In unserer Rubrik KaPoTA? (Keep and Play or Throw Away?) stellen wir uns genau diese Frage: Würden wir dieses Spiel vor Erreichen der magischen Zwei-Stunden-Grenze bei Steam behalten und weiterspielen, oder würden wir es lieber wieder loswerden? Heute mit Knockout 2: Wrath of the Karen

| Titel: | Knockout 2: Wrath of the Karen |
| Erscheinungsdatum: | 09.04.2026 |
| Plattformen: | Windows, MacOS, iOS, Android |
| Entwickler / Herausgeber: | ExceptioNULL Games |
| Homepage: | https://www.exceptionullgames.com/knockout2/ |
Vor sechs Jahren stellte das Studio ExceptioNULL Games den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf auf ganz neue Beine: Statt des obskuren Wahlmänner-pro-Bundesstaat-Systems stiegen die Kandidaten in den Boxring, um ihre Argumente ganz handfest auszutauschen. Dieses Nachfolge-Spiel hat inhaltlich zwar nichts damit zu tun, doch erste Bildvergleiche deuten auf Das-Gleiche-in-Grün hin. Ring frei!

Ding-Ding-Ding
Wir schlüpfen in die Rolle einer Agentin oder eines Agenten des FBI, des Bureau of Federal Boxing Investigations. Neu an Bord dieser Organisation, müssen wir dennoch direkt in den Feldeinsatz, denn die Welt scheint verrückt geworden zu sein: Praktisch sekündlich werden unbescholtene Bürger zu egoistischen Bestien ohne Sinn und Verstand. Und da heutzutage Gerichte eine unnütze bürokratische Hürde sind, regeln die Behörden alle Schwierigkeiten im Faustkampf. Kein Wunder, dass Personal knapp ist.

Das war es dann auch schon an Hintergrund. Aufsteigend von Scammern, die alte Damen abzocken, prügelt sich die Agentin mit Schmerz durch die Gegend und kommt immer seltsameren Gegnern in die Quere. Ihr Grund-Repertoire scheint sie allerdings dabei schon nach dem ersten Kampf nicht mehr zu erweitern: Sie kann vier Treffer landen (Nieren rechts und links, desgleichen am Kopf), blocken und ausweichen. Die Gegner agieren grundsätzlich ähnlich, haben allerdings zwischen ihren Angriffen unterschiedliche Verhaltensweisen.
Der Bodybuilder-Typ rechts donnert außer seinen Fäusten ab und zu auch mit Hanteln zu und verschanzt sich auch gerne mal hinter einem großen Gewicht. Womit die Katzendame angreift, dürfte klar sein und auch der Alligator beim Südstaaten-Hillbilly sollte keine Überraschung sein – unangenehm ist ein Treffer mit ihm natürlich trotzdem.

Boxen-Shop

Die jeweiligen Gegner werden natürlich immer schwerer. Blindes Draufdreschen ist spätestens ab Gegnerin Zwei – Karen – nicht zielführend. Vor allem, weil unsere Kämpferin nur begrenzte Ausdauer hat. Ist sie gerade völlig erschöpft, wenn der Gegner zum Rundumschlag ausholt, kann sie noch nicht mal mehr rechtzeitig blocken. Es gilt also, die jeweiligen Angriffs- und Verteidigungsmuster zu erkennen und auszunutzen.
Außerdem kann sich unsere Agentin zwischen den Kämpfen für ihr Gehalt (Preisgeld trifft es zwar eher, aber dies ist immer noch eine Behörde!) bessere Ausrüstung erwerben. Die günstigsten Teile bringen neben Vorteilen wie stärkeren Schlägen auch immer Nachteile mit sich. Vor allem aber gibt es hier Beschreibungen, bei denen ich die Turnhalle direkt rieche:
Gebrauchte Handschuhe: Die Dinger stinken ziemlich, weil sie so oft benutzt wurden. Und zwar nicht von dir.
Natürlich reicht das Geld anfangs aber nur für dieses Zeug, also müssen wir da wohl durch. Muss sich gut anfühlen, irgendwann genug Geld für neue, unbenutzte Turnhosen und Schuhe zu haben…
Außerdem gibt es im Shop noch Klamotten- und Frisurenfarben, während die Hautfarbe der eigenen Figur von Anfang an nach Belieben geändert werden darf.



Keep and Play or Throw Away?

Inhaltlich war es das denn auch mit Knockout 2. Zwar gibt es noch Nachrichten-Einblendungen mit einem Moderatoren-Pärchen, doch die „Story“ ist bis zu dem von mir gespielten Zeitpunkt zwar immer mal ganz witzig, allerdings trotzdem komplett irrelevant. Ist für diese Art Spiel natürlich aber kein Problem: Knockout 2 möchte ein kurzweiliges Boxspiel im Stile des guten alten Punch-Out!! sein. Natürlich erweitert um den Schnick und den Schnack mit der Ausrüstung, den es für mich nicht gebraucht hätte. Vor allem, weil wir mit den Kampagnen-Kämpfen parallel zusätzliche Fights gegen genau die gleichen Figuren in genau der gleichen Umgebung freispielen, um noch mehr Geld zu scheffeln, damit wir irgendwann die besten Utensilien besitzen. Ich habe nicht weit genug gespielt, um zu wissen, ob spätere Kämpfe auch ohne diese Sachen schaffbar sind, aber irgendeinen Daseinsgrund werden sie schon haben.
Für kurze Zeit jedenfalls macht das Knockout 2: Wrath of the Karen durchaus Spaß. Jeder Gegner hat einige putzige Sprüche auf Lager, die zu ihm passen und die Musik ist auch nicht nervig. Die 19,50 Euro, die der Hersteller dafür allerdings aufruft, wären mir viel zu viel. Die Gorilla-Wertung für das Spiel versteht sich daher nicht als Kaufempfehlung, sondern als Spielspaß-Einordnung.

