Das Brettspiel Hero Quest hat mich einige Zeit in meiner Kindheit begleitet, also scheint die Dark-Quest-Reihe wie für mich geschaffen zu sein. Ich habe den neuesten Ableger unter die Lupe genommen.

| Titel: | Dark Quest 4 |
| Erscheinungsdatum: | 05.11.2025 |
| Plattformen: | Windows, PS4, PS5, Xbox Series X|S, Switch |
| Entwickler / Herausgeber: | Brain Seal Ltd / Brain Seal Ltd |
| Homepage: | https://brainseal.com/ |
Das britische Indie-Studio Brain Seal Ltd ist uns auf DKSN bereits beim „Kingdom-Like“ Monarchy untergekommen, diesmal schauen wir auf den vierten Teil einer „Boardgame-Like“-Serie vom gleichen Entwickler: Dark Quest 4. Die Vorbilder sind Dungeon-Crawler-Brettspiele wie Hero Quest aus dem Jahr 1989 oder Descent aus dem Jahr 2005, in denen mehrere Fantasy-Helden gegen einen Dungeon-Master und seine Monsterhorden antreten.
Bereits Anfang der 1990er gab es Computerspiel-Umsetzungen von Hero Quest, die auf mich damals schon einen gewissen Reiz ausgeübt haben. Ob ich auch 2025 an diesem Konzept Spaß haben kann, verrät euch dieser Artikel.
Wer wagt es, mich herauszufordern?

Die Geschichte von Dark Quest 4 passt auf einen Bierdeckel: Der böse Gulak bedroht mit seiner Monsterarmee ein Menschendorf in einer Fantasywelt und steckt offenbar hinter den Entführungen der Bewohner. Ihr sollt ihn und seine Viecher vertreiben, indem ihr eine Heldengruppe in die finsteren Verliese führt, in denen sich die Bösewichte aufhalten – Erinnerungen an Jahrzehnte alte Pen-and-Paper-Abenteuer werden wach.

Ihr startet mit drei vorgegeben Helden, könnt aber im Laufe der 30teiligen Kampagne bis zu zehn Charaktere freischalten. Ihr steuert eure Recken rundenbasiert über das Spielbrett, das euch in einer isometrischen Perspektive präsentiert während im Hintergrund der Dungeon Master thront. Wie bei Brettspielen üblich, wird beim Monster-Kloppen oder Fallen-Ausweichen fleißig (automatisch) gewürfelt. Um eure Chancen in den Kämpfen zu steigern, hat jeder Held seine eigenen Fertigkeitskarten, die ihr an den richtigen Stellen einsetzen solltet.
Der Dungeon wird immer, wenn ihr eine neue Tür geöffnet habt, Stück für Stück aufgedeckt und kann sich auch über mehrere Ebenen erstrecken. Die über 40 Monsterarten, darunter etliche Untote, Goblins und Orks sorgen ebenso wie die Bosse für Abwechslung in den Missionen. Und natürlich solltet ihr auch immer in die herumliegenden Schatzkisten greifen, um Goldstück einzusammeln.
Du bist nicht allein.

Mit dem Gold könnt ihr im Dorf auf Einkaufstour gehen – die dort ansässigen Händler warten nur darauf, euch Dinge wie Ausrüstung, Tränke oder Spezialkarten zu verkaufen. Hier versammelt sich auch eure Heldengruppe, von denen ihr immer drei auf eine Mission mitnehmen könnt. Um euch einen Anreiz zum Durchwechseln zu geben, erschöpfen eure Freiheitskämpfer nach jedem Einsatz und bekommen Abzüge für die nächste Quest. Wenn ihr stattdessen ausgeruhte Helden in die Schlacht führt, bekommen diese Boni auf ihre Werte.

Noch mehr Spaß macht so ein Brettspiel natürlich mit Mitspielern, glücklicherweise wurde an einen 3-Spieler-Koop-Modus gedacht. Und wenn ihr nach etlichen Stunden mit der Kampagne durch seid, wartet noch der Editor auf euch, mit dem ihr eigene Herausforderungen für euch und eure Freunde basteln könnt. Die Kreationen anderer Spieler könnt ihr auf Wunsch im Steam Workshop herunterladen und ausprobieren.
Grafisch wirkt alles sehr stimmig und passend zum Setting. Die Musikuntermalung kann allerdings nach einer gewissen Zeit etwas nervig werden, aber dafür sind ja Lautstärkeregler da. Ganz mies ist die offensichtlich automatische deutsche Übersetzung der Bildschirmtexte, die ich nach kürzester Zeit wieder auf englisch zurückgestellt habe.
Fazit


Brettspiele haben mich nie losgelassen und sind immer noch ein fester Bestandteil meiner Freizeitgestaltung, auch wenn sie mittlerweile deutlich ausgereifter sind als mein Kindheits-Liebling Hero Quest. Auch Dark Quest 4 bietet mehr Abwechslung als sein Vorbild, bleibt aber übersichtlich und einsteigerfreundlich genug, um wohlige Brettspiel-Atmosphäre zu versprühen.
Falls ihr komplexe Rundenstrategie sucht, werdet ihr hier vielleicht etwas enttäuscht sein – wenn ihr aber Hero-Quest-artige Brettspiel-Luft (am besten mit bis zu zwei Freunden) schnuppern möchtet, dann wird euch Dark Quest 4 bestimmt gefallen. Ihr findet es auf Steam, im Nintendo eShop, im PSN sowie im Xbox Store für knapp unter 20 Euro.

Mangels Kudo-Button: Mir hat der Artikel gefallen 🙂
Danke dir 🙂
Vielen Dank für den tollen Artikel. Ich habe jetzt auch rund eine Stunde gespielt und bin sehr angetan. https://youtu.be/NeouiCkKHeI?si=Rr5L5nsN–XfYh8f
Aha! Dann sollten wir vielleicht mal eine Koop-Runde starten. 😉