„Wollt ihr noch ein Ründchen? Jawoll, das hören wir gern! DJ, mach die Musik lauter – hier kommt die Extra-Runde für alle, die noch nicht genug haben!“ Plaion wirft auch dieses Jahr wieder eine Ausgabe der Karaoke-Software Let’s Sing auf den Markt. Ob der 2026er-Jahrgang besonders viel Spaß macht?

| Titel: | Let’s Sing 2026 |
| Erscheinungsdatum: | 04.11.2025 |
| Plattformen: | Playstation 5, Xbox Series X/S, Switch |
| Entwickler / Herausgeber: | Voxler / Plaion |
| Homepage: | https://letssing.world/ |

You’re Welcome
An der grundsätzlichen Aufteilung eines Let’s Sing-Titels rüttelt natürlich auch Let’s Sing 2026 nicht. Wieder können sich Gesangstalente aller Couleur in verschiedenen Modi austoben. Für Parties eignet sich der klassische Modus am besten, bei dem aus den 35 mitgelieferten Songs der Favorit der Stunde ausgewählt wird. Wer keine Mikrofone zur Hand hat, kann auch via App auf dem Smartphone trällern, wobei ich hin und wieder Verbindungsschwierigkeiten hatte – und grundsätzlich ein Mikro auch stimmiger finde. Der Erkennung im Spiel ist die Quelle allerdings egal, also nehmt, was rumliegt. Hier können bis zu vier Spieler an die Geräte, also keine falsche Bescheidenheit.
Diese Vier-Spieler-Variante findet sich unter dem Menüpunt „Feat“ und verkompliziert die Singerei beträchtlich, wenn man tatsächlich auf Punktejagd geht. Denn hier singt nicht jeder das Gleiche. Stattdessen geht es darum, Harmonien zu treffen und zu halten. Leadstimme und Background sollten ein Ganzes ergeben. Ansonsten gibt es zwar weniger Punkte auf dem Bildschirm – aber sicherlich mehr Heiterkeit davor.

Der Karriere-Modus bietet zwar eine rundum neue Geschichte, spielt sich aber ehrlich gesagt wie bereits bei Let’s Sing 2025. Dieses Mal entdeckt uns Jemma Goldman, die allerdings genau die gleiche Ochsentour mit unserem Charakter vorhat, wie im Jahr darauf. Sogar der eigene Van ist wieder mit am Start, aus dessen Seitentür heraus ich mein erstes Konzert gebe. Der Rest der Geschichte folgt dem gleichen Drehbuch: Andere Sternchen, Star-Produzenten, Podcaster, legendäre Konzert-Locations. Auch dass einige Titel nur „angesungen“ werden müssen, war schon im Vorgänger drin. Bei Duetten oder Herausforderungen teilt sich der Bildschirm vertikal. Dann sind die Buchstaben in der Laufschrift schon sehr klein. Also wandern die Augen ständig zwischen der Tonhöhe und dem Text unten im Bildschirm hin und her. Wer den Song nicht auswendig kennt und ständig unten spicken muss, bekommt Schwierigkeiten.
Das macht den Modus nicht schlechter; im Grunde dient er als Zeitvertreib, bis mal wieder ein echter Mensch Spaß daran hat, meinem „Gesang“ zuzuhören. Was mich allerdings stört: Ständig ist im Karriere-Modus die Rede davon, dass der eigene Charakter „rocken“ soll. Das gibt die Songauswahl allerdings nicht her.

Millionen Lichter
Eine größere Bühne bieten die Local und die Main Stage, bei denen wir live gegen ein Dutzend andere Sängerinnen und Sänger antreten. Keine Angst: Wir hören uns nicht gegenseitig. Allerdings wird während der Performance ständig live der jeweilige Punktestand eingeblendet. Es ist durchaus möglich, mit einer guten Leistung noch ein paar Plätze gut zu machen. Das Gegenteil gelingt natürlich ebenfalls spielerisch. Ja, einer muss ja der letzte werden bei „Wie schön du bist“. Aber musste es ausgerechnet ich sein?

Vielleicht hilft mir das neue Feature „The Tube“, mich zu verbessern? Nur leider erklärt das Spiel nicht, was das sein soll. Und wenn ich mir so die bisher erschienenen Artikel zum Spiel anschaue, scheint sich niemand groß Gedanken darüber gemacht zu haben. Vermutlich handelt es sich um den erweiterten „Korridor“ um die korrekte Note, die immer dann eingeblendet wird, wenn ich zu schlecht singe. Wie gesagt: Mehr als eine Vermutung ist dies nicht. Selbst auf der offiziellen Webseite wird neben diesem Bild hier folgendes getextet:
„The Tube“ hilft jedem, die richtigen Töne zu treffen und Punkte zu sammeln. Spaßig, freundlich, ideal für Anfänger und trotzdem eine Herausforderung für erfahrene Sänger.

