Headquarters: World War II (First Look)

Headquarters – World War 2 ist ein Rundentaktikspiel im zweiten Weltkrieg in 3D-Grafik. Es wird von Starni Games (Strategic Mind) entwickelt und von Slitherine vertrieben. Der Titel erschien am 11.04.2024. Ich konnte seinerzeit bereits vorab die Panzermotoren in einer Demo dröhnen lassen und berichtete von der neuen Front in der Normandie. Den audiovisuellen Rapport findet ihr unter dem Artikel eingebunden. Außerdem im eingebunden Gameplay zur Release-Version und ein paar neue Worte zu DLC nebst Video-Links im Fazit.

Grafischer Wow-Faktor

Prächtige 3D-Grafik findet ihr recht häufig in Echtzeit-Taktik-Spielen wie Steel Division 2, Gates of Hell, WARNO oder Broken Arrow. Oft spielt ihr so weit rausgezoomt, dass ihr die Details nur im Replay wirklich genießen könnt. Die gemütlichere, aber ebenso packende Rundentaktik, setzt häufig auf einen „2D-Look“, auch wenn es 3D ist, etwa Panzer Corps 2 oder Unity of Command 2. Doch nicht so das Rundentaktikspiel Headquarters – World War 2, das euch eine extrem schicke 3D-Grafik bietet. Ihr könnt die Karte stufenlos drehen und zoomen. Rangezoomt bekam ich direkt Lust, wie in einem 3D-Rollenspiel die voller Details steckenden Karten per pedes zu erkunden. Das geht dann aber doch nicht. Dafür werden alle Aktionen, sei es die Fortbewegung, bei der auch mal Zäune oder Strommasten zu Bruch gehen, als auch die Kampfhandlungen regelrecht cineastisch inszeniert. Infanteristen glitchen hingegen schonmal durch Objekte durch und umlaufen sie nicht. Die cineastischen Sequenzen lassen sich jederzeit abbrechen. Es ist außerdem möglich, komplett in die Vogelperspektive rauszuzoomen.

Spielmechaniken

Spielmechanisch fährt Headquartes – World War 2 die komplette Bandbreite auf: Unterschiedliche Terraintypen, die Sicht und Deckung beeinflussen, zerstörbare Gebäude, Höhenunterschiede, Sichtlinien und Sichtbereiche, die ihr euch jederzeit einblenden lassen könnt. Letzeres geht aber meines Erachtens derzeit nicht als Vorschau für das Zielfeld einer Bewegung, wie etwa in Xenonauts 2. Panzer haben natürlich an den verschiedenen Seiten unterschiedlich dicke Panzerung. Viele Einheiten haben Spezialfähigkeiten wie den Einsatz von Rauch oder Unterdrückungsfeuer. Alle Basics bekommt ihr im Tutorial beigebracht und dürft es dann in der Mission umsetzen.

Sehr gut gefällt mir das eigentliche „Aktionspunkte-System“. Jede Einheit, wobei Infanterie auch auf LKW auf- und absitzen kann, hat eine bestimmte Anzahl Bewegungspunkte, die auch für Aktionen wie Raucheinsatz oder die Scoutfähigkeit zum enthüllen von Feinden in einem Drei-Kachel-Radius, verbraucht werden. Dazu könnt ihr schießen, ein Panzer etwa zweimal. Die Trefferwahrscheinlichkeiten (Kritisch, Treffer, Streifschuss, Vorbei) könnt ihr euch sehr detailliert aufschlüsseln lassen. So sinkt eure Trefferchance zum Beispiel auch, wenn ihr euch bewegt habt. Einen weiteren Schuss könnt ihr dann während der gegnerischen Runde im Overwatch oder als Reaktionsfeuer abgeben. Oder auch mehr, nämlich bis zu drei, falls ihr in eurer Runde nur einmal oder eben gar nicht geschossen habt. Der Sichtbereich von zum Beispiel Panzern beträgt 90 Grad, ihr müsst also auf die Blickrichtung achten. Infanterietrupps hingegen haben Rundum-Sicht. Wenn eine Einheit Schaden nimmt, ist sie nicht sofort tot, sondern verliert einzelne Mitglieder und, auch bei Fehlschüssen, Moral. Jeder Lebenspunkt, beim Panzer sind es fünf, steht für ein Crewmitglied. Fällt dann beispielsweise der Ladeschütze aus, verliert ihr Schüsse, bei Ausfall des Richtschützen leidet die Genauigkeit und bei Ausfall des Fahrers die Bewegungsreichweite. Dieses System gefällt mir ausgesprochen gut erinnert mich ein wenig an die Combat Mission-Reihe. Über euer Hauptquartier, letztlich Buttons an der Seite des Bildschirms, könnt ihr alle paar Runden eine Einheit wieder auffüllen, die Moral erhöhen, oder auch weitere Unterstützung anfordern. In der Demo könnt ihr so einen Bereich „einräuchern“ oder auch Artiellerieunterstützung anfordern. Artillerieinheiten auf dem Feld gibt es aber auch.

