McPixel 3

Der Beitrag “Spiele-Check: McPixel 3 – Albern-absurdes Action-Abenteuer” erschien zuerst am 16.11.2022 auf GamersGlobal als User-Inhalt unter Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 3.0 DE DEED.

Dieses Spiel ist einfach Bombe! Ein Feuerwerk allererster Güte! Ein Knaller jagt den Nächsten! Granaten-Stimmung und Gag-Raketen am laufenden Band! Eine hochexplosive Mischung, die ihresgleichen sucht! Ihr werdet Feuer und Flamme für McPixel 3 sein!

So, damit habe ich mein Kalauer-Pulver schon am Anfang verschossen. Ob ich bei der Beschreibung des direkten Nachfolgers von McPixel übertrieben habe, erfahrt ihr in diesem Check. Ihr fragt euch, was mit dem zweiten Teil passiert ist? Die womöglich nicht ganz ernst gemeinte Antwort gibt euch das unten eingebundene Video von Publisher Devolver Digital.

If it’s not Love then it’s the Bomb

Der namensgebende Rotschopf McPixel erlebt in dieser Fortsetzung des ersten Teils aus dem Jahr 2012 nicht weniger als einhundert Abenteuer. In diesen einhundert kleinen Abschnitten ist es eure Aufgabe, durch Anklicken von Gegenständen und Personen „die Lage zu retten“. Und in den meisten Fällen beinhaltet das die Entschärfung einer Bombe oder etwas anderem Hochexplosiven. In jeder Szene habt ihr nur wenige Sekunden Zeit bis die Bombe platzt. Doch das ist gar nicht so schlimm, denn sofort werdet ihr in die nächste Situation geworfen und könnt euch dort austoben. Genauer gesagt befindet ihr euch in einem Loop von mehreren Szenen. Habt ihr eine Aufgabe gelöst, wird diese im Loop übersprungen. Das Ganze macht ihr dann so lange, bis ihr alle Lösungen dieser Aufgaben-Schleife gefunden habt. Als Belohnung gibt es unter anderem Münzen, die ihr für das Freischalten von Kapiteln benötigt.

Das alles klingt jetzt zugegebenermaßen spielerisch nicht besonders anspruchsvoll, und das ist es auch nicht. Das Interessante an dem Spiel sind die häufig unvorhersehbaren Reaktionen von McPixel auf eure Anweisungen und die daraus entstehenden grotesken Situationen. Ihr klickt in einem abstürzenden Flugzeug auf den Fallschirm? McPixel nimmt ihn, und schmeißt ihn durch die offene Luke! Das Spiel ist wie eine Gag-Schrotflinte: Nicht jede Humor-Kugel trifft, aber die Streuung ist so groß, dass doch einige Lacher dabei herausspringen. Aber nur, wenn euer Humor zu großen Albernheiten, die auch manchmal unter die Gürtellinie gehen, kompatibel ist. Falls ihr nur mit dem Kopf schütteln könnt, wenn McPixel meist auf Kosten anderer den Tag rettet und ihnen dabei mit den unterschiedlichsten Gegenständen Schmerzen zufügt oder gar seine Blase auf sie entleert, dann solltet ihr wohl einen großen Bogen um das Spiel machen.

Was gibt’s Neues?

Im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger findet man in McPixel 3 einige kleinere Neuerungen. Neben einer Oberwelt, die die Kapitel zusammenhält, haben sich auch Mini-Games in das Spiel geschlichen. Diese sollen wohl für ein wenig Abwechslung sorgen, kommen zum Glück aber nicht zu häufig vor. Manchmal wechseln diese auch von der 2D-Perspektive in die dritte Dimension und ähneln dabei den einschlägigen 3D-Shootern aus dem Beginn der 1990er Jahre. Auch Kleinigkeiten wie freischaltbare Kostüme könnt ihr in McPixel 3 finden.

Zu behaupten, es gäbe eine übergreifende Geschichte, wäre zwar etwas hochgegriffen, aber zumindest läuft alles auf ein hochdramatisches Ende mit einem spannenden Showdown hinaus. Ihr werdet auch auf manche „Geheimlevel“ stoßen, die alle auf ihre Art eine Besonderheit haben. Eine davon ist „Steve“. Steve ist überall in der Welt versteckt. Wenn ihr ihn findet, dürft ihr auch einige Szenen mit ihm spielen. Der dazugehörige Jingle, der dazu abgespielt wird (STEVE), unterstreicht herrlich die Absurdität des Spiels.

Geplante Sinnlosigkeit und Liebe zum Detail

Das Spiel setzt voll auf die Humor-Karte und bringt euch absichtlich in viele sinnlos anmutende Situationen, die gerade auch deswegen viel Spaß machen. Die Orte, in denen das passiert, sind sehr liebevoll und fantasiereich gestaltet. So findet ihr euch zum Beispiel im Inneren eines Computers wieder, in der Mitte eines Schlachtfelds, im Weltraum, in einer Sitcom, in einem Action-Film und noch vielem mehr.

Ein Beispiel für eine dieser absurden Situationen: Ihr seid in der Steinzeit und seht, wie Höhlenmenschen ein Monument anbeten, das verdächtig an einen überdimensionalen Gameboy erinnert. Wenn ihr versucht, den Riesen-Handheld einzuschalten, stellt ihr fest, dass dieser keinen Strom hat. Wenn ihr nun aber dabei helft, ihn anzubeten, schlägt ein Blitz in ihn ein und ihr könnt plötzlich ein Spiel auf ihm spielen. Dieses Spiel bringt euch bei, wie man über Abgründe springt. Und genau das braucht ihr jetzt auch, denn in der nächsten Sekunde werdet ihr und eure Steinzeitfreunde von einem wilden Tier angegriffen und durch die Gegend gejagt…

Fazit

Dem polnischen Indie-Entwickler Sos Sosowski ist mit McPixel 3 wieder einmal eine wundervolle Hommage an die Pixel- und Nerd-Kultur gelungen, die vor allem mit brachialem und trotzdem einfallsreichen Humor glänzt, aber wenig spielerischen Anspruch bietet. Es als einfache Minispiel-Sammlung zu bezeichnen, würde dem Spiel allerdings nicht gerecht werden. Es ist ein wunderbares Kleinod und kann, wenn ihr euch darauf einlasst, für stundenlangen Spielspaß sorgen. Wohlgemerkt auch gerne in kleinen Häppchen, denn das Spiel verliert nichts von seinem Charme, wenn ihr nur kurz zwischendurch Zeit dafür habt und dann an einem anderen Tag in die McPixel-Welt zurückkehrt. Die Steuerung per Touch, Maus oder Gamepad ist vorbildlich und absichtlich sehr einfach gehalten. Für mich war es ein Riesenspaß!

  • Comedy-Spiel für Windows, MacOS, Linux, Switch, PS4, PS5, Xbox One, XBox Series X|S
  • Einzelspieler
  • Für Einsteiger bis Profis
  • Preis: 9,75 Euro auf Steam
  • In einem Satz: Würdige Fortsetzung der bombigen Pixel-Joke-Legende
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Über TheLastToKnow

Adventure-Fan aus dem Ruhrpott, groß (aber nicht erwachsen) geworden mit den SCUMM-Adventures in den 1990er Jahren. Spürt immer wieder kleine Indie-Perlen auf und zerrt sie ans Tageslicht.

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