Da simmer dabei, dat is pri-hi-maaa! Willkommen bei der sechsten Ausgabe der CPC-Erinnerungen. Mir war gar nicht klar, dass sich neben Werbemelodien und -sprüchen so viel anderer Krempel in meinem Hirn eingenistet hat. Erst nachdem ich mit der Schreiberei fertig war, habe ich gemerkt, dass es dieses Mal ziemlich sportlastig ist. Also schnappt euch ein isotonisches Kaltgetränk und setzt euch auf den Hometrainer.
Basket Master


One on one – oder wie wir in meiner Kindheit noch sagten: Einer gegen einen. Mit dieser einfachen Prämisse geht Basket Master den üblichen 8-Bit-Problemen aus dem Weg, die bei der Simulation einer Mannschafts-Sportart schon mal auftreten können. Hier gibt es nur drei Sprites (zwei Spieler und den Ball). Und obwohl Basketball für gewöhnlich als „schneller Sport“ beschrieben wird, bewegen sich die Herren auf dem Bildschirm trotzdem eher gemächlich.
Natürlich geht es darum, das Runde ins Runde zu versenken. Hat die eigene Spielfigur den Ball, sollte sie immer so gedreht werden, dass sie den Ball abschirmt, denn sonst hat der Gegner das Ding ganz schnell selbst in der Hand. Oder aber er hat die entsprechende Taste zu früh, zu spät oder wie auch immer gedrückt und damit ein Foul verursacht. Graphisch wird das zwar nicht dargestellt, Freiwürfe gibt es aber trotzdem. Und spektakuläre Würfe werden nach dem Treffer in Zeitlupe noch einmal zelebriert, wobei die Kamera zwar näher ran geht, dabei aber einfach alle Pixel vergrößert.


Beim Wiederspielen kam ich in den letzten Tagen auf keinen grünen Zweig, aber damals beherrschte ich das Spiel überraschend gut. Allerdings war Basket Master in meiner Erinnerung ein rasantes Spiel – und das ist es nun wirklich nicht. Trotzdem habe ich recht schnell angefangen, hektisch die Blickrichtung meiner Spielfigur zu ändern oder aus Panik den Ball über das komplette Feld zu werfen. Nicht elegant, aber selten, meine Spielweise. Und für kurze Zeit auch heute noch spaßig. Schon allein, weil einer der Spieler ein sehr ausgeprägtes Kinn über den Platz schleppt.

Exolon
Dieses Werk aus dem Hause Hewson hält sich nicht lange mit einer Hintergrundstory auf. Laut Anleitung ballert man sich als schwer bewaffneter Mensch durch über 100 Bildschirme voller blutgefrierender Action. Mit Granaten und Pistolen zerlegt man Horden über Horden von Aliens und im Weg stehenden Hindernissen. Aber ehrlich: Bei einem so coolen Spiel brauche ich keine Geschichte drumherum.


Wie so oft bei CPC-Spielen scrollt Exolon nicht, sondern blendet bildschirmweise um. Zum Glück sind zwar der Gegner viele, doch sie sind nicht unfair platziert. Und so flott einem auch die Kugeln, Raketen und was-weiß-ich um die Ohren fliegen: Die eigene Figur reagiert prompt auf alle Eingaben und erwehrt sich seiner Haut. Ich bin zwar damals wie heute nie auch nur ansatzweise ans Ende des Spiels gekommen, aber das ist völlig egal. Es macht Spaß, mit den Granaten alles platt zu walzen und den Effekt, mit dem die Transporterplattformen die Figur in ihre Atome zerlegen, sieht immer wieder gut aus. Exolon ist nie so hektisch wie ein Shoot-em-up und ist damit für mich genau richtig.

Leader Board

Es gibt gute Gründe, warum auf der CPC-Packung von Leaderboard nur Screenshots der C64-Version zu sehen sind. Auf dem Commodore-Rechner sieht das Golfspiel nämlich sehr viel schöner aus. Allein, dass der Golfer Klamotten trägt, die sich von der Umgebung absetzen, bewirkt einiges. Komischerweise haben die Cevi-Besitzer in meinem Freundeskreis das Spiel selten ins Disketten-Laufwerk gelegt. Ich dagegen hatte einige Monate lang immer wieder Spaß daran.
Hier golfen sich bis zu vier Spieler durch bis zu 18 Golfbahnen hin zum Sieg. Die titelgebende Leader Board zeigt nach jedem absolvierten Kurs an, wie gut oder schlecht man abgeschnitten hat und schwupps geht es zum nächsten Abschlagpunkt. Wobei, schwupps… Leader Board berechnet die 3D-Darstellung des Kurses vor jedem Abschlag neu. Und obwohl es sich um komplett flaches Gelände ohne Bepflanzung handelt, das nur von Wasser unterbrochen wird, dauert das natürlich. Das habe ich aber immer gerne in Kauf genommen, weil mir die jeweils neue Sicht damals unglaublich spektakulär vorkam. Heute dagegen… na ja.


