Plätze 30 – 21
Platz 30: Split/Second (2010, Disney Interactive)
Das letzte Racing-Spiel von Black Rock Studio / Climax Racing ist bis heute einzigartig: Wenn ihr driftet, im Windschatten eurer Gegner fahrt oder Sprünge macht, lädt sich eine Anzeige auf. Erreicht diese einen bestimmten Wert, könnt ihr mit den Schultertasten alle möglichen Dinge explodieren lassen – Häuser, Brücken, andere Autos auf der Strecke und so weiter. Das natürlich, damit eure Gegner zerstört werden, und möglichst nicht ihr selbst. Natürlich können auch die Gegner die Umgebung in die Luft jagen, sodass ihr immer auf der Hut sein müsst, ob nicht in jeder Sekunde plötzlich der Bus neben euch detoniert oder die Brücke über euch einstürzt.
Das Studio war meiner Ansicht nach in den 2000ern einer der besten Entwickler von spaßigen Arcade-Racern – angefangen bei den Hot-Wheels-Spielen für die PS2 bis hin zum grandiosen Pure. Leider wurde es dann 2011 von Disney geschlossen.



Platz 29: Gunpey (2006, Bandai Namco)
Ursprünglich erschien Gunpey 1997 auf dem glücklosen WonderSwan-Handheld. Die Aufgabe besteht darin, von unten heranscrollende Linien so zu sortieren, dass sie eine durchgehende Verbindung von links nach rechts ergeben. Die Neuauflage bietet verschiedene Spielmodi und einen für die damalige Zeit recht modernen elektronischen Soundtrack.



Platz 28: Pursuit Force (2005, Sony)
Die Prämisse erinnert an die Chase H.Q.-Arcade-Spiele von Taito: Verbrecher werden in Verfolgungsjagden per Auto, Bike, Motorboot oder Helikopter gejagt. Dabei könnt ihr in den meisten Missionen auf die gegnerischen Vehikel schießen, ihr könnt diese aber auch rammen. Zudem könnt ihr auf andere Fahrzeuge springen, sobald euer Gefährt droht, zu explodieren.
Die Präsentation schreit auf übertriebene Weise „Blockbuster“, und die Geschichte rund um fünf Verbrecherclans nimmt sich zum Glück nicht allzu ernst. Die 30 Missionen sind durchaus abwechslungsreich, auch wenn ich auf die damals üblichen Eskortmissionen sehr gerne hätte verzichten können. Das sind auch hier die Missionen, die am wenigsten Spaß machen. Auch sonst ist der Schwierigkeitsgrad meiner Ansicht nach recht unausgegoren, insbesondere in der zweiten Hälfte des Spiels. Will heißen: Etwas weniger frustig wäre auch schön gewesen.



Platz 27: Metal Slug XX (2010, SNK Playmore)
Die um eine Multiplayer-Option erweiterte Fassung von Metal Slug 7 (2008, Nintendo DS) macht auch auf der PSP eine hervorragende Figur. Sieben Levels mit zweidimensionalen Arcade-Ballereien, kreativen Levelbauten und tollen Bossfights machen das Spiel zum bisherigen Abschluss der Metal Slug-Reihe – zumindest, was das klassische Run and Gun Genre betrifft. Richtig, bis heute gab es leider kein klassisches Metal Slug mehr. Schade eigentlich.



Platz 26: Ryu ga Gotoku – Kurohyou 1 & 2 (2010 / 2012, Sega)
Mittlerweile ist die Yakuza-/ Like A Dragon-Reihe auch im Westen ein großer Erfolg. Doch das war nicht immer so – die ersten Spiele auf der PS2 waren lediglich in Japan erfolgreich. Wohl auch deshalb wurden die beiden Spin-off-Titel Kurohyou ausschließlich in Japan veröffentlicht. Kein Problem: Mittlerweile gibt es englische Fanübersetzungen für beide Spiele.
Ihr übernehmt die Rolle des kleinkriminellen Jugendlichen Ukyô Tatsuya, der eines Abends bei einer Schlägerei ein Mitglied eines Yakuza-Clans ermordet. Dadurch gerät er in die Fänge der japanischen Unterwelt und muss sich fortan in Untergrundkämpfen beweisen. Natürlich gibt es serientypisch eine wendungsreiche und manchmal auch etwas an den Haaren herbeigezogene Geschichte, die jedoch gut unterhält. Außerhalb der Kämpfe seid ihr im gewohnten Tokioter Stadtteil Kamurocho unterwegs, erfüllt kleine Quests und spielt einige Minispiele. Im zweiten Teil gibt es zudem einen Schauplatzwechsel nach Osaka.
Die Geschichte selbst wird in bewegten Manga-Bildern inklusive Sprachausgabe erzählt, was ein wenig die Geschwindigkeit aus den Spielen nimmt. Denn es gibt serientypisch sehr viele dieser Storysequenzen. Wer sich mit der technisch unterlegenen Machart anfreunden kann, bekommt hier jedoch zwei unterhaltsame Spin-offs zur Reihe.



