Pirate Cove Simulator

In diesem Artikel erlebt ihr Dythlind bei der Arrrbeit als frisch verstorbene Piratenhändlerin, die schuften muss, um von den Toten zurückkommen zu dürfen…

Was müsst ihr tun, um euch aus dem Piraten-Jenseits auf der Insel der Verdammten zu befreien? Richtig, ihr eröffnet eine Taverne mit angeschlossenem Verkaufsladen, um euch mit den hier verdienten Talern freizukaufen. So zumindest möchte es uns der am 21. Juli erschienene Pirate Cove Simulator des Indie-Studios Kool2Play weismachen…

Wenn Piraten nicht schwimmen können…

… sinken sie herab in ihr feuchtes Grab. Ja, so beginnt eure Reise auf der Insel der Verdammten. Natürlich gebt ihr euch nicht mit eurem frühzeitigen Ableben zufrieden und möchtet wieder von der Insel der Verdammten entkommen. Hierfür müsst ihr ja „nur“ eine Million Goldmünzen an den Prinzen des Todes zahlen. Sollte doch zu machen sein, oder? Um das entsprechende „Lösegeld“ zu erwirtschaften liegt ja nichts näher, als eine Taverne bzw. einen Laden auf besagter Insel zu eröffnen. Eine „klassische“ Berufssimulation also, in der ihr Waren beschafft, um diese an den Mann (bzw. die untoten Piraten-Kunden) zu verhökern.

Wie immer startet ihr am besten mit dem Tutorial, um zumindest ein paar grundlegende Funktionen kennenzulernen. Nett fand ich hierbei den „grünen Geist“, wie er genannt wurde, der euch anfangs den Weg zu eurem nächsten Ziel leuchtet .

Schöne, erste Eindrücke im Paradies!?

Ich muss schon sagen, das Setting und der Stil der recht liebevoll gestalteten Umgebung haben es mir ein wenig angetan. Hier wird eine wirklich angenehme Stimmung erzeugt und ich habe mich sehr gerne umgeschaut. Auch die Tasten-Erklärungen (unten rechts im Bild) machen es euch einfach, mit der Steuerung klarzukommen.

Wie gesagt, ist auch hier das Tutorial sehr nützlich, denn wie sonst sollt ihr erfahren, woher ihr eure Waren erhaltet? So werdet ihr als erstes zu einem Schreiner geführt, bei dem ihr euer erstes Verkaufsregal kauft. Dieses wird dann in einer Kiste abgelegt, die ihr zuerst in euren Laden bringen und das Regal entsprechend aufstellen müsst. Wobei, „in“ den Laden stimmt hier nicht ganz; eure Kasse und euer „Verkaufsraum“ befinden sich unter freiem Himmel. Der grüne Geist führt euch an die Stelle, an der sich euer Laden befindet.

Nun müsst ihr noch die Waren, die ihr zum Verkauf anbieten wollt, erstehen. Hierzu werdet ihr zum „Händlerstrand“ geführt, der – wie der Name richtig vermuten lässt – mehrere Händler zeigt, bei denen ihr die unterschiedlichsten Waren kaufen könnt. Zuerst sollt ihr einfache Pistolen bei einem solchen kaufen. Das läuft ganz schnell und einfach ab, ohne lange Wartezeit. Allerdings, und das habe ich bereits in mehreren Simulationen bemängelt, müsst ihr auch hier jede einzelne Kiste in euren Laden bzw. euer Lager bringen. Hierfür könnt ihr im Laufe des Spiels auch sog. Träger einstellen, aber die arbeiten mir einfach manchmal etwas zu langsam, so dass ich doch noch selbst mit angepackt habe. Für mich bietet diese Spielmechanik keinerlei Mehrwert und fällt für mich leider wieder in die Kategorie „Zeitverschwendung“, scheint aber bei diesen Berufssimulationen einfach ein Ding zu sein.

Eine Seefahrt, die ist lustig!

Die Händler sind nicht die einzige Möglichkeit, Waren für euren Laden zu erhalten. So könnt ihr euch mit eurem Floß z. B. aufmachen zur „Versteckten Koralle“, um zu angeln.

Damit dies nicht zu langweilig wird, müsst ihr einige leichte Quick Time Events lösen, damit euch die Fische nicht von der Angel springen. Dies könnt ihr solang fortführen, wie es euch beliebt und die Fische landen bei eurer Ankunft direkt in eurem Lager.

Und was wäre ein Laden für Piraten ohne den Alkohol? Auf dem Gelände befindet sich eine Destille, in der ihr euren eigenen Alkohol brauen könnt. Die Zutaten hierfür – diverse Pflanzen – erhaltet ihr, wenn ihr euch auf die Reise zum Bernsteinversteck macht. Dieses Reiseziel wird erst im Verlauf des Spiels freigeschaltet. Hier angekommen, macht ihr euch auf die Suche nach den diversen Zutaten, indem ihr über die Insel lauft und die leuchtend herausstechenden Gewächse mit einer kleinen Sichel abschneidet. Auch diese landen automatisch in einer Truhe an der Destille, um die Verräumung ins Lager müsst ihr euch auch hier nicht kümmern.

Um nun „endlich“ Alkohol brauen zu können, begebt ihr euch – wie soll es anders sein – an die Destille. Aus der dort stehenden Truhe könnt ihr einzeln die zuvor von euch eigens geernteten Zutaten für euer Gebräu auswählen. Zu jeder Zutat erhaltet ihr eine Info, welchen Säure-, Süße- und Bitterkeits-Gehalt diese jeweils hat, denn einfach alles in einen Topf zu werfen wäre ja zu einfach!

Auch Geister-Piraten legen nunmal wert auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen eben diesen drei Geschmäckern. Stimmt dieses nicht, kann der Brauvorgang nicht gestartet werden und ihr müsst von neuem anfangen. Die bereits in die Destille geworfenen Zutaten könnt ihr erst mal vergessen. Erst durch entsprechende Upgrades habt ihr zumindest eine Chance, dass die Zutaten nicht gänzlich verloren sind. Wählt also weise!

„Piratengeist an die Kasse, bitte!“

Habt ihr das eingangs erwähnte Verkaufsregal in euerem Laden und darauf die Waren entsprechend platziert, könnt ihr für jede Ware auch einen Preis vergeben. Hilfreich ist hier die Angabe, ob die Kunden diesen Preis für akzeptabel halten oder nicht. Entscheidet selbst, ob ihr ein ehrlicher Verkäufer sein oder die Kunden übers Ohr hauen wollt.

Dasselbe gilt für die Abwicklung am Verkaufstresen. Auch hier steht ihr (vorerst) selbst an der Kasse. Kunden nehmen die Waren aus den Regalen und legen sie euch auf den Tresen. Nehmt das entsprechende Geldsäckerl und wiegt es auf der Waage auf. Hier könnt ihr ebenfalls entscheiden, ob ihr das Restgeld korrekt ausgeben, oder doch noch einen kleinen „Obolus“ für euch behalten wollt. Daraus etwaig resultierende Nachteile für euch konnte ich bisher nicht feststellen. Also: Macht euch die Taschen voll! Ob ihr auch diese Arbeit am Verkaufstresen im späteren Verlauf des Spiels an weitere Mitarbeiter auslagern könnt, kann ich nicht beurteilen. So weit habe ich das Spiel jedenfalls nicht gespielt.

Ein weiterer Spieleffekt sind die „Bestellungen“, die mit der Zeit bei euch eingehen. Hier gibt es tolle Belohnungen in Form von Geld, natürlich, dafür müsst ihr die bestellten Waren allerdings auch bis zum Ablauf einer Frist abliefern. Gelingt dies nicht, erhaltet ihr natürlich nicht den vollen, vereinbarten Preis. Ehrensache!

Fazit

Ihr war sehr angetan von der hübsch gestalteten Umgebung und den Figuren. Mal eine gelungene Abwechslung für mich. Die Reisemöglichkeiten mit dem Floß waren ebenfalls ganz nett, denn hierdurch habt ihr ein wenig Abwechslung im Spiel. Ich bin gespannt, was die Karte noch zu bieten hat. Pluspunkt hierfür!

Aber natürlich habe ich auch bei diesem Spiel ein paar Dinge auszusetzen: Die langen Wege zum Händler und die Tatsache, dass ihr wieder einmal die Waren abholen und ins Lager bringen müsst, ist für mich – ihr ahnt es vielleicht schon – Zeitverschwendung! Auch wenn diese Arbeit später von euren Trägern übernommen wird, das ein oder andere Mal packt man ja doch selbst mit an und das nervt mit der Zeit einfach nur.

Die einzige Möglichkeit, die Spielgeschwindigkeit zu erhöhen ist, euch abends in euer Bett zu legen. Dabei schließt ihr zwar nicht wirklich die Augen, aber die Zeit vergeht schneller. Das hat den Vorteil, dass ihr nicht so lang auf euren sich in der Destille befindlichen Alkohol warten müsst.

Des Weiteren hat es mich ziemlich geärgert, dass ihr beim Brauen des Alkohols die Zutaten direkt in den Topf werft. Denn habt ihr euch hierbei vertan und ihr steigt bei den Geschmacksrichtungen über einen bestimmten Wert, ist hier nichts mehr zu retten und die Zutaten sind verloren. Ich denke aber, dass durch weitere Upgrades im Spiel die Chance erhöht wird, dass einige Zutaten doch noch gerettet werden können.

Da die negativen Punkte für meinen Geschmack zu sehr überwiegen, wird es mich wohl in nächster Zeit nicht mehr in die Piratenbucht ziehen…

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Über Dythlind

(Nicht nur) Sims-Expertin der ersten Stunde und Gastschreiberin auf dasklapptsonicht.de

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