Nach dem erfolgreichen und von mir im Test hochgelobten Echtzeittaktikspiel Commandos: Origins legen die Darmstädter Claymore Game Studios und Kalypso Media mit Shadows over Crete die erste Erweiterung nach. Ob sich der Urlaub in der Ägäis lohnt, verrate ich euch im Test.

| Titel: | Commandos: Origins |
| Erscheinungsdatum: | 18.11.2025 |
| Plattformen: | Windows, Xbox Series X|S, PS4, PS5 |
| Entwickler / Herausgeber: | Claymore Game Studios / Kalypso Media |
| Homepage: | https://claymore-games.com/ |
Shadows over Crete ist bereits Ende November letzten Jahres erschienen, ging im, aus zahlreichen Gründen, Endjahresstress aber komplett an mir vorbei. Umso mehr freue ich mich, euch die Erweiterung jetzt noch vorstellen zu können. Das liegt nicht nur am guten Hauptspiel. Denn das Setting in der Ägäis ist aus mehrfacher Hinsicht spannend. Auf Kreta war ich bislang zwar noch nicht, aber auf Rhodos und Kos. Auf Kos sah ich beispielsweise auch ein havariertes Landungsboot der Deutschen, die die Inseln unter ihre Kontrolle bringen wollten, als sich der Seitenwechsel Italiens abzeichnete. Das Boot war ursprünglich für das Unternehmen Seelöwe, also die Invasion Großbritanniens, gebaut worden. Doch ich greife vorweg. Denn das Unternehmen Merkur, das in Shadows over Crete behandelt wird, fand bereits im Mai 1941 statt und war die bis dato größte Luftlandeoperation des Deutschen Reiches. Die erste war es freilich nicht, man denke nur an die Eroberung des Fort Eben-Emael im Handstreich beim Westfeldzug. Leider konnte ich das Fort bislang nur von außen besichtigen, es gibt aber auch ein Museum.

Die Luftlandeoperationen im Zweiten Weltkrieg sind übrigens die Taufe der neuen Waffengattung der Fallschirmjäger. Die kämpfen bis heute mit dem Problem, dass ihr Ursprung in die Zeit des Unrechtsregimes zurückgeht, was die Traditionspflege erheblich erschwert. Beispielsweise kritisierte GenLt a.D. Hans-Werner Fritz, Präsident des Bund Deutscher Fallschirmjäger e.V., beim Tag der Fallschirmjäger 2017 das Verbot des Wahlspruches „Treue um Treue“, den die Fallschirmjäger ab 1936 und später auch bei der Bundeswehr nutzten. Das Verbot erfolgte 2014.
Aus meiner Sicht können gerade an historische Ereignisse anknüpfende Spiele ein guter Anlass sein, sich mit der Geschichte zu befassen. Die Problematik des Wahlspruches oder des Kampfes für ein Unrechtsregime habt ihr in Shadows over Crete aber nicht. Schließlich kämpft ihr auf Seiten der Alliierten (Griechen, Briten, Australier und Neuseeländer versuchten die Insel vor einer Invasion zu schützen) und – die Invasion gelang unter hohen Opfern – auf Seiten des kretischen Widerstands. Die Erweiterung umfasst vier Szenarios.
Einstieg

Ausgesprochen gut gefällt mir der vollvertonte Einstieg, der auch mit historischen Filmaufnahmen auftrumpft. Fünf Tage nach der Invasion ziehen sich die Alliierten Streitkräfte zurück. Zurück bleibt der kretische Widerstand. Eine der Widerstandsgruppen wird von der zunächst leider etwas bossig-unsympathisch rüberkommenden Kyria Andris angeführt. Ganz im Stich gelassen haben die Alliierten die Insulaner jedoch nicht. Sie unterstützen den Widerstand mit Kommandospezialkräften: Also euch! Und so legen die sechs Spezialisten 17 Tage nach der Invasion im künftigen Urlaubsparadies los. In der ersten der vier abwechslungsreichen Missionen stehen euch der Marine, der Driver und der Sapper zur Verfügung. Wie gewohnt könnt ihr zwischen drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen. Eure erste Aufgabe: Versorgungskisten freikämpfen, auf einen LKW verladen und den Widerstand versorgen.
Puzzlespaß unter der Sonne

Gleich die erste Mission ist sehr offen gestaltet. Ich kann mich den feindlichen Stellungen oft von verschiedenen Seiten nähern. Nicht zuletzt, thematisch passend, sitzt mein ganzer Trupp immer wieder im Gummiboot. Die zweite Mission mit Driver und Sapper ist dann wiederum etwas linearer gestaltet, der Schwierigkeitsgrad zieht leicht an. Mit Spion, Sapper und Sniper geht es dann in einem Küstenörtchen und wieder leicht steigendem Schwierigkeitsgrad weiter. In der letzten Mission ist wieder der Spion am Start und es gibt ein Wiedersehen mit dem Marine. Außerdem darf der Green Beret eingreifen. Vollvertonte Zwischensequenzen, Gespräche und Funksprüche sorgen für Atmosphäre und Hintergrundinfos. Ich spiele auf Englisch, da die deutsche Synchro den typischen „Theater-Sprech“ liefert. Weiter auf Deutsch sprechen die deutschen Truppen. Super! Auch das Hakenkreuz ist wieder, etwa an einem abgestürzten Flugzeug, enthalten.