Die Aktivierung der Overwatch-Fähigkeit, nicht aber der Feuererwiderung, könnt ihr unterbinden, wenn ihr der Feindeinheit Schaden zufügt. So kann es sich lohnen, sie erst per Artillerie zu schädigen oder, bei Panzern, von außerhalb des Sichtfelds zu attackieren und erst dann mit den eigenen Kräften ins Sichtfeld vorzustoßen.

Kampagne und Multiplayer

Die erste Kampagnenmission macht Lust auf mehr, war sie doch auch schon ziemlich abwechslungsreich. Denn sie ist mehrstufig und es gibt immer neue Ziele. Ich musste zum Beispiel eine Stadt erst zurückerobern und dann halten. Als Nebenaufgaben sollte ich zum Beispiel Verbündeten helfen und Tanklager in die Luft jagen. Erfüllt ihr Nebenaufgaben, bekommt ihr mehr Punkte und könnt Offiziere freischalten, die ihr dann einer Einheit angliedern könnt. Eure Armee hat über die Kampagne hinweg auch eine Kerntruppe, die ihr mitnehmen und umbauen könnt. Es soll aber so sein, dass zerstörte Einheiten der Kerntruppe nach der Mission ersetzt werden. Die Gefahr einer Todesspirale ist also stark reduziert. Ihr verpasst letztlich „nur“ die Chance, mit einer früh ausgeschalteten Kerneinheit mehr Erfahrung zu sammeln. Denn ihr levelt eure Einheiten auf und habt diverse Spezialisierungsmöglichkeiten. Zum Multiplayer, es soll auch einen Karteneditor geben, kann ich noch nichts sagen, da er nicht Teil der Demo ist. Ich hoffe, dass er das PBEM++-System (Play by E-Mail) von Slitherine unterstützen wird.

Fazit

Headquarters – World War 2 ist optisch ein echtes Brett im Rundentaktikgenre und noch dazu cineastisch inszeniert. Aufgaben bekommt ihr vollvertont mitgeteilt. Spielmechanisch habe ich auch einen sehr positiven Eindruck gewonnen. Als Rundentaktiker solltet ihr euch ab 5. Februar 2024 unbedingt rund zwei Stunden Zeit für die Demo nehmen. Abschließen solltet ihr sie bis zum Ende des Steam Next Fest am 12. Februar.

Hallo, hier ist mein heutiges Ich, nachdem ich gerade, im März 2026, meine erste Kampagnenschlacht in Headquarters: Cold War geschlagen hab und von der ich euch natürlich auf DKSN berichten werde. Die Grundmechaniken sind ähnlich, daher wollte ich den Artikel unbedingt portieren. Mit Market Garden ist für Headquarters: World War II auch ein DLC erschienen. Bereits aufgenommen habe ich die erste sowie die zweite US-Mission. Auch den zweiten DLC Ardennes habe ich im Video vorgestellt.

Meine Ersteindrücke von Headquarters: World War II zählen zu meinen dreistellig geklickten Videos.
Erste Mission USA-Kampagne.

Der Beitrag “Headquarters – World War 2 in der User-Preview” erschien zuerst am 01.02.2024 auf GamersGlobal als User-Inhalt unter Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 3.0 DE DEED und wurde für die hiesige Veröffentlichung leicht angepasst.

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Über Vampiro

Variety Gamer seit Crystal Castle auf dem Atari 2600 Junior. Mein Herz schlägt besonders für Strategie, Taktik, Wargames und Aufbau nebst allen Untergenres (wie Taktik-RPGs ;-) ).

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