BFG (12) – Roger Rabbit

Wer schon einmal einen Artikel dieser Reihe gelesen hat, kennt das Prinzip: Hier schaue ich mir den Gang eines Werkes durch die drei Kunstformen Buch, Film und Game an. Da die Spiele oft rund um einen passenden Film auf den Markt kommen, lehnen sie sich gerne optisch und inhaltlich daran an, während die Buchvorlage seltener genutzt wird. Logisch also, dass der größte erzählerische Sprung oft zwischen der Literatur und der Verfilmung passiert. In dieser Artikel-Reihe gab es dabei schon einige Überraschungen – und auch heute werden einige Leser überrascht werden.

Noch ein Wort der Warnung: So ein Vergleich lässt sich ohne Spoiler nicht ziehen. Wer sich vorab Buch und Film reinziehen möchte, mache hier also eine kleine Pause. Ich warte so lange. Doch, echt, ganz sicher…

Alternativ gibt es diesen Artikel auch als Audio-Fassung mit ein ganz klein wenig Musikunterstützung durch Suno:

Das Buch

„Womit habe ich das bloß verdient? Andere Detektive jagen dem Malteser Falken nach. Und ich? Ich bekomme ein paranoides Kaninchen.“ Willkommen in der Welt des Privatschnüfflers Eddie Valiant.

Wie Valiant wurde auch das Buch Who Censored Roger Rabbit, in dem er seinen ersten Auftritt hatte, nicht gut behandelt. Autor Gary K. Wolf hatte zuvor drei Science-Fiction-Romane geschrieben und gab diesen Roman ab, um seinen Vier-Buch-Vertrag zu erfüllen. Dieses Mal wollte er in eine andere Richtung gehen und seine Kindheits-Lieblinge, Comics und düstere Krimi-Geschichten im Noir-Stil verbinden. Der Verlag lehnte ab. Auf seiner Webseite erinnert er sich:

Ich rief den Leiter der Marketingabteilung an. Ich fragte ihn, warum er mein Werk abgelehnt hatte. Er sagte, dass es dafür keine Kategorie in den Regalen der Buchhandlungen gebe. Es sei kein klassischer Krimi, kein allgemeiner Roman, kein Kinderbuch und auch keine echte Science-Fiction. Er sagte, sie könnten mein Buch nicht verkaufen. Ich fragte ihn, was er tun würde, wenn ihm heute jemand Alice im Wunderland, Gullivers Reisen oder Der Zauberer von Oz vorlegen würde. Er dachte kurz nach und sagte: „Die könnte ich auch nicht verkaufen.“

Gary K. Wolf 2022

Wolfs Agent begann daraufhin, das Buch an andere Verlage zu senden. Wolfs Ehefrau nannte den täglichen Gang zum Briefkasten bald „Daily Disappointments“, da insgesamt 110 Ablehnungsschreiben ins Haus flatterten. Angeblich war es der 111. Versuch, der zum Erfolg führte – und auch das nur mit Anlaufschwierigkeiten:

Das Buch landete auf dem Schreibtisch einer Lektorin bei St. Martin’s Press, die gerade einen großen Bestseller für den Verlag veröffentlicht hatte. Als besondere Anerkennung durfte sie ein Buch ihrer Wahl veröffentlichen. Sie entschied sich für Who Censored Roger Rabbit. Als sie das Buch aber dem Präsidenten des Verlags zeigte, zog dieser sein Versprechen zurück. Er wisse, was er ihr zugesagt habe, aber dieses Buch könne sie nicht haben, weil er es nicht verkaufen könne. Daraufhin zeigte sie Rückgrat und sagte: „Veröffentlichen Sie dieses Buch, oder ich kündige.“

Gary K. Wolf 2022

Die erste Auflage war laut Wolf keine 5.000 Exemplare hoch. Das Buch bekam einige gute Rezensionen und war schnell ausverkauft. Und einige Monate später bot Disney an, aus dem ständig abgelehnten Werk einen großen Kinofilm zu machen. Wie Wolf sagt: „The rest is history“.

Worum geht es denn nun aber in diesem Buch, das erst niemand haben wollte?

