CD-ROM

Ihr drückt den Einschaltknopf. Der PC piepst euch freundlich entgegen. Ihr loggt euch ein und legt eure mysteriöse neue CD-ROM ein. Der Inhalt zieht euch in einen Sog voller Geheimnisse… Willkommen bei CD-ROM!

Wenn ihr eure ersten Heimcomputer-Erfahrungen (so wie ich) in den 1980ern gesammelt habt, könnt ihr euch bestimmt noch an die nervige Diskettenwechselei und vielleicht sogar noch an die schlimmen Ladezeiten einer Datasette erinnern. Dann wart ihr in den 1990ern sicherlich genauso fasziniert von der Einführung der CD-ROM wie ich. Riesige Datenmenge auf einem einzigen Datenträger: Spiele, Videos, Musik – was da alles so draufpasst!

Das Spiel CD-ROM von monoclelord versetzt euch in die Blütezeit des Mediums und vor allem der „Multimedia-CD-ROMs“, zu denen euch Nischenliebhaber in seinen Artikeln bereits ausführlich berichtet hatte, siehe Zeitreise: Multimedia-CD-Roms der 90er Jahre Teil 1 und Teil 2.

Was euch im Spiel genau erwartet, erfahrt ihr in diesem Artikel! Wer hätte es gedacht?!

Bitte CD einlegen

CD-ROM ist ein Rätsel-Spiel mit einer Fake-OS-Oberfläche: Euer Spielebildschirm zeigt zentral einen Monitor und einen daran angeschlossenen Desktop-Computer, den ihr zu Beginn stilecht am Power-Button einschaltet. Das Piepen und Hochfahren des PCs, das Surren des Lüfters und das Knacken der Festplatte soll euch wieder zurück in der 1990er versetzen – abzüglich der Ladezeiten, die hier netterweise gekürzt wurden.

Anstelle eines echten Betriebssystems lächelt euch „MonoclelordOS“ entgegen, was allerdings (sicherlich nicht unabsichtlich) eine gewisse Ähnlichkeit mit bekannten Betriebssystemen aufweist. Ihr dürft nun einen neuen Benutzer (=Spielstand) anlegen (oder mit einem bestehenden fortfahren) und schon befindet ihr euch auf der Desktop-Oberfläche des „Fake-OS“.

Jetzt kommen die Elemente zum Tragen, die sich auf dem Spielebildschirm links und rechts eures „Spiel-PCs“ befinden. Das wichtigste davon ist euer CD-ROM-Laufwerk, also legt ihr am besten eine CD ein. Doch leichter gesagt als getan! Ihr besitzt zwar zehn CD-ROMs, aber alle sind mit einem Zahlenschloss versehen. Eure Aufgabe: alle Codes herausfinden und alle CD-ROMs entschlüsseln.

Am Anfang ist das noch einfach: Auf eurem Desktop findet ihr eine Datei, die euch die den achtstelligen Code für die erste Silberscheibe verrät. Nach dem Einlegen ins Laufwerk könnt ihr mit der Rätselei loslegen…

Bitte Rätsel lösen

Ab jetzt seid ihr stets auf der Suche nach der achtstelligen Kombination, um die nächste CD aus ihrem Jewel Case entnehmen zu können. Eure erste Anlaufstelle ist der Inhalt von CD-ROM Nummer 1: Die „Trial Version“ einer Software namens „Picx Editor“. Darauf findet ihr drei Bilddateien und eine passwortgeschützte Installations-Datei. Das Passwort ist jedoch schnell gefunden und schon könnt ihr das „Bildbearbeitungs-Programm“ installieren. Okay, es ist nur eine Trial-Version und manche Funktionen sind gesperrt, aber die freigeschalteten Tools reichen, um die Bilder auf der CD zu analysieren – und so findet ihr den Code für die nächste Scheibe.

