Dythlind durfte weiter in die Welt der Berufssimulationen eintauchen und nun als Bibliothekarin im Libritopia: Librarian Simulator arbeiten. Ob sie dieses Mal ein neues Highlight für sich entdeckt hat, erfahrt ihr hier.

| Titel: | Libritopia: Librarian Simulator |
| Erscheinungsdatum: | 30.01.2025 (Early Access) |
| Plattformen: | Windows, Linux |
| Entwickler / Herausgeber: | Aiyra, Little Giants / Nuuvem |
| Homepage: | Steam-Seite des Spiels |
Meine letzte Tätigkeit als Sushi-Meisterin im Simulationsspiel Sushi Bar Express dauerte ja leider nicht so lang, wie ich es mir dann doch eigentlich erwünscht hatte. Also hatte ich Zeit, nun als Bibliothekarin in dem bereits Ende Januar 2025 im Early Access erschienenen Libritopia: Librarian Simulator in Aktion zu treten.
Der Einstieg

Als Einzelspieler müsst ihr euch entscheiden, ob ihr den Survival-Modus, den Punktemodus oder den Entspannungsmodus spielen wollt. Im Survival-Modus steht euch ab dem zweiten Tag bzw. Abend nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung, um Bücher zu sortieren, bevor ihr die Bibliothek am nächsten Tag wieder öffnen könnt. Außerdem erhöht jeder nicht betreute Besucher den Unzufriedenheits-Zähler. Wenn hier das Limit von mehr als drei unzufriedenen Besuchern erreicht ist, ist das Spiel schneller vorbei, als ihr gucken könnt. Wie ihr eure Besucher zufriedenstellt, verrate ich euch aber erst später.

Im Punktemodus, der automatisch nach 15 Tagen endet, besteht eure Aufgabe darin, so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Diesen Modus habe ich bisher nicht gespielt, denn ich bin direkt zum Entspannungsmodus gewechselt, nachdem ich im Survival-Modus nach Tag vier verloren hatte. Man war einfach nicht zufrieden mit mir…
Zu Beginn begebt ihr euch am besten zuerst in euer Büro. Am PC erhaltet ihr die sogenannten Level-Belohnungen. Bevor ihr die Bibliothek um 9:00 Uhr öffnen könnt, erhaltet ihr hierüber einen Ausleihschalter, einen Hilfebereich für die Besucher und ein Bücherregal – mit anfangs nur acht Plätzen für Bücher. Diese Objekte können relativ frei innerhalb der Räumlichkeiten der Bibliothek platziert werden. Und ganz einfach ist es auch, Objekte wieder aufzunehmen und neu zu platzieren. Das finde ich ziemlich hilfreich, denn zu Anfang war zumindest mir noch nicht ganz klar, wie ich alle Möbel am besten platziere, um möglichst effizient arbeiten zu können.
Mädchen für alles

