Mit BioMenace Remastered erscheint ein weiterer Apogee-Klassiker in aufgehübschter Fassung und mit neuen Levels! Welche Änderungen noch implementiert wurden, lest ihr im Test!

| Titel: | BioMenace Remastered |
| Erscheinungsdatum: | 18.12.2025 |
| Plattformen: | Windows |
| Entwickler / Herausgeber: | Rigel Gameworks |
| Dev Blog: | https://lethalguitar.wordpress.com |
| Steam: | https://store.steampowered.com/app/3459100/BioMenace_Remastered/ |
| GOG: | https://www.gog.com/de/game/biomenace_remastered |
Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass ihr BioMenace schon mal gespielt habt, zumindest wenn ihr in den 90ern fleißig die damals omnipräsenten Shareware-CDs durchforstet habt. Der von James Norwood im Alleingang entwickelte Action-Platformer, lediglich die Musik wurde von Robert Prince komponiert, erschien 1993 über Apogee in drei Episoden und zählt neben Commander Keen, Secret Agent oder Cosmo’s Cosmic Adventure zu den großen Klassikern der Frühzeit des Publishers.
In den letzten Jahren wurden einige dieser Klassiker mit modernen Features neu aufgelegt: Secret Agent, Crystal Caves und Monster Bash, entwickelt von Emberlight. Für die Retro-Plattform Evercade erschien bisher exklusiv eine Remaster-Fassung von Duke Nukem 1 und 2, entwickelt vom deutschen Programmierer Nikolai Wuttke-Hohendorf alias Lethal Guitar. Vom selben Entwickler liegt nun auch eine Remaster-Fassung von BioMenace vor, die dieser Tage auf Steam und GOG erschienen ist.
Eplorativ und Explosiv

Schnauzbart, Vokuhila, grünes Shirt. Keine Frage, wir befinden uns in den frühen 90ern. Snake Logan ist ein Geheimagent der CIA, der in die von Monstern überflutete Stadt Metro City geschickt wird. Tausende Einwohner sind bereits gestorben, einige wenige werden gefangen gehalten. Schnell stellt sich heraus, dass der ehemalige Wissenschaftler Dr. Mangle Experimente an Insekten durchgeführt hat und daraus tödliche Monster entstanden sind. Mit einer Waffe ausgestattet durchstreift ihr Städte, Parks, Kanalisationen, Bergwerke und streng geheime Labore, um die noch lebenden Einwohner zu retten und sämtliche Monster zu eliminieren.
Dabei gestalten sich die Levels, wie damals bei den Apogee-Spielen üblich, als sehr groß. Sie gehen nicht nur in die Breite, sondern auch in die Höhe. Durch Fenster und Türen betretet ihr neue Räume und so kann es durchaus schon mal zehn Minuten dauern, bis ihr ein Level komplett durchsucht habt. Denn das ist nötig, da die Levelausgänge in der Regel durch eine Laserbarriere geschützt sind. Um diese zu deaktivieren, braucht es Keycards. Diese werden wiederum von den befreiten Zivilisten ausgehändigt. Es gibt außerdem Schlüssel für Schränke die Munition beinhalten sowie verschiedenfarbige Kristalle, um Plattformen und Aufzüge zu aktivieren. Also der klassische Levelaufbau der frühen 90er Jahre, der auch damalige Ego-Shooter wie Wolfenstein 3D und Doom geprägt hat.



