Der Beitrag “Spiele-Check: Murderous Muses – Mordermittlungen im mysteriösen Museum” erschien zuerst am 11.05.2023 auf GamersGlobal als User-Inhalt unter Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 3.0 DE DEED.

| Titel: | Murderous Muses |
| Erscheinungsdatum: | 12.04.2023 |
| Plattformen: | Windows, MacOS, Switch, PS4, XBox One |
| Entwickler / Herausgeber: | D’Avekki Studios / D’Avekki Studios |
| Homepage: | https://murderousmuses.com/ |
Mordechai Grey ist tot. Der wohl erfolgreichste Mirlhavener Maler aller Zeiten wurde mutmaßlich Opfer eines seiner Models, der Mord wurde jedoch nie aufgeklärt. Ein Jahr später eröffnet eine Ausstellung, in der seine erfolgreichsten Werke ausgestellt werden – darunter auch die Portraits der potentiell mordlustigen Musen.
Wie es der Zufall will, habt ihr soeben den Job als Nachtwächter bekommen und sollt nun in den nächsten drei Nächten auf das Mirlhavener Museum aufpassen, hier und da einmal ein Bild an seine richtige Stelle hängen – und im besten Fall den Mord an Mordechai Grey aufklären! Ob das mit Spaß gelingen kann, erfahrt ihr in diesem Spiele-Check.

Mord ist ihr Beruf
Hinter Murderous Muses steckt der mittlerweile zum Trio angewachsene Indie-Entwickler D’Avekki Studios aus England. Das Ehepaar Tim und Lynda Cowles gründeten ihre Firma vor beinahe zehn Jahren, um „Murder Mystery Party“-(„Krimidinner“)-Spiele zu kreieren. Durch ihre gemeinsame Liebe für FMV-Games und ihre Krimi-Expertise lag der Schritt nahe, Mordfälle auch als Videospiel herauszubringen. Im Jahr 2017 erschien zunächst The Infectionous Madness of Dr. Dekker, im Jahr darauf folgte The Shapeshifting Detective und 2020 Dark Nights with Poe and Munroe.
Für das mittlerweile vierte FMV-Detektivspiel Murderous Muses, bei dem nun erstmals auch Sam Johns mit an Bord war, ließen sich die D’Avekki Studios etwas besonderes einfallen: Anstelle „nur“ ein Archiv mit Videosequenzen zu durchwühlen, versetzt euch das Spiel in das Mirlhavener Museum, das ihr aus der Ego-Perspektive heraus erforscht.

Nachts im Museum
Eure Vorgesetzte Sasha, die offenbar für das Museum arbeitet, erklärt euch in einer kurzen Videobotschaft, was ihr zu tun habt und lässt euch dann alleine. Unter anderem trägt sie euch auf, einige der neu eingetroffenen Werke des toten Künstlers an den richtigen Stellen der Galerie aufzuhängen. Die entsprechenden Bildunterschriften sind bereits angebracht und ihr müsst sie nur noch den passenden Gemälden zuordnen. Wenn ihr es richtig gemacht habt, könnt ihr euch von der virtuellen Museumsassistentin etwas über das Werk erzählen lassen. Auf Wunsch könnt ihr das auch mit den bereits im Museum angeordneten Kunstwerken tun, um mehr über den Künstler und seinen Heimatort zu erfahren. Sobald ihr dann an den Empfang zurückkehrt und auf die Videoüberwachung schaut, werdet ihr ohnmächtig.
Ihr erwacht in einem abgeschlossenen Raum, in dem euch wichtige Spielmechaniken beigebracht werden. Ihr erfahrt, wie ihr einem Bild „Aktivierungen“ hinzufügen oder entfernen könnt. Dies braucht ihr direkt im Anschluss, wenn ihr das erste Mal alle sechs Gemälde der potentiellen Mörder-Musen in eure Finger bekommt. Ab jetzt beginnt das eigentliche Spiel: Ihr hängt jeweils eins der Gemälde über eine Bildunterschrift (mit Schlagwörtern wie Mord, Leidenschaft, etc.) und aktiviert das Bild per Klick. Dadurch wird euch ein kurzer Videoclip von einer der Musen gezeigt, die mit dem toten Maler Mordechai über das Thema der Bildunterschrift sprechen. Wenn ihr den Hinweistafeln im Museum folgt, die euch eine Themen-Reihenfolge nahelegen, werdet ihr auch Polizeiverhöre freischalten, aus denen ihr zum Ende ableiten sollt, wer der Mörder ist.

Wer ist denn jetzt der Mörder?
Selbst wenn ich wollte, könnte ich euch das nicht verraten, denn der Mörder wird in jedem Spielverlauf zufällig bestimmt. Somit gibt es bei den entscheidenden Videos mehrere Varianten, von denen ihr in eurem Spieldurchgang natürlich immer nur die passende angezeigt bekommt. Das bedeutet entsprechend auch, dass ihr von den über 700 Filmschnipseln nur einen Bruchteil zu sehen bekommen werdet.
Nach drei Nächten innerhalb des Spiels sowie circa drei Stunden für euren ersten Durchgang solltet ihr genug Clips gesehen haben, um einen Täter bestimmen zu können. Danach werdet ihr mit einer Punktzahl bewertet, die euch wohl auch motivieren soll, noch weitere Durchgänge zu starten und den Highscore zu erhöhen. Möglich wird dies zum Beispiel durch eine effektivere Spielart.

Fazit
Das Konzept von Murderous Muses fügt dem FMV-Detektivspiel-Genre neue Elemente hinzu. Dadurch, dass es am Ende Punkte gibt, und dass der Mörder sowie der Grundriss des Museums zu Beginn zufällig bestimmt werden, entsteht auch eine gewisse Wiederspielbarkeit. Die Geschichte ist nicht uninteressant, kommt aber in Bezug auf Komplexität und Vielschichtigkeit mit einem Ausnahmespiel wie Immortality bei weitem nicht mit.
Die schauspielerischen Leistungen haben mir gefallen, die deutschen Untertitel sind mir nicht negativ aufgefallen. Nur innerhalb des Museums fand ich manche haarsträubenden Übersetzungen (Spirits = Spirituosen?!), so dass ich geneigt war, das Spiel komplett auf englisch zu spielen.
Die relativ simplen Deduktionen haben mir im Vergleich zu den komplexen Fällen von The Case of the Golden Idol oder dem frisch erschienenen DLC Golden Idol Mysteries – The Spider of Lanka nicht ganz so gut gefallen, aber dies ist sicherlich Geschmackssache.
- Detektivspiel für MacOS, PC, Playstation 4, Switch und Xbox One
- Einzelspieler
- Für Anfänger bis Profis
- Preis: 13,99 Euro
- In einem Satz: Detektivspiel mit FMV-Sequenzen, Puzzle-Einlagen und Zufallselementen.
