Islands & Trains

Heute stellt euch Vampiro ein Cozy Game vor, in dem ihr eine hübsche Landschaft aufbaut und dann Züge fahren lassen könnt. Ob sich die Gemütlichkeit für ihn gelohnt hat, verrät er euch im Test.

Als kleiner Bub habe ich mal von einer guten Freundin der Familie auf einer Messe ein kleines, selbst zusammengestelltes Märklin-Paket bekommen. Eine Faszination für Züge habe ich schließlich. Aber, ach, all das Malen, Kleben, Basteln, das ein großer Bestandteil des Spielens mit Modeleisenbahnen ist, ist einfach nicht meins. Das Problem habe ich, neben den absurden Kosten, auch bei Tabletop-Figuren (meine Armalion-Figuren sind bis heute nicht bemalt und kaum bespielt; ob die wohl mal viel wert sein werden?).

Dann vielleicht doch lieber die digitale Variante. In Railroad Tycoon führte mich ein englischer Freund, der zu Lernzwecken zum Austausch bei uns war, ein. Und der wurde tatsächlich später Manager von mehr mehr als einem Dutzend Bahnhöfen in Großbritannien. Transport Tycoon (vor allem de Luxe mit TTDPatch) und später die Transport Fever-Reihe habe ich eifrig gespielt. Und natürlich freue ich mich wie Bolle auf Transport Fever 3. All den Spielen ist gemein: Sie sind auch, und das ist überhaupt nicht schlimm, Wirtschaftsspiele.

Aber jetzt könnte ich vielleicht auch meinen Modeleisenbahn-Itch, ganz ohne Malen und Kleben, mit Islands & Trains stillen!

Eisenbahnlandschaft ohne Malen und Kleben

Eingeführt durch ein kleines Tutorial lässt sich die Landmasse sehr schnell erstellen. Auch Höhen lassen sich gut und fix abbilden. Ein wenig Zeit braucht es dann, um all die Objekte von Picknicktischen, Gesteinsformationen, Fauna und Gebäude Kennenzulernen. Es gibt neben Standardgleisen auch verschiedene, vorgefertigte Eisenbahnabschnitte, etwa Spiralen nach oben, Berganfahrten und mehr.

Zeitdruck oder Ressourcen gibt es hingegen nicht. Stattdessen belebt ihr gemütlich den ersten Teil der doch recht großen Karten. Es gibt übrigens fünf verschiedene Biome, etwa gemäßigtes Klima oder Schneelandschaften. Entsprechend passen sich auch alle Assets an. Auf den Hausdächern liegt dann beispielsweise Schnee. Das ist ein tolles, aber auch sehr wichtiges, Detail. Leider lassen sich die Gebäude nur in 90-Grad-Schritten drehen, was den Realismusfaktor der Modelllandschaft ein wenig trübt.

Mein Ziel war es dann ehrlicherweise, möglichst schnell eine erste Bahnlinie zu etablieren und, während ich dann weiterbaue, den Choo-Choo-Train fahren zu lassen. Anders als in der Release-Version könnt ihr mittlerweile auch mehr als einen Zug fahren lassen, nämlich bis zu zehn. Die Geschwindigkeiten der Züge legt ihr selbst fest.

Diese können auch crashen, so dass durchaus eure Gleisbaukünste gefragt sind. Es gibt auch Weichen und nachgepatchte Signale. Überhaupt gab es nach Release ein paar Updates, die neben Zügen, Signalen und Fixes beispielsweise auch neue Assets enthielten.

Fazit

Neue Assets sind das passende Stichwort. Denn nachdem erstmal der erste Zug rollt und sozusagen die „Basislandschaft“ steht, besteht für mich der Charme von Islands & Trains darin, die Landschaft immer feiner zu gestalten, neue Details zu integrieren und Szenen, etwa eine Dorflandschaft oder eine Holzfällersiedlung, zu erstellen. Die Burgen und Schlösser müsste ich eigentlich auch mal würdevoll unterbringen. Und wie lassen sich eigentlich am besten organische Berglandschaften gestalten?

Für mich ist Islands & Trains kein Spiel für viele Stunden am Stück, sondern ein Spiel für viele kleine Sessions, in denen ich an meinem ganz persönlichen Diorama schraube und zuschaue, wie die kleinen Züge durch die hübsche Landschaft rollen. Ganz ohne Malen und Kleben.

Meine erste Spielerfahrung im Video.
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Über Vampiro

Variety Gamer seit Crystal Castle auf dem Atari 2600 Junior. Mein Herz schlägt besonders für Strategie, Taktik, Wargames und Aufbau nebst allen Untergenres (wie Taktik-RPGs ;-) ).

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7 Comments on “Islands & Trains”

    1. Haha, stimmt 😀 Und in gewisser Weise sind die meisten Adventure ja auch Cozy Games! Zumindest kann man es sich mit ihnen cozy machen! Tasse Tee, Lebkuchen, meist kein Zeitdruck, eine Geschichte, Klicki hier Klicki da, charmante Grafik 🙂

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