Was aber bleibt, ist die Zugänglichkeit. Natürlich versemmle ich regelmäßig meinen Schlag, aber die hier verwendete Schwung-Steuerung für Schlagkraft und Drall wird im Grunde bis heute verwendet und macht Spaß. Probiert es mal aus.

Football Manager 2
1987 erschien der erste und gleichzeitig der letzte Fußball-Manager, den ich mir gekauft habe. Warum ich das gemacht habe, weiß ich ehrlich gesagt bis heute nicht. Meine Liebe zum Sport kann es nicht gewesen sein, weil mich die samstägliche Autowasch-und-gleichzeitig-die-Fußballschalte-im-Radio-anhören-Routine seit jeher genervt hat. Aber ich hatte ihn, den Football Manager 2 von Kevin Toms.

Da dieser Artikel in die Reihe CPC-Erinnerungen fällt: An das eigentliche Spiel habe ich praktisch keine Erinnerungen mehr. Ich habe meine Spieler im Rahmen meines Fachverstands wild auf dem Feld verteilt und dann auf das Beste gehofft. Die automatisch ablaufenden Spielsequenzen zeigten wild flackernde Männchen auf drei durchschaltbaren Bildschirmen (Torraum rechts, Torraum links und alles dazwischen), die unkoordiniert den Ball hin- und herkickten. Angeblich basierte das auf den Werten der Spieler, aber ich war nie genug drin im Spiel, um das wirklich ablesen zu können.
Was mir wirklich im Gedächtnis geblieben ist, ist eine Passage des Handbuchs. Ich hatte die deutsche Fassung und kann mich noch lebhaft daran erinnern, dass die gleich auf Englisch zitierte Passage in meinem Beipackzettel mit „4 zu 1…“ endete. Die drei Pünktchen verfolgen mich bis heute, also sind sie hoffentlich keine Einbildung. Egal, hier das Original. Es geht darum, dass eine geänderte Mannschafts-Aufstellung zur Halbzeit noch alles zum Guten wenden kann:

Während ich mich für diesen Artikel durch alte Zeitungsausschnitte und Listen gewühlt habe, stolperte ich über eine Erweiterung zum Football Manager 2. Die ist mir damals entgangen, scheint allerdings hauptsächlich eine Art Fußball-Sandkasten zu sein: Der Spieler konnte nun die Punkte für Gewinner und Verlierer ebenso selbst festlegen wie die Größe der Ligen oder welche Mannschaften mit dabei waren. Im Prinzip ein Editor, für den man extra zahlen musste.

Das soll es für dieses Mal gewesen sein. Ich hoffe, die Auswahl war überraschend und abwechslungsreich genug und verabschiede mich mit der Androhung weiterer CPC-Erinnerungen.

Schöne Spieleerinnerungen, auch wenn ich gar keinen CPC hatte.
Ich erinnere mich an One on One als ein frühes CGA Spiel . Bei mir war es aber Julius Erving vs. Larry Bird One-on-one und dann doch ein anderes Spiel? Jedenfalls super einfach und es machte viel Spaß – wir hatten ja sonst nichts.
Leaderboard Golf hatte ich nicht, dafür den direkten Nachfolger World Class Leader Board Golf von Access. Das war auf DOS eine andere Liga., denn es ist eins der ersten erfolgreichen Spiel mit Access RealAudio. In einer Zeit, als keine Soundkarten gab und PC Spiele nur unmotiviert piepsten (PCJr Sound war schon vergessen) und dann kamen digitalisierte Kommentare wie „Straight onto the fairway“, and „Looks like he hit the tree, Jim“. Einfach WOW.
Danke!
Ich hatte damals einen CPC464 und Exolon war eines unserer Originale. Raffaele Cecco war einer der wenigen Programmierer, die nativ für den CPC programmiert haben, anstatt nur zu portieren. Das merkt man auch!
Exolon ist meiner Meinung nach ein Meisterwerk auf dem CPC, was mir heute noch genau so viel Spaß macht.
Man kann jeden Raum auswendiglernen und kommt dadurch mit jedem Versuch etwas weiter.
Das Spiel sprüht nur so von kreativen Ideen, wie zum Beispiel den kleinen kreisförmigen Bazillen, die aus den Containern platzen und erratisch hin- und hervibrieren, oder den zielsuchenden Raketen, deren steuerndes Radar man zerstören muss. Jede Welt fühlt sich anders an. Wirklich toll!