Lupe raus – Detektivarbeit! Im Golden‑Idol‑like Confidential Killings untersucht ihr eine Mordserie im Hollywood der 1970er Jahre.

| Titel: | Confidential Killings |
| Erscheinungsdatum: | 12.01.2026 |
| Plattformen: | Windows, MacOS |
| Entwickler / Herausgeber: | Brane & Lorenzo Boni / Surefire.Games |
| Homepage: | https://www.imbrane.com/ confidential-killings/ |
Spätestens seit Stranger in Utopia habe ich Lorenzo Boni fest auf dem Radar, jetzt legt er gemeinsam mit Miloš „Brane“ Ponjavušić nach. Confidential Killings reiht sich in das immer populärer werdende Genre der „Golden‑Idol‑Likes“ ein. Hier untersucht ihr Tatorte, sammelt Beweise und setzt am Ende jedes Falls die Puzzleteile in einem Lückentext‑Fragebogen zusammen. Was zunächst wie lose Einzelfälle wirkt, fügt sich nach und nach zu einem größeren Bild.
Detektiv‑ und Deduktionsspiele gehören für mich ohnehin zu den spannendsten Genres – und in Kombination mit Bonis markanten Artworks war klar, dass ich mich sofort in die Fälle von Confidential Killings stürzen würde…
Düsteres Hollywood

Confidential Killings erzählt eine düstere Geschichte aus dem Hollywood der 1970er Jahre. Was als scheinbarer Autounfall beginnt, entpuppt sich rasch als Mord und zieht euch immer tiefer in die Abgründe der üblichen Hollywood‑Verdächtigen hinein. Hinter den glänzenden Kulissen stoßt ihr auf üble Dinge wie Intrigen, Affären und exzessiven Drogenmissbrauch, in die Schauspieler, Produzenten, Journalisten und andere Branchenangehörige gleichermaßen verstrickt sind.
Doch dabei bleibt es nicht: Immer wieder findet ihr Briefe, die mit demselben Stempel versehen sind und darauf hindeuten, dass jemand im Hintergrund die Strippen zieht. Und auch eine Sekte scheint ihre Finger im Spiel zu haben. Ihr könnt es euch denken – die Fälle spitzen sich immer weiter zu und münden schließlich in einem furiosen Finale.
Benutze Wort mit Lücke

Das Gameplay von Confidential Killings unterscheidet sich nur in Nuancen von anderen Genre‑Vertretern. Ihr durchsucht in Ruhe mit der Maus die Tatorte, klickt Hotspots an und markiert in den gefundenen Texten fett hervorgehobene Stichworte, die automatisch in euer Notizbuch wandern. In der linken unteren Ecke seht ihr jederzeit, wie viele Begriffe euch noch fehlen. Oft lohnt es sich, schon während der Spurensuche die Namen der beteiligten Personen im Notizbuch zuzuordnen und bei Bedarf eigene Notizen zu ergänzen – denn mit zunehmender Spieldauer werden die Fälle durchaus komplex. Um einen Fall abzuschließen, füllt ihr einen Lückentext aus, indem ihr die gesammelten Stichworte in die passenden Felder zieht oder per Dropdown auswählt. Hin und wieder kommen Sonderaufgaben hinzu, etwa das zeitliche Einordnen von Ereignissen. Alle nötigen Informationen findet ihr in den Kulissen – ihr müsst die Puzzleteile „nur“ richtig zusammensetzen.
Insgesamt spielt sich das sehr flüssig und angenehm, auch wenn Komfortfunktionen wie ein Hilfesystem oder das automatische Sammeln von Stichworten fehlen. Die deutsche Übersetzung ist größtenteils gelungen; nur an einer Stelle bin ich zur englischen Version gewechselt, um etwas zu überprüfen. Der Soundtrack hält sich angenehm zurück und unterstützt die Noir‑Stimmung mit ruhigen Klängen und atmosphärischen Geräuschen wie Regenschauern oder fernen Polizeisirenen. Und die eingangs erwähnten Grafiken haben mir sehr gut gefallen – auch wenn ich den Eindruck hatte, dass sie im Verlauf des Spiels immer „farbloser“ wurden (was jedoch gut zur Atmosphäre passt).
Fazit


Confidential Killings ist ein gelungener Einstand für das neue Entwickler‑Duo Brane & Boni. In rund fünf bis sechs Stunden habe ich mich durch die Fälle „deduziert“ und dabei durchweg Spaß gehabt. Dass Grafik in diesem Genre zweitrangig ist, hat schon The Case of the Golden Idol gezeigt, doch hier kommen zum bewährten Gameplay sogar noch stilsichere Illustrationen hinzu.
Wenn ihr „Fill‑in‑the‑Blanks“-Spiele mögt und einem düsteren Siebziger‑Jahre‑Hollywood‑Setting etwas abgewinnen könnt, solltet ihr Confidential Killings definitiv eine Chance geben. Auf Steam liegt der Preis bei knapp unter 15 Euro, eine Demoversion steht dort und auf itch.io ebenfalls bereit.

Wie würdet ihr das Spiel im Vergleich zu Golden Idol einordnen? Der Test liest sich so, als hätte man mit Confidential Killings mehr Spaß?
Das ist ganz subjektiv. Die Golden-Idol-Spiele sind für mich Meilensteine und erzählen eine komplexere Geschichte, stehen daher in diesem Genre für mich ganz oben. Was nicht heißt, dass die „Nachahmer“ nicht auch gut sind.
Danke für die Einschätzung!
Hach, ich mag Lorenzo Bonis Zeichenstil. (deshab freue ich mich auch auf den nächsten Captain Desaster). Schade, dass das komplette Spiel nicht auf itch erscheinen wird – laut Boni Entscheidung des Publishers.
Ich auch, Captain Desaster steht natürlich auf meiner Liste. 🙂
Vielen Dank, das macht mir richtig Lust drauf. Jetzt brauche ich nur noch Zeit.
Hast du schon ein anderes Spiel aus dem Golden-Idol-Genre gespielt?
Leider nein 🙁 Ich dachte, ich habe Case of the Golden Idol, es ist aber gar nicht in meiner Bibliothek. Ich hatte direkt nach deinem Artikel geschaut. Ich muss mal noch bei Humble und Epic schauen. Welche Spiele, außer den beiden Golden-Titeln und dem hier, gehören denn dazu und sind Topkandidaten, um gespielt zu werden?
Vor Golden Idol gab es ja noch Return of the Obra Dinn mit einem ähnlichen Gameplay. Dann fallen mir noch The Roottrees Are Dead, die beiden Duck Detectives und The Case of the Worst Day Ever ein. Wenn man das Genre etwas weiter fasst, fiele auch so etwas wie Chants of Sennaar darunter. Zu fast allen genannten Titeln findest du hier auf DKSN auch einen passenden Artikel. 😉
Die Golden Idol Spiele sind btw bei Netflix Games kostenlos dabei, also auf Android/IOS spielbar, wenn man einen Netflix Account hat.
Cooles Spiel, wobei ich fast befürchte, dass keines dem Original das Wasser reichen kann. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren 😉
Die Spielmechanik ist sehr ähnlich, sonst unterscheiden sich die Spiele aber schon deutlich. Confidential Killings ist sehr viel „geerdeter“.