Commandos: Origins – No Man Left Behind

Mit No Man Left Behind ist der nach Shadows over Crete zweite DLC für das gelungene Echtzeittaktikspiel Commandos: Origins der Darmstädter Claymore Game Studios erschienen. Ob er sich lohnt, verrate ich euch im Test.

Zu Beginn von Commandos: Origins müsst ihr den Green Beret aus der Inhaftierung befreien. No Man Left Behind erzählt nun die Vorgeschichte. Wieso ist der Commando in Kriegsgefangenschaft? Neue Karten und Gegner gibt es natürlich auch. Gekämpft wird in Frankreich. Keine Sorge: Der Test enthält nur geringe Spuren von Spoilern.

Einstieg und Story

Los geht es mit einem Solo-Einsatz des Green Beret. Die Alliierten haben einen Spion in ein deutsches Forschungszentrum eingeschleust und der hat jetzt etwas zu berichten – ihr müsst ihn also da rausholen. Dazu meuchelt ihr euch durch die in den französischen Bergen befindliche Liegenschaft und stoßt dabei auch auf weitere Gefangene, die ihr befreit. O’Hara, der Green Beret, gerät dabei jedoch in Gefangenschaft.

In den folgenden drei Missionen macht ihr euch mit seinen Kameraden auf Spurensuche und versucht dabei, die eigentliche Mission zum Erfolg zu bringen: Schließlich haben die Deutschen eine neue Wunderwaffe in Arbeit. An dieser Stelle möchte ich positiv hervorheben, dass auch im neuesten DLC stimmige Intros und Zwischensequenzen sowie Dialoge und Funkverkehr die Spielerfahrung gehörig aufpeppen. Auch die Dialoge der Wachen, etwa wenn „Unfälle“ passieren, sind wieder on point.

Puzzlespaß mit neuen Herausforderungen

Die vier Karten sind gut designt. Gleich die erste Mission mit dem Green Beret hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, da ich seine Fähigkeiten sehr schätze. Vor allem das Locken von Gegnern mit Funkgerät und das Einbuddeln. Klar ist, dass der DLC genretypisch ein Puzzlespiel ist. Realistisches Gegnerverhalten (Warum ist eigentlich niemand mehr zu sehen? Sind alle gleichzeitig auf dem Klo?) dürft ihr nicht erwarten. Gegnergruppen reagieren allerdings gemeinsam. In den folgenden Missionen schleicht, meuchelt und schießt ihr euch durch gesicherte Militärkomplexe, aber auch einen Wald bei Nacht.

In der sehr offen gestalteten Waldkarte befreit ihr diverse Gefangene – für mich wird der DLC dadurch sogar zu „No Men Left Behind“. Im Prinzip hat die Karte also verschiedene gesicherte Areale, die ihr nach und nach abarbeitet. Die Reihenfolge sucht ihr euch aus. Teilweise bin ich dann auch ein wenig herumgelaufen, um ein Areal von verschiedenen Seiten aus anzugehen. Die drei anderen Missionen sind eher linear gestaltet und bieten ebenfalls eine angenehme Herausforderung. Da ihr immer einen unterschiedlich zusammengesetzten Trupp zur Verfügung habt, müsst ihr eure Taktik entsprechend eurer Möglichkeiten anpassen. Nach der Solomission mit dem Green Beret kommen der Pionier, der Scharfschütze und der Spion zum Einsatz. Der Fahrer und der Marine haben Fronturlaub.

Besonders herausfordernd ist der neue Gegnertyp des Funkers. Davon gibt es im Prinzip zwei Varianten: Manche Funker sind mit einer Radiostation verbunden. Ihr müsst erst die Radiostation temporär deaktivieren und dann das Zeitfenster nutzen, um einen damit verbundenen Funker auszuschalten. Sonst wird bei Angriff auf den Funker sofort Alarm geschlagen. Dann gibt es noch Funker, die miteinander verbunden sind. Mal sind es zwei, manchmal aber auch drei Funker. Da diese sich gegenseitig absichern, müsst ihr alle drei Funker gleichzeitig ausschalten, wofür ihr oft das Drumherum etwas säubern müsst. Für das richtige Timing ist der Einsatz des „Command Mode“ zwingend. Also das Nutzen der Pausenfunktion, in der ihr Befehle erteilen und die dann gleichzeitig ausführen lassen könnt. Die Funker gefallen mir sogar noch besser als die Fallschirmjäger aus Shadows over Crete. Letztere tauchen zwar überraschend auf und sind als „gepimpte“ Soldaten nicht zu unterschätzen, die Funker zwingen euch aber zu einer komplett neuen Herangehensweise.

Fazit

Claymore Game Studios liefert mit No Man Left Behind einen weiteren tollen DLC. Der Puzzlespaß ist ungebrochen hoch und mit den Funkern gibt es einen cleveren, neuen Gegnertyp, der euch neue Taktiken abverlangt. Die Karten sind nicht nur unter Puzzleaspekten gut gestaltet, sondern erneut bildhübsch und detailreich. Ich habe mich oft dabei erwischt, wie ich herangezoomt habe, um liebevolle Details, bis hin zu Plakaten und Schildern, anzuschauen.

Die Wunderwaffe, die im Spiel vorkommt, existierte übrigens wirklich. Der Komplex in Frankreich ist museal erschlossen. Ich fand den Besuch im Rahmen einer „Atlantikwall-Tour“ faszinierend und kann ihn nur empfehlen. Die nicht ganz so bekannte Wunderwaffe werde ich hier aber nicht spoilern. Dafür müsst ihr schon No Man Left Behind spielen. Und das möchte ich auch empfehlen. Zumindest dann, wenn ihr mit dem Basisspiel so viel Spaß hattet wie ich. Denn No Man Left Behind schließt nicht nur eine Story-Lücke, sondern liefert vor allem mehr Inhalte auf ganz hohem Niveau. Dafür gibt es bei uns den doppelten Daumen.

Entwickler Claymore Game Studios arbeitet übrigens an einem neuen Spiel unter dem Projektnamen „New Tomorrow“, das mit knapp 2,5 Millionen von der Computerspiele-Förderung profitiert. Zum Vergleich: Das Basisspiel Commandos: Origins wurde mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert. Nach dem hervorragenden Commandos: Origins und seinen zwei DLC hoffe ich nun nicht nur auf weiteren Taktiknachschub im Zweiten Weltkrieg, sondern bin auch sehr auf das neue Spiel gespannt. Auch wenn es hierzu noch keine Details gibt.

Screenshots und Trailer

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Über Vampiro

Variety Gamer seit Crystal Castle auf dem Atari 2600 Junior. Mein Herz schlägt besonders für Strategie, Taktik, Wargames und Aufbau nebst allen Untergenres (wie Taktik-RPGs ;-) ).

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2 Comments on “Commandos: Origins – No Man Left Behind”

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar 🙂 Ja, ist echt super. Bis zur Rente ist es bei dir zwar noch ewig hin, denke aber, das dürfte auch dann noch gut spielbar sein 🙂 (das allererste Commandos kann man ja auch noch spielen, ggf im Remaster) Zeitlos gutes Puzzlespiel.

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