Mein Elden-Ring-Tagebuch #1

Die Welt hat sich schon schon durch die Erweiterung Shadow of the Erdtree für Elden Ring gekämpft. Ich habe endlich mal mit dem Basisspiel aus dem Hause FromSoftware begonnen.

Demon’s Souls war für mich der erste Berührungspunkt mit dem von FromSoftware begründeten „Soulslike“-Genre. Irgendwann tauchte der Titel in Playstation+ auf der PS3 auf und zog mich in seinen Bann. Durchgespielt habe ich den Urvater des Genres aber erst deutlich später, dann sogar mit einer geschenkten Retail-Version. Wobei: Den letzten „Gegner“, um das Newgame+ zu starten habe ich eigentlich noch gar nicht getötet. Meine Erlebnisse könnt ihr euch in meinem Playthrough auf Yotube anschauen. Und irgendwann nehme ich auch noch die finale Episode auf – auch wenn ich dann erstmal die PS3 anschließen muss (der Umzug ist ja erst ein paar Jahre her).

Soulslike?

„Ja, aber“, sagen jetzt vielleicht manche, und runzeln die Stirn. Der Urvater ist doch eigentlich King’s Field. Ja, vielleicht. Aber die herrschende Meinung sieht Demon’s Souls als DEN Urvater. Und schließlich heißt das Genre ja auch Soulslike. Nicht King’s Field-Like.

Und damit sind wir auch schon beim Thema: einem hauseigenen Soulslike. Schließlich hat Elden Ring nicht einmal ein „Souls“ im Namen. Ihr sammelt auch keine Seelen, sondern Runen auf. Für die Hintergrundgeschichte hatte sich der japanische Entwickler übrigens George Raymond Richard Martin mit ins Boot geholt. Als Konsument hätte ich mir gewünscht, er hätte lieber die TV-Serie Games of Thrones vor dem Untergang gerettet oder auch einfach die Reihe A Song of Ice and Fire fertiggeschrieben. Nun ja, wie ein fränkischer Philosoph einst sagte: „Wäre, wäre, Fahrradkette“.

Ich war jedenfalls schon länger heiß auf Elden Ring und habe es mir immer mal wieder in der Bibliothek geliehen. Aber irgendwie kam immer etwas dazwischen. Diesmal habe ich es aber geschafft und vor der Rückgabe angefangen zu spielen. Zumindest für die erste Folge meines unglaublich kreativen „Elden-Ring-Tagebuchs“ hat es gereicht, denn irgendwie will ich das Spielerlebnis schon transportieren. Auch wenn ich noch gar nicht weiß, wie weit ich überhaupt spielen werde. Aber auf ein Let’s Play habe ich keine Lust – da stehen Aufwand und „Ertrag“ schlicht in einem ganz schlechten Verhältnis. Außerdem haben die „Drei DKSN-Musketiere“ ja „einen Ort für die Veröffentlichung ihres kreativen Outputs“ geschaffen. Und ich bin auch dabei. Rund vier Jahre nach Release. Los geht’s!

Charaktererstellung und Intro

Die erste wichtige Frage in Elden Ring ist natürlich: Was für einen Charakter will ich überhaupt spielen? Diverse Klassen stehen zur Auswahl. Letztlich bestimmen sie aber wohl, wie üblich, nur eure Startwerte und eure Startausrüstung. Samurai, Bandit, Warrior, Prisoner, Confessor, Wretch (quasi die blanke Version auf Stufe 1 mit gleichmäßig verteilten Stats und nur dem Holzknüppel), Vagabond, Prophet oder Astrologer. Die Auswahl ist groß. Ich hatte aber keine Lust auf eine vertiefte Vorabrecherche. In Versuchung brachte mich das selbst zu beschreibende Blanko-Blatt Wretch. Die zarte Hoffnung, dass der schwerere Start langfristig Vorteile bringt, da die Stats zusammengezählt auf 80 kommen, hat ein Blick in die Wiki zerschlagen: Nein – auf Level 10 haben alle Klassen 89 Punkte. Nun ja, die Rückgabefrist nahte und da lachte mich doch noch der Hero an, der optisch ein bisschen im Barbaren-Look daherkommt. Zumindest hat er eine fette Axt, ein Schild und trägt Fell. Da konnte ich nicht „nein“ sagen.

Dann wird auch schon die Hintergrundgeschichte ziemlich pathetisch vorgetragen. Letztlich gibt es den Elden Ring, der irgendwie für die Welt wichtig ist, aber von Queen Marika zerstört wurde. Ihre Kinder sammelten die Splitter auf und haben sich zerstritten. Verwüstung ohne Sieger. Was liegt da näher, als dass ein Untoter wie wir, ein Tarnished, das ganze wieder ins Lot bringt: Scherben einsammeln, Ring reparieren, eine Melina an die Macht bringen. Ja, ich habe für die Kurzzusammenfassung online nachgeschaut, denn wirklich abgeholt wurde ich vom Spiel nicht. Dazu fehlte irgendwie der besondere Touch. Etwas irritiert hat mich, dass ich scheinbar schon im Intro mehrere Bossgegner gezeigt bekommen habe (oder war das nach der Tutorial-Höhle?). Denen will ich doch eigentlich erstmals in freier Wildbahn begegnen.

Tutorial

Los geht es dann auf einer Art kleinen, fliegenden Inseln. Die haben mich an den Start von Pillars of Eternity 2 erinnert. Und natürlich lauerte da ein Bossmonster, das mich erstmal plattgemacht hat. Kann man es auch irgendwie besiegen? Vermutlich, aber das Spiel scheint Gefallen daran zu finden, mich direkt zu töten.

