Nachdem euch Starni Games in Headquarters: World War II und den beiden DLC Market Garden und Ardennes Assault im Zweiten Weltkrieg an die Front geschickt hat, meldet ihr euch jetzt in Headquarters: Cold War im heiß gewordenen Krieg Anfang der 1980er Jahre zum Rundentaktik-Dienst.

| Titel: | Headquarters: Cold War |
| Erscheinungsdatum: | 19.03.2026 |
| Plattformen: | Windows |
| Entwickler / Herausgeber: | Starni Games / Slitherine |
| Homepage: | https://www6.slitherine.com/game/headquarters-cold-war |

Für diesen Artikel habe ich das Tutorial gespielt sowie beide Kampagnen angespielt. Es gibt je eine Kampagne auf Seiten der NATO und eine auf der Seite der USSR mit jeweils zehn Missionen. Dazu kommen einige Skirmish-Maps. Multiplayer ist im Hotseat, Live und via PBEM möglich. Neben PVP könnt ihr auch Co-Op spielen. Ein Turniersystem gibt es ebenfalls.
Grundsätzlich spielt sich Headquarters: Cold War ähnlich wie der Vorgänger: Unterschiedliche Terrain-Typen, ein Aktionspunkte-System, Aufklärung, Camouflage, zerstörbare Gebäude, Sichtlinien und Höhenunterschiede. Beide Seiten ziehen abwechselnd, wobei ihr eure Einheiten in beliebiger Reihenfolge aktivieren und auch erneut anwählen könnt. Off-Map-Assets wie das Herbeirufen von Verstärkungen und Luftschläge gibt es auch wieder.
Während der Kampagnen levelt ihr eure Einheiten auf, kauft neue und nutzt Offizierspunkte, um neue Fähigkeiten freizuschalten. Um an letztere zu kommen, solltet ihr tunlichst nicht nur die Primärziele, sondern auch die Sekundärziele erfüllen. Mit der USSR musste ich dann nicht nur Berlin befreiend durch den Tiergarten marschieren, sondern auch den Reichstag und das Sowjetische Ehrenmal freikämpfen. Letzteres durfte natürlich nicht zu Bruch gehen. In den drei Perk-Trees müsst ihr euch ab der zweiten Stufe immer zwischen zwei Perks entscheiden. Netterweise ist ein Reset der Skillpoints möglich.

Die Kampagnenmissionen geben euch ein gutes Briefing, es gibt aber auch immer wieder neue Entwicklungen während des Gefechts. Verluste im Gefecht sind sehr schmerzhaft, vor allem, weil es gar nicht so leicht ist, Panzer zu knacken. Die haben richtig fette Frontpanzerung, durch die selbst andere Panzer nicht unbedingt dringen können. Mein Leiden könnt ihr euch wunderbar bereits im Tutorial anschauen, als ich selbst von hinten mit Infanterie einen Panzer nicht knacken konnte (Bug oder Feature?) und einen Spielstand laden musste, um dann schneller vorzurücken. Anders als in Panzer Corps 2 könnt ihr eine Kampagne aber nicht in den Sand setzen. Denn eure verlorenen Kerneinheiten werden kostenlos ersetzt.
Das Zuglimit in den Runden ist eher großzügig. Allerdings solltet ihr das als Fingerzeig nehmen, um behutsam vorzurücken und nicht etwa mit Panzern in mögliche Hinterhalte vorzupreschen. Denn die sind sonst schneller ausgeschaltet, als euch lieb ist. Headquarters: Cold War ist zwar keine Hardcore-Simulation, bietet euch aber eine Menge an Mechaniken, die ihr zu eurem Vorteil nutzen müsst.
Gespielt habe ich auf „Challenging“. Da gibt es weder Buffs noch Nerfs, weder für die KI, noch für mich. Genau so, wie ich es mag. Insbesondere, um der KI auf den Zahn zu fühlen. Während die Missionen selbst durchaus angenehm fordernd sind, hinterlässt die KI einen gemischten Eindruck. Negativ fiel mir auf, dass feindliche Panzer teilweise selbst unter Beschuss in ihrer Position verharren statt zurückzuweichen oder sich Richtung Feind zu drehen. In diesen Fällen schien mir das Einheiten-Verhalten sehr darauf fokussiert, eine Position mit einer bestimmten Blickrichtung zu halten. Andere Panzer machten es ja besser. Positiv fiel dagegen die Infanterie-KI auf, die auch mal zurückwich oder an meinem Panzer vorbeimarschierte, um die Panzerfaust direkt ins Heck abzufeuern.
Fazit

