Mars Attracts (First Look)

Was passiert mit den Menschen, die von Aliens entführt werden? Manche von ihnen landen offenbar als Attraktionen in einem Menschen-Zoo auf dem Mars.

Das irische Studio Outlier entlässt die schräge Vergnügungspark-Wirtschaftssimulation Mars Attracts heute in den Early Access auf Steam. Wenn ihr, wie der Autor dieser Zeilen, auch bereits seit einiger Zeit die 40 hinter euch gelassen habt, kennt ihr vielleicht noch den Film Mars Attacks! aus dem Jahr 1996, in dem der nicht ganz so unbekannte Regisseur Tim Burton Regie geführt hatte. Die Sammelkarten-Reihe, auf die der Film basiert und die in den 1960ern ihren Ursprung hat, ist hierzulande wohl weniger bekannt.

Da die Vorlage bereits sehr schräg ist, haben wir natürlich auch von der ersten Versoftung des Themas genau diese Verrücktheit erwartet. Gespannt durften wir vorab den Menschen-Zoo-Manager mimen und teilen euch in diesem Artikel unsere Erlebnisse mit.

Ack Ack Ack Ack Ack Ack Ack

In Mars Attracts steht ihr auf der Seite der Marsianer und seid als Manager des neuesten Menschen-Zoos eingestellt worden. Doch ihr werdet nicht gleich im nicht vorhandenen Regen stehen gelassen: Die Einführungsmissionen stellen euch, wie ihr das vielleicht von ähnlichen Genre-Vertretern kennt, die Spielmechaniken Schritt für Schritt vor.

Selbstverständlich nehme ich meine neue Aufgabe als Menschen-Manager äußerst ernst. Dem leeren Gelände, das später der Mars-Bevölkerungs-Belustigung dienen soll, füge ich pflichtbewusst erst einmal ein Menschen-Gehege hinzu. Mir steht nur das alte Rom als Thema des Geheges zur Verfügung, später kommen aber noch weitere typisch menschliche Lebensräume wie das Wikinger- oder das Wilder-Westen-Setting hinzu. In das Gehege setzte ich typisch menschliche Gegenstände wie ein übergroßes Hamsterrad zur körperlichen Ertüchtigung (und zum Spaß), einen großen Trog zur Nahrungsaufnahme und eine Nippeltränke, an der die Menschen, wie alle Marsianer wissen, liebend gerne ihren Durst stillen. Auch die weiteren Gegenstände, die im Gehege landen, sind perfekt auf den Menschen abgestimmt, wie etwa die gemütlichen Schlafstätten aus poliertem Edelstahl. Natürlich vergesse ich auch möglichst große Fenster nicht, damit die Besucher das wilde Treiben im Gehege beobachten können.

Um den Mars-Besuchern das bestmögliche Erlebnis zu bieten (und mehr Mars-Kohle zu scheffeln), baue ich auch Fressbuden und Fahrgeschäfte. Hier und da noch die eine oder andere Dekoration platziert, und schon ist der Park bereit für die Besucher, oder? Nein, die Menschen fehlen ja noch! Aber kein Problem, ich sende einfach ein Entführungskommando auf die Erde, die den Park mit Menschen und menschlichen Gegenständen versorgen.

Um weitere Dinge freizuschalten, führe ich an den Menschen Experimente durch. Immerhin wird das doch von uns Marsianern erwartet, richtig? Außerdem schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe: Ich sammle Forschungspunkte, wenn ich die Menschen etwa auf ihre Reißfestigkeit teste, und die Besucher werden belustigt.

Aber zum Manager-Alltag gehört auch, sich um die Dinger hinter den Kulissen zu kümmern. Strom- und Wasserversorgung muss sichergestellt werden, Wege müssen geplant und angelegt werden, Mars-Mitarbeiter müssen eingestellt werden. Und auch die Sicherheit sollte nicht außer Acht gelassen werden, denn wir möchten bestimmt keine wildgewordenen Erdenbewohner frei herumlaufen lassen.

Ack Ack Ack Ack Ack

An meinen Ausführungen habt ihr vielleicht schon bemerkt: Wer schon einmal ein Theme-Park- oder Zoo-Tycoon-Spiel gespielt hat, wird viele Dinge direkt wiedererkennen. Mars Attracts bringt aber einen wunderbaren Twist ins Genre, der den Humor der Filmvorlage perfekt trifft. Der fiese Look der Marsianer entspricht optisch genau dem, was schon in den Sammelkarten publiziert wurde. Alles wirkt sehr liebevoll und detailreich gestaltet und deutet darauf hin, dass die Macher selbst große Fans der Vorlage sind.

Die Early-Access-Version lieft bei mir sehr stabil und die ersten Missionen ließen sich angenehm runterspielen. Die Komplexität nimmt behutsam zu; wie es dann später im Spiel aussehen wird, kann ich jedoch noch nicht beurteilen. Was ich aber beurteilen kann, ist ein geniales Easteregg: Aufgrund des Feedbacks der Spieler, die bei Mars „Attracts“ keine Wirtschaftssimulation erwartet haben, hat der Entwickler eine „Dating-Sim“ im Hauptmenü versteckt, die das Dating-Genre sehr spaßig und augenzwinkernd aufs Korn nimmt.

Ack

Mein erster Blick in Mars Attracts hat mir wirklich erstaunlich gut gefallen. Der Humor trifft sowohl den des Films als auch meinen auf den Kopf und der Park-Management-Unterbau gefällt mir ebenfalls.

Der grafische Stil wird der Vorlage durchaus gerecht, auch wenn die Grafik an sich jetzt keine offenen Münder provozieren wird. Die originalgetreue marsianische Sprachausgabe wird unter anderem von deutschen Texten begleitet, was das Verständnis für menschliche Spieler deutlich erleichtert. Ack ack, ack.

Da ich hin und wieder gerne einmal in dieses Genre hineinschnuppere, werde ich sicherlich noch ein paar Stündchen in die Early-Access-Version versenken. Wenn ihr das auch tun möchtet, könnt ihr hier zuschlagen.

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Über TheLastToKnow

Adventure-Fan aus dem Ruhrpott, groß (aber nicht erwachsen) geworden mit den SCUMM-Adventures in den 1990er Jahren. Spürt immer wieder kleine Indie-Perlen auf und zerrt sie ans Tageslicht.

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