Dann ging es in einem Höhlensystem weiter. Hier konnte ich dann in ein dunkles Loch runterkraxeln und einen Tutorial-Gang durchlaufen. Da wird ganz nett erklärt wie man schlägt und blockt. Zunächst gegen ziemlich unfähige Arbeiter, danach gegen erste, auch ziemlich unfähige, Wachen. Und dann öffnet sich auch schon die Welt von Elden Ring.

Open-World-Gedöns

Dabei hatte ich meinen Enshrouded-Moment, als ich vor die Höhle trat und sich vor mir die Open-World-Ödnis erstreckte. Denn das ist eine Neuerung im Vergleich zu den anderen Souls-Spielen von FromSoftware: Elden Ring ist ein Open-World-Erlebnis. Für mich mittlerweile eher ein Warnhinweis. Statt clever designter Areale, die sich immer weiter erschließen lassen, eine Open World. Kräuter aufsammeln muss ich jetzt übrigens auch noch. Puh. Hoffentlich artet das nicht so aus wie die Crafterei in Horizon: Zero Dawn, denke ich mir nur.

Die Spielerführung ist ganz okay. Ich treffe einen Hinweisgeber: Zur Burg soll ich also, gut, die sehe ich. Einen riesigen, güldenen Baum sehe ich auch. Top. Technisch läuft auch alles. Es wird aber schon ein bisschen rumgeglitched und rumgeclipped und ein optischer Hochgenuss ist Elden Ring auch nicht (mehr?) unbedingt. Das macht aber nichts – Hauptsache, die Inhalte stimmen.

Oh, und da ist ja auch schon ein goldener Reiter. Nein, nicht der von Joachim Witt. Sondern der, der in unzähligen Content-Creator-Videos zu sehen war. Und der machte mich auch gleich platt, als ich versuchte, ihm rumglitchend zu entkommen. Beim zweiten Mal klappte es besser und ich entdeckte auch meinen ersten Händler. Nebst Leuchtfeuer oder wie das jetzt heißt. Davon gibt es auch eine abgeschwächte Variante, die nur dem Respawn dient.

Nach meiner heroischen Flucht vor dem Goldenen Reiter und dem kurzen Shoppingtrip entdeckte ich dann auf dem Weg zur Burg hinter einer Ecke einen Dungeon-Eingang. Nahtlos ging ich ein paar Schritte rein. Und meine Spielzeit war um. Ich bin jetzt ehrlich gesagt doch gespannt, was mich in dem Dungeon erwartet. Ob ich da sinnvoll agieren kann oder so zerlegt werde, wie in Dark Souls, wenn man vom ersten Leuchtfeuer aus in die falsche Richtung, nämlich Richtung Friedhof, geht?!

Seid ihr auch gespannt? 😉

Avatar-Foto

Über Vampiro

Variety Gamer seit Crystal Castle auf dem Atari 2600 Junior. Mein Herz schlägt besonders für Strategie, Taktik, Wargames und Aufbau nebst allen Untergenres (wie Taktik-RPGs ;-) ).

Alle Beiträge anzeigen von Vampiro

6 Comments on “Mein Elden-Ring-Tagebuch #1”

  1. „Elden Ring“ liegt noch auf meinem Pile-of-shame. Habe allerdings aktuell keine Playstation auf der ich es spielen könnte. Ich habe noch nie ein Souls-like gespielt. Aber irgendwie muss man ja auch mal mitreden können 😉
    Bin aber sehr gespannt, wie es bei dir weitergeht und wie dir das Spiel gefällt.

    1. Hi Jo,

      vielen Dank für dein Interesse 🙂 Ahhh, das mit dem Pile of Shame ist ja har, noch härter, wenn dann noch die Hardware dafür fehlt!

      Wenn du Open World magst, scheint mir Elden Ring bislang ein guter Start. Es ist halt das Neueste, bekannteste, vermutlich erfolgreichste Souls-like 🙂

      Das freut mich natürlich sehr, ich werde berichten 🙂 Morgen gehe ich in die Bib, Stand jetzt ist das Spiel verfügbar, dann würde es zeitnah weitergehen 🙂

    1. Sehr gut! Viel Erfolg!
      Ich halte von den Dingern Abstand. Hab im Rahmen irgendeines Playstation-Dings mal kostenfrei Bloodborne angespielt und stelle fest: Nix für mich.

      1. Vielen Dank für dein Interesse 🙂

        Habe Bloodborne auch angefangen, auch als LP, aber noch nicht durch.
        https://www.youtube.com/watch?v=15RKR8qPop4&list=PLf8YMdyOQAoesxR2Vt5REus6gZ74dQxEm

        Sogar auf deutsch 😀

        Es hat mich aber nicht so begeistert. Es spielt sich auch deutlich anders, ist mehr auf Counter Attack (mit der Pistole) zum stunnen aufgelegt, blocken geht gar nicht. Also schon deutlich anders, wie auch Sekiro. Das Setting hat mich auch nicht soooooo abgeholt. Am besten finde ich bislang nach wie vor Demon’s Souls in der PS3-Version (ist düsterer, man sehe sich die Vergleichsbilder vom Swamp of Sorrows an, auf der PS3 sieht man kaum was, viel bedrohlicher).

  2. Puh, ja dann mal viel Spaß, falls du es weiterspielst. Ich habe irgendwas um die hundertzwanzig Stunden gebraucht um das das Teil durchzuspielen und in einem Anfall von wochenlange Wahn schlussendlich zu platinieren.

    Elden Ring ist unglaublich belohnend, unglaublich frustrierend, unglaublich auf allen Ebenen – ein echtes Meisterwerk. Ich glaube ich brauche kein weiteres Soulslike in meinem Leben mehr. Allein aus Gründen der Gesundheitsprävention. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert