Mit Corsair Cove von Limbic Entertainment hat Hooded Horse einen spannenden City-Builder-Schatz im Laderaum. Denn der vielleicht besser als Pirate-Haven-Builder zu titulierende Genremix aus deutschen Landen bringt eine ganz schön frische Brise ins Genre. Wie genau der Wind weht, verrate ich euch in einer kleinen Preview.

| Titel: | Corsair Cove |
| Erscheinungsdatum: | 2026 |
| Plattformen: | Windows |
| Entwickler / Herausgeber: | Limbic Entertainment / Hooded Horse |
| Homepage: | Offizielle Website |
In Kürze erscheint eine Demo zum kommenden Piratenabenteuer Corsair Cove vom deutschen Entwickler Limbic Entertainment. Ich konnte die Demo vorab spielen. Meine Video-Eindrücke findet ihr unter der Preview. Die halte ich übrigens bewusst kurz: Schließlich könnt ihr bald selbst Hand anlegen. Die Frage ist also: Solltet ihr das auch?
Piraten-Flair und innovative Ideen

Ihr habt ziemliches Glück, denn ihr entkommt mit ein paar Kameraden einem Piratenjäger. Und strandet dann auf einer Insel. Und was wäre besser, als diese in ein Piratenparadies zu entwickeln?
Stimmiger Soundtrack und bildhübsche Grafik machen darauf jedenfalls schon mal Lust. Und damit ihr es auch gut hinbekommt, wird in der Partie alles sehr gut mit Tutorial-Hinweisen erklärt. Eine Besonderheit in Corsair Cove ist, dass ihr nicht nur auf mehr oder minder flachem Land baut. Vielmehr werdet ihr die Mehrzahl eurer Gebäude an Klippen anbringen! Bei großen Klippen und kleinen Gebäuden, etwa Zelten für die Bevölkerung, sind das schnell mehrere Ebenen übereinander an einer Wand. Ihr ahnt es schon: Das Wegenetz spielt eine große Rolle, der Alkohol muss in die Taverne, das Holz ins Sägewerk. Gute Planung ist besonders wichtig. Erst recht, wenn ihr nur an bestimmten Stellen vorhandene (teils endliche!) Ressourcen, wie Fische oder Steine, abbauen und verarbeiten wollt.
Im Spielverlauf schaltet ihr diverse Erleichterungen für den Transport frei, etwa Lifte und Gondeln. Diese Optimierungsmöglichkeiten für euer Wegenetz solltet ihr schon bei der Erstanlage im Kopf haben. Ihr werdet zwar schon in der ersten Partie optimieren, Perfektionismus ist dann aber erst ab der zweiten Partie, mit entsprechend gestiegener Spielerfahrung, möglich. Praktisch: Für das Wegenetz gibt es ein tolles Overlay.



Eine weitere wichtige Zutat ist die menschliche Ressource, denn eure Gebäude brauchen Personal und auch Lastenträger sind nötig. Ihr könnt Personal auch verlieren! Nachschub gibt es in Events oder auch auf Seereise, wenn ihr beispielsweise Gefangene von einem Gefangenentransport befreit. Denn natürlich bleibt ihr nicht nur auf der Insel hocken, ihr seid ja Piraten! Nach der Errichtung des ersten Hafens könnt ihr euer erstes Schiff bauen. Die Regel ist: Ein Hafen pro Schiff. Ihr müsst also immer mehr Kontrolle über eure Insel gewinnen, indem ihr Piraten-Camps baut, um mehr Häfen bauen zu können, aber auch um mehr Ressourcen und Platz zu erschließen.
Das Schiff teilt ihr dann einem eurer Kapitäne zu. Eine Crew ist noch nötig. Je besser die Crew ist, desto mehr Ressourcen frisst sie auch. Auf der Karte könnt ihr erkunden und verschiedenste Ziele ansteuern: Schiffe angreifen? Einen Hafen angreifen? Einen Schatz suchen? Dabei müsst ihr auf die Fähigkeiten eures Schiffs achten. Wenn ihr nicht stabil genug unterwegs seid, werdet ihr scheitern. Ihr braucht also immer bessere Schiffe und Crew. Davon gibt es vier Typen: Setzt ihr eher auf Gewalt oder Schmuggel-Fähigkeiten? Die Wahl solltet ihr der Aufgabe entsprechend treffen, ihr braucht also mehrere Häfen und Schiffe. Die Kämpfe laufen dann rundenweise ab und ihr müsst eine Karte ausspielen. Dazu müsst ihr auf die jeweilige Aufgabe achten: Erstmal die Distanz verkürzen? Oder sollt ihr den Feind zerschießen? Während ein beschädigtes Schiff im Hafen recht leicht repariert werden kann, wiegt der Verlust von Crewmitgliedern deutlich schwerer. Übrigens kämpft ihr nicht nur am Ort eurer Wahl: Piratenjäger suchen auch eure Basis heim, ihr solltet also genug feuerbereite Kanonentürme platzieren.

Sehr gut gefällt mir das Progressionssystem. Es gibt vier verschiedene „Pfade“ auf einem „Kompass“, sozusagen ein Technologie-Kreis wie in Endless Legend 2: Notoriety, Empire, Seafaring und Wealth. Passend zu den vier Winden. Jedem dieser „Winde“ sind große Taten zugeordnet. Beispielsweise das Plündern eines Hafens der Krone, das Absolvieren von drei Events mit dem passenden Kapitän, zwei Kanonentürme in der Basis oder ein Überfall auf das Handelsschiff. Für das Absolvieren dieser Taten, die euch gleichzeitig eine Orientierung geben, erhaltet ihr für den jeweiligen Wind einen Punkt, den ihr dann investiert, zum Beispiel in Transportwege für die Basis oder einen Vorteil beim Abbau bestimmter Ressourcen. Schließlich schaltet ihr so auch neue Schiffe frei.
Scheitern könnt ihr auch: Nämlich dann, wenn die Cohesion eurer Siedlung auf Null fällt, etwa durch schlecht laufende Events oder unzufriedene Bevölkerung, weil etwa Alkohol oder Essen ausgehen. In Events und vor allem auch durch erfolgreiche Abenteuer lässt sie sich wieder anheben.
Fazit

Als Kind habe ich Piratenfilme wie Gegen alle Flaggen mit Erol Flynn geliebt – und liebe sie heute noch. Aufbauspiele mag ich auch. Ich bin Teil der Zielgruppe! Und Corsair Cove macht in jeder Hinsicht einen hervorragenden Job: Es sieht gut aus, versprüht Piratenflair, setzt auf Warenketten und Wegemanagement, hat ein sehr vielversprechendes Progressionssystem, läuft nicht nur stationär sondern auch auf der Seekarte ab und bietet nicht zuletzt mit dem vertikalen Bauen ein ziemlich innovatives (wenn auch nicht unbedingt realistisches) Element. Die Konsequenz daraus ist, dass ihr die wichtigen Transportwege nämlich auch vertikal und diagonal denken und gestalten müsst.

Positiv ist auch das sanft einführende, ins Spiel integrierte Tutorial. Und es gibt bereits viele sinnvolle QoL-Features. Beispielsweise werden beim Bau von Gebäuden standardmäßig Verbindungen, also etwa Plankenwege und Leitern, platziert. Das störte mich irgendwann, weil ich das selbst machen wollte. Und siehe da: Während ihr STRG gedrückt haltet, werden keine Autoverbindungen geschaffen, verriet mir doch glatt ein Hinweis auf dem Bildschirm. Gut ist auch die Entscheidung, dass die Standardwege kostenlos sind. Denn ihr werdet sicher immer mal rekonfigurieren. Beispielsweise Lifte gehen dann aber gehörig ins Geld und möchten wohlplatziert sein.
Solltet ihr also die Demo ausprobieren? Wenn ihr auch nur ansatzweise auf Piraten oder Aufbauspiele steht: Ja. Und wenn ihr beides schätzt? Dann führt für euch kein Weg an der Demo vorbei.
Videos und Screenshots










Die Demo ist jetzt für alle live 🙂
Klingt auch für mich spannend, ist ab sofort auf der Wunschliste 🙂
Sehr cool 🙂 Du wirst von Corsair Cove sicher noch mehr lesen. Vor allen anderen 😉