Die Emulatoren-Übersicht für alle, die RetroArch nicht mögen (2025)

Es war nie so einfach, alte Spiele zu spielen wie heute. Einige emulieren 16-Bit-Spiele auf dem Android-Handy, andere spielen Amiga-Klassiker über die MiSTer-Plattform, wieder andere setzen auf RetroArch in Kombination mit verschiedenen Frontends oder nutzen chinesische Emulations-Handhelds von Anbernic und ähnlichen Anbietern. All diese Wege sind völlig legitim. Ich dagegen bin ein Gewohnheitstier und bevorzuge das gute alte Windows als Plattform meiner Wahl. Mit RetroArch hingegen kann ich mich nicht anfreunden: Die Bedienung ist mir zu umständlich, die Konfiguration zu zeitaufwendig und die vielen Menüs und Untermenüs sind mir zu langwierig – besonders wenn ich nur eine kleine Einstellung ändern möchte. Auch flashy Frontends mit Videos, Covern, Beschreibungstexten und ähnlichem Schnickschnack brauche ich nicht unbedingt. Ich bin da altmodisch und möchte einfach den gewünschten Emulator starten, ein Spiel laden und direkt loslegen. So unkompliziert wie vor 24 Jahren, als ich erstmals NES- und Mega-Drive-Emulatoren auf meinem damaligen PC ausprobiert habe.

Und für all die Windows-Nutzer unter euch, denen es ähnlich geht, richtet sich diese kleine Übersicht. Ich stelle euch Emulatoren für die gängigsten Retro-Konsolen vor sowie Alternativen zu RetroArch. Zwei Kriterien sind dabei für mich entscheidend:

  • Der Emulator sollte leicht zu bedienen sein.
  • Alle Emulatoren müssen problemlos unter Windows 11 lauffähig sein.

Disclaimer: Da sich dieser Überblick eher an Einsteiger richtet, gehe ich nicht zu stark auf die technischen Seiten ein. Ich weiß, dass man zu jedem einzelnen Emulator ganze Bücher schreiben könnte – und auch nochmal über das Für und Wider zwischen Emulator A und Emulator B und ehrlich gesagt nerven mich diese toxischen Glaubenskriege auf Reddit und im Internet allgemein in solchen Fragen. Es soll einfach eine kleine Übersicht über die Programme sein, die ich selber regelmäßig nutze.

Und noch ein Disclaimer: Links zu Roms und BIOS-Dateien sucht ihr auf dieser Seite vergeblich. Aber ganz generell gilt: Fallt nicht auf dubiose ROM-Seiten rein, die euch mittlerweile bei Google angezeigt werden. Das allermeiste findet ihr (auch) auf Archive.org.

Ich hoffe, dass euch der folgende Überblick weiterhilft und freue mich auf eure Kommentare. Nutzt diese auch gerne, wenn ihr weitere Fragen habt.

Mesen (Multi-System, vorrangig NES und SNES)

Homepage: https://www.mesen.ca

Ursprünglich war Mesen ein reiner NES-Emulator. Inzwischen wurde das Projekt zu einem Multi-System-Emulator weiterentwickelt und unterstützt NES, SNES, Game Boy, PC Engine, Master System, Game Gear und Wonderswan.

Am bekanntesten ist der Emulator weiterhin für seine präzise NES-Emulation. Er wird daher auch von Homebrew-Entwicklern zur Entwicklung eigener Spiele genutzt.

Ein weiterer Schwerpunkt des Entwicklers liegt auf einfacher Bedienbarkeit. Der Optionsbildschirm ist entsprechend übersichtlich und intuitiv gestaltet. Bei Bedarf lassen sich dennoch einige interessante Einstellungen vornehmen, etwa das Übertakten der emulierten NES- und SNES-Chips. Dadurch können Slowdowns und Sprite-Flackern teils deutlich reduziert werden. Auch alle üblichen Standardfunktionen wie das Zurück- und Vorspulen von Spielen sind enthalten. Zudem wird umfangreiches Zubehör wie Lightguns oder die SNES-Maus emuliert. Ich persönlich nutze Mesen vor allem für NES, SNES und Master System.

Mednafen (Multi-System, vorrangig Sega Saturn, Neo Geo Pocket, Virtual Boy, PC Engine und Playstation)

Homepage: https://mednafen.github.io/

Mednafen überzeugt durch eine akkurate Emulation des Sega Saturn und gilt für dieses System als bester verfügbarer Emulator.

Darüber hinaus werden folgende Systeme unterstützt: Apple II, Atari Lynx, Neo Geo Pocket, WonderSwan, Game Boy (Color / Advance), NES, SNES, Virtual Boy, PC Engine, PC-FX, Playstation sowie Master System, Mega Drive und Game Gear von Sega.

Neben der Emulation des Saturns sind auch die Cores für PC Engine, Virtual Boy und Playstation interessant – da diese ebenfalls Eigenentwicklungen darstellen und akkurat sind. Und für die Neo Geo Pocket Emulation wurde der alte NeoPop-Emulator weiterentwickelt. Für NES, Master System und SNES solltet ihr jedoch zu Mesen greifen.

Achtung: Mednafen selbst läuft allein auf Kommandozeilen-Ebene. Für eine leichtere Bedienung findet ihr hier ein Front-End mit einer grafischen Oberfläche.

