Fangame-Corner #19: Dr. Mario Mania

Eines schönen Morgens im Pilzkönigreich wacht Mario auf und bemerkt: Es ist ungewöhnlich still. Kein Gumba, der über die Wiese trampelt. Keine Koopas, die ihre Panzer klappern lassen. Stattdessen liegen überall kleine bunte Viecher herum – rot, blau und gelb, alle mit fiesen Grimassen und flackernden Augen. Viren! Und nicht die Art, die man mit einem beherzten Sprung besiegen kann.

Prinzessin Peach ruft sofort nach Hilfe und Mario, der ohnehin für jedes Problem zuständig ist, greift diesmal nicht zum Schraubenschlüssel, sondern zu einem Arztkittel. Angeblich hat er den in einer Schublade gefunden, zusammen mit einem Stethoskop, das Luigi mal auf einem Flohmarkt gekauft hatte. Voilà: Dr. Mario ist geboren!

Doch was tun gegen die fiesen Viren? Feuerblumen helfen nicht und Sterne machen sie höchstens schwindelig. Also erfindet Mario kurzerhand ein „Wundermittel“: farbige Megakapseln, die er den Viren so lange in den Weg wirft, bis sie platzen und verschwinden. Dabei sortiert er die Pillen mit chirurgischer Präzision – na ja, oder mit der Präzision eines Mannes, der sein Leben lang Röhren verlegt hat…

Auf dem Höhepunkt des Tetris-Hypes veröffentlichte Nintendo im Jahr 1990 erstmals eine eigene Interpretation des Falling-Block-Puzzle-Genres. Und Nintendo wäre nicht Nintendo, müsste nicht der Vorzeigeklempner als Held herhalten – als ob Rettungsmissionen, Tennis, Golf und Kart-Rennen nicht schon genug Zeit in Marios Kalender einnehmen würden. Bis zum Jahr 2015 erschienen insgesamt neun Spiele aus der Reihe für die verschiedensten Systeme. Abgesehen von einem furchtbaren Free-to-Play-Mobile-Game wurde die Reihe seitdem jedoch nicht mehr berücksichtigt. Da dachte sich ein Entwickler mit dem hübschen Namen Toadfan, dass er zum 35. Geburtstag von Dr. Mario ja mal ein Fangame entwickeln könnte.

Eure Aufgabe besteht, wie in den Originalspielen, darin, vier gleichfarbige waagerechte oder senkrechte Reihen zu bilden, um die fiesen Viren auflösen zu können. Dabei ist die Steuerung um einiges moderner als in den alten Spielen. So könnt ihr, wie in den modernen Tetris-Spielen, die Pillen noch drehen, wenn sie bereits auf anderen Blöcken liegen, da es etwas dauert, bis diese einrasten. Zudem habt ihr die Möglichkeit, einen Vitaminblock für einen späteren Zeitpunkt vorzuhalten.

Es gibt noch weitere Modi: Der Classic-Modus verzichtet auf die eben genannten Neuerungen und spielt sich ziemlich genau wie das Original von 1990. Im Quad-Modus spielt ihr gegen vier verschiedene Viren statt drei, und im Item-Modus bekommt ihr Hilfe in Form von kleinen Power-ups, die ab und an auf das Spielfeld fallen.

Außerdem könnt ihr aus zahlreichen Grafik-Themes wählen und zudem aus über 30 Songs aus der Dr.-Mario- und Tetris-Reihe. Abgerundet wird das Spiel mit einem Multiplayer-Modus für bis zu vier Spieler und einem Level-Editor.

Fazit

Habt ihr mal wieder Lust auf eine Runde Dr. Mario? Dann lasst den Emulator links liegen und probiert stattdessen Dr. Mario Mania. Der Entwickler hat das Gameplay behutsam modernisiert und dabei die Essenz dessen bewahrt, weshalb Dr. Mario auch 35 Jahre nach seinem Erscheinen noch so großen Spaß macht. Ihr findet das Spiel zum kostenlosen Download auf itch.io für Windows, Linux, Mac und Android.

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Über Nischenliebhaber

Ostdeutsches Videothekenkind der 90er Jahre. Liebt Spiele- und Retrokultur ebenso wie subkulturelle Musik aus aller Herren Länder und lange Spaziergänge durch dunkle Wälder des Erzgebirges.

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2 Comments on “Fangame-Corner #19: Dr. Mario Mania”

  1. Auch von mir vielen Dank. Hab gleich mal eine halbe Stunde investiert – das spielt sich echt ganz fluffig und zumindest gibt es zu meiner Erinnerung an das Spiel keinen Unterschied in der GameBoy-Variante. Müsste ich meiner Mutter mal zeigen, die könnte das sicher noch besser beurteilen: im Urlaub war ich damals recht häufig gezwungen mich mit dem Urlaubsort auseinanderzusetzen, weil sich meine Mutter mit dem GameBoy und dem Dr. Mario Modul zurückgezogen hatte.

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