Eddie Valiant hat einen Termin bei einem neuen Kunden. Er klingelt, die Tür öffnet sich:

Er war fast so groß wie ich, um die 1,80 Meter. Aber nur, wenn man seine 45 Zentimeter langen Ohren mitzählte. Er trug nur eine weite Shorts, die von bunt gefärbten Hosenträgern gehalten wurde. Seine Schultern hingen so stark, dass er die oberen Enden seiner Hosenträger mit gekreuzten Streifen aus durchsichtigem Klebeband fixieren musste. Als Augen hatte er zwei schwarze Punkte, die in der Mitte von zwei länglichen weißen Untertassen schwebten. Sein weißer Bauch, seine Nase, Zehen und Handflächen auf einem hellbraunen Körper ließen ihn aussehen, als wäre er gerade mit dem Gesicht voran gegen eine frisch gestrichene Wand gelaufen.

Beschreibung aus dem Buch (von mir aus dem Englischen übersetzt)

Das ist also sein Auftraggeber: Roger Rabbit, ein Cartoon-Kaninchen. In dieser Welt leben Toons und Menschen friedlich nebeneinander, wobei die eine oder andere Formulierung gewisse Spannungen aufzeigen werden. Dazu gleich mehr. Denn weit spannender: Welchen wichtigen Auftrag erteilt Roger dem Detektiv? Er möchte, dass Valiant ihm Beweise beschafft. Denn Roger wurde ein eigener Comicstrip versprochen, wenn er bei den Brüdern Rocco und Dominic DeGreacy unterschreibt. Dummerweise steht das nicht im unterschriebenen Vertrag und so vegetiert Roger als Sidekick in den Strips rund um Baby Hermann vor sich hin. Außerdem hat Roger das Gerücht gehört, dass ihn jemand aus diesem Vertrag raus kaufen möchte. Das käme ihm zupass, aber er kennt den Namen des Bieters nicht.

Valiant ist nicht begeistert. Aber hey, das Kaninchen zahlt gutes Geld. Und gutes Geld bedeutet Miete und viel Fusel. Der Schnüffler willigt ein und ahnt nicht, dass der Fall rasend schnell eskaliert.

Die hier eingeführte Mischung bestimmt den ganzen Roman: Eddie Valiant ist der Prototyp eines Noir-Detektivs. Immer auf der Suche nach dem nächsten Drink, zynisch und desillusioniert. Gleichzeitig aber noch nicht abgestumpft genug, um den ganzen Unrat der Stadt einfach an sich vorbeischwimmen zu lassen.

Spätestens hier ist noch einmal eine Spoiler-Warnung angebracht. Drei – Zwei – Eins – Weiter geht’s:

Innerhalb einer einzigen Nacht werden Firmenchef Rocco DeGreacy und auch Valiants Auftraggeber Roger Rabbit in ihren jeweiligen Häusern ermordet. Verdächtig ist so ziemlich jeder: Rogers Noch-Ehefrau Jessica Rabbit, die ihn gerade für Rocco verlassen hatte. Photographin Carol Masters, die jahrelang für die DeGreacys unter anderem die Baby-Hermann-Strips geknipst hatte. Roccos Sohn Little Rock, der eine Kunstgalerie betreibt. Sid Sleaze, der mit pikanten Photos eine Erpressung aufziehen will. Und Roger Rabbit selbst, der auf Rocco wegen seines Vertrags und seiner Frau nicht gut zu sprechen ist.

Hier kommt kurz Valiants Hang zu guten Taten zum Vorschein: „While I couldn’t resurrect the bunny, I could at least do the honorable thing—see the case through to conclusion, find out who censored Roger Rabbit, and why.“ Ich hab den Satz im Original belassen, weil nur hier der Titel des Romans erklärt wird: „Censored“ steht für „ausgelöscht“.

Wobei Valiant eine Überraschung ins Haus steht: Roger Rabbit bricht in das Detektivbüro ein. Aber der ist doch tot, oder? Ja, ist er. Doch Toons können Doppelgänger von sich erstellen, körperlich und geistig identische Kopien, die allerdings nur eine begrenzte Zeit existieren und dann in ihre Einzelteile zerfallen. Oft werden sie bei Dreharbeiten für die gefährlichen Sachen erzeugt. Oder aber man macht es wie Roger und schickt seinen Doppelgänger mitten in der Nacht los, um ganz spezielle Hosen zu kaufen.