Denise (C64 & Amiga)

Download: https://sourceforge.net/projects/deniseemu/

Ich bin ehrlich, und jeder, der meine Texte über die Jahre verfolgt hat, weiß das auch: C64 und Amiga sind meine größten blinden Flecken. Ich hatte nie einen Heimcomputer von Commodore und damit auch keine nostalgischen Bezugspunkte. Auch haben es mir VICE und WinUAE mit ihren überfrachteten Einstellungsmöglichkeiten schwer gemacht, mich nachträglich mit der Spielebibliothek auseinanderzusetzen.

Das ändert sich seit einiger Zeit dank des Denise-Emulators vom deutschen Entwickler piciji. Die Benutzeroberfläche ist für mich deutlich übersichtlicher und aufgeräumter. Trotzdem bietet das Programm gerade auf der C64-Seite zahlreiche Funktionen, etwa die Unterstützung von Speichererweiterungen wie der REU oder Turbokarten wie der SuperCPU. Es lassen sich verschiedene Rechner- und Laufwerksmodelle emulieren, ebenso bis zu acht SID-Chips parallel. Die Steuerung unterstützt Joysticks, Maus, Neos-Maus, Paddles, Gun Sticks und mehr. Auch verschiedene Tastaturlayouts (deutsch, französisch, britisch, amerikanisch) lassen sich problemlos auswählen. Eine sehr gelungene CRT-Emulation mit vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten ist ebenfalls enthalten.

Auf der Amiga-Seite stehen der Amiga 500 und der Amiga 1000 zur Verfügung. Mittlerweile werden auch LHA-Dateien, virtuelle Festplatten neben den bekannten Dateiformaten unterstützt. Unterstützung für den Amiga 1200 und das CD32 fehlen jedoch bislang.

BlastEm & PicoDrive (Mega Drive)

Homepage / Github: https://www.retrodev.com/blastem / https://github.com/irixxxx/picodrive

Für Freunde des Mega Drive bietet BlastEm derzeit die akkurateste Emulation von Segas 16-Bit-Konsole. Es bietet einen fortgeschrittenen Debugger, der beispielsweise von Homebrew-Entwicklern genutzt wird. Außerdem wird die Sega Mouse emuliert, die in den Mega Drive Spielen Cannon Fodder, Shanghai II oder Lemmings 2 zum Einsatz kam. Jedoch werden aktuell noch nicht die Erweiterungen Mega CD und 32X unterstützt. Für Mega CD soll der Support in der kommenden Version 0.7 erfolgen.

Wer auf die CD-Spiele des Systems nicht verzichten möchte, der sei auf den Klassiker PicoDrive verwiesen. Ein Klassiker unter den Sega-Emulatoren mit Support für Master System, Game Gear, Mega Drive, Mega CD, 32X und dem Pico Handheld.

BGB (Game Boy / Color)

Homepage: https://bgb.bircd.org

Ähnlich wie Mesen beim NES ist BGB der akkurateste Game Boy Emulator mit einer vollständigen Kompatibilität zu sämtlichen Game Boy- und Game Boy Color-Spielen und bietet zudem zahlreiche Debug-Funktionen. Dabei gehört BGB zu den Oldies in der Emulationsszene, denn er wird seit 2001 entwickelt und bekommt bis heute regelmäßig neue Updates spendiert.

Für Spieler enthält BGB einige interessante Features: Shader, verschiedene Grafikpaletten sowie die Möglichkeit, einfache Border um das Spielfeld anzeigen zu lassen. Ihr könnt sogar bestimmen, ob das sogenannte Frame Bending ein- oder ausgeschaltet ist. Dabei werden die Frames vermischt und der Motion-Blur-Effekt des alten Game Boys simuliert. Sobald ihr jedoch Screenshots erstellen möchtet, sollte dieser Effekt unbedingt deaktiviert werden. Selbst die Game Boy Kamera kann emuliert werden.

Im Vergleich zu Mesen wirken die Optionen etwas überladen und ihr braucht ein paar Minuten zur Einarbeitung. Danach lässt sich BGB jedoch sehr komfortabel bedienen. Schön ist auch, dass beim Super Game Boy die etwas bessere Hardware emuliert wird und der Effekt nicht nur optisch ist.

MAME & pfeMAME (Arcade)

Homepage: https://www.mamedev.org / https://sourceforge.net/projects/pfemame

Für die Emulation von Arcade-Spielen ist MAME für mich nach wie vor der Emulator der Wahl. Das Problem dabei ist, dass die eingebaute Benutzeroberfläche inzwischen stark veraltet und für mich sehr unübersichtlich daherkommt – besonders bei einer großen Anzahl an Dateien wie einem vollständigen Romset. Für mehr Übersicht gibt es verschiedene Frontends, von denen jedoch viele nicht mehr weiterentwickelt werden. pfeMAME wird hingegen weiterhin gepflegt und ist auch mit den neuesten MAME-Versionen kompatibel. Die Einrichtung ist sehr einfach und nahezu automatisch, sofern das Programm im MAME-Installationsordner abgelegt wird. Ihr könnt die Liste filtern, eine Favoritenliste anlegen und gezielt nach Stichwörtern suchen. Außerdem lassen sich für jedes Spiel eigene Konfigurationsprofile erstellen. Auch die generelle Konfiguration von MAME übernimmt das Programm.

Ein Tipp für alle, die nicht mit riesigen Romsets arbeiten möchten: Mit Hilfe der hervorragend gepflegten Datenbank von Arcade Italia lassen sich die Dateinamen bestimmter Spiele ermitteln. Dort kann auch überprüft werden, ob ein Spiel in MAME gut funktioniert oder nicht. So könnt ihr an einem ausgedehnten Nachmittag ein individuelles Romset zusammenstellen.

BigPEmu (Atari Jaguar)

Homepage: https://www.richwhitehouse.com/jaguar

Der Atari Jaguar war mit weniger als 150.000 verkauften Einheiten einer der größten Flops der 90er Jahre. Es wurden auch nur etwa 60 Spiele für das System veröffentlicht. Daher wurde der Jaguar in der Emulationsszene lange kaum beachtet. Erst für die interaktive Dokumentation Atari 50 wurde ein eigener Emulator programmiert. Und das nur, um neun Atari-Spiele aus der Spielebibliothek in dieser Collection spielbar zu machen – das zeugt meiner Ansicht nach von der Liebe zum Detail, mit der Digital Eclipse an seine Projekte herangeht.

Der Entwickler des Emulators, Rich Whitehouse, erhielt von Digital Eclipse die Erlaubnis, diesen Emulator frei zugänglich zu machen. BigPEmu ist daher der erste Jaguar-Emulator, der alle jemals kommerziell veröffentlichten Spiele fehlerfrei abspielen kann.

Duckstation (Playstation)

Homepage: https://www.duckstation.org

Um die erste Playstation von Sony zu emulieren, habt ihr mehrere Möglichkeiten. Zum einen bringt der bereits erwähnte Mednafen-Emulator gute Ergebnisse und manche schwören auch auf den Oldie ePSXe. Ich bin seit einiger Zeit mit Duckstation sehr zufrieden.

Die Einrichtung ist schnell abgeschlossen und unter der Haupe gibt es einige schöne Features wie die Run-Ahead-Technologie für niedrigere Eingabeverzögerungen und die PGXP-Technologie, die Geometriefehler korrigiert und das „Zittern“ vieler PS1-Grafiken verringert. Zudem sind sämtliche Tasten – auch die Hotkeys – frei konfigurierbar. Die spielinterne Auflösung kann bis zu 8192×6144 Pixel mit Upscaling gerendert werden.

Rosalie’s Mupen GUI & Gopher64 (Nintendo 64)

Github: https://github.com/Rosalie241/RMG / https://github.com/gopher64/gopher64

Auch im Jahr 2025 ist die Emulation des Nintendo 64 immer noch eine Herausforderung. Für mich persönlich funktioniert der Mix aus Gopher64 und Rosalie’s Mupen GUI am besten.

Gopher64 ist der Nachfolger von Simple64 und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Emulation zu vereinfachen. So gibt es nicht verschiedene Plugins, aus denen man wählen kann, tatsächlich lässt sich kaum etwas einstellen außer Auflösung, Scaling und die Möglichkeit den emulierten N64-Prozessor zu übertakten. Viele Spiele laufen nach meinen Tests ganz gut mit dem Emulator, insbesondere die bekannten Spiele von Nintendo.

Es gibt jedoch auch Spiele, die überhaupt nicht gut funktionieren. Bei Top Gear Overdrive beispielsweise kommt es zu starken Slowdowns und Soundproblemen. Für diese Spiele nutze ich gern RMG, ein Frontend für den Mupen64plus-Emulator. Und hier habe ich insbesonders mit dem LLE RSP Plugin und den LLE Video Plugin gute Erfahrungen gemacht. Dies braucht jedoch eine gute Grafikkarte und ist für ältere Systeme nicht sonderlich praktikabel. Spielt am besten selbst mit den Konfigurationen und probiert aus, was für euch am besten funktioniert.

Flycast (Dreamcast)

GithHub: https://github.com/flyinghead/flycast

Für die Emulation der gefloppten Dreamcast-Konsole habt ihr zwei Möglichkeiten: Redream und Flycast. Letzterer gefällt mir etwas besser, denn es unterstützt auch die Arcade-Spiele, die Sega Ende der 90er unter dem System Board NAOMI veröffentlichte. Zudem ist die Kompatibilität etwas höher und es werden mehr Peripherigeräte wie Light Gun, Maus und Tastatur emuliert. Außerdem ist es möglich Flycast mit dem VMU-Emulator DreamPotato zu verbinden um eine bessere Erfahrung zu bieten. VMU war bekanntlich der kleine Bildschirm innerhalb des Dreamcast-Controllers. Während Flycast den Inhalt des Bildschirms eher ungelenk innerhalb des Hauptbildschirms darstellen kann, ist es auf diese Weise möglich den Inhalt in einem weiteren Fenster anzeigen zu lassen. Ansonsten ist nicht viel Konfiguration nötig – außer, dass ihr die üblichen BIOS-Roms braucht.

PCSX2 (Playstation 2)

Homepage: https://pcsx2.net

Wie lange die Entwicklung eines Emulators dauern kann, zeigt PCSX2. Im Jahr 2001 gestartet, hat es über zwei Jahrzehnte gedauert, bis der Emulator wirklich ausgereift war. Mittlerweile liegt die Kompatibilität bei über 99 Prozent und nur noch eine Handvoll Titel ist nicht spielbar. Während früher für zahlreiche Spiele spezielle Konfigurationen erforderlich waren, werden die meisten heute mit der voreingestellten Standardkonfiguration gut bis sehr gut emuliert.

