Im Jahr 1989 gelangt eine Gruppe Jugendlicher in den Besitz einer unheimlichen VHS-Videokassette, deren Inhalt die Basis für gruselige Begegnungen bildet.

| Titel: | Pink Noise |
| Erscheinungsdatum: | 06.03.2026 (Steam Early Access) |
| Plattformen: | Windows |
| Entwickler / Herausgeber: | Somber Games / Somber Games |
| Homepage: | https://www.sombergames.com/ |
Die ersten Bilder von Pink Noise wirkten sofort vielversprechend: schön gezeichnete Charaktere, atmosphärische Hintergründe, ein Hauch von 80er‑Mystery – genug, um meine Neugier zu wecken. Das kleine Indie‑Studio Somber Games kündigt eine psychologische Horrorgeschichte mit verzweigenden Entscheidungen an und nennt als Inspirationsquelle unter anderem die Dark Pictures Anthology. Also musste ich mir das ansehen und habe dabei bewusst ausgeblendet, dass es sich „eigentlich“ nur um eine weitere Visual Novel handelt…
Im vergangenen Jahr lief eine kleine Kickstarter‑Kampagne zu Pink Noise, die mit etwas über 6.000 US‑Dollar zwar erfolgreich war, aber eher wie ein Marketing‑Boost als wie eine echte Produktionsfinanzierung wirkte. Seit Kurzem ist nun die erste Episode auf Steam als Early‑Access‑Release verfügbar. Die Einnahmen daraus sollen die Entwicklung der weiteren Folgen sichern.
Klick, klick, gähn…

Die Geschichte der ersten Episode wirkt erstaunlich dünn und bleibt hinter dem atmosphärischen Anspruch des Spiels deutlich zurück. Im Zentrum steht eine Teenager‑Clique, die in einer Spielhalle als „Gewinn“ eine unbeschriftete VHS‑Kassette mitnimmt. Darauf läuft eine Art groteske Spielshow, moderiert von einem Mann, der sich so verhält, als sei er gerade aus einer Anstalt entkommen und nun wirres Zeug in die Kamera faselt. Das soll offenbar den Auftakt für mehrere Gruselgeschichten bilden, von denen ihr in Episode eins genau eine erlebt: Eines der Mädchen hört merkwürdige Geräusche auf dem Dachboden ihres Elternhauses und bekommt es kurz darauf mit einem Monster zu tun. Viel mehr passiert nicht – die Episode wirkt wie ein lose zusammengehaltener Prolog, der weder Spannung aufbaut noch erzählerisch überzeugt.

Noch schlimmer als die Geschichte ist nur das Gameplay: Die Episode besteht im Wesentlichen daraus, sich durch mäßig geschriebene, endlos wirkende Textpassagen zu kämpfen, nur um anschließend ein paar Hotspots anzuklicken oder eine Handvoll völlig belangloser Entscheidungen zu treffen, die keinerlei spürbare Auswirkungen haben. Zwischendurch wird man mit einem überraschend lieblosen Pac‑Man‑Minispiel oder einem Quick‑Time‑Event abgespeist, das eher wie ein Fremdkörper wirkt als wie ein sinnvoller Bestandteil der Erzählung. Das Ergebnis ist ein Ablauf, der weder Spannung noch spielerische Motivation erzeugt – spaßbefreit, repetitiv und erschreckend uninspiriert. Da wirkt es schon fast befreiend, dass der Spuk schon nach 30 – 60 Minuten (je nach Lesegeschwindigkeit) vorbei ist.
Immerhin sind die Grafiken durchgängig schön gezeichnet und von stimmiger Musik untermalt. Auch die englischen Sprecher, die die Charaktere (aber nicht den Erzählertext) vertonen, machen einen guten Job. Ich habe es zunächst auf deutsch gespielt und dann ein wenig in die englische Variante reingelesen – wirklich verbessert hat sich das Spielerlebnis dadurch aber nicht.
Fazit


Falls ihr es nicht schon selbst erraten habt: Pink Noise ist trotz der optischen Vorzüge für mich eine absolute Gurke. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht wirklich ein Fan von Visual Novels bin – Ausnahmen wie Varney Lake aus den Pixel Pulps bestätigen die Regel. Fans von anspruchslosen Horror-Visual-Novels könnten möglicherweise hier ihren Spaß dran haben – ich konnte hier allerdings keinen, also wirklich nicht den geringsten, empfinden. Außerdem würde ich nicht darauf bauen, dass die Entwickler mit dem Early-Access-Konzept genug Kohle machen werden, um die restlichen Episoden zu veröffentlichen. Ich würde sie aber sowieso nicht spielen und werde das Spiel wohl in kürzester Zeit wieder vergessen haben.

Schlimm, danke für die Warnung. 🙁