Endlich einmal etwas Neues: Ein Spiel zum Film zum Freizeitpark! Ob der Funracer mit dem umständlich langen Titel sein Geld wert ist, wird in den nächsten Zeilen verhandelt.

| Titel: | Ed & Edda: Grand Prix – Racing Champion |
| Erscheinungsdatum: | 24.07.2025 |
| Plattformen: | Windows, PS 5, Xbox Series X/S, Switch |
| Entwickler / Herausgeber: | Funatics Software / Tivola Games |
| Homepage: | www.ed-and-edda-the-game.com |

Auf die Plätze!

Die beiden titelgebenden Figuren sind die Maskottchen des in Baden-Württemberg beheimateten Europa-Parks. Europa-Park und Ed Euromaus beziehungsweise Edda Euromausi? Das schreit ja geradezu nach Abenteuern auf dem ganzen Kontinent. Und die schnellste Art und Weise, um sich in Bodennähe durch ganz Europa zu bewegen, ist natürlich ein Rennwagen. Aus dieser Grundidee strickte Mack Magic einen Animationsfilm rund um rennfahrende Tiere – der wiederum die Vorlage für eine Attraktion im Europa-Park wurde. Nebenbei produzierte Tivola Games noch das zugehörige Spiel. Verwirrt? Egal. Was zählt, ist auf der Strecke. Beziehungsweise natürlich: auf den Strecken.
Eine Hintergrundgeschichte ist für einen Fun-Racer natürlich nicht nötig. Das Intro besteht daher nur aus einer kurzen Sequenz des Kinofilms – die aber passend ins Spiel führt.

Im Hauptmenü stehen vier mögliche Fahrmodi zur Verfügung: Punktejagd und Zeitfahren sind Solo-Modi mit unterschiedlichen Schwerpunkten, bei denen sich neben Punkten für den Level-Aufstieg auch Erfahrung auf den 12 unterschiedlichen Strecken sammeln lässt. Im Freien Rennen fährt die ausgewählte Spielfigur gegen sieben weitere Gegner auf einer einzelnen Strecke, während der Grand Prix vier Rennen bündelt, an deren Ende der Gesamtsieger gekürt wird. Im Fahrerfeld stehen neben Ed und Edda noch weitere tierisch gute Piloten zur Auswahl. Zwischen Raben, Löwen und Elefanten sollte Jeder seinen Seelenverwandten finden.
Im nächsten Bildschirm kann das Fahrzeug des ausgewählten Fahrers noch mit freischaltbaren Teilen dem eigenen Rennstil angepasst werden. Besagte Teile wiederum werden bei den Levelaufstiegen vergeben und schwanken zwischen neuen Farben für den Wagen und schnellerer Beschleunigung. Bis zu drei unterschiedlich aussehende Modelle kann sich die jeweilige Figur in die Garage stellen – technisch unterscheiden sie sich allerdings nicht.

Fertig!
Die Strecken decken abwechslungsreiche Umgebungen ab. Neben Stadt-Rennen durch London und Paris brausen die Rennfahrer auch durch ländliche Umgebungen in Italien und den schneebedeckten Alpenländern. Jede Strecke bietet alternative Routen an, durch die sich das Fahrerfeld mal verteilt, um dann wieder zusammenzustoßen. Beschleunigungsfelder, bewegliche Hindernisse wie Autos oder riesige Schneebälle, Sprungelemente… Ed & Edda: Grand Prix – Racing Champion hat alles an Bord, was von einem Fun-Racer erwartet wird. Boost-Energie sammelt der Fahrer durch blaue Kugeln auf der Strecke und Drift-Einlagen in den engeren Kurven, einsammelbare Waffen wie Drohnen oder Schutzschilde können das ganze Rennen auf den Kopf stellen, neu gewonnene Tuning-Teile sorgen für besseren Halt auf der Straße… Alles schön, alles gut. Nur: Alles schon zigmal da gewesen.

Trotz der Innovationslosigkeit des Titels spielt er sich im lokalen Multiplayer durchaus spaßig. Bis zu vier Spieler können sich vor dem Bildschirm versammeln und die jeweils anderen Rüpel auf der Bahn nach Herzenslust beschimpfen. Einen Online-Modus bietet Ed & Edda allerdings nicht. Auch ist es nicht möglich, sich seinen ganz persönlichen Grand Prix zusammen zu basteln. Jeweils vier Strecken sind immer gebündelt. Keine Chance, sich nur durch die Londoner Szenarien zu rasen und zwischen Docks und Buckingham Palace den Linksfahrern mal zu zeigen, wie man richtig fährt.
Der Schwierigkeitsgrad lässt sich individuell aus Einzelteilen stückeln: Wie stark sollen die Motoren sein? Welche Waffen sind im Spiel erlaubt? Wie rabiat fahren die Computergegner? Gerade für Einsteiger ins Genre und jüngere Spieler bieten sich hier viele Möglichkeiten der Frustvermeidung. Denn entgegen der niedlichen Optik und den ersten leichteren Strecken zieht die Herausforderung im späteren Verlauf doch merklich an. Dies ist ja grundsätzlich begrüßenswert, doch umso größer ist die Enttäuschung, wenn das nächste freigeschaltete Tuning-Teil nur eine neue Farbe für den Flitzer freischaltet. Wer nur solo über die Strecken rast, fährt also Runde um Runde auf den 12 immer gleichen Strecken und hofft, dass ihm das Schicksal beim nächsten Mal vielleicht doch bessere Reifen in die Werkstatt stellt. Für eine solche Fahrweise ist schlicht zu wenig an Streckenauswahl geboten.

Los!

An der Ziellinie lauert das Fazit: Ed & Edda: Grand Prix – Racing Champion macht nichts so richtig falsch. Die Grafik und der Sound geben sich keine Blöße, sind aber niemals herausragend. Speziell dem Kommentatoren hätten einige Sprüche mehr gut getan und die Musik habe ich schon bald herunter gedreht, weil sie zu wenig Abwechslung bietet. Dass die Bandenwerbung an den Strecken nur aus dem Banner des Spiels oder aus dem Logo eines Lebensmitteldiscounters besteht, ist eintönig. Die Steuerung am PC funktioniert sowohl an der Tastatur als auch mit dem Controller einwandfrei.

Was dem Spiel auf Dauer fehlt, ist Abwechslung. Die Figuren sind zwar im Menü nett gezeichnet, auf der Strecke allerdings wegen der Rennwagen praktisch nicht erkennbar. 12 Strecken, die sich im Laufe der drei Runden auch nicht verändern, sind entschieden zu wenig für Vielspieler und lassen Abwechslung wie zum Beispiel in Sonic & All Stars Racing Transformed vermissen. So bleibt der Multiplayer-Modus, der im Splitscreen durchaus spaßig ist – nur eben den typischen vereinsamten Online-Spieler außen vor lässt.
Ob die aufgerufenen 39,99 Euro ein angemessener Preis für das Gebotene sind? Nun, Ed & Edda: Grand Prix – Racing Champion ist ein kompetent gemachtes Spiel, das seiner Lizenz keine Schande macht. Es sticht nur in keiner Disziplin aus der Masse gleichartiger Titel heraus. Europa-Park-Fans greifen zu. Alle anderen haben die freie Auswahl an ähnlichen Spielen.