Spätestens jetzt werden auch die anderen Elemente auf dem Bildschirm relevant: Über eurem externen Laufwerk findet ihr eine nützliche Notizfunktion („memoryscreen“), die ihr mutmaßlich ziemlich häufig verwenden werdet. Besonders wichtig für die Rätsellösungen sind die „Minicards“ links neben eurem virtuellen Monitor, die euch mit kryptischen Hinweisen zu den jeweiligen CDs versorgen. Darunter findet ihr noch eine „Cipher Database“, die ihr braucht, um… sagen wir mal „Dinge zu entziffern“.

Die Rätsel sind eine bunte Mischung: Mal analysiert ihr Bilder, mal Audio-Dateien, mal stöbert ihr in „Multimedia-Anwendungen“ (z. B. in einer frühen Street-View-Variante) oder spielt Minispiele. Wie ihr euch sicherlich denken könnt, steigt der Schwierigkeitsgrad von Scheibe zu Scheibe – und ihr müsst häufig wieder zu „alten“ CDs zurückwechseln, um neue Erkenntnisse oder Apps anwenden zu können. Das heißt, ihr benötigt einen klaren Kopf, um hier den Überblick zu behalten!

Fazit

Bevor ich einen Artikel schreibe, versuche ich normalerweise das Spiel durchzuspielen (vor allem bei Adventures). Bei CD-ROM war bei mir aber nach ca. der Hälfte, also in CD 6 von 10, Schluss. Hier bin ich auf ein nicht überspringbares Schiebepuzzle (siehe Screenshot) gestoßen: Ich hasse diese Art von „Rätsel“ und weigere mich, damit meine Lebenszeit zu verschwenden. Bis dahin hatte ich keine 90 Minuten gebraucht, insgesamt dürfte die Spielzeit also etwa bei drei Stunden liegen – je nachdem, wie schnell ihr auf die Lösungen kommt und wie schnell ihr euch Hilfe aus dem Internet holt, denn ein Hilfesystem im Spiel gibt es nicht.

Ich hatte aber bis dahin viel Spaß mit CD-ROM, vor allem weil es sich mysteriös und besonders anfühlt und zum Entdecken und Ausprobieren animiert. Für mich war es eine schöne Mischung aus Nerd-Nostalgie und Escape-Room-Feeling. Die Zielgruppe ist allerdings sehr nischig – und sogar unser hauseigenener Nischenliebhaber und bekennender Fake-OS-Fan hat mit dem Spiel gefremdelt. Während ich an dem Schiebepuzzle abgeprallt bin, hatte er keine Lust darauf, Morsecodes zu entschlüsseln.

Ihr solltet also am besten ein Faible für Kryptographie-Rätsel und eine Vergangenheit mit Multimedia-CD-ROMs haben, denn dann ist das Spiel wie für euch gemacht. Für 10 Euro könnt ihr euer Nostalgie-Trip-Ticket auf Steam lösen. Ob es wohl auch eine Version auf CD-ROM geben wird?

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Über TheLastToKnow

Adventure-Fan aus dem Ruhrpott, groß (aber nicht erwachsen) geworden mit den SCUMM-Adventures in den 1990er Jahren. Spürt immer wieder kleine Indie-Perlen auf und zerrt sie ans Tageslicht.

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4 Comments on “CD-ROM”

  1. Klingt gar nicht mal so uninteressant. Ich setze es mal auf die Wishlist. Danke für den Test!
    Startet das Schiebepuzzle immer mit einer neuen Ausgangssituation? Falls nicht, gibt es bestimmt irgendwann einen Walkthrough auf YT, wo man mal lünkern könnte.

    Edit: Es gibt eine Demo auf Steam. Die schau ich mir mal an.

    1. Sehr gerne! Und ja, ich habe schon Lösungen für das Schiebepuzzle gefunden. Dauert ja auch nur ein paar Minuten. Aber meine Motivation ist futsch 😉
      Berichte gerne, wie du es findest

      1. Gerade die Demo gespielt. Bei der dritten CD bin ich dann ausgestiegen. Hatte einen Code, der aber wohl nicht stimmt. Hab mal in einen Guide geschaut. Ähm… nein, das ist mir alles zu weit hergeholt. Ich bleib bei meinen Katzensuchspielen. 🙂

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