Nischenliebhabers Top 50: Playstation Portable

Plätze 10 – 2

Platz 10: LittleBigPlanet (2009, Sony)

Mit nur 35 Levels gehört der PSP-Abstecher von Sackboy eher zu den kürzeren Platformern, das Leveldesign ist dennoch großartig. In den Levels gelangt ihr immer wieder an Physikrätseln, die jedoch nicht so schwer sind. Besonders der Grafikstil, der die Welt in einem Papier- und Pappstil präsentiert, weiß auch im Jahr 2025 zu gefallen und wird einfach nicht alt. Eine Online-Anbindung gibt es natürlich nicht mehr, weswegen der Leveleditor nutzlos geworden ist.

Platz 9: OutRun 2006 – Coast 2 Coast (2006, Sega)

Ich kann mir nur grob vorstellen, welches Gefühl der originale OutRun-Automat von 1986 in den damaligen Spielhallen ausgelöst haben muss: Mit einem roten Ferrari samt Pixelfreundin durch hübsche Strand- und Berglandschaften zu flitzen, angetrieben von eingängiger Musik und brummenden Motoren, muss eine ziemlich neue Erfahrung gewesen sein. Dieses Gefühl wurde auch 20 Jahre später mit der erweiterten Umsetzung des OutRun 2-Automaten für Heimkonsolen und die PSP richtig gut eingefangen.

Neben dem klassischen Modus wartet das Spiel mit insgesamt 30 Strecken, traditionellen Rennen und zahlreichen Herausforderungen auf. Die Technik ist auf der PSP zwar etwas schwächer als bei den Versionen für die Heimkonsolen, aber trotzdem noch ansehnlich, sodass OutRun 2006 auch auf der PSP wohl den besten Arcade-Racer darstellt.

Platz 8: Virtua Tennis 3 (2007, Sega)

Für mich gibt es bis heute keine so guten Tennis-Spiele wie die Virtua Tennis-Reihe von Sega. Einfache Steuerung, spaßiges Arcade-Gameplay und spannende Ballwechsel prägen diese Spiele. Im Mittelpunkt steht die World Tour: Hier erstellt ihr eine eigene Figur und steigert durch Freundschaftsspiele und spaßige Minispiele eure Charakterwerte. In den Turnieren spielt ihr dann darum, in der Weltrangliste aufzusteigen. Ein sehr motivierender Modus, der so großartig leider in keinem anderen Sportspiel umgesetzt wurde.

Platz 7: The Warriors (2007, Rockstar Games)

Kaum zu glauben, aber es gab mal eine Zeit, als Rockstar noch andere Spiele als GTA und Red Dead Redemption entwickelte. Zum Beispiel dieses Prequel zum gleichnamigen Kultfilm aus dem Jahr 1979. In dem Film geht es um eine Straßengang, die Warriors, denen fälschlicherweise angehängt wird, den Anführer einer rivalisierenden Gang umgebracht zu haben, als dieser über 100 Gangs vereinen wollte. Es folgt eine Jagd durch die Nacht von New York City. Der Film ist durch seine Musik, die dunkle Bildsprache und seine Charaktere nachhaltig im Gedächtnis geblieben. In Deutschland war er bis 2001 indiziert, 2013 folgte die „Ab 12“-Freigabe für die ungekürzte Fassung.

Die Versoftung ist bis heute indiziert, wohl auch, weil Rockstar nie angestrebt hat, das zu ändern. Spielerisch ist The Warriors nicht brutaler als zahlreiche andere Beat ‚em Ups. Genau genommen war es das Ziel der Entwickler, das Gameplay alter 2D-Prügler wie Double Dragon oder Streets of Rage in das 3D-Zeitalter zu bringen. Mit Erfolg. Das Gameplay macht auch heute noch Spaß, die Massenschlägereien waren damals auch technisch beeindruckend. Dazwischen gibt es zahlreiche Minispiele, Nebenaufgaben und extrem gut geschriebene Sequenzen. Zudem wurden die meisten Figuren von einem Großteil der Originalschauspieler gesprochen. Allen voran wurde jedoch die Stimmung des Films grandios eingefangen.