Für eure Waffe gibt es drei verschiedene Arten von Munition: Rapid Fire, stärkere Geschosse und schlussendlich ein starkes Lasergeschoss. Zudem gibt es zwei Arten von Granaten und eine Landmine, die ihr frei platzieren könnt, um Fallen für die Gegner zu stellen.
Je nach Schwierigkeitsgrad, von denen es drei verschiedene gibt, sind unterschiedlich viele Monster in den Levels platziert, die zudem unterschiedlich viel Schaden anrichten können. Besonders auf dem hohen Schwierigkeitsgrad und in den späteren Levels ist es gar nicht mal so empfehlenswert, schnell durch die Levels zu rennen, sondern sich vorsichtig zu bewegen, da Gegner ihrerseits gerne mit Waffen auf euch schießen und es auch mal kleinere Gegner gibt, die überraschend aus den Gebüschen hervorspringen. Außerdem gibt es in den Levels teils recht knifflige Sprungpassagen. Das Schöne ist jedoch, dass es keinen Respawn gibt. Einmal getötete Monster bleiben tot – was auch der Orientierung durch die recht großen Levels dient. Zudem gibt es fair verteilte Checkpoints, sodass ihr nicht wieder von vorn anfangen müsst, wenn ihr dann doch mal sterbt.
Die Neuerungen im Detail
Wie eingangs bereits erwähnt, kommt die Remaster-Fassung mit zahlreichen Neuerungen und Änderungen. Die offensichtlichste Änderung ist der Support für 16:9-Bildschirme. Optional gibt es auch die Möglichkeit, auf das bekannte 4:3-Format umzustellen, aber der Widescreen-Modus bietet deutlich mehr Überblick über die Levels. Gleichzeitig wurden die Grafiken überarbeitet. Diese bleiben auch in der überarbeiteten Form dem Retro-Stil treu, sind meiner Ansicht nach aber schöner und sorgen bei einigen Levels für eine bessere Lesbarkeit. Ihr könnt jederzeit zwischen den alten und neuen Grafiken hin- und herschalten.


Des Weiteren könnt ihr auswählen, ob ihr mit AdLib-Geräuschen oder den „ikonischen“ PC-Speaker-Geräuschen spielen wollt. Während es im Originalspiel nicht möglich war, zwischen den verschiedenen Granaten und Munitionsarten zu wechseln, ist das in der neuen Version per Knopfdruck möglich. Außerdem werden übrig gebliebene Munition und Granaten in das nächste Level mitgenommen, was den Schwierigkeitsgrad im Vergleich zum Original deutlich erleichtert. Auch wurde das alte System mit den Leben über Bord geworfen. Ihr habt nun unendlich viele Leben zur Verfügung, bekommt am Ende eines Levels jedoch mehr Punkte, wenn ihr ohne Schaden den Levelausgang erreicht. Leider gibt es keine Möglichkeit, mit Leben und Game Over zu spielen. Das würde laut Entwickler wohl größere Änderungen am Programmcode erfordern, ist jedoch für ein zukünftiges Update nicht ausgeschlossen.

Darüber hinaus gibt es Features wie die Möglichkeit, jederzeit zu speichern und die Option, die Bildschirmanzeigen auszuschalten. Die wesentlich bessere Bildrate schlägt sich vor allem auf eine genauere Steuerung nieder und einige unfaire Stellen aus dem Originalspiel wurden etwas überarbeitet.
Wie schon bei anderen Remaster-Fassungen alter Apogee-Spiele gibt es auch hier eine vollständig neue Episode mit 15 neuen Levels, die zum Teil neue Mechaniken, wie das Schieben von Plattformen, in das Spiel bringen. Allerdings gibt es leider keine neuen Gegner. Dafür wurden in diesen Levels meiner Ansicht nach Exploration und Rätsel etwas stärker in den Fokus gerückt, ohne jedoch auf Action und einige fiese Fallen zu verzichten. Zusätzlich ist ein Level-Editor an Bord und es gibt die Möglichkeit, von anderen Usern erstellte Levels zu spielen.

Fazit

BioMenace Remastered ist eine weitere großartige Neufassung eines alten Apogee-Klassikers. Puristen werden sich zwar über einen bisher fehlenden Modus mit limitierten Leben und ohne Mitnahme von Munition und Granaten in das nächste Level ärgern, aber zumindest wurde ein solcher „Klassikmodus“ für ein späteres Update nicht ausgeschlossen. Ansonsten gibt es hier für 15 Euro die Möglichkeit, einen Klassiker der frühen PC-Geschichte neu- oder wiederzuentdecken. Dank hoher Bildrate, der Quick-Save-Funktion und einer wesentlich besseren Levelübersicht ist diese Fassung die beste Art, BioMenace zu spielen. Und durch 15 neue Levels sowie einen Level-Editor kommen auch Fans des Originals auf ihre Kosten. Insgesamt bietet das Spiel nun über 51 Levels plus einige versteckte Extralevels. Das Leveldesign macht auch im Jahr 2025 noch Spaß, wobei einige unfaire Stellen des Originals überarbeitet wurden, etwa ungünstige Platzierungen der Gegner. Durch drei verschiedene Schwierigkeitsstufen können Anfänger und Profis gleichermaßen Spaß mit dem Spiel haben.