Platz 25: Puyo Pop Fever (2006, Sega)
Keine Spiele-Plattform ohne mindestens ein Puyo Puyo-Spiel. Im Falle der PSP erschienen gleich mehrere, wobei lediglich Puyo Pop Fever auch im Westen veröffentlicht wurde – alle nachfolgenden Spiele blieben Japan-exklusiv. Das Spielprinzip sollte bekannt sein: Mindestens vier gleichfarbige Blobs müssen aneinandergereiht werden, wobei man damit den Gegner noch nicht beeindruckt. Erst durch Kettenreaktionen bekommt der gegnerische Spieler auch störende graue Blobs auf das Spielfeld geschickt, was ihm das Leben sehr viel schwerer macht.
Puyo Pop Fever hat nicht so viele Modi wie neuere Vertreter der Reihe, macht aber natürlich trotzdem großen Spaß.



Platz 24: Ultimate Ghosts ’n Goblins (2006, Capcom)
Ritter Arthur wurde schon in den 80ern mit schier unlösbaren Levels gequält – und auch das vierte Spiel der Reihe bietet wieder brutal schwere bis unmögliche Herausforderungen, selbst auf dem „leichten“ Schwierigkeitsgrad. Wer sich jedoch durchkämpft, wird mit einem kreativen Leveldesign inklusive zahlreichen Geheimnissen und sensationellen Bossfights belohnt.



Platz 23: Echoshift (2010, Sony)
Ein Knobelspiel, das einfacher zu spielen ist, als es sich erklären lässt. Ihr habt 9 Figuren zur Verfügung, die in einer Zeitschleife räumliche Rätsel lösen. Beispiel: Die erste Figur fällt in ein Loch und betätigt einen Schalter, der eine Wand verschwinden oder eine Brücke erscheinen lässt. Die nächste Figur kann dann diesen neuen Weg weitergehen und betätigt wieder einen Schalter, und so weiter. Häufig kommt es auf das richtige Timing und die richtige Reihenfolge an, um einen Weg zum Levelausgang ebnen zu können.



Platz 22: Bust-a-Move Ghost (2006, Taito)
Bust-a-Move bzw. Puzzle Bobble gehört zu den besten Puzzle-Spielen aller Zeiten – und zu denen mit den meisten Serieneinträgen: Seit 1994 sind über 25 Spiele auf den verschiedensten Systemen erschienen. Der zweite PSP-Ableger der Reihe bietet über 300 Rätsel sowie je acht verschiedene Spielmodi für Solospieler und für den gemeinsamen Spaß mit einem weiteren menschlichen Mitspieler. Am Spielprinzip hat sich ansonsten nichts geändert: Blasen aufs Spielfeld schießen, wobei mindestens drei gleichfarbige Blasen verschwinden. Ziel ist es, das Spielfeld leerzuräumen.



Platz 21: Zettai Zetsumei Toshi 3 / Disaster Report 3 (2009, Irem)
Hier haben wir es mit einer sehr ungewöhnlichen Reihe zu tun. Disaster Report ist eine Serie von 3rd-Person-Adventures, in denen es darum geht, Naturkatastrophen zu überstehen. Vor allem Erdbeben spielen eine zentrale Rolle, aber auch Tsunamis oder Feuerstürme. Im dritten Teil könnt ihr zwischen einem Jungen (Naoki Kōsaka) oder einer jungen Frau (Rina Makimura) wählen. Ihr trefft auf eurem Weg zum rettenden Schutzraum der Regierung verschiedene Figuren, denen ihr auf unterschiedliche Weise begegnen könnt – von freundlich und hilfsbereit bis unfreundlich und egoistisch. Die Gespräche haben dabei Auswirkungen darauf, ob ihr resistenter gegen Stress werdet und wie eure Figur traumatische Ereignisse verarbeitet.
Wie in einem Action-Adventure üblich, sammelt ihr Gegenstände. Masken beispielsweise schützen gegen Rauch, Medizintaschen füllen eure HP wieder auf, während ihr mit Wasserflaschen den Stresspegel etwas senken könnt. Was die Spiele so besonders macht: Es gibt keine Waffen oder Gegner, demzufolge auch keine Gewalt. Die Action wird vielmehr durch die Naturkatastrophen ausgelöst.
Der dritte Teil erschien damals exklusiv in Japan, da die vorherigen Teile auf der PS2 im Westen kaum Beachtung fanden. Mittlerweile gibt es jedoch eine schöne englische Fanübersetzung.