Headquarters: Cold War punktet mit dem aus dem Vorgänger bekannten Spielsystem und hat, optional und auch abbrechbar, wieder die cineastischen Sequenzen an Bord. Sowohl manchmal bei der Fortbewegung, als auch als Killcam. Dazu rummst und knallt es ordentlich auf dem Schlachtfeld und die Dialoge sind vertont. Die Präsentation sollte also auch NATO-Counter-Muffel ansprechen. Mechaniken und normaler Schwierigkeitsgrad, also Challenging, sorgen für Herausforderung und Spaß, ohne zu frustrieren. Die KI hinterlässt derzeit gemischte Gefühle, hier könnte noch etwas nachgeschärft werden. Der anpassbare Schwierigkeitsgrad öffnet die Tür für Einsteiger und der Ersatz von Kerneinheiten in der Kampagne rettet die Tischkante vor Bissspuren.
Und auch wenn Cold War mechanisch auf World War II aufsetzt, gibt es doch Besonderheiten. So habe ich die Frontpanzerung von Fahrzeugen nicht ganz so stark in Erinnerung. ATGM-Squads mit ihrer hohen Reichweite sind eine neue Herausforderung. Und auch Helikopter halten Einzug im Spiel. Mit denen kämpft ihr, verlegt aber auch blitzschnell Truppen.

Ich bin grundsätzlich ein Fan des Cold-War-Settings. Auch, weil viele der typischen theoretischen Schlachtfelder in meiner Nähe liegen, etwa die Fulda Gap oder Mannheim aus der ersten NATO-Mission, oder ich entsprechende historische Orte auch besucht habe, wie den Observation Post Alpha. Neben dem neuen Setting sorgen die neuen Einheiten für (spielmechanische) Abwechslung. Wenn ihr Lust auf hübsch inszenierte Rundentaktik im Kalten Krieg ohne zu großen Hardcore-Faktor habt, solltet ihr euch Headquarters: Cold War genauer anschauen!

Schön dass es dazu einen ersten Bericht von dir gibt. Lustigerweise habe ich just vor 2 Tagen den Vorgänger mit beiden DLCs durchgespielt und war rund 80 Stunden toll unterhalten. Leider reizt mich das aktuelle Setting überhaupt nicht, hab das auch schon mit dem ein oder anderen Wargsme probiert. Aber vielleicht ändert sich der Geschmack ja nochmal. Danke für den Artikel!
Hi, vielen Dank für dein Feedback 🙂 Das ist ja richtig witzig, freut mich sehr, dass du viel Spaß mit dem DLC-erweiterten Vorgänger hattest 🙂 Ich finde den auch klasse, bin aber noch gar nicht durch. Ist auf meiner langen to do Liste 🙂
Spielmechanisch schließt sich Cold War an, bis auf natürlich Besonderheiten wie Helikopter, ATGM-Reichweite. Ganz cool finde ich die historischen Landmarks.
Allerdings ist es wirklich so, dass das Setting reizen muss. Cold War (hier frühe 80er) muss einem nicht gefallen. Ist aktuell eine relativ populäre Zeit, auch im Echtzeittaktik-Bereich. Im Bereich WW2-Rundentaktik ist natürlich Panzer Corps 2 sehr gut, aber klar, nicht so cineastisch präsentiert (da habe ich schon einige Artikel auf DKSN platziert). Im Bereicht Echtzeittaktik, v.a. auch 1v1, finde ich Steel Division 2 Klasse. Ebenfalls Spaß hatte ich mit Men of War 2, nochmal ganz was anderes und etwas arcadiger, da habe ich eine Kampagne durchgespielt (kann man auf meinem Youtube-Kanal als playthrough finden). Bald kommt dann ja noch Sudden Strike 5. Ziemlich cool ist übrigens die (deutlich nischigere) Warplan-Reihe. Einen Artikel zu Pacific findest du auf DKSN, der Vorgänger spielt in Europa (habe ich noch nicht gespielt).