Plätze 40 – 31
Platz 40: Impossible Mission (2007, System 3 Software)
So richtig viel Liebe hat das Remaster des Klassikers von 1984 seitens der Spielepresse nicht bekommen. Sei’s drum: Fans des Originals werden auch mit dieser Neuauflage glücklich. Immer noch gilt es, die jeweils vier Bruchstücke von neuen Passwortkarten in einem riesigen Labyrinth zu finden und den Robotern auszuweichen, die nur allzu gern Stromschläge verpassen. Dafür habt ihr 6 bzw. 8 reale Stunden Zeit. Bereits durchsuchte Räume werden farbig markiert, und auch die Roboter haben je nach Bewegungsmuster nun verschiedene Farben. Ansonsten ist es im Wesentlichen dasselbe Spiel wie auf dem C64.



Platz 39: N+ (2008, Metanet Software)
N ist zweifelsohne der einflussreichste Plattformer der 2000er-Jahre. Ursprünglich erschien N 2004 als Browserspiel und begründete das Genre der Hardcore-Plattformer. Ein Ninja läuft durch eine minimalistische Welt und muss zum Levelausgang kommen. Dabei gilt es, Fallen auszuweichen und mit der etwas schwierigen, physikbasierten Steuerung zurechtzukommen, denn das Spiel hat ein Schwerkraft-System. Das heißt, dass weite oder hohe Sprünge nur nach Anlauf möglich sind und man die Umgebung geschickt nutzen muss.
Im Singleplayer-Modus gibt es über 200 Levels und im Multiplayer-Modus noch einmal über 250 eigene Levels. Zudem besaß die PSP-Version damals einen Online-Modus, um Levels anderer Spieler herunterladen zu können. Diese Funktion gibt es heute natürlich nicht mehr, trotzdem weiß der ursprüngliche Umfang auch ohne Online-Anbindung zu überzeugen.



Platz 38: Super Stardust Portable (2008, Housemarque)
Das finnische Studio Housemarque stand lange Zeit für kurzweilige Arcade-Spiele, bis vor wenigen Jahren der Fokus auf größere Actionspiele verlagert wurde. Die Stardust-Spiele sind schöne Beispiele dafür. Die ersten beiden Spiele wurden in den 90ern ursprünglich für den Amiga veröffentlicht, in den 2000er Jahren folgten Fortsetzungen für die Playstation-Konsolen. Dabei handelt es sich um actionreiche Asteroids-Klone, in denen ihr Wellen von Asteroiden, feindlichen Raumschiffen und Minen abwehren müsst. Verschiedene aufrüstbare Waffen und Power-ups helfen euch dabei.



Platz 37: Driver ’76 (2007, Ubisoft)
Bereits 1999 legte das erste Spiel der Driver-Serie mit einer größeren, befahrbaren Open World den technischen Grundstein für den späteren Erfolg der 3D-Ableger der Grand-Theft-Auto-Reihe. Und während sich heute so gut wie kein Studio mehr an diese Formel herantraut, gab es in den 2000ern gleich mehrere ambitionierte GTA-Klone: True Crime, Mafia, Der Pate, Scarface, Saints Row, The Getaway – und natürlich wurde auch die Driver-Serie fortgeführt. Problem war nur: Während die Fahrmissionen riesigen Spaß machten, wurden ab dem dritten Serienteil Schießereien und Abschnitte zu Fuß eingebaut, die sich sehr schwammig spielten.
Nachdem Ubisoft die Driver-Rechte gekauft hatte, wurde mit dem vierten Spiel Parallel Lines wieder mehr Wert auf das Fahren gelegt. Auch im Prequel Driver ’76 stehen in den 27 Missionen vor allem die Fahrkünste im Fokus – Schießereien gibt es nur wenige. Die beiden Kleinkriminellen Ray und Slink versuchen sich bei einem Triadenboss hochzuarbeiten, da Ray ein Auge auf dessen Tochter geworfen hat. Was zu einigen chaotischen Entwicklungen mit anderen Gangs in New York führt. Das alles ist zwar nicht verdächtig, einen Preis für das beste Drehbuch zu gewinnen, aber immerhin unterhaltsam. Und: Die Missionen können optional aus einem Menü gewählt werden – man muss also nicht immer durch die recht leere Open World fahren.