Danke für den schönen Artikel. Mir fallen noch Jetpack Joyride (Minis), WipeOut Pure und Afterburner Black Falcon ein.
Die grandiosen 3D Geschicklichkeitsspiele Mercury und Mercury Meltdown von Altmeister Archer McLean kann ich auch empfehlen. Man steuert einen Quecksilbertropfen über komplexe Level mit schiefen Ebenen, Schaltern und Teleportern. Dabei kann sich der Tropfen teilen, die Farbe verändern aber auch durch Löcher in den Abgrund fliessen. Eine bestimmte Prozentzahl Quecksilber muss zum Ausgang gebracht werden, um einen Level zu beenden. Ich habe den ersten Teil damals mit Begeisterung durchgespielt. Der zweite Teil ist auch super und noch verzwickter, ersetzt allerdings den metallenen Look durch einem Comicstil.
Die PSP hatte Hardware im SOC mit an Bord, um PS1 Spiele nativ in voller Geschwindigkeit zu emulieren. Das war damals für ein Handheld etwas besonderes. Dank Homebrew Programmen wie Popsloader und CDDA Enabler Plugin war man nicht auf die wenigen PSN Veröffentlichungen begrenzt, sondern konnte beliebige eigene PS1 Spiele auf die PSP kopieren. Ein cleveres von Sony bereitgestelltes Menü erlaubt das Mappen von fehlenden L2 und R2 Tastenkombinationen auf den analogen Stick. Viele PS1 Titel habe ich so auf meiner PSP nachts im Bett zum ersten Mal durchgespielt.
Auch ScummVM läuft wunderbar auf der PSP. Dort habe ich zum Beispiel The Dig zum ersten Mal durchgespielt.
Meine PSP liegt immer auf dem Nachttisch, wird regelmäßig geladen und bespielt. Nicht mehr so häufig wie in den Jahren 2004-2010, aber sie ist jedenfalls mein Lieblings-Handheld.
Ich bin anscheinend einer der wenigen, der die PSP so wie sie war, akzeptieren konnte. Ich liebe sie für alles was sie ist. Ich habe nie das Bedürfnis empfunden Schwarzkopien oder Retro darauf zu spielen, somit ist sie auch nicht gejailbreaked. Nur die im PSN erhältlichen PSone Spiele habe ich mir nach und nach geholt, damit ich Front Mission 3, FF7, Vagrant Story etc. immer dabei haben kann.
Filme habe ich gerne mit UMD darauf geschaut und ich sammele sie noch heute. Filme auf UMD haben einen besonderen Reiz auf mich. Für den Urlaub wähle ich immer bis zu 10 Discs aus, die ich in einer extra dafür designierten Tasche mithabe.
Deine Liste war interessant. Von den meisten Titeln habe ich noch nie etwas gehört. Dein Platz 1 steht bei mir als einziges noch eingeschweißt und wartet darauf, dass ich endlich mal mit Everybody‘s Golf 1 fertig werde. Seit 20 Jahren versuche ich hin- und wieder weiterzukommen. 😀
Hi,
Nostalgie pur – und motiviert, meine beiden PSPs nochmals rauszuholen.
Zwei Titel fehlen mir – Jeanne d’Arc und Puzzle Quest. Grandios!
phRANK
Hab keine nostalgische Verbindung zur PSP weshalb diese Top 50 bei mir keinerlei warmen Gefühle auslöst. Dafür gab es diesmal ein bissl „Suspense“, in dem die ganze Zeit die Frage im Raum stand, auf welchem Platz wohl Lumines landen würde.
Highlight für mich war der Exkurs zu den Spielesammlungen. Bin schon etwas verwundert, wie das ganze Thema damals komplett an mir vorbei gegangen zu sein scheint.
Vielen Dank für den Blick über den Tellerrand.