
| Titel: | Puzzling Places – 3D Jigsaw Sim |
| Erscheinungsdatum: | 09.04.2026 |
| Plattformen: | Windows |
| Entwickler / Herausgeber: | Realities.io |
| Homepage: | https://puzzlingplaces.ghost.io |

Vor ziemlich genau 35 Jahren stellte die kanadische Firma Wrebbit erstmals ein 3D-Puzzle der Öffentlichkeit vor. Nachdem der Kanadier Paul-Émile Gallant (1944–2011) erst als Manager in der kanadischen Musikindustrie und später beim kanadischen TV-Sender CBC im Lizenzgeschäft tätig gewesen war, gründete er die Puzzle-Firma. Bereits in den späten 80er Jahren hatte er an einem Konzept für Puzzles mit dreidimensionalen Objekten experimentiert.
Unter dem Namen Puzz-3D wirbelte das junge Startup die Spielzeugwelt mit zuerst fiktiven Modellen von Häusern, Kirchen und Burgen gehörig durcheinander, sodass die Puzzlespiele bald auf der ganzen Welt verkauft wurden und immer neue Modelle erschienen – inklusive ambitionierter Bauwerke wie Schloss Neuschwanstein, der Skyline von New York City oder der RMS Titanic, um die bekanntesten Modelle jener Zeit zu nennen.
In den 2000ern ebbte die Faszination ein ganzes Stück ab und Wrebbit wurde an Hasbro verkauft, die mit der Marke jedoch nichts Innovatives anzufangen wussten. Nach Paul-Émile Gallants Tod im Jahr 2011 gründeten ehemalige Mitarbeiter und Familienmitglieder Wrebbit neu. Vor allem in den letzten Jahren boomt das Genre wie noch nie. Während Wrebbit und CubicFun sich auf 3D-Puzzles aus Schaumstoff spezialisieren, stellt Ravensburger 3D-Puzzles aus Kunststoff her und Ugears bietet 3D-Puzzles aus Holz an. Ich weiß nicht, wann ihr das letzte Mal in einem klassischen Spielwarenladen wart. Da ist dieses Genre in den letzten Jahren wieder sehr sichtbar geworden. Irgendwann kommt eben alles wieder.
Und im Videospielbereich? Bis auf ein paar ganz okaye Puzz-3D-Umsetzungen Ende der 90er Jahre traute sich kaum jemand so richtig an die Umsetzung eines 3D-Puzzlespiels. Zumindest bis das in Berlin ansässige Indie Studio Realities.io vor einigen Jahren auf den neuerlichen Hype aufmerksam wurde. Realities.io ist eigentlich ein Studio, das sich auf VR-Erfahrungen spezialisiert hat, und somit war Puzzling Places in den letzten Jahren auf VR-Plattformen wie der Oculus Quest oder PS VR zu Hause. Nun erschien auch eine Steam Version, die ohne VR spielbar ist.
Dioramen aus aller Welt
Startet ihr das Spiel, dann werdet ihr sogleich von einem Tutorial begrüßt, das euch in die Steuerung des Spiels einführt. Während die Steuerung mit dem Controller etwas überladen geraten ist, habe ich mich mit der Steuerung per Maus und Tastatur schnell zurechtgefunden. Das ist definitiv die Art, mit der das Spiel gespielt werden will. In der aktuellen Version stehen 18 Puzzle zur Verfügung. Die Palette an unterschiedlichen Dioramen reicht von einer spanischen Burg und einer portugiesischen Küstenlandschaft über ein Footballstadion in Pittsburgh und die Wazir Khan Moschee in Pakistan bis hin zur Burg Valdštejn in Tschechien und einem japanischen Kushiyaki Restaurant.

Habt ihr ein Motiv ausgewählt, könnt ihr zwischen dem Journey- und dem Classic-Modus wählen. Der Journey-Modus bietet sich an, wenn euch der Sinn nach einem entspannenden Cozy Game steht. Dort startet ihr mit einem bereits aufgebauten Fundament und habt immer sechs passende Puzzleteile, mit denen ihr das Diorama schrittweise aufbaut. In diesem Modus drehen sich die einzelnen Puzzleteile auch automatisch in die jeweils richtige Richtung. Das gibt euch einen weiteren Hinweis, an welche Seite des Dioramas das Teil gehört.
Der Classic-Modus ist, wie der Name schon sagt, das traditionelle Puzzlespiel. Hier startet ihr in einem leeren 3D-Raum. Vor euch liegen alle Puzzleteile sowie unterschiedliche Vorschaubilder, die zeigen, wie das Diorama am Ende ausschaut. Neben einem Gesamtbild zeigen weitere Bilder bestimmte Ausschnitte wie Dächer im Detail. All diese Elemente könnt ihr frei anordnen. In diesem Modus müsst ihr die Teile auch selbst drehen. Das geht ganz bequem per Rechtsklick. Und dann puzzelt ihr wie in einem 2D-Puzzle los. Ihr sucht euch einen markanten Startpunkt aus und arbeitet euch von dort an immer weiter zum fertigen Modell vor. In den nachfolgenden drei Screenshots habe ich mit der Straße angefangen, anschließend die Fassaden zusammengebaut und schlussendlich die Dächer. Dann habe ich die jeweils großen Teile miteinander zum fertigen Diorama verbunden.



Jedes Rätsel kann mit 25, 50, 100, 200 oder 400 Teilen gespielt werden. Manche Rätsel bieten auch bis zu 800 oder sogar 1.000 Teile. Zudem bietet das Spiel vier Spielerprofile, in denen der Fortschritt jeweils individuell festgehalten wird. Als Soundkulisse gibt es während des Bauens entspannende Klänge sowie die Geräusche der Menschen und Tiere in den Dioramen. Schönerweise sind diese nämlich nicht statisch. Am besten zoomt ihr nach dem Zusammenbauen nah heran, um viele kleine Animationen zu entdecken, die auch kleine Geschichten passend zum Diorama erzählen.
Während mir die Qualität der Dioramen besonders gut gefällt, finde ich die Steuerung manchmal etwas frustrierend. Mir ist es beim Spielen immer wieder passiert, dass die Kamera den Fokus auf das Gebäude verloren hat, sodass ich immer wieder nachjustieren musste. Leider sind die Funktionen für den Zoom und das Drehen der Kamera sehr empfindlich, sodass ich sie immer wieder mit großer Vorsicht neu ausrichten musste. Das hat meinen Flow beim Bauen mehrmals gestört. Vielleicht wird das ja noch in kommenden Patches besser gelöst.
Und diese wird es geben, denn die Entwickler haben bereits angekündigt, die weiteren Rätsel der VR-Version in den kommenden Monaten als DLCs und Levelpacks zu veröffentlichen. Die VR-Version hat mehrere Hundert Rätsel, weshalb es durchaus interessant wird, wie hoch der Preis der DLCs sein wird.



Fazit

Insgesamt gefällt mir Puzzling Places ganz gut. Als Fan des Klein-Erzgebirges in Oederan und des Miniaturparks Kleine Sächsische Schweiz mag ich Dioramen und Miniaturen von echten Gebäuden ohnehin schon sehr. Diese Vorliebe wird hier gut bedient, auch wenn ich mir noch eine Überarbeitung der Kamerasteuerung wünsche beziehungsweise hoffe, dass die Kamera künftig nicht mehr so häufig nachjustiert werden muss.
Der Einstiegspreis von 8 Euro für 18 Puzzle ist in Ordnung. Wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis der zukünftigen DLCs im gleichen Rahmen bleibt, kann ich definitiv eine Empfehlung für Freunde von Puzzlespielen aussprechen.

Ich mag solche Spiele. Auf Steam gibt es auch eine Demo, wer sich davon selbst ein Bild machem möchte. Es ist erstmal etwas „sperrig“, was die Steuerung angeht aber nach ein paar Minuten geht es. Am besten einfach mal die Demo anschauen ob das was für einen ist. Ich wollte es erst nur auf die Wishlist setzen aber komm, acht Euro ist völlig fair und ok. Danke für den Test!
Ja, über die Steuerung bin ich auch gestolpert, wie im Text zu lesen. Aber ansonsten ist das wirklich das reinste Wohlfühlspiel. Viel Spaß!
Sehr charmant, danke für den Test.