Im Wesentlichen werden die Spiele auf zwei Arten gerendert: Hardware-Rendering nutzt die Grafikkarte, ist deutlich schneller, und höhere Auflösungen sind möglich. Allerdings werden manche PS2-Grafikeffekte nicht originalgetreu dargestellt oder es kommt zu anderen Grafikfehlern. Software-Rendering berechnet die Grafik vollständig über den Prozessor und emuliert die PS2-Rendering-Methoden exakter. Das Ergebnis sieht wesentlich originalgetreuer aus. Dafür ist diese Methode langsamer und belastet die CPU stärker. Zudem ist die Ausgabe auf die native Auflösung beschränkt. HD-Upscaling-Funktionen stehen also nicht zur Verfügung.

Der Emulator bietet darüber hinaus Features wie die Emulation zahlreicher Peripheriegeräte (Eye Toy, Buzz Controller, Densha Controller, Rock Band und DJ Hero Zubehör, Lenkrad, Maus, Tastatur usw.), eigene Konfigurationsprofile für jedes Spiel inklusive Zugang zu Community-Patches sowie die üblichen Funktionen wie Save States, Videoaufnahme oder Screenshots.

Dolphin (GameCube & Wii)

Homepage: https://www.dolphin-emu.org

Ganz so lange wie bei PCSX2 hat es bei Dolphin nicht gedauert, bis dieser ausgereift war. Spätestens mit Version 5.0 aus dem Jahr 2016 war es soweit. Inzwischen sind die Entwickler auf ein sogenanntes Rolling-Release-Modell umgestiegen und veröffentlichen keine Hauptversionen mehr. Tatsächlich wird aus meiner Sicht auch nur noch an „Kleinigkeiten“ gearbeitet, da seit einem Jahrzehnt sämtliche Spiele sehr gut emuliert werden.

Dolphin emuliert jedenfalls den GameCube und die Wii sowie die dazugehörigen Peripheriegeräte. Die Herausforderung liegt dabei nicht unbedingt in der technischen Umsetzung. Besonders bei der Wii-Emulation besteht der Haken in der häufig genutzten Bewegungssteuerung. Vieles lässt sich einigermaßen gut auf ein Gamepad übertragen, etwa das Rütteln, um in Donkey Kong Country Returns die Stampfattacke auszuführen. Spiele, die die Funktionen der Wiimote intensiver nutzen, lassen sich jedoch nicht mehr so einfach auf traditionelle Weise spielen. In solchen Fällen benötigt ihr tatsächlich eine echte Wiimote, die vom Emulator erkannt wird, wenn sie per Bluetooth mit dem PC verbunden ist.

Abgesehen davon werden sämtliche Spiele aus dem Stand heraus sehr gut emuliert. Lediglich die „Enable Duo Core“ Option in den Basic Settings macht bei einigen GameCube-Spielen immer mal wieder Probleme und sollte ausgeschaltet werden, wenn ihr auf solche trefft.

Xemu (Xbox)

Homepage: https://xemu.app

Für die originale Xbox aus dem Jahr 2001 existieren einige Emulatoren wie Cxbx. In puncto Kompatibilität erreicht jedoch keiner das Niveau von Xemu. Laut Kompatibilitätsliste sind 83 Prozent aller Spiele spielbar (mit kleineren Fehlern), 6 Prozent perfekt spielbar, und nur etwa 11 Prozent der Titel bereiten noch größere Schwierigkeiten. Das stellt einen erheblichen Fortschritt im Vergleich zu früher dar.

Die Einrichtung braucht ein paar Minuten Arbeit. Um überhaupt Spiele starten zu können, benötigt ihr eine Flash-ROM-Datei sowie eine MCPX-Boot-ROM-Datei. Eine Dummy-Datei für die emulierte Festplatte ist auf der Homepage verfügbar. Die anderen Dateien müsst ihr euch an anderer Stelle im Netz besorgen.

Sprache und Region des emulierten Systems werden in der EEPROM-Datei gespeichert. Um diese Einstellungen zu ändern, müsst ihr die Datei bearbeiten, beispielsweise über diesen Online-Editor. Sie wird vom Emulator automatisch im AppData-Ordner in eurem Benutzverzeichnis erstellt, kann aber auch in den Programmordner verschoben werden. Achtet dabei darauf, den Pfad in den Einstellungen entsprechend anzupassen.

Zudem liest der Emulator keine normalen .iso-Dateien. Diese müssen zunächst in das .xiso-Format umgewandelt werden. Das funktioniert am einfachsten mit der GUI-Version von extract-xiso. Auf Rewrite klicken, Datei auswählen, Zielordner auswählen – fertig.

Darüber hinaus bietet der Emulator insgesamt weniger Funktionen als andere Emulatoren. So fehlt mir persönlich beispielsweise eine Option zur Anpassung der Bildhelligkeit. Auch die Savestate-Funktion kann vereinzelt noch Fehler verursachen, daher sollte sie mit Vorsicht verwendet werden.

Trotz allem ist Xemu für mich mit Abstand der beste Xbox-Emulator da draußen.

mGBA (Game Boy Advance)

Homepage: https://mgba.io

Der Game Boy Advance war einer der wenigen Fälle, wo es den dazu passenden PC-Emulator (VisualBoyAdvance) bereits gab, als die Handheld aktuell war. Und schon damals war die Kompatibilität in der GBA-Emulation sehr hoch. Mittlerweile gibt es GBA-Emulatoren wie Sand am Meer und auch der Anfangs vorgestellte Mesen-Emulator tut seinen Dienst in dieser Hinsicht mehr als gut.

