Der Playdate von Panic im Test

Erste Spiele-Empfehlungen

Was wäre so ein Handheld ohne Spiele? Nachfolgend möchte ich eine Übersicht über die Titel geben, mit denen ich in den ersten Tagen richtig viel Spaß hatte. Dabei werde ich auf die Spiele aus Season 1 nicht weiter eingehen, da diese ohnehin kostenlos dabei sind. Welche Spiele haben es mir darüber hinaus angetan?

Addled (Itch.io | 2 USD)

Addled ist das Remake eines alten Java-Handyspiels, das spielerisch wiederum auf dem Taito-Klassiker Puzznic aus dem Jahr 1989 aufbaut. Die Aufgabe besteht darin, die Blöcke in einem Labyrinth so aneinanderzureihen, dass sie verschwinden und kein einziger übrig bleibt. Dabei lösen sich die Blöcke auf, sobald mindestens zwei davon nebeneinandergeschoben werden.

Neben klassischen Levels gibt es auch zahlreiche Stufen mit modernen Gimmicks wie Teleportwänden oder verschiebbare Ventilatoren, die Blöcke in der Luft halten. Insgesamt gilt es 200 Level zu lösen, die in verschiedene Welten zu je 20 Aufgaben unterteilt sind. Außerdem könnt ihr bis zu zehn Level überspringen, wenn sie euch zu schwer erscheinen.

Bloom (Itch.io | Katalog | 10 USD)

Die junge Midori ist frisch in ihr erstes Apartment gezogen. Statt sich auf ihre weitere Schulkarriere zu konzentrieren, pflanzt sie auf dem Dach des Wohnhauses Blumen an und eröffnet einen kleinen Blumenladen. Ihren Eltern verschweigt sie zunächst ihr Vorhaben. Zudem hat sie Kontakt zu ihren Freunden, in deren Chats es um klassische Themen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen geht.

Bloom ist ein süßes Real-Time-Social-Sim. Während ihr die Blumen in einem Idle-Game auf dem Dach anpflanzt und anschließend verkauft, besteht der Hauptteil des Spiels aus den Chatnachrichten mit Midoris Eltern und Freunden. Diese Nachrichten sind erfreulich kurz geschrieben und wirken dadurch sehr authentisch. Die Geschichte des Cozy Game entfaltet sich über mehrere reale Tage. Ihr werdet jedoch nicht dafür bestraft, wenn ihr mal ein paar Tage nicht ins Spiel schaut. Ein nett gemachter Asteroids-Klon sorgt für etwas Abwechslung.

Blocky Balloons (Itch.io | Katalog | 4 USD)

Auch für solche kleinen Puzzlespiele mag ich den Playdate jetzt schon. Designt wurde das Spiel in Pulp, einem Online-Tool von Panic, das die Entwicklung kleiner Projekte ohne Programmierkenntnisse ermöglicht.

In diesem Spiel ist es eure Aufgabe, in jedem Level einen Ballon einzusammeln. Der Weg dorthin ist in der Regel durch Monster versperrt. Um diese aus dem Weg zu räumen, müssen Steine und Eisblöcke so verschoben werden, dass sie die Monster vernichten. Die späteren der insgesamt 40 Level bieten weitere Gemeinheiten wie Eisfelder, auf denen ihr euch nicht frei bewegen könnt. Insgesamt erinnert mich Blocky Balloons an alte Windows-Puzzler aus meinen Kidnheitstagen wie Chip’s Challenge oder Zeek The Geek.

Devils on the Moon Pinball (Katalog | 10 USD)

Vier Jahre nach der Veröffentlichung des Playdates sind die Entwickler nun so weit, den Handheld an sein technisches Limit zu bringen. Devils on the Moon Pinball ist das aktuellste Beispiel dafür. Wie in den Klassikern Alien Crush und Devil’s Crush besteht auch hier der Pinball-Tisch aus drei Sektionen. In jeder Sektion gibt es viele Systeme zu entdecken. Das Ziel besteht am Ende darin, 50 Dämonen einzusammeln. Neben dem Hauptspielfeld gibt es auch separate Level, in denen Bosskämpfe ausgetragen werden.

Für mich als Pinball-Fan ist dieses Spiel eine echte Killer-App. Die Kugelphysik ist großartig, das Layout der Spielfelder brauchen sich vor den großen Genre-Klassikern nicht zu verstecken und die vielen schönen Animationen sind eine Augenweide!

Carte Blanche (Itch.io | Katalog | 10 USD)

Die Krähe Blanche ist ein großer Fan von altertümlichen Kartenspielen. Wie gut, dass ihr gerade in ihrem Salon gekommen seid und sie euch zu einem Spielchen einlädt. Im Angebot hat sie die Spiele Cribbage, Gin Rommé, Katz und Maus, Spades und Casino. Und für den Fall, dass ihr die Regeln nicht kennt, gibt es ausführliche Regelbücher, die jederzeit hervorgeholt werden können sowie interaktive Tutorials. Habt ihr die Krähe in einem Spiel geschlagen, gibt sie euch Münzen für einen Slot-Automaten, an dem 70 Avatare gewonnen werden können.

Carte Blanche ist das mit Abstand schönste Kartenspiel, das ich seit langer Zeit gesehen habe. Die Musik ist entspannend und die kleine Krähe hat richtig viel Charakter. Zudem sind die Kartenspiele sehr gut umgesetzt und in den Tutorials werden die Spielabläufe Schritt für Schritt erklärt. Mehr braucht ein gutes Kartenspiel nicht.