Als das Double unverrichteter Dinge zurück zu Rogers Wohnung kommt, liegt dieser schon erschossen da. Nur seine letzten Worte sind noch lesbar. Logisch. Schließlich sprechen die Cartoonfiguren in Sprechblasen. Nur die humanoiden Toons schaffen es mit viel Übung, diese Blasen zu unterdrücken und nur über Schallwellen zu kommunizieren.

Der Fall wird also immer undurchsichtiger. Bald drehen sich die Begehrlichkeiten einiger Verdächtiger um einen unscheinbaren Teekessel. Jeder reklamiert ihn als sein Eigentum, allerdings hat jeder eine andere Begründung dafür, warum er so ein altes verbeultes Ding unbedingt haben möchte.

Bei aller Toon-Verrücktheit ist es ein echter Noir-Krimi: Toons werden als Lebewesen zweiter Klasse behandelt, die den Wert einer Wohngegend schnell sinken lassen. Es gibt Bars für Toons und Bars für Menschen – und nur die schäbigsten Spelunken stehen beiden Gruppen offen. Und in dieser Welt bewegt sich Eddie Valiant. Ein Mann mit Prinzipien. Ja, es sind flexible Prinzipien, aber mehr ist in dieser Umgebung nicht drin:

Ich warf einen Blick auf meine Uhr. Vor sechs trinke ich nie. Es war 16:15 Uhr. Nah genug dran.

Wer nun Lust darauf bekommen hat, das Buch zu lesen: Es gab und gibt keine deutsche Ausgabe. Derzeit ist es wohl die günstigste Variante, den Roman für ein paar Euro als englisches Ebook zu genießen, aber ich gebe die Hoffnung auf eine schöne deutsche Fassung noch nicht auf. Oder noch besser: Who Censored Roger Rabbit würde ein hervorragendes Adventure abgeben.

Who P-p-p-plugged Roger Rabbit?

Es mag bei dem Roman-Ende verwundern, aber im Laufe der Jahre hat Gary K. Wolf tatsächlich noch weitere Bücher im Toontown-Roger-Rabbit-Universum geschrieben. Und obwohl es sich nicht um Prequels handelt, spielt auch Roger Rabbit darin mit. Wie das?

Nun, Wolf wendet den Dallas-Trick an. In dieser Serie, die von 1978 bis 1991 produziert wurde, kam am Ende der achten Staffel eine beliebte Figur zu Tode. Die Umstände sind mir zu Seifenoper-artig. Sagen wir einfach, dass ein Auto dafür verantwortlich ist. Am Ende der achten Staffel steht die Familie Ewing um das Krankenhausbett von Bobby Ewing, der nach einer langen Verabschiedungsszene stirbt. Darsteller Patrick Duffy hatte keine Lust mehr auf die Serie, fand aber im Laufe des nächsten Jahres keine anderen Rollen. Parallel gingen die Einschaltquoten von Dallas dramatisch genug zurück, dass die Serienbosse ihn wieder zurückholten. Am Ende von Staffel neun wacht Pam, Bobbys Ehefrau auf ihrem Bett auf. Im Bad nebenan hört sie Dusch-Geräusche. Vorsichtig nähert sie sich der Tür, schließlich lebt sie ja seit einem Jahr allein. Sie öffnet die Tür, die Kamera fährt zurück und da steht Bobby. Sie hat nämlich die ganze neunte Staffel schlicht geträumt…

Genau dies passiert im Roman Who P-p-p-plugged Roger Rabbit? dessen Frau Jessica Rabbit. Na gut, nicht so ganz. Stattdessen manifestiert Jessica das Kaninchen durch ihre Vorstellungskraft Stück für Stück wieder in der Welt. Aber das Ergebnis ist ähnlich: Der nervig-gutmütige Kerl ist wieder da.

Wolf ist aus einem ganz besonderen Grund mit seinem zweiten Rabbit-Buch sehr zufrieden:

Als ich Who P-p-p-plugged Roger Rabbit? schrieb, wollten 16 Verlage die Veröffentlichungsrechte. Alle hatten das erste Buch mindestens einmal abgelehnt, 6 von ihnen hatten das erste Buch zweimal abgelehnt, und 2 von ihnen hatten das erste Buch dreimal abgelehnt. Die Lehre daraus? Wenn du an das glaubst, was du tust, gib niemals auf. Früher oder später wirst du Erfolg haben.

Gary K. Wolf 2022

Der Film: Who framed Roger Rabbit?