Wer jedoch noch einen dedizierten Emulator sucht, ist mit mGBA bestens bedient. Die Handhabung ist sehr einfach. Zudem besteht die Möglichkeit, den Emulator mit Dolphin zu verbinden, um Funktionen von GameCube-Spielen zu nutzen, die das GBA-Link-Kabel unterstützt haben. Auch der Sonnensensor für die Boktai-Spiele sowie der Neigungssensor, der in einigen Titeln verwendet wurde, werden emuliert. Besonders cool ist zudem ist die Multiplayer-Funktion, bei der Mehrspieler-Spiele in zwei Fenstern gleichzeitig laufen.

NeoJ2ME & FreeJ2ME-Plus (Java-Spiele)

GitHub / Homepage: https://github.com/EPICOMI/NeoJ2ME / https://tasemulators.github.io/freej2me-plus

Java-Spiele der 2000er sind ein interessantes Thema, das es zu entdecken lohnt. Aufgrund der geradezu archaischen Technik damaliger Handys waren Spieleentwickler gezwungen, komplexere Vorbilder radikal zu vereinfachen und einen spielerischen wie technischen Minimalismus vorzuleben, der an die Heimcomputer-Tage der 80er Jahre erinnerte. Zudem wurde mit teils ungewöhnlichen Lizenzen versucht Aufmerksamkeit zu erzeugen. Bowlen mit Dieter Bohlen oder Poker mit Bud Spencer? Für jede noch so kuriose Lizenz existierte garantiert das passende Spiel. Und natürlich erschienen hunderte unterhaltsame Puzzle- und Geschicklichkeitsspiele.

In den letzten Jahren hat vor allem der Emulator J2ME Loader auf Android-Smartphones für Aufmerksamkeit gesorgt, da er nahezu sämtliche Spiele fehlerfrei abspielen kann. Auch auf dem PC kommt nach Jahrzehnten des Stillstands wieder Bewegung in die Szene. Der FreeJ2ME-Plus-Emulator ist zwar alles andere als leicht zu bedienen, kann jedoch zahlreiche Spiele in guter Qualität abspielen. NeoJ2ME ist ein inoffizielles Frontend für diesen Emulator, das die Handhabung deutlich vereinfacht. Wer also keine Lust auf die Installation der JRE oder das Erlernen von Java-Befehlen hat, dem ist dieses Frontend zu empfehlen: Einfach die .jar-Datei ins Programmfenster ziehen und los geht’s.

MelonDS (Nintendo DS)

Homepage: https://melonds.kuribo64.net

Um den Nintendo DS zu emulieren, eignet sich meiner Ansicht nach MelonDS am besten. Er emuliert nicht nur den einfachen NDS, sondern auch den DSi – also die Hardware-Revision mit der DSiWare Spiele runtergeladen werden konnten. Zudem gibt es Unterstützung für WiFi, Kamera und lokale Multiplayer-Spiele.

Die Emulation normaler NDS-Spiele ist sehr einfach: Datei auswählen und loslegen. Es gibt keine speziellen Konfigurationen, außer, dass ihr die interne Auflösung erhöhen könnt. Zudem braucht ihr die BIOS- und Firmware-Dateien. Um DSiWare-Spiele zu spielen, müssen diese als .nds-Dateien vorliegen. Anschließend wechselt ihr in den Settings in den DSi-Mode. Wählt Manage DSi Titles unter System und installiert die Dateien in die emulierte Firmware. Danach die Firmware starten.

Und obwohl die Emulation technisch einwandfrei ist, bevorzuge ich beim Nintendo DS dann doch lieber die originale Hardware. Das liegt daran, dass sich für mich viele Touchscreen-Spiele mit Maus nicht so richtig gut spielen lassen. Das ist vielleicht aber auch nur persönlicher Geschmack.

PPSSPP (Playstation Portable)

Homepage: https://www.ppsspp.org

Wenn es um die Emulation von Konsolen und Handhelds aus den 2000ern geht, da gehört neben mGBA und MelonDS aus PPSSPP eher zu den Emulatoren, die sehr ausgereift sind und nur wenig konfiguriert werden müssen. Genauso wie bei PCSX2 gibt es auch hier einen Hardware-Renderer, mit denen ihr die interne Auflösung von Spielen drastisch verbessern könnt. Bei 3D-Spielen funktioniert das sehr gut, bei 2D-Spielen kommt es da manchmal zu kleineren Grafikfehlern. Hier kann dann der Software-Renderer helfen. Ansonsten emuliert der Emulator sämtliche kommerzielle Spiele mindestens sehr gut emuliert.

Xenia & Xenia Manager (Xbox 360)

GitHub: https://github.com/xenia-manager/xenia-manager

Im Vergleich zur Emulation der ersten Xbox steckt die der Xbox 360 noch immer in den Kinderschuhen. Viele große kommerzielle Spiele sind bestenfalls nur mit Fehlern oder gar nicht spielbar. Dafür funktionieren jedoch zahlreiche kleinere Titel, die damals über das Xbox Live Arcade-Programm zum Download angeboten wurden, bereits ziemlich gut. Und das ist – zumindest für mich – auch der interessanteste Teil der Emulation einer Konsole wie der Xbox 360.