Obwohl ich im Entspannungsmodus gespielt habe, kann von Entspannung pur nicht die Rede sein. Wie fast immer bei solchen Spielen (und weil Libritopia ohne Tutorial auskommen will), probiert man sich so mehr oder weniger durch. Toll fand ich hier, dass immer wieder kurze Infos am Rand des Bildschirms erscheinen und mehr oder weniger erklären, was zu tun ist und wie. Das war mir persönlich eine große Hilfe.
Leider kommt auch dieses Spiel nicht ohne das „Lieferungen-ins-Haus-schleppen“ aus. Hier sind es die Bücher, die direkt am (Hinter-)Eingang abgelegt werden. Immerhin müsst ihr keine Bestellungen aufgeben. Ihr erhalten einfach eine Info am rechten, oberen Bildschirmrand, dass eine neue Bücher-Lieferung eingetroffen ist. Diese tragt ihr dann in das Lagerregal in eurem Büro oder direkt in den Hauptraum der Bibliothek, um diese dann umgehend in die Bücherregale abzulegen. Die Wege sind hier recht kurz gehalten, so dass sich auch im Laufe des Spiels der Frust darüber bei mir (und die damit verbundene Zeitverschwendung) in Grenzen hielt. Das habe ich in anderen Spielen ja auch schon anders erlebt. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass ihr Bücher „in Stapeln“ aufnehmen könnt und somit nicht jedes einzelne an seinen Bestimmungsort bringen müsst. Sind Regale voll, könnt ihr die Bücher außerdem auf dem Boden ablegen. Das habe ich aber erst relativ spät herausgefunden. „Trial and error“, sage ich da nur!
Warum die Entspannung ausblieb? Natürlich kommen mit der Zeit immer mehr Besucher zu euch. Finden sie die gewünschten Bücher nicht in den Regalen (zu Anfang habt ihr nur ein Regal mit acht Büchern), stellen sie sich in den Hilfebereich und warten auf euch. Durch Linksklick auf den Besucher erfahrt ihr in der linken oberen Ecke, welcher Titel gesucht wird. Anschließend macht ihr euch auf die Suche nach dem Buch. Entweder ist dieses dann schon im Ausleih-Regal abgelegt oder es liegt noch im Regal in eurem Büro oder vor der Hintertür, weil ihr es noch nicht geschafft habt, die Bücher-Lieferung hereinzutragen. Wählt also das vom Besucher gewünschte Buch aus und händigt es ihm aus. Als hilfreich hat sich für mich herausgestellt, die Regale entsprechend ihrer Genres zu beschriften. Wenn ihr wisst, wo ihr nach einem Buch zu suchen habt, ist das Ganze schon etwas einfacher.
Und nun kommen wir zur Zufriedenheit: Habt ihr ein Buch nicht vorrätig (oder könnt es einfach nicht finden; soll ja vorkommen), könnt ihr die Anfrage des Besuchers durch Halten der rechten Maustaste ablehnen. Das finden die Besucher nicht toll und bewerten dies negativ. Welche Bücher sich in eurem Bestand befinden, erfahrt ihr über den Punkt „Bücherdatenbank“ an eurem PC.
Da ihr am Anfang alleine in der Bibliothek arbeitet, bleibt alles vorerst an euch hängen. Besucher bedienen, Bücher-Lieferungen annehmen, Bücher einsortieren sowie Bücher zurücknehmen und in den Datenbestand einpflegen. Außerdem fühlen sich die Besucher vom Klingen diverser Handys gestört. Durch Drücken der Taste „F“ könnt ihr diese Störenfriede mit einem scharfen „Psssst!“ zur Ruhe rufen. Zuerst fand ich das ganz nett, wenn aber ständig irgendein Handy klingelt, während ihr z. B. Bücher zurücknehmt und diese entsprechend in eure Datenbank einpflegt, müsst ihr diese Tätigkeit unterbrechen, zu dem störenden Klingelgeräusch laufen und den Lärm durch „Psssst!“ unterbinden. Unnötig!
Aufwertung der Bibliothek

Auch in diesem Spiel geht es darum, seinen Arbeitsplatz weiterzuentwickeln. So erhaltet ihr im Laufe des Spiels die Möglichkeit, die Ausleihe und die Rückgabe zu automatisieren, indem dort Personal eingesetzt wird. Das spart euch ziemlich viel Zeit. Die braucht ihr aber auch, um die stetig anwachsenden Berge von Büchern verarbeiten zu können. So werden diese zwar am Rückgabeschalter – wenn bereits auf „automatisch“ aufgelevelt – ohne euer Zutun entgegengenommen und in den Bestand eingepflegt, verräumen müsst ihr diese aber schon selbst.
Des weiteren könnt ihr im späteren Verlauf Lesebereiche einrichten, an denen sich die Besucher niederlassen und Bücher lesen können. Natürlich seid ihr dann dafür zuständig, die gelesenen Bücher wieder in die Regale zu räumen, denn das können die Besucher offensichtlich leider nicht. Außerdem könnt ihr ebenfalls bei weiterem Level-Aufstieg die Räumlichkeiten durch einen „Anbau“ erweitern.
Die Bücherei schließt um 22:30 Uhr und im Entspannungsmodus habt ihr zu Beginn des neuen Tages (9:00 Uhr) unendlich Zeit, wieder Ordnung in die Räumlichkeiten zu bringen. Erst wenn ihr die Bücherei aktiv wieder öffnet – entweder über den entsprechenden Menüpunkt am PC oder einfachen Klick auf das entsprechende Post-It an eurem Whiteboard – läuft die Zeit und die ersten Besucher tauchen auf.
Fazit

