Castle of Secrets

Unser Gastautor Zwiebelherz hat sich für euch in das Schloss der Geheimnisse gewagt. Ob es ihm dort gefallen hat?

Ein Dank geht an das Team von DKSN, das mir freundlicherweise einen Key zu Castle of Secrets zur Verfügung gestellt hat. Meine Einschätzung bleibt davon unberührt – ich habe das Spiel kritisch gespielt und ziehe ein ehrliches Fazit.

Psycho-Horror

Laut Beschreibung soll Castle of Secrets ein düsteres, psychologisches Abenteuer mit Horrorelementen sein: Man enthüllt das Geheimnis hinter dem Mord an seiner Familie, reist durch die Welt der Toten und begegnet seltsamen Wesen. Auf dem Papier klingt das nach einem spannenden Mystery-Setting, das mich an Spiele wie Fran Bow oder Black Mirror erinnert. In der Praxis wollte sich dieser Sog bei mir aber nicht einstellen. Die Story blieb blass, ohne große emotionale Tiefe oder Überraschung. Statt düsterer Faszination stellte sich schnell Ödnis ein.

Besonders fragwürdig empfinde ich die Altersfreigabe ab 6 Jahren. Viele der Bilder und Kreaturen können für Kinder eindeutig verstörend wirken. Für meinen Sohn wäre das absolut nichts. Ihm würde ich ein solches Spiel niemals geben.

Side-Scroller-Wimmelbild mit technischen Macken

Spielerisch empfand ich Castle of Secrets als Mischung aus Side-Scroller-Adventure und Wimmelbild-Mechaniken – zwei Genres, die ohnehin nicht meine Favoriten sind. Nach vier der sogenannten Level war für mich Schluss. Das Gameplay wirkte eintönig, die Rätsel wenig inspirierend. In meinem letzten Abschnitt blieb die Spielfigur sogar in einer Treppe stecken und fror ein.

Da ein Fortschritt innerhalb eines Levels nicht gespeichert wird, blieb nur die Option: Alles von vorne spielen. Das bedeutete in diesem Fall: erneut Steine einfärben – eine Tätigkeit, die bereits beim ersten Mal wenig Freude gemacht hat. Da habe ich schlicht keine Lust mehr, mich durchzukämpfen.

Optisch ist Castle of Secrets solide, aber nichts Besonderes. Musik und Sound tragen zur Atmosphäre bei, reißen das Gesamtbild aber auch nicht heraus. Der technische Fehler mit dem Festhängen in der Treppe war für mich ein Gamebreaker.

Fazit

Castle of Secrets mag für Spielerinnen und Spieler, die Wimmelbild- oder Side-Scroller-Adventures mögen, seine Reize haben. Für mich war es eine öde Erfahrung, die spätestens durch technische Mängel endgültig scheiterte. Die viel zu niedrige Altersfreigabe ist für mich ein zusätzliches Ärgernis. Kinder sollten mit diesem Spiel nicht konfrontiert werden.

Für ich steht nach diesem Erlebnis im Schloss der Geheimnisse fest: Ich gebe dem Spiel keine weitere Chance.

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Über Zwiebelherz

Langjähriger Point-and-Click-Adventure-Spezialist, der aber auch anderen spannenden Story-Spielen aus solchen Genres wie "Visual Novel" oder "Walking Simulator" nicht abgeneigt ist.

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