Platz 6: Tekken 6 (2009, Namco Bandai)

Die altehrwürdige Tekken-Reihe hatte in den 2000ern eine seltsame Richtung eingeschlagen. Immer mehr Minispiele, Kostüme und anderer Schnickschnack. Dabei möchte ich in einem Tekken einfach nur herrlich chroreographierte Kämpfe erleben. Während viele andere die PSP-Version für das Fehlen dieser „Features“ kritisierten, fand ich den Fokus auf das Wesentliche eines Fighting-Spiels sehr, sehr gut. Und so habt ihr hier ein Roster aus 40 sehr unterschiedlichen Kämpfern, Drachen, Kängurus und Bäumen,, die sich im gewohnt hervorragend spielbaren Gameplay mit unterschiedlichsten, timingbasierten Kombinationen eins auf die Mütze geben. Tekken 6 für die PSP ist kein Bowlingspiel und auch keine Anziehpuppen-Simulation wie andere Tekken-Versionen jener Zeit. Daher für mich die beste Version!

Platz 5: Lumines II (2006, Q Entertainment)

Tetsuya Mizuguchi gehört zu meinen Lieblingsspieledesignern der 2000er-Jahre. Mit Titeln wie Rez, Space Channel 5, Meteos oder Child of Eden hat er auf audiovisueller Ebene sehr interessante Erfahrungen geschaffen. Mein Lieblingsspiel von ihm ist zweifelsohne jedoch Lumines. Das Prinzip klingt erstmal simpel: Steine mit zwei Farben fallen auf ein Spielfeld, und ihr müsst diese so anordnen, dass mindestens Blöcke aus vier gleichen Farben entstehen. Alle paar Sekunden geht ein zur Rhythmus der Musik passender Strahl über das Spielfeld und lässt diese Blöcke verschwinden. Was das Spiel sehr stressig werden lässt, da ihr – anders als in Spielen wie Puyo Puyo – nicht viel Zeit habt, um besonders eindrucksvolle Kettenreaktionen zu bauen. Diese geben jedoch besonders viele Punkte. Durch den tollen Soundtrack entsteht schnell ein Flow, dem man sich kaum entziehen kann, wenn man einmal angefangen hat.

Platz 4: LocoRoco 1 + 2 (2006 / 2008, Sony)

Wenn es zwei PSP-Titel gibt, die jeder unbedingt mal gespielt haben sollte, dann sind es die beiden LocoRoco-Spiele. Süße Blobs rollen durch knallbunte Welten, singen fröhliche Melodien und weichen gemeinen Gegnern aus. Aber vor allem geht es darum, Fallen zu überqueren. Dabei steuert ihr das Spiel per Tilt-Steuerung mit den beiden Schultertasten. Orangene Früchte blasen den Blob weiter auf, mit einem Druck auf die Kreistaste kann der Blob sich in mehrere Blobs teilen, und mit längerem Drücken auf die Kreistaste verschmelzen kleine Blobs wieder zu einem großen. Sehr leicht zu erlernen und auch leicht zu meistern, denn ihr könnt selbst entscheiden, welchen Herausforderungen ihr euch stellt. Der sensationelle Soundtrack mit seinen fröhlichen Melodien unterstreicht das Gameplay hervorragend. Solche Titel entwickelt Sony heute nicht mehr – schade!

Platz 3: WipEout Pulse (2007, Sony)

Auch rund 20 Jahre später spielen sich die beiden Wipeout Spiele für die PSP wie ein Traum. Die Steuerung geht selbst in stressigen Momenten tadellos von der Hand, das Streckendesign ist äußerst kreativ und es macht einfach Spaß sich durch die verschiedenen Rennklassen zu kämpfen. Bis heute gibt es leider keine Future-Racer, die an diese Klasse herankommen.

Platz 2: Grand Theft Auto – Vice City Stories (2006, Rockstar Games)

Als 2005 – im ersten Jahr der PSP – mit Liberty City Stories das erste GTA für die PSP erschien, war das Staunen groß: Rockstar hatte es tatsächlich geschafft, ein waschechtes 3D-GTA auf einen Handheld umzusetzen. Leider hat mir das nichts gegeben, da ich schon GTA III auf der PS2 nicht unbedingt mochte. Anders Vice City – das habe ich monatelang gespielt. Daher war ich auch mit dem Prequel sehr glücklich. Die Missionen sind abwechslungsreich, es gibt kleine Nebenmissionen, und die Story um einen ehemaligen Soldaten, der serientypisch eine Karriere als Gangster einschlägt, ist auch ganz witzig erzählt. Und dann wäre natürlich der grandiose 80er-Jahre-Soundtrack zu nennen. Phil Collins hat sogar eine Rolle im Spiel!

