M.A.D.S. – Die Adventure-Engine (Teil 1)

Dragonsphere

Mittlerweile befinden wir uns im Jahr 1994. Zweimal hatte MicroProse mit viel Aufwand versucht, in die Top-Riege der Point-and-Click-Adventures aufzusteigen, zwei mal waren sie gescheitert. Doch sind nicht aller guten Dinge drei?

Nach einem Science-Fiction- und einem Realwelt-Abenteuer nahm sich MicroProse nun des Fantasy-Genres an. Dies bot sich auch an, da viele der beteiligten Mitarbeiter große Tolkien-Fans waren. Als Game Designer entschied man sich für Douglas Kaufman, der 1992 bereits das Fantasy-Rollenspiel Darklands für MicroProse entworfen hatte. Gruson blieb Produzent und Reynolds technischer Direktor. Heraus kam Dragonsphere.

Die namensgebende „Drachensphäre“ ist eine magische Kugel, die einen bösen Zauberer davon abhielt, das Königreich Gran Callahach zu zerstören. Doch die Zauberkraft der Kugel schwindet, so dass der junge König sich dem bösen Zauberer entgegen stellen muss, um sein Königreich zu retten. Dazu bereist er seine Lande, um die Hilfe verschiedener Bewohner einzufordern.

Die CD-ROM-Version enthielt erneut durchgängig englische Sprachausgabe. Eine deutsche Version gab es auch hier nicht. Dafür konntet ihr wieder zwischen zwei Schwierigkeitsgraden wählen. Und die Spielemagazine fanden auch hier wieder Dinge, die sich nicht mochten. Die Spielzeit von etwa fünf Stunden wäre deutlich zu gering, die Charaktere zu flach und die Sprachausgabe zu hohl. Sogar das Verben-Interface wurde als zwischenzeitlich überholt und zu kompliziert kritisiert. Im gleichen Jahr hatte LucasArts bei Sam & Max – Hit the Road auf die Verbenleiste verzichtet und durch eine Zwei-Klick-Maussteuerung ersetzt. Das machte darüber hinaus bildschirmfüllende Hintergründe möglich. Wie bei den Vorgängerspielen erwiesen sich PowerPlay (66 %) und PC Player (67%) wieder als Spielverderber, während vor allem die PC Games (90 %) von Dragonsphere begeistert war.

Auch mit dem dritten Versuch kam das Team also nicht an LucasArts vorbei. Die Verkäufe konnten ebenfalls nicht wirklich überragend gewesen sein, und somit wurde das Adventure-Kapitel bei MicroProse geschlossen.

Das endgültige Aus bei MicroProse war allerdings noch nicht das Ende für die M.A.D.S.-Engine! Unter dem Namen M4 sollte sie noch ein neue Inkarnation erfahren. Doch diese Geschichte erzähle ich euch im zweiten Teil.

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Über TheLastToKnow

Adventure-Fan aus dem Ruhrpott, groß (aber nicht erwachsen) geworden mit den SCUMM-Adventures in den 1990er Jahren. Spürt immer wieder kleine Indie-Perlen auf und zerrt sie ans Tageslicht.

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5 Comments on “M.A.D.S. – Die Adventure-Engine (Teil 1)”

  1. Zwei für mich komplett neue Spiele und eines, um das ich immer einen großen Bogen gemacht habe. Danke fürs Schließen meiner Wissenslücken. Mir war auch gar nicht klar, dass Rex Nebular mit MicroProse in Verbindung stand. Mir ist noch nie eine Box über den Weg gelaufen – und bei GoG schaue ich selten auf den Publisher.

  2. „ein überdurchschnittliches Adventure“..
    Wow, ernsthaft?
    Return of the Phantom besteht doch nur aus viel zu langsamen durch die Gegend gelaufe und total abstrusen Puzzles…
    Meintest Du nicht eher ein unterdurchschnittliches Adventure?
    Rex Nebular war anfangs gut und wurde immer übler, Dragonsphere war dann das erste Adventure, was, abgesehen von der kurzen Spielzeit, wirkich ne nette Story hatte und ganz Okay war.

    1. Ist alles über 50 Prozent nicht überdurchschnittlich? Immerhin ist es keine komplette Gurke. Aber ich schreibe es mal wenig deutlich um.

      EDIT: „für die Zeit leicht überdurchschnittlich“ ist mein Kompromissvorschlag! 😀

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