Der Beitrag “Spiele-Check: Might & Magic – Clash of Heroes – Definitive Edition” erschien zuerst am 20.07.2023 auf GamersGlobal als User-Inhalt unter Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 3.0 DE DEED.

| Titel: | Might & Magic: Clash of Heroes – Definitive Edition |
| Erscheinungsdatum: | 20.07.2023 |
| Plattformen: | Windows, PS4, Switch |
| Entwickler / Herausgeber: | DotEmu / DotEmu |
| Homepage: | Steam-Seite des Spiels |
Manche Zufälle sind schon eigenartig. Ausgerechnet zu zwei beinahe übersehenen Meisterwerken, die ich euch jeweils in Liebeserklärungs-Artikeln vorgestellt hatte, erscheinen kurz nacheinander Neuauflagen. Ghost Trick machte dabei den Anfang, Clash of Heroes zieht hiermit nach. DotEmu hat den Klassiker von Capybara Games generalüberholt, in dem Match-3-Gameplay als Grundlage für spannende taktische Duelle dient. Ob die Neuauflage ähnlich gut wie bei Ghost Trick gelungen ist und was sich überhaupt im Vergleich zum Original von 2010 geändert hat, erfahrt ihr in diesem Spiele-Check.

Immer noch das gute alte Spiel
Das schon im Original äußerst gut durchdachte Gameplay blieb zum Glück unangetastet. Die Kernmechanik ist der rundenbasierte Kampf, in dem ihr eure eigenen Einheiten in die Richtung der Feindtruppen sowie dem dahinter stehenden Gegner schickt. Sowohl euch als auch eurem Feind steht dafür ein Spielfeld von 8×6 Feldern zur Verfügung, auf dem zu Beginn des Kampfs zunächst ein Teil eurer Armee zufällig verteilt wird. Durch geschicktes Umsortieren eurer Einheiten stellt ihr nun Angriffs- oder Verteidigungsformationen her. Euer Ziel ist es, die Lebenspunkte eures Gegenübers auf Null oder darunter zu reduzieren, bevor euch selbst die Lebenslichter ausgehen. Garniert wird das Ganze mit Spezialeinheiten, Spezialangriffen, Combos, Belohnungen für besonders clevere Züge und vielem mehr. Für eine tiefergehende Beschreibung verweise ich gerne noch einmal auf meinen Artikel.

Immer noch nettes Drumherum
Die Präsentation hebt sich deutlich vom Original-Pixel-Stil des Nintendo DS ab und entspricht größtenteils den HD-Auflagen aus der Playstation 3 und Xbox 360-Zeit. In der Kampagne werdet ihr zunächst Zeuge einer Dämoneninvasion, bei der sich die fünf spielbaren Hauptpersonen in letzter Not durch ein Dimensionsportal retten können.
Zu Beginn erlernt ihr in der Rolle der Elfin Anwin, die sich auf naturverbundene Kämpfer verlässt, die Grundlagen des Spiels. Danach spielt ihr Godric und seine ritterliche Armee, gefolgt von Fiona, die neuerdings offenbar als Herrin der Untoten gilt, und Aidan, der seit kurzem die Kontrolle über Dämonen übernehmen kann. Zum Schluss herrscht ihr als Nadia über diverse magiebegabte Wesen.
Das Spielgeschehen abseits des Kampfes findet auf einer Karte mit festen Wegpunkten statt. Hier begegnen euch nicht einfach nur immer mehr Feinde – ihr könnt zum Beispiel auch hilfreiche Artefakte, neue Einheiten, Ressourcen, Nebenaufgaben oder Rätselherausforderungen finden.
Und das alles genauso, wie es bereits in der Ursprungsversion war.

Feine Unterschiede
Auf den ersten Blick hat sich nicht viel getan, wenn man die Playstation 3- oder Xbox 360-Fassung aus dem Jahr 2011 zum Vergleich heranzieht. Die Neugestaltung der Charakterportraits wäre aus meiner Sicht nicht nötig gewesen, ist aber ganz gut gelungen. Ob sie euch besser gefallen als die Original-Portraits ist Geschmackssache.
Schön finde ich die Integration des DLCs I am the Boss, mit dem man im Multiplayer-Modus auch die vier Bosse der Kampagne spielen kann. Bei der Definitive Edition kommt noch der Erzdruide Euny hinzu, den ihr im Laufe der Kampagne mit Anwin kennenlernt. Insgesamt soll der Multiplayer-Modus neu ausbalanciert worden sein.

Leider konnte ich das vor dem Release mangels Spielern auf den Servern nicht selbst testen. Sehr gerne hätte ich einige Multiplayer-Partien bestritten, aber ich hoffe, das ab dem offiziellen Erscheinungstag nachholen zu können.
Bevor ihr euch aber selbst in die Multiplayer-Schlacht stürzt, solltet ihr die gut 25-stündige Kampagne einmal durchspielen. Denn zum einen sammelt ihr dabei die notwendige Erfahrung, um gegen menschliche Gegner bestehen zu können, und zum anderen schaltet ihr Charaktere und Artefakte für Duelle gegen menschliche Spieler frei.

Fazit
Mitterweile habe ich Clash of Heroes unzählige Male durchgespielt, und die Kampagne der Definitive Edition hat sich exakt genauso angefühlt, wie alle Durchgänge davor. Das Spiel hat für mich aber noch nichts von seiner Faszination eingebüßt, auch wenn die Frage berechtigt ist, ob sich die Anschaffung der neuen Version lohnt. Solltet ihr eine der alten Versionen besitzen und kein Interesse am Multiplayer haben, würde ich das eher verneinen. Kennt ihr das Spiel noch nicht und habt auch nur das leiseste Interesse an diesem Spielprinzip, dann solltet ihr euch Clash of Heroes schnellstmöglich zulegen.
Die Ursprungsversion wurde von Steam entfernt, so dass ihr dann auf jeden Fall auf die Definitive Editon zurückgreifen müsst. In den ersten beiden Wochen nach Release gibt es einen Rabatt von 15 Prozent. Solltet ihr die alte Version besitzen, erhöht sich dieser auf 55 Prozent.
Die Definitive Edition von Clash of Heroes läuft übrigens perfekt auf meinem Steam Deck.
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