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Über Nischenliebhaber

Ostdeutsches Videothekenkind der 90er Jahre. Liebt Spiele- und Retrokultur ebenso wie subkulturelle Musik aus aller Herren Länder und lange Spaziergänge durch dunkle Wälder des Erzgebirges.

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4 Comments on “Nischenliebhabers Top 50: Playstation Portable”

  1. Danke für den schönen Artikel. Mir fallen noch Jetpack Joyride (Minis), WipeOut Pure und Afterburner Black Falcon ein.

    Die grandiosen 3D Geschicklichkeitsspiele Mercury und Mercury Meltdown von Altmeister Archer McLean kann ich auch empfehlen. Man steuert einen Quecksilbertropfen über komplexe Level mit schiefen Ebenen, Schaltern und Teleportern. Dabei kann sich der Tropfen teilen, die Farbe verändern aber auch durch Löcher in den Abgrund fliessen. Eine bestimmte Prozentzahl Quecksilber muss zum Ausgang gebracht werden, um einen Level zu beenden. Ich habe den ersten Teil damals mit Begeisterung durchgespielt. Der zweite Teil ist auch super und noch verzwickter, ersetzt allerdings den metallenen Look durch einem Comicstil.

    Die PSP hatte Hardware im SOC mit an Bord, um PS1 Spiele nativ in voller Geschwindigkeit zu emulieren. Das war damals für ein Handheld etwas besonderes. Dank Homebrew Programmen wie Popsloader und CDDA Enabler Plugin war man nicht auf die wenigen PSN Veröffentlichungen begrenzt, sondern konnte beliebige eigene PS1 Spiele auf die PSP kopieren. Ein cleveres von Sony bereitgestelltes Menü erlaubt das Mappen von fehlenden L2 und R2 Tastenkombinationen auf den analogen Stick. Viele PS1 Titel habe ich so auf meiner PSP nachts im Bett zum ersten Mal durchgespielt.

    Auch ScummVM läuft wunderbar auf der PSP. Dort habe ich zum Beispiel The Dig zum ersten Mal durchgespielt.

  2. Meine PSP liegt immer auf dem Nachttisch, wird regelmäßig geladen und bespielt. Nicht mehr so häufig wie in den Jahren 2004-2010, aber sie ist jedenfalls mein Lieblings-Handheld.

    Ich bin anscheinend einer der wenigen, der die PSP so wie sie war, akzeptieren konnte. Ich liebe sie für alles was sie ist. Ich habe nie das Bedürfnis empfunden Schwarzkopien oder Retro darauf zu spielen, somit ist sie auch nicht gejailbreaked. Nur die im PSN erhältlichen PSone Spiele habe ich mir nach und nach geholt, damit ich Front Mission 3, FF7, Vagrant Story etc. immer dabei haben kann.

    Filme habe ich gerne mit UMD darauf geschaut und ich sammele sie noch heute. Filme auf UMD haben einen besonderen Reiz auf mich. Für den Urlaub wähle ich immer bis zu 10 Discs aus, die ich in einer extra dafür designierten Tasche mithabe.

    Deine Liste war interessant. Von den meisten Titeln habe ich noch nie etwas gehört. Dein Platz 1 steht bei mir als einziges noch eingeschweißt und wartet darauf, dass ich endlich mal mit Everybody‘s Golf 1 fertig werde. Seit 20 Jahren versuche ich hin- und wieder weiterzukommen. 😀

  3. Hi,

    Nostalgie pur – und motiviert, meine beiden PSPs nochmals rauszuholen.

    Zwei Titel fehlen mir – Jeanne d’Arc und Puzzle Quest. Grandios!

    phRANK

  4. Hab keine nostalgische Verbindung zur PSP weshalb diese Top 50 bei mir keinerlei warmen Gefühle auslöst. Dafür gab es diesmal ein bissl „Suspense“, in dem die ganze Zeit die Frage im Raum stand, auf welchem Platz wohl Lumines landen würde.
    Highlight für mich war der Exkurs zu den Spielesammlungen. Bin schon etwas verwundert, wie das ganze Thema damals komplett an mir vorbei gegangen zu sein scheint.
    Vielen Dank für den Blick über den Tellerrand.

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