Die Konfiguration von Xenia ist jedoch nicht besonders einsteigerfreundlich, da sie hauptsächlich über das manuelle Bearbeiten von Konfigurationsdateien im Editor erfolgt. Hier schafft das kleine Tool Xenia Manager Abhilfe: Damit lassen sich für jedes Spiel bequem verschiedene Konfigurationsprofile anlegen und per Mausklick bearbeiten. Auch das Hinzufügen neuer Spiele, DLCs und Updates funktioniert problemlos. Das Tool unterstützt Xenia Canary (quasi die Nightly Builds des Emulators), Xenia Netplay (wie der Name schon sagt, für Online-Spiele) sowie Xenia Mousehook – ein Fork, der Maussteuerung in einigen Titeln ermöglicht. Im Manager kann festgelegt werden, mit welchem Build ein Spiel gestartet werden soll. Zudem lassen sich alle weiteren Einstellungen wie Grafikoptionen spielabhängig festlegen. Außerdem lädt das Tool automatisch die neuesten Versionen des Emulators herunter.

RPCS3 (Playstation 3)

Homepage: https://rpcs3.net

Kann man Dolphin, Xemu und PCSX2 auch noch auf einem guten Office-Notebook hervorragend ausführen (wie bei meinem Matebook 16s von Huawei), braucht ihr für die Emulation von Konsolen der 7. Generation (also PS3 und Xbox 360) definitiv einen guten Gaming Notebook bzw. Gaming PC.

Habt ihr gute Hardware, dann könnt ihr mit RPCS3 laut Kompatibilitätslis rund 2500 kommerzielle Spiele emulieren mit kleineren Fehlern emulieren. Dennoch werden wohl noch viele Jahre vergehen, bis RPCS3 solch eine stabile Emulation wie PCSX2 erreicht.

Für die Einrichtung braucht ihr die offizielle System Software von Sony, die ihr im Emulator installiert. Die physischen Spiele werden nicht durch .iso-Dateien abgespielt, sondern ihr müsst die Dateien mit 7zip oder WinRar extrahieren. Digitale Spiele werden durch .pkg Dateien im Emulator installiert, zudem sind entsprechende .rap Dateien notwendig. Und Patches zu den Spielen erhaltet ihr am besten mit dem Tool Rusty PSN. Zum Schluss müsst ihr dann die jeweiligen Konfigurationen der Spiele im RPCS3-Wiki raussuchen.

Ein detailliertes Tutorial zum Emulator findet ihr auf dem Kanal von IgorL – Emulation Guides. Auch die anderen Videos sind sehr sehenswert und für Einsteiger bestens geeignet.

Cemu (Wii U)

Homepage: https://cemu.info

Auch der Emulator zur Wii U hat im letzten Jahrzehnt einige Fortschritte gemacht – so werden aktuell um die 57% der Spiele mindestens ausreichend abgespielt. Die Einrichtung ist selbsterklärend. Ein wenig vrwirrt war ich erst, welche Dateiformate der Emulator verwendet. Bei .wux-Dateien braucht ihr noch dazu passende Key-Dateien, um die Spiele starten zu können. Seht euch daher eher nach .wua-Dateien um, da sind diese Keys nicht notwendig es ist praktischer für Langzeit-Archivierung auf euren externen Festplatten.

Standardmäßig wird der Gamepad der Wii U emuliert, ihr könnt daher mit der Maus den emulierten Touchscreen verwenden. Es gibt auch eine Funktion, in der TV-Bild und Gamepad gleichzeitig gerendert werden, das hat aber zumindest bei mir die Leistung stark einrechen lassen.

Azahar (Nintendo 3DS)

Homepage: https://azahar-emu.org

Azahar ist der Nachfolger des Citra-Emulators, der im März 2024 im Zusammenhang mit dem Switch-Emulator Yuzu seitens Nintendo offline genommen wurde – da beide Emulatoren von denselben Entwicklern kamen. Die Konfiguration ist im Vergleich zu anderen Emulatoren modernerer Systeme sehr simpel gehalten. Im Endeffekt wählt ihr nur die Region und Sprache des emulierten Systems und die interne Auflösung. Außerdem ist die Performance mit der Vulkan-API wesentlich performanter als mit OpenGL.

Anders als Citra ist Azahar nicht mit den viel benutzten Dateiformaten .3ds (physische Spiele) und .cia (digitale Spiele) kompatibel. Diese müsst ihr mit dem Tool 3DS Decryptor in .cci Dateien umwandeln.

Vita3k (Playstation Vita)

Homepage: https://vita3k.org

Vita3k wird seit 2018 entwickelt und kommt in seiner Kompatibilitätsliste auf 57% spielbare Titel. Wobei auch die als „spielbar“ getaggten Titel teilweise noch starke Audio- und Grafikfehler aufweisen können. Hier liegt also noch eine ganze Menge Arbeit vor den Entwicklern und auch hier wird es wohl noch viele Jahre dauern, bis man Vita3k als ausgereift einstufen kann.

Die Einerichtung geht fast von selbst – sobald ihr das Programm das erste Mal startet, werden euch die Downloadmöglichkeiten für die entsprechenden Firmware-Dateien präsentiert. Ansonsten könnt ihr sämtliche Einstellungen in einer übersichtlichen Benutzerobfläche vornehmen.

Und was ist mit all den schönen Shadern?

Einer der Gründe, warum Retroarch so beliebt ist, ist die große Auswahl an Shadern. Das sind grafische Filter, mit denen moderne LCD- oder OLED-Bildschirme eine halbwegs anständige Nachbildung alter CRT-Bildschirme ermöglichen. Oder wie wäre es mit dem trüben, farbverfälschenden Signal, das eine alte Konsole per RF-Adapter an den Fernseher sendet? Oder die Unterschiede zwischen AV-Kabel und RGB-Kabel? Oder VHS-Artefakte und vielen weiteren Nachbildungen analoger Bildschirmtechnik?