Zuallererst gefällt mir, dass die unterschiedlichen Spielmodi direkt zum Spielstart zur Verfügung stehen. Den Mehrspielermodus habe ich nicht ausprobiert, hierzu kann ich also nichts sagen. Den Trailern nach zu urteilen scheint dieser aber ganz spaßig zu sein. Um ihn zu testen, müsste ich erst einmal jemanden finden, der dieses Spiel ebenfalls besitzt und mit mir spielen möchte. Freiwillige also vor!
Im Gegensatz zu anderen von mir getesteten Simulationen könnt ihr hier sogar euren Avatar anpassen. Zu Anfang natürlich noch mit begrenzten Auswahlmöglichkeiten, aber immerhin seid ihr nicht so körperlos, wie z. B. im Tavern Manager Simulator oder im Hotel Business Simulator. Eine ganz nette Abwechslung. Außerdem finde ich es gut, dass immer wieder die Tastenkürzel für auszuführende Aktionen eingeblendet werden. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für mich dafür, dass ihr die Bücherei einfach über das Büro öffnen und schließen könnt. Auch das habe ich schon anders und viel nerviger erlebt.

Als Nachteil empfinde ich, dass ihr ständig die Besucher zur Ruhe ermahnen müsst. Zeitverschwendung! (Ja, ich sehe es ein, ein von mir sehr häufig verwendeter Begriff in Bezug auf Simulationsspiele!) Ein weiterer Nachteil bezieht sich auf das System der Rücknahme von Büchern: Die Besucher warten hier am entsprechenden Schalter und legen die Bücher, die sie zurückgeben möchten, dort ab. Hier müsst ihr jedes mal den Titel, den Autoren sowie das Genre in eurer Datenbank erfassen. Ihr müsst diese Daten zwar nicht manuell eintippen, sondern könnt sie per Mausklick übernehmen, aber spätestens beim zwanzigsten Mal wird das ganz schön eintönig. Es würde völlig ausreichen, nur den Titel anklicken zu müssen und nicht jedes Mal auch noch Autor und Genre. Auch Zeitverschwendung! Sobald die Rückgabe aber automatisiert ist, braucht ihr dies nicht mehr zu tun.
Nichtsdestotrotz stellt sich mit der Zeit natürlich etwas „Langeweile“ ein, weil die Tätigkeiten immer dieselben sind, aber in den meisten Berufen im echten Leben ist das ja häufig auch so. Dazu muss ich sagen, dass ich bisher nur bis Level 14 gespielt habe. Ich denke, bei weiterem Ausbau der Bibliothek kann sich das vielleicht noch ändern.
Unter dem Strich hat mir Libritopia: Librarian Simulator mehr Spaß bereitet, als so manch andere Berufssimulation. Und ich werde sicherlich noch ein paar Schichten in meiner kleinen Bibliothek einlegen. Libritopia ist zwar kein Highlight, aber eine nette Abwechslung zu den anderen Games. Ihr findet es auf Steam zum schmalen Preis von knapp unter 7 Euro.

Hmmmm. In einer kurzen Phase meines Lebens wollte ich mal Bibliothekar werden. Ging aus verschiedenen Gründen nicht – aber nach diesem Spiel hier ist das wohl mein Glück gewesen… Die Bücherei mit acht Büchern würde ich ja gerne mal erleben. Nach welchem Prinzip kommen denn die neuen Bücher rein? Kommen da vorgefertigte Pakete oder darfst du aussuchen und damit eine Art Spezialbibliothek machen? Oder sind es mehr die Kundenwünsche, die abgearbeitet werden?
Zum Einsortieren: Als Buchhändler kann ich Dir sagen, dass wir alle lieber die Bücher selber wieder einräumen. Wenn die Kunden das machen, finden wir die Titel niemals wieder.
Also, die gelieferten Bücher liegen einfach irgendwann vor der Tür in so ’ner Gitterbox. Ich habe leider noch nicht herausgefunden, wonach sich die Lieferung richtet. Gehe aber davon aus, dass hier die Kundenwünsche beachtet werden, also wahrscheinlich, wie oft ein Buch/Genre ausgeliehen wird, denn einige Bücher gibt es in doppelter Ausführung.
Dein Argument mit dem Einsortieren kann ich nachvollziehen, jetzt wo du es sagst… 😅
Dazu fällt mir ein… Tiny Bookshop (https://store.steampowered.com/app/2133760/Tiny_Bookshop/)
In warte auf nen Sale für die Switch.