisse besser reagiert werden konnte. Tatsächlich hatte ich immer das Gefühl, dass R-Type III um diese Langsamkeit herum designt wurde.


Genau diese Langsamkeit wurde im Remaster komplett beseitigt. Das Spiel läuft nun in einer höheren Geschwindigkeit, sodass mir pixelgenaues Positionieren in den immer noch engen Schächten wesentlich schwerer fällt. Denn obwohl wir jetzt theoretisch eine sehr viel höhere Auflösung als 256×224 Pixel zur Verfügung haben, haben die Entwickler weder das Gameplay noch das Level-Layout an die heutige Technik angepasst. Das führt unter anderem dazu, dass Hindernisse und Gegner nun sehr viel schneller in den Bildschirm kommen, ohne dass ich noch eine Chance hätte, entsprechend zu reagieren. Durch die höhere Framerate empfinde ich auch die Steuerung als sehr viel empfindlicher als im Original. Nicht gerade förderlich, wenn es darum geht, durch enge Levelstrukturen zu navigieren und feindlichen Angriffen pixelgenau auszuweichen. Es ist zwar möglich, jederzeit zwischen moderner 3D-Grafik und der alten Pixel-Grafik zu wechseln, aber auch da wird die Spielgeschwindigkeit nicht auf das Niveau des Originalspiels gedrosselt.
Ich finde, das Layout der Levels hätte man definitiv anpassen müssen: Fairere Gegner-Positionierungen, mehr Platz zum Navigieren und mehr Übersicht über das Spielfeld hätten dem Gameplay wirklich gut getan. Auch gibt es keine modernen Schwierigkeitsstufen. Der normale Schwierigkeitsgrad entspricht dem Originalspiel und der „Advanced“-Modus ist noch schwerer. Aber es gibt keine einfacheren Modi mit vielleicht weniger Gegnern oder ohne Insta-Kill. Stattdessen gibt es noch eine Art Cheat-Modus, in dem ihr unendlich viele Leben habt und jederzeit an Ort und Stelle wieder respawnt werdet. Nicht gerade sehr spannend. Und während andere Neuauflagen häufig auch neue Levels und Modi bieten, bleibt es hier beim Umfang des Originals.

Fazit

Hier haben die Entwickler so manche Chance vertan. Die bessere Technik tut dem Gameplay von R-Type III einfach nicht gut. Mir läuft das Spiel viel zu schnell ab und so wird ein ohnehin schon schwerer Titel für mich richtiggehend frustrierend und geradezu unspielbar. Dass es zudem weder neue Levels noch sonstige spielerische Anpassungen an heutige Standards gibt, macht die Sache leider nicht besser. Man muss sich bei Neuauflagen nicht zu sklavisch an das Original halten, wie in letzter Zeit die gelungenen Remaster der alten Apogee-Klassiker wie BioMenace oder Titel wie Platypus Reclayed auf schöne Weise gezeigt haben.

Die Kritik scheint beim Entwickler angekommen zu sein. Es sollen bald Updates rauskommen, die die „Kritik aus der Community“ aufgreifen sollen.