In jahrelanger Arbeit hat der Entwickler mausimus ein fantastischeTool geschaffen: ShaderGlass. Das Prinzip ist einfach wie genial: Ihr zieht ein Fenster mit dem Grafikfilter über ein anderes Fenster, in dem das jeweilige Programm läuft. ShaderGlass kann auch mit Anwendungen im randlosen Vollbildmodus verwendet werden: Einfach den Emulator (oder ein anderes Programm) in den Vollbildmodus wechseln und dann STRG+Shift+G drücken um den Filter zu aktivieren. Nur der exklusive Vollbildmodus wird nicht unterstützt. Das Tool beinhaltet derzeit über 1200 Grafikfilter, die meisten davon direkt aus der Retroarch-Bibliothek. Ihr könnt aber auch eigene Shader importieren. Damit lassen sich nicht nur Emulatoren grafisch aufwerten, sondern auch Videos. Oder denkt an die viele moderne Indie-Spiele mit Pixelgrafik…

Das Programm ist kostenlos auf itch.io erhältlich: https://mausimus.itch.io/shaderglass

Weitere Emulatoren

– Für MS DOS empfehle ich DOSBox Staging und DOSBox-X. Beides sind Weiterentwicklungen des klassischen DOSBox-Programms aus den 2000ern. Während sich ersteres vor allem an Retro-Gamer richtet und die Konfigurationsaufwand so gering wie möglich halten möchte, ist das Ziel von DOSBox-X auch Anwendungen und frühe Windows-Versionen zu emulieren. Es bietet sehr viel mehr Konfigurationsmöglichkeiten. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Probiert einfach selbst aus, welcher Emulator euch eher liegt. Alternativ wären zudem 86Box und PCem zu erwähnen, die das Ziel haben alte IBM-kompatible Computer als ganzes zu emulieren. Zu einer früheren Version von 86Box findet ihr auf dieser Seite eine ausführliche Vorstellung.

Pitfall im Atari 2600-Emulator Stella

– Atari-Fans kommen mit Stella, Hatari und Atari 800 auf ihre Kosten. Stella emuliert die Atari 2600 Konsole, Hatari die Heimcomputer der Atari ST-Familie und Atari 800 bietet Support für die Heimcomputer Atari 400, 800, 600 XL, 800XL, 130XE sowie der Atari 5200 Konsole. Wer dagegen den den Handheld Lynx emulieren möchte, für den gibt es mit Holani und Felix zwei moderne Emulatoren, die sich derzeit in Entwicklung befinden. Aber auch der betagte Handy-Emulator aus den 2000ern funktioniert noch auf modernen Windows-Systemen.

– Für die gefloppte 3DO-Konsole gibt es mit 4DO einen sehr hübschen Standalone-Emulator. Die Entwicklung wurde irgendwann 2015 aufgegeben, jedoch laufen die meisten Spiele sehr gut. Schade, dass die geplante Integrierung von Video CDs und Photo CDs nie umgesetzt wurde. Auch der geplante Linux-Port wurde nicht mehr vollendet.

Mit BGE+ könnt ihr den Pokémon Mini emulieren

GBE+ ist ein weiterer interessanter Game Boy-Emulator, der selbst obskure Geräte wie den Barcode Boy emuliert. Darüber hinaus beinhaltet der GBE+ einen richtig guten Emulator für den Pokémon Mini Handheld aus den früher 2000ern. Der Entwickler Daniel S. Baxter veröffentlichte vor einiger Zeit auch ein Buch zum Pokémon Mini.

touchHLE emuliert alte iOS-Versionen und befindet sich noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase. Das Ziel ist es, mittelfristig vollen Support für iOS 2 und 3 zu bieten. Ob irgendwann auch iOS 4 oder gar 5 und 6 dazukommen, ist derzeit völlig offen. Ich hoffe sehr, dass die Entwickler Erfolg haben. Denn sonst würde eine ganze Generation an Spielekultur für immer verloren gehen.

– Auch in der DDR gab es Heim- unc Kleincomputer, allen voran natürlich das KC85. Der Emulator JKCEMU emuliert fast alle dieser Computer.

Avatar-Foto

Über Nischenliebhaber

Ostdeutsches Videothekenkind der 90er Jahre. Liebt Spiele- und Retrokultur ebenso wie subkulturelle Musik aus aller Herren Länder und lange Spaziergänge durch dunkle Wälder des Erzgebirges.

Alle Beiträge anzeigen von Nischenliebhaber

4 Comments on “Die Emulatoren-Übersicht für alle, die RetroArch nicht mögen (2025)”

  1. Da sind ein paar interessante Sachen dabei. Danke dir für die Übersicht. Wie du ja weißt, bin ich bei solchen Sachen komplett unbegabt beziehungsweise gebe ich viel zu schnell auf. Aber einige Emulatoren hier klingen nach mir 😀

  2. Umfangreicher Artikel mit echt guten Sachen drin! Ich fühle mich sehr inspiriert und werde mal ein paar Sachen ausprobieren, die ich noch nicht kenne. Danke schön!

