Die ersten fünf Abenteuer der Gobliiins-Reihe wurden in einer liebevoll gestalteten Sammlung neu veröffentlicht. Wir haben einen Blick riskiert und verraten euch, was euch darin erwartet.

| Titel: | Gobliiins Collection |
| Erscheinungsdatum: | 27.05.2026 |
| Plattformen: | Switch, PlayStation 5, XBox Series X|S |
| Entwickler / Herausgeber: | Red Art Games / Red Art Games |
| Homepage: | https://www.redartgames.com/ |
Eine neu veröffentlichte Sammlung von Adventures findet man heute wirklich selten – und ausgerechnet die schrägen Pixel-Goblins aus den 90ern kommen mit der Gobliiins Collection nun zu dieser Ehre. Dahinter stecken Red Art Games aus Frankreich, die ihrem Landsmann und (Mit-)Erfinder der Comic-Adventure-Reihe, Pierre Gilhodes, damit ein kleines Denkmal setzen.
Wenn ihr meine Adventure-Artikel hier auf DKSN verfolgt, habt ihr vielleicht auch mitbekommen, dass genau dieser Pierre Gilhodes auch aktuell noch zwei neue Gobliiins-Teile mit dem Adventure Game Studio erstellt und digital veröffentlicht hat. Dann sind diese doch bestimmt auch in der Collection enthalten, oder?
Alles drin?

Fast. Denn auf GOBLiiNS 6, das in diesem Jahr erschienen ist, (und auch auf das sehr ähnliche, aber nicht offiziell zur Reihe gehörende Woodruff and the Schnibble of Azimuth) müsst ihr in dieser Sammlung verzichten. Schade, denn damit wirkt die Collection leider etwas unvollständig.
Der Fokus liegt also auf den ersten fünf Teilen, die ich euch hiermit noch einmal im Schnelldurchlauf ins Gedächtnis rufen möchte. Die 90er-Jahre-Spiele stammen vom französischen Studio Coktel Vision und wurden von Pierre Gilhodes gemeinsam mit Muriel Tramis erdacht und entwickelt. Grundsätzlich sind alle Spiele der Reihe eine Art Mischung aus Point-and-Click-Adventure und Rätselspiel. Ihr arbeitet meist einen räumlich begrenzten Bereich ab, in dem ihr euch durch die Puzzle-Logik des Spiels „kämpft“.

In Gobliiins aus dem Jahr 1991 müsst ihr euren („dank“ einer Voodoo-Puppe) verrückt gewordenen Goblin-König retten. Dazu steuert ihr drei Goblins mit jeweils einer klar definierten Fähigkeit. Die Rätsel bestehen aus reiner Cartoon‑Logik mit viel Trial-and-Error. Zum Glück wurde die Idee mit dem Lebensbalken, die euch im schlimmsten Fall dazu nötigt, den ganzen Level neuzustarten, bei den Nachfolgern gestrichen.
Im Jahr darauf (1992) erschien Gobliins 2: The Prince Buffoon, das die spielbaren Figuren auf zwei reduzierte und konsequenterweise ein „i“ aus dem Titel strich. Diesmal müsst ihr den titelgebenden Goblin-Prinzen befreien, der von einem bösen Zauberer entführt wurde. Die Grafik ist noch ein wenig hübscher, der Slapstick-Humor noch etwas treffender.

Ein weiteres Jahr später (1993) kam Goblins 3 auf den Markt und begnügte sich mit einem einzelnen Hauptcharakter (und wechselnden Begleitern), die Grundformel wurde dabei aber nicht besonders stark variiert. Die Geschichte wird dadurch aufgelockert, dass ihr einen unfreiwilligen „Werwolfgoblin“ spielt. Da Sierra On-Line kurz zuvor Coktel Vision aufgekauft hatte, klatschten sie – kreativ wie sie sind – noch ihr Lieblingswort „Quest“ in den Titel, weshalb dieser Teil auch als Goblins Quest 3 bekannt ist.

Mit Gobliiins 4 folgte 2009 der Versuch, die Serie mit 3D-Optik wiederzubeleben, die schon damals nicht toll aussah und heute aus meiner Sicht der mit Abstand für den hässlichsten Serieneintrag sorgt. Hier kehren die drei Gobliiins aus dem ersten Teil zurück und sollen das verschwundene Haustier des Königs zurückbringen. Sierra war zu diesem Zeitpunkt schon wieder raus und so entwickelte Pierre Gilhodes das Spiel mit Société Pollene – was übrigens das einzige Projekt dieses Studios bleiben sollte. Herausgebracht wurde es vom russischen Publisher Snowball Studios und Kalypso Media aus Deutschland.