Piña Rollada (Itch.io | Katalog | 6 USD)

Zum Schluss hätte ich noch ein kleines Geschicklichkeitsspiel im Gepäck. Eure Aufgabe besteht darin, eine Kugel durch 78 Level zu lotsen, die mit jedem Abschnitt gemeiner werden. Bewegliche Plattformen, Tiere, die euch nur allzu gern von der Bahn drängen, oder auch Kanonen, die Kugeln auf das Feld feuern, erschweren euch den Weg. Für Piña Rollada braucht ihr wahrlich eine ruhige Hand – denn das Spiel wird mit dem Beschleunigungssensor des Playdates gespielt. Das funktioniert überraschend gut und erinnert mich an das alte iOS-Spiel Labyrinth, falls das noch jemand kennt. Ansonsten werden hierbei aber auch Erinnerungen an das Kugelspiel Rock ’n Roll von Rainbow Arts aus dem Jahr 1989 wach. Alternativ könnt ihr für die Steuerung auch das D-Pad nutzen.

Um es euch nicht ganz so einfach zu machen, müsst ihr nicht nur zum Ziel der Level kommen. Auf den Bahnen sind überall Früchte verteilt. Sammelt so viele wie möglich, um die weiteren Welten freizuschalten!

Zum Schluss

Das waren die sechs Spiele, mit denen ich in den ersten Tagen auf dem Playdate am meisten Spaß hatte. Ich denke, das gibt euch auch einen ersten Einblick in die Bandbreite der Spielebibliothek des Playdates. Mit der Mischung aus Puzzlespielen, Geschicklichkeitsspielen, Cozy Games und von Retro-Klassikern inspirierten Spielen trifft dieser Handheld bei mir voll ins Schwarze. Daher werde ich auch versuchen, monatlich einen Überblick über Neuerscheinungen (es gibt alle ein bis zwei Wochen neue Veröffentlichungen im Katalog) und alte Spiele, die ich nachhole, zu bieten. Falls ihr Wünsche habt, schreibt sie gerne in die Kommentare. Ansonsten würde mich sehr interessieren, ob eure Neugier geweckt werden konnte. Und an die Besitzer des Handhelds gerichtet: Welche Spiele sollte ich mir unbedingt mal anschauen?

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Über Nischenliebhaber

Ostdeutsches Videothekenkind der 90er Jahre. Liebt Spiele- und Retrokultur ebenso wie subkulturelle Musik aus aller Herren Länder und lange Spaziergänge durch dunkle Wälder des Erzgebirges.

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8 Comments on “Der Playdate von Panic im Test”

    1. Ich gehe davon aus, Du hast ein Gerät? Viel Spaß mit dem Spiel, ist wirklich richtig gut! Mit 2 US-Dollar (also 1,70 Euro) ist das Ding mit seinem Umfang auch echt billig. Überhaupt war das meine größte Überraschung, als ich anfing mich näher mit der Bibliothek auseinanderzusetzen – wie günstig die Spiele sind! Das hat tatsächlich auch meine Kaufentscheidung beeinflusst.

  1. „Für wen ist der Playdate geeignet?“
    Für Nachwuchs Nummer 3, der ist absolut die Zielgruppe. Besonders das zweistufige System könnte ihm gefallen, erst das einfache Online-Werkzeug zum einsteigen und danach die SDK.Hatte vor ein paar Wochen schon die Idee, ob das Teil für ihn unter dem Weihnachtsbaum liegen könnte. Aber in der Preislage ist das leider nicht drin.
    Schöner Artikel, über den Tellerand schauen ist immer bereichernd.

    1. Tatsächlich braucht ihr kein Gerät. Im SDK ist auch die Simulator-App dabei, die Spiele ebenfalls abspielen kann (nur eben nicht die DRM geschützten aus dem Store). Schau mal hier: https://help.play.date/manual/simulator/

      Also wenn Nachwuchs #3 etwas kleines in Pulp (https://play.date/pulp) erstellt und die .pdx Datei runterlädt, kann er diese im Simulator öffnen und dort spielen / testen.

      Und auch ohne, dass ihr ein Gerät gekauft habt, ist das SDK kostenlos. 🙂

      1. Danke für den Hinweis,
        aber es gehört zu seinem Spieltrieb dazu, das er die Dinge richtig in die Hand nehmen will – gerade beim Playdate mit der markanten Kurbel.
        Das fehlte mir auch auch bisschen in den Beschreibungen der Highlights: wie gut wurde die Kurbel integriert.

  2. Hab mir vor einiger Zeit auch so ein Teil geholt, da war der Preis noch etwas günstiger, die USA weniger verrückt und der Zoll niedriger 😄
    Ein tolles Zweitgerät, gerade weil es so klein und handlich ist. Gerne mehr Spielebesprechungen :⁠-⁠)

  3. Wow, danke für den Bericht. Das Gerät fand ich schon beim Erscheinen super interessant, aber der Voll-Preis für ein Alternativgerät hat mich abgeschreckt. Wenn aber innovative Spiele darauf aktiv entwickelt werden, ist das schon interessant.

    Danke.

    1. Bitt sehr. 🙂

      Da hoffe ich mal in den zukünftigen „Playdate-Highlights“ (erste Ausgabe erscheint im Mai) die eine oder andere Perle vorstellen kann. ^^

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