Platz 36: R-Type Tactics (2007, Irem)
Zugegeben: Wirklich leicht fällt der Einstieg in diesen herzlich ungewöhnlichen Serieneintrag der altehrwürdigen Ballerreihe der 80er und frühen 90er nicht unbedingt. Zu bieder und trocken ist die Präsentation – kein Vergleich zu den bunten und sympathischen Figuren der Advance-Wars-Reihe, die in diesen Jahren auf GBA und DS die Herzen mobiler Strategen eroberte. Wer jedoch einen zweiten und dritten Blick in dieses Sci-Fi-Strategiespiel investiert, bekommt ein ausgeklügeltes Spielsystem mit über 100 zu entdeckenden Einheiten und Waffen, die in den insgesamt 58 Missionen taktisch kombiniert werden müssen, um die Schlachten auf sechseckigen Feldern gewinnen zu können. Dabei spielt ihr einmal die Seite der angegriffenen Erde und in der zweiten Hälfte die Seite der Aliens aus dem All. Es folgte noch ein zweiter Teil und aktuell wird an ein Remake der beiden R-Type Tactics Spiele gearbeitet.



Platz 35: Viewtiful Joe – Red Hot Rumble (2006, Capcom)
Die beiden Viewtiful-Joe-Platformer, die Anfang der 2000er für Gamecube und Playstation 2 erschienen, gehörten damals zu den ungewöhnlicheren Spielen: 2D, übertriebenes Superhelden-/Hollywood-Setting und eine Kampfmechanik, die auf dem Verlangsamen und Beschleunigen der Zeit basiert. Beide Spiele genießen heute Kultstatus, auch wenn sie damals finanziell nicht unbedingt erfolgreich waren. Abgeschlossen wurde die Reihe mit dem vierten Spiel, Red Hot Rumble – als einziges kein Platformer, sondern ein Fighting-Game mit starken Anleihen an die Super-Smash-Bros.-Reihe. War damals unter Serienfans schon eine kleine Enttäuschung, objektiv gesehen ist es jedoch ganz spaßig und auf der PSP das einzige Spiel dieser Art.



Platz 34: Sid Meier’s Pirates (2007, Firaxis Games)
Ein Port des Remakes, das 2004 für Windows und Xbox erschien. Im Grunde ist es dasselbe Gameplay wie das Original von 1987: Geld erbeuten, Schiffe ausbauen, andere Städte ausrauben und natürlich Schätze finden. Das alles wurde in vielen kleinen Sequenzen eingekleidet und es gibt auch ein paar neue Minispiele – die mal mehr, mal weniger gut gelungen sind. In jedem Fall auch auf der PSP ein echter Zeitfresser.



Platz 33: Frogger – Helmet Chaos (2005, Konami)
Der letzte Teil einer ganzen Reihe von sehr empfehlenswerten Puzzle-Platformern, die damals für Handhelds und Konsolen erschienen sind. Das Gameplay ist inspiriert vom Arcade-Spiel aus dem Jahr 1981, jedoch mit zahlreichen Puzzle-Elementen angereichert. So müsst ihr in linearen Levels zahlreiche Schiebe- und andere Rätselarten meistern, Gegnern ausweichen und neben geheimen Abschnitten und Minispielen (darunter ein Remake des Originals) das gesammelte Geld in dauerhafte Upgrades investieren.



Platz 32: Hammerin‘ Hero (2009, Irem)
Ursprünglich war Hammerin’ Harry ein Arcade-Spiel aus dem Jahr 1990 über einen Jungen, der im Baumeister-Outfit und mit einem Hammer bewaffnet ein kleines japanisches Dorf vor einem Großindustriellen beschützt hat. Davon gab es hübsche Umsetzungen für NES und Game Boy sowie zwei weitere Fortsetzungen für NES und SNES, die jedoch exklusiv in Japan blieben. 2009 erschien dann ein neues Spiel für die PSP, das auf das bewährte Gameplay setzt: Gegnern und ihren Projektilen ausweichen sowie mit dem Hammer auf alles einschlagen, was sich bewegt – inklusive herrlich verrücktem, satirischem Japan-Setting mit Manga-Design und Cel-Shading-Grafik!



Platz 31: Koloomn (2006, 505 Games)
Ein farbenfrohes Block-Puzzle-Spiel, das in seinem Gameplay stark an Puzzle League und Lumines erinnert. Die Aufgabe besteht darin, die farbigen Blöcke so zu drehen, dass eine Linie aus mindestens vier gleichfarbig zusammenhängenden Blöcken entsteht, die dann vom Spielfeld verschwinden. Regelmäßig kommen von unten neue Blöcke aufs Spielfeld, und es gibt ein paar Zaubersteine mit Extrafähigkeiten. Im Mittelpunkt steht ein Arcade-Modus, in dem ihr Gegner in Multiplayer-Partien bekämpft. Wie in Puyo Puyo entstehen auf dem gegnerischen Feld störende Steine, je nachdem, wie lang eure Kettenreaktion ausfällt.




Danke für den schönen Artikel. Mir fallen noch Jetpack Joyride (Minis), WipeOut Pure und Afterburner Black Falcon ein.
Die grandiosen 3D Geschicklichkeitsspiele Mercury und Mercury Meltdown von Altmeister Archer McLean kann ich auch empfehlen. Man steuert einen Quecksilbertropfen über komplexe Level mit schiefen Ebenen, Schaltern und Teleportern. Dabei kann sich der Tropfen teilen, die Farbe verändern aber auch durch Löcher in den Abgrund fliessen. Eine bestimmte Prozentzahl Quecksilber muss zum Ausgang gebracht werden, um einen Level zu beenden. Ich habe den ersten Teil damals mit Begeisterung durchgespielt. Der zweite Teil ist auch super und noch verzwickter, ersetzt allerdings den metallenen Look durch einem Comicstil.
Die PSP hatte Hardware im SOC mit an Bord, um PS1 Spiele nativ in voller Geschwindigkeit zu emulieren. Das war damals für ein Handheld etwas besonderes. Dank Homebrew Programmen wie Popsloader und CDDA Enabler Plugin war man nicht auf die wenigen PSN Veröffentlichungen begrenzt, sondern konnte beliebige eigene PS1 Spiele auf die PSP kopieren. Ein cleveres von Sony bereitgestelltes Menü erlaubt das Mappen von fehlenden L2 und R2 Tastenkombinationen auf den analogen Stick. Viele PS1 Titel habe ich so auf meiner PSP nachts im Bett zum ersten Mal durchgespielt.
Auch ScummVM läuft wunderbar auf der PSP. Dort habe ich zum Beispiel The Dig zum ersten Mal durchgespielt.
Meine PSP liegt immer auf dem Nachttisch, wird regelmäßig geladen und bespielt. Nicht mehr so häufig wie in den Jahren 2004-2010, aber sie ist jedenfalls mein Lieblings-Handheld.
Ich bin anscheinend einer der wenigen, der die PSP so wie sie war, akzeptieren konnte. Ich liebe sie für alles was sie ist. Ich habe nie das Bedürfnis empfunden Schwarzkopien oder Retro darauf zu spielen, somit ist sie auch nicht gejailbreaked. Nur die im PSN erhältlichen PSone Spiele habe ich mir nach und nach geholt, damit ich Front Mission 3, FF7, Vagrant Story etc. immer dabei haben kann.
Filme habe ich gerne mit UMD darauf geschaut und ich sammele sie noch heute. Filme auf UMD haben einen besonderen Reiz auf mich. Für den Urlaub wähle ich immer bis zu 10 Discs aus, die ich in einer extra dafür designierten Tasche mithabe.
Deine Liste war interessant. Von den meisten Titeln habe ich noch nie etwas gehört. Dein Platz 1 steht bei mir als einziges noch eingeschweißt und wartet darauf, dass ich endlich mal mit Everybody‘s Golf 1 fertig werde. Seit 20 Jahren versuche ich hin- und wieder weiterzukommen. 😀
Hi,
Nostalgie pur – und motiviert, meine beiden PSPs nochmals rauszuholen.
Zwei Titel fehlen mir – Jeanne d’Arc und Puzzle Quest. Grandios!
phRANK
Hab keine nostalgische Verbindung zur PSP weshalb diese Top 50 bei mir keinerlei warmen Gefühle auslöst. Dafür gab es diesmal ein bissl „Suspense“, in dem die ganze Zeit die Frage im Raum stand, auf welchem Platz wohl Lumines landen würde.
Highlight für mich war der Exkurs zu den Spielesammlungen. Bin schon etwas verwundert, wie das ganze Thema damals komplett an mir vorbei gegangen zu sein scheint.
Vielen Dank für den Blick über den Tellerrand.