Der Schwierigkeitsgrad ist für mich sehr gut ausbalanciert. Als Genrefreund ohne Expertenstatus spiele ich auf dem Standardschwierigkeitsgrad. Es gibt immer mal knifflige Stellen, die ich aber insgesamt gut und ohne große Frustmomente meistern kann. Euch erwartet der bekannte Puzzlespaß, genretypisch etwas immersionsbrechend: Einen Schuss oder gar eine Explosion würde man in der ganzen Basis hören. Der Schwierigkeitsgrad zieht über die Missionen hinweg leicht an. Nach dem Abschluss der ersten Mission habe ich mal in YouTube-Videos gelinst, und wirklich: Die Vorgehensweisen können sich deutlich unterscheiden. Ich ging bevorzugt mit dem Marine vor, der vor allem mit seiner Harpune für Gegner sehr gefährlich ist. Durch die Personalrochaden war ich dann, mal ganz abgesehen vom Leveldesign, in der nächsten Mission prompt zu meinem Glück gezwungen, andere Herangehensweisen auszuprobieren. Dadurch kam ich nie in einen „Abarbeiten-Trott“.
Es ist jedoch nicht nur das Setting neu. Mit den Fallschirmjägern können die Deutschen die Lage auf der Karte mit einem Schlag verändern. Zum Glück hatte ich immer sauber aufgeräumt, sonst hätten sie vielleicht direkt Alarm gestartet. Die Fallis kommen jedoch nicht nur von oben, sie sind auch besonders aufmerksam, gehen Verdachtsmomenten energischer nach und haben größere Sichtkegel.
Fazit

Shadows over Crete bietet euch vier neue, abwechslungsreiche Missionen und richtet sich damit in erster Linie an alle, die schon mit Commandos: Origins ihren Spaß hatten. Die neuen Karten überzeugen nicht nur mit dem neuen, optisch ansprechenden und detailreichen Setting, sondern auch dem Mapdesign. Shadows over Crete setzt außerdem auf die Stärken des gelungenen Origins. Technische Probleme hatte ich keine.

Den DLC startet ihr im Hauptmenü über „Neues Spiel“ oder über „Missionen“, wo ihr auch bereits erreichte Missionen separat ansteuern könnt. Etwa, um Collectables zu ergattern, sie auf einem höheren Schwierigkeitsgrad zu meistern oder ein Achievement zu jagen. Shadows over Crete hat den Eintrag „Kreta-Kampagne“, direkt unter der „Basisspiel-Kampagne“. Ich habe die Hoffnung, dass noch viele weitere Einträge mit spannenden Settings und der ein oder anderen neuen Idee Einzug halten. Denn ich habe sehr viel Spaß mit der Arbeit der Darmstädter.












Trotz erneuten Arzttermin schaffe ich es heute, wieder als erster meinen Senf (wie immer aus dem sächsischen Bautzen) zu dem RTS Game zu schreiben.
Das Game sieht schonmal gut aus, aber ob Echtzeit was für mich ist….. Dune Spice Wars stresst mich schon immer mit Echtzeit und baut viel Druck auf mich auf 😀 Wie ist das bei Commandos?
Geht das eher so in Richtung Thiev, also mehr in Richtung Herumschleichen? Das Video muss ich mir Abends mal am großen Screen noch anschauen.
Hi, weiter gute Besserung! Ich freue mich bei jeder Senf-Erwähnung auf die Grillsaison 😀
Also es ist kein Echtzeitspiel im Sinne von Echtzeitstrategie. Du musst taktisch vorgehen und letztlich eine Abfolge vieler kleiner Puzzle lösen (= Gegner ausschalten). Es ist zwar Echtzeit OHNE Pausenmodus, schnell agieren musst du aber nur extrem selten (und meistens optional, du hast verschiedene Möglichkeiten, wie du vorgehst). Wenn du in den Command Mode wechselst, hast du dann sogar doch eine Pause, da kannst du allen Commandos Befehle geben, die dann auch gleichzeitig ausgeführt werden.
Wie Thief ist es nicht, da schleichst du ja selbst rum. Hier steuerst du deine Figuren von schräg oben. Es ist wie das originale Commandos (und die Nachfolger) oder die Mimimi-Spiele oder Desperados.
Auf dem leichten Schwierigkeitsgrad ist das (wenn nicht gar auf dem normalen) auch für Einsteiger sehr gut spielbar. Auch ohne Klickstress 🙂
Das originale Commandos ist auch irgendwie an mir vorübergegangen, daher hab ich zu der Reihe erstmal keine Berührungspunkte.
Das erste Commandos hat das Genre sozusagen erfunden 🙂
Weitere Titel, die mir einfallen (außer den bereits genannten) sind Stargate: Timekeepers, War Mongrels, 63 Days, Star Treak Away Team, The Stone of Madness.
Ist schon ein cooles Genre, letztlich ein Puzzlegenre –> ziemlich stressfrei.
Das Ding sieht schon toll aus. Beim ersten Commandos bin ich nach einer Weile ausgestiegen, weil ich mich immer zu doof angestellt habe. Den Robin-Hood-Klon wollte ich mir mal anschauen, hab es dann aber doch nie getan.
Hi, gerade, wenn der erste Teil zu schwer war (der damalige Schwierigkeitsgrad ist auch Thema in einem der sympathischen Videos vom Team zur Entwicklung), aber ansonsten cool, dann ist Origins mit seinen Optionen eine sehr gute Wahl! Am besten aber einfach mit dem Basisspiel starten. Commandos fand ich damals auch bockschwer und habe irgendwann aufgegeben, als ich in der siebten (?) Mission in meinem Spielstand keinen Millimeter mehr rumrobben konnte ohne aufzufliegen 😀 Den Robon-Hood-Klon habe ich leider noch nicht gespielt 🙁