    Ich bin (war) ein großer Fan von Mednafen. Ich fand den super – nicht nur für Saturn, PC Engine, Playstation und so, sondern generell hat er echt gute Emulation von NES, SNES und Co.
    Ich mochte eigentlich auch sein Frontend-loses Design.
    Schlussendlich hinkte er jedoch sich selbst hinterher: Seine eigenen Cores für RetroArch (dort mit dem Namen Beetle) waren aktueller.

    Auch fehlen mir bei manchen anderen Emulatoren immer wieder liebgewonnene Funktionen, wie Savestates oder Zurückspulen.

    Und, ja, guter Punkt mit den Shadern: Früher musste man sich mit ReShade aushelfen, dann kam ShaderGlass und machte das Ganze viel einfacher. Ich nutze das ständig.

    Aber irgendwie ist es dann doch einfacher für mich, das Ganze einfach einmal in RetroArch zu konfigurieren und dann für alles zu übernehmen – und wenn ich mal was anderes will, dann passe ich einfach in RetroArch die Pro-Core- oder Pro-Spiel-Anpassung -, als jeden Emulator einzeln zu konfigurieren und dann jedes Mal noch die passende ShaderGlass-Configuration zu laden (vor allem, da ja nicht jedes Spiel dann auch immer die gleiche Auflösung hat).

    Ich stimme dir aber zu: In RetroArch ein Spiel zu laden ist irgendwie mühsam. Ich verwende dafür einen 3rd-Party-Launcher namens LaunchBox. Der hat sogar direkte RetroArch-Unterstützung. Oder du kannst dir eine REG-Datei machen, damit du den passenden Core auch mit einem Doppelklick auf das ROM nehmen kannst. Für NES zum Beispiel:

    Windows Registry Editor Version 5.00

    [HKEY_CLASSES_ROOT\.nes]
    @=“RetroArch.NES“

    [HKEY_CLASSES_ROOT\RetroArch.NES]
    @=“Nintendo Entertainment System“
    [HKEY_CLASSES_ROOT\RetroArch.NES\shell\open\command]
    @=“\“C:\\RetroArch\\retroarch.exe\“ -L \“C:\\RetroArch\\cores\\mesen_libretro.dll\“ \“%1\““

    Und wo ich dir auch zustimme: Viel zu viele Gamer nutzen immer noch das hoffnungslos veraltete Ur-DOSBox. Da sollte man unbedingt auf eines deiner beiden genannten wechseln! Ich selbst bevorzuge DOSBox-X – und, ja, nicht über RetroArch. DOSBox funktioniert meiner Meinung nach noch nicht so toll über den RetroArch-Core. Mal sehen, was da noch kommt…

    1. Danke Dir fürs Lob.

      Ich denke, der Grund warum viele noch alte Emulatoren verwenden, ist, dass die immer noch ständig bei YouTube und sowas empfohlen werden.

      Ich denke, dass RetroArch und DosBox sich nicht so gut verstehen. Dieser Pure-Core versucht es ja das alles für RA zu vereinfachen, aber irgendwie… Dos war halt keine Konsole und geht dadurch mit den Ansatz von RA nur schwer zu verheiraten.

      Mit solchen Launchern habe ich auch mal herumexperimentiert. Ich habe mal EmulationStation für Desktop versucht, weil ich das auf Anbernic-Handhelds eigentlich ganz nice finde. Habe das dann aber auf dem Desktop zu selten genutzt. Da ist irgendwie mein Mindset ein anderer. Auch wenn ich da viel am rumtweaken bin (warum hat noch niemand die Frage nach den rechteckigen Fenstern in Windows 11 auf den Screenshots gestellt? ^^), aber solche Frontends gehören für mich mehr auf Konsolen und Handhelds. Bin da aber auch seltsam. ^^

  3. Ich bin großer Fan von RetroArch. Aber auch nur, weil ich eigentlich nicht mehr Emulation an meinem Desktop PC benutze. Wenn ich an meinem Desktop bin, brauche ich kein Frontend mit Covern, Metadaten… Da ist es für mich einfach den Emulator zu starten und dann über Datei öffnen einfach die Rom-Datei im passenden Ordner zu starten. Und für den Usecase ist RetroArch echt viel zu überladen.

    Bei meinen diversen Emulationshandelds, bei meinem Raspberry Pi mit Recalbox und bald auch meiner Bazzite Installation, um im Wohnzimmer am PC mit Gamepad-Spiele zu zocken, da kommt Retroarch zum einfach. Sprich wo ich einerseits ein schönes Frontend haben will aus welche mich die Spiele starte und wo ich es auch mit dem Controller bediene.

    Ich finde auch da ist RetroArch frickelig im Einrichten. Wie frickelig hängt extrem vom System, Launcher… ab. RetroPie auf dem Raspberry Pi is ne Qual. Vieles geht nicht über das angepasste Emulationstation und vieles muss im Terminal gemacht werden. Auch muss halt alles konfiguriert werden. Custom Firmwares für die Handhels von Anbernic und co sind da weitaus komfortabler. Im Gegensatz zu RetroPie, Batocera und co. sind bei den Handhelds ja der erste Controller, der Screen und die Hardware Specs fix vordiniert. Daher sind die ganzen meist auf EmulationStation basierenden Varianten schon sehr gut vorkonfiguriert und das Gefrickel minimiert und auch alle Einstellungen auf die BEdienungen mit Controller ausgelegt. Auch das ist noch mühsam. Aber wenn man es einmal eingerichtet hat, dann hat man das Plug & Play-Gefühl eines kommerziellen Produkts, was einem die Emulatoren am PC nicht geben können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert