Der Beitrag “Spiele-Check: Power Chord – Metal-Musik, Karten-Kämpfe, Dämonen-Dresche” erschien zuerst am 04.02.2023 auf GamersGlobal als User-Inhalt unter Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 3.0 DE DEED.

| Titel: | Power Chord |
| Erscheinungsdatum: | 26.01.2023 |
| Plattformen: | Windows |
| Entwickler / Herausgeber: | Big Blue Bubble / Big Blue Bubble |
| Homepage: | https://www.bigbluebubble.com/ home/games/power-chord/ |
Kartenbasierte Kämpfe gepaart mit harten Metal-Riffs? Roguelite-Gameplay mit Deck-Building-Elementen wie bei Slay the Spire oder Monster Train? Dazu eine Prise Darkest Dungeon? Dämonen abschlachten mit der Power von mächtigen magischen (?) Metal-Musikinstrumenten? Das ganze verpackt unter dem Namen Power Chord, den wohl nicht nur Gitarristen direkt mit druckvollen E-Gitarren-Klängen verbinden? Ja Moin, dann bin ich wohl die Zielgruppe! Ob die kanadischen Entwickler von Big Blue Bubble es schaffen, den bei mir geweckten hohen Erwartungen gerecht zu werden, erfahrt ihr in diesem Check!

We’re putting the band back together!
Die Welt ist mal wieder dem Untergang geweiht, diesmal wird sie von Dämonen überrannt. Was liegt also näher, als eine Band zusammenzustellen, um diese Kreaturen mit der Macht des Metals wieder zurück in die Hölle zu schicken? Ihr merkt schon, die Geschichte wird keine Literatur-Preise gewinnen, aber das cheesige Metal-Setting gefällt mir irgendwie.
Eure Band besteht aus vier Mitgliedern, die alle eine besondere Rolle in den folgenden Kartenkämpfen einnehmen. Der Drummer gibt dabei nicht nur den Beat vor, sondern ist auch für die Verteidigung der Musiker zuständig, während der Bassist die Songs mit wummernden Basslines untermalt und dabei Spezialattacken wie etwa Vergiftungen zusammenbraut. Der Gitarrist greift die Gegner direkt mit harten E-Gitarren-Riffs an, und der Sänger heilt und unterstützt seine Band-Kollegen mit seiner Stimme.

Come crawling faster – Obey your master
Wer die eingangs erwähnten Roguelites wie Slay the Spire kennt, wird sich in Power Chord schnell zurecht finden. Es wird das bewährte Muster verwendet: Ihr bewegt euch entlang einer Karte, auf der ihr Abzweigungen wählt, die euch zu Kämpfen, Truhen, Shops, Zufalls-Begegnungen etc. führen. In den Kämpfen wählt ihr Karten aus eurem Deck aus, um euren Gegnern Schaden zuzufügen, euch zu heilen, oder ähnliches.
Eine Besonderheit ist, dass jedes eurer Mitglieder eigene Karten besitzt, die entsprechend farblich markiert sind. Die blauen Karten stammen von eurem Drummer, die lilafarbenen vom Bassisten, die roten vom Gitarristen und die gelben vom Sänger. In jeder Runde zieht ihr zufällig fünf Karten aus diesen vier Decks und könnt diese mit den darauf angegebenen Kosten ausspielen. Jetzt ist es an euch, möglichst geschickt die Karten zu spielen, damit zum einen die gegnerische Dämonen-Band dezimiert wird, aber auch eure Bandmitglieder lange genug überleben. Dazu könnt ihr zum Beispiel Schutzzauber auf sie sprechen oder sie heilen. Sollte dennoch ein Musiker das Zeitliche segnen, werden seine Karte für diesen Kampf sofort aus dem Spiel genommen und stehen erst wieder nach Wiederbelebung des Charakters zur Verfügung.

The only card I need is the Ace of Spades
Am Anfang sind die Kämpfe sehr leicht, werden mit der Zeit aber fordernder und können dadurch auch recht schnell tödlich enden. Wie bei Roguelites üblich, führt der Tod aller Bandmitglieder aber nicht zu einem Game Over. Stattdessen werdet ihr wiederbelebt und könnt mit Zugriff auf die bisherigen Freischaltungen einen neuen Run starten. Beim Kampf gegen die Dämonen werdet ihr mit Artefakten unterstützt, von denen eure Bandmitglieder jeweils bis zu vier ausrüsten können.
Mit der Zeit schaltet ihr neue Musiker, Karten und Artefakte frei, die ihr in späteren Runs auch bitter nötig haben werdet. Hier kann Power Chord etwas in Grinding ausarten, denn ihr bekommt die Freischaltungen immer erst, wenn ihr diverse Aufgaben erledigt habt. Ein typische Aufgabe: über alle Runs hinweg eine bestimmte Anzahl eines Gegnertyps töten. Welche Karten und Artefakte ihr schlussendlich in eurem Run zu sehen bekommt, ist zufallsbasiert und kann somit auch den Schwierigkeitsgrad beeinflussen.

Fazit
Auf der technischen Seite hat mich das Spiel mit seiner netten Comic-Grafik, die mich an die Borderlands-Reihe erinnert hat, und der eingängigen Metal-Musik durchaus abgeholt. Man könnte kritisieren, dass man die wenigen Musik-Stücke häufig zu hören bekommt und dass es keine lizenzierten Songs im Spiel gibt, die dem ganzen Metal-Ambiente sicherlich noch etwas hinzufügen hätten können.
Das Gameplay geht auf Nummer sicher und setzt fast ausschließlich auf Bewährtes. Dies muss nichts Schlechtes sein, aber dennoch hätte ich mir hier ein wenig mehr Innovation erhofft. Das Over-The-Top-Metal-Setting mag ich, die Geschichte ist allerdings wirklich nicht der Rede wert. Insgesamt hatte ich einige Stunden Spaß an Power Chord, im Vergleich zu Slay the Spire oder Monster Train bin ich aber deutlich weniger motiviert, hier noch einen weiteren Run zu starten. Wenn ihr diese Art von Spiel und das Setting mögt, solltet ihr aber auf jeden Fall einen Blick riskieren!
Ich habe Power Chord auf einem PC und auf dem Steam Deck problemlos spielen können. Ein Version für die Nintendo Switch soll zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen.
- “Rock’n Roguelite Deck-Building Game“ für PC und Switch
- Einzelspieler
- Für Einsteiger bis Profis
- Preis: 19,50 Euro
- In einem Satz: Spaßiges Kampf-Kartenspiel (nicht nur) für Metalheads, die vor Grind nicht zurückschrecken.