Auch Gobliiins 5: The Morgloton Invasion aus dem Jahr 2023 schickt wieder das ursprüngliche Trio auf eine Mission – diesmal müssen die drei Goblins verhindern, dass ein böser Wissenschaftler die Leute in Kartoffeln verwandelt. Gleichzeitig ist der fünfte Teil die Rückkehr zur klassischen 2D‑Optik mit handgezeichneten, hochauflösenden Hintergründen ohne Pixel-Optik. Für die Entwicklung kam erstmals das Adventure Game Studio zum Einsatz – nachzulesen in meinen AGS-Highlights Ausgabe 8.
Alles dran?

Ein Blick auf die Website von Red Art Games offenbart, dass sich die Franzosen auf Konsolen-Portierungen spezialisiert haben – so lässt es sich zumindest erklären, dass die Gobliiins Collection nur für Nintendo Switch (1 und 2), PlayStation 5 und XBox Series X|S erschienen ist. Dennoch wirkt diese Entscheidung befremdlich, wenn man bedenkt, dass es sich bei den fünf Spielen um 1:1 Umsetzungen von den jeweiligen PC-Versionen handelt, die als wesentliche Änderung eine Gamepad-Steuerung verpasst bekommen haben.

Diese hat in der von mir getesteten Switch-Version auch ganz gut funktioniert – OBWOHL ihr hier „nur“ den Mauszeiger mit Gamepad bewegen dürft. Auf eine auf den Controller optimierte Steuerung, etwa durch direktes Bewegen der Charaktere oder schnelles Durchschalten der Hotspots, müsst ihr hier verzichten. Die Touchscreen-Bedienung auf der Switch war mir zu hakelig – man merkt einfach, dass die Spiele auf eine Maus-Steuerung ausgelegt sind. Vor allem bei den timingbasierten Rätseln müsst ihr hier und da relativ präzise mit dem Gamepad umgehen, aber das bewegt sich noch im tolerierbaren Bereich. Die Buttons sind meist mit Schnellauswahltasten belegt, etwa zum Durchführen von Aktionen oder zum Aufrufen des Inventars. Ich habe es nicht getestet, aber auf der Switch 2 wird die dortige Maus-Steuerung wohl nicht unterstützt.

Sehr schön finde ich, dass ihr im Menü nicht nur die unterschiedlichen Boxen der Reihe (inklusive Auswahl der Erscheinungsregion) als 3D-Modell betrachten könnt, sondern dass auch verschiedene Varianten der Spiele zur Verfügung stehen. So könnt ihr beispielsweise (falls vorhanden) zwischen einer Disketten- oder CD-Version, EGA- oder VGA-Grafik und der Sprache der Texte und Vertonung wählen. Als Besitzer der Diskettenversion hatte ich die deutsche Sprachausgabe von Goblins 3 bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gekannt – viel verpasst habe ich da aber auch nicht (die englische klingt deutlich besser). Ebenfalls erfreulich ist die Option, jederzeit den Zoomfaktor und das Seitenverhältnis der Darstellung anpassen und nach Bedarf einen schönen Rahmen anzeigen lassen zu können.

Als Bonus könnt ihr euch den tollen Soundtrack aller Spiele in einem eigenen Player anhören. Noch interessanter fand ich allerdings die Kurz-Doku, in der Pierre Gilhodes ein wenig aus dem Nähkästchen plaudert. So erfahrt ihr, wie Gobliiins damals entstanden ist, wie der Wechsel zur 3D-Grafik vollzogen wurde und wie er schließlich beim Adventure Game Studio gelandet ist. Begleitet wird das Interview von vielen Konzeptzeichnungen aller fünf enthaltenen Spielen.
Fazit

Die Gobliiins Collection hat mich wieder ein wenig in meine Jugend zurückversetzt! Ich mochte die Gobliiins auch früher schon gerne, hauptsächlich wegen ihres naiven Charms und der niedlichen Knuddel-Optik. Vor allem Gobliins 2 und Goblins 3 habe ich in den 90ern auch gern gespielt, selbst wenn das Trial-and-Error-Gameplay ein wenig an den Nerven gezerrt hat.

Zusammen mit der (leider etwas kurzen) Dokumentation als Bonus und der liebevollen Gestaltung empfinde ich die Sammlung als lohnenswert. Ich würde mich jetzt wohl eher nicht mehr stundenlang in das Reich der Goblins begeben, aber die Gobliiins Collection ist für mich immer wieder für einen Nostalgie-Kurztrip gut. Dennoch hätte ich mir auch eine PC-Version gewünscht, die Steuerung mit der Maus ist für diese Spiele immer noch am besten geeignet.
Die digitalen Versionen der Gobliiins Collection findet ihr in den Stores von Nintendo, Sony und Microsoft für 24,99 Euro. Im September soll eine physische PS5-Version für 39,99 Euro erscheinen. Sammler sollten sich die Collector’s Edition für 64,99 Euro anschauen, die unter anderem auch eine Big-Box-Version mit ein paar netten Gimmicks (und die PS5-Version) enthält.