In jedem Modus ist der Spieler nicht alleine auf der Bühne. Erneut repräsentiert ihn ein Avatar, der im Takt hin und her wippt und allerlei Handbewegungen dabei macht. Mehr ist auch nicht drin, da er wie in den letzten Ausgaben auch nur aus Kopf, Händen und Mikrophon besteht. Erneut lässt sich die Figur äußerst individuell anpassen und wie in den Vorgängerjahren schalten die Spieler in den unterschiedlichsten Kategorien ständig neue Brillen, Ohrringe, Handschuhe oder Frisuren frei. Der Sinn dieser Figur mag im Karriere-Modus noch gegeben sein, aber warum sie vor dem Original-Video rumhampeln muss, erschließt sich mir nicht.
Forever Young
Wie jedes Jahr bietet die deutsche Fassung des Spiels neben internationalen Hits auch germanisches Liedgut. Nina Chuba, Die Toten Hosen, AnnenMayKantereit, Sarah Connor, Christina Stürmer, Silbermond, Wir sind Helden und noch ein paar mehr sind mit jeweils einem Titel an Bord. Ähnlich abwechslungsreich wird der restliche Globus abgefrühstückt: Von Sting bis David Guetta, von Timbaland bis Ed Sheeran. Standardmäßig wird dem Spiel ein „kostenloser“ einmonatiger Zugang zum VIP-Pass beigelegt. Dieser erweitert Let’s Sing 2026 um ungefähr 180 Songs. Hier wird dann auch das „Rock“-Versprechen aus dem Karriere-Modus wenigstens teilweise eingelöst.

Laut Ankündigung wird der Pass zukünftig noch erweitert. Da dies bei den Vorgängerspielen der Fall war, gehe ich auch hier davon aus. Der Pass lässt sich beliebig in Paketen zu einem, drei oder zwölf Monaten erwerben. Die in früheren Versionen des Spiels üblichen DLCs gibt es nicht mehr: Ist der Pass abgelaufen, habt ihr bis zum erneuten Erwerb keinen Zugriff auf die Songs. Doch auch mit den zusätzlichen Songs bleibt Let’s Sing ein musikalischer Gemischtwarenladen, der möglichst jeden musikalischen (Mainstream-)Geschmack abdecken möchte. Auf längere Sicht ist also für jedes Verlangen etwas zu wenig Abwechslung dabei. Einen gepflegten gelegentlichen abendlichen Gesangsabend sollte dennoch jeder mal einlegen.

ENDLICH die wichtigen Tests! Wurde ja auch mal Zeit!!!
Und schön, dass sie endlich mal den Pass eingebaut haben. Das ist imo auch die Zukunft (und macht Neukäufe irrelevant). Die Technik ist ja unverändert und die Hersteller verstecken es auch nicht mehr wirklich. Mit dem Pass können sie halt immer die aktuell lizenzierten Songs anbieten und gut ist, Lets Sing 2027 etc muss ich mir dann nicht mehr kaufen.
Wenn der Pass für einen Monat bei 4€ ist und sich echt nicht auto erneuert, ist das imo super fair! Da kauf ich mir den einmal für die Sommerparty und gut ist – wir haben für einen Abend super fun.
Die Let’s-Sing-Artikel sind tatsächlich Dauerbrenner bei den Seitenaufrufen 🙂
Was die Technik betrifft, gebe ich Dir recht. Immerhin haben sie die unsägliche Präsentationsform von Let’s Sing 2024 direkt wieder eingestampft. Es sind die kleinen Dinge im Leben…
Im Grunde trauere ich den alten Singstar-DVDs nach. Die konnte ich nach Herzenslust kombinieren und trotzdem standen die meisten Ausgaben für eine bestimmte Musikrichtung oder Band. Ohne Pass würde ich bei Let’s Sing gerade mal fünf Lieder freiwillig mehrmals singen wollen. Aber ja: Der Pass verlängert sich nicht automatisch. Schlag zu.
Sehr cool, vielen Dank. Habe richtig Bock auf Karaoke aber die Songauswahl mhm und Pass mhm. Ich bräuchte eine reine Metal/Rock-Edition ohne Ablaufdatum 😀 Manowar Compilation nehme ich auch 😉 Auch bei Rocksmith+ ist in dem Bereich die Auswahl echt mau gewesen, da hat sich jetzt aber wohl was getan (und die Basisversion ist jetzt wohl kostenlos?). Da muss ich dringend mal wieder reinschauen.
Other bands play, Manowar sings 😉
Bist du 2027 am Start?
Für Let’s Sing? Sischer dat! Falls wir bemustert werden, schaue ich mir das auf jeden Fall wieder an. Ist ja (leider) konkurrenzlos.
Nächsten Sommer DKSN-Karaoke-Party bei Jürgen im Westerwald? 😉
An mir soll es nicht scheitern 🙂 Wer traut sich?