Wie weiter oben schon erwähnt: Disney sicherte sich sehr früh die Filmrechte. Zwischen 1981 und 1983 arbeitete ein Team verschiedene Ideen aus, wie die Verbindung der Zeichentrickfiguren mit den echten Umgebungen gelingen könnte. Disney hatte natürlich bereits eine Tradition mit solchen Sequenzen wie bei Mary Poppins oder Onkel Remus‘ Wunderland, aber für einen kompletten Spielfilm mussten neue Ideen her. Wobei bereits die frühen Versuche zeigen, was gute Animatoren erreichen konnten.

Einen großen Schritt hin zur Realisierung machte der Film, als 1985 sowohl Regisseur Robert Zemeckis als auch Animations-Künstler Richard Williams zum Projekt stießen. Lustigerweise waren beide bei ihrem ersten Treffen davon überzeugt, dass die Mischung des Films nicht funktionieren könnte:

Als ich Bob in London traf, sagte ich ihm, dass ich Mischungen aus Zeichentrick und Realfilm hasse – sie wirken gekünstelt. Der Zeichentrick macht den Realfilm zunichte, und der Realfilm macht den Zeichentrick zunichte; man kann an keines von beiden wirklich glauben – und er stimmte mir zu.

Richard Williams in der LA Times 22. Juni 1988

Zemeckis hatte die Idee, den Film mit einer reinen Cartoon-Sequenz zu beginnen, die sich dann als Filmdreh in der Realwelt entpuppt. Dieser Übergang würde für eine viel größere Glaubwürdigkeit der Welt sorgen.

Die Stoßrichtung der Präsentation war also von Anfang an gesetzt. Schwieriger war die Frage zu beantworten, wie der Roman umgesetzt werden sollte. In frühen Drehbuch-Entwürfen war es zum Beispiel noch möglich, Toons mit Schusswaffen zu verletzen, während es im Film nur zwei Möglichkeiten gibt, sie zu töten. Dazu kommen wir noch. Insgesamt blieben vom Buch nur die Grundidee einer Toon-Welt und die Namen einiger Figuren übrig. Selbst Kleinigkeiten wie die Tatsache, dass Toons stärkeren Alkohol trinken als Menschen wurde im Film auf den Kopf gestellt, da Roger hier nichts verträgt.

Auch die einzelnen Drehbuch-Varianten unterschieden sich natürlich, wobei online erst der dritte Entwurf der Autoren Jeffrey Price und Peter S. Seaman vom 02. September 1986 zu finden ist, der schon sehr sehr nahe am fertigen Skript ist. Dort steht zum Beispiel noch, dass sich der Film-Bösewicht als der Jäger aus dem Disney-Klassiker Bambi entpuppt. Die Idee wurde letzten Endes fallen gelassen. Zum einen sieht man den Jäger in Bambi ja nie und zum anderen war die Idee nur unnötig kompliziert. Bereits früher verlor der Bösewicht seinen treuen Begleiter: einen zahmen Geier namens Voltaire. Immerhin blieb ihm seine Bande von Wieseln, die es im Buch ebenfalls noch nicht gab.

Der Film umschiffte die nächste Klippe, als Steven Spielberg ausführender Produzent wurde. Er schaffte es, dass andere Firmen ihre Cartoonfiguren zur Verfügung stellten und Toontown damit keine reine Disney-Veranstaltung war. Die klassischen Max-Fleischer-Cartoons werden von Betty Boop vertreten, Warner lässt Daffy Duck auf Donald Duck los, während Bugs Bunny und Micky Maus einen gemeinsamen Fallschirmsprung absolvieren und auch Felix the Cat taucht in der Toon-Menge auf. Da der Film 1947 angesiedelt ist, sehen die Zeichentrick-Kühe eher nach Molly MooCow and the Indians als nach Die Kühe sind los aus, aber das ist Teil des Charmes.

Die Rolle des Privatdetektivs Eddie Valiant übernahm der Schauspieler Bob Hoskins, An seiner Seite der Komiker Charles Fleischer als Roger Rabbit. Komische Formulierung für „nur“ die Stimme des Kaninchens? Nun, Fleischer bestand darauf, dass er im Rabbit-Kostüm am Set war und seine Zeilen sprach. Er war überzeugt davon, dass die Kostümierung Hoskins dabei helfen würde, Valiant zu verkörpern. Das Ergebnis spricht vielleicht für sich – oder für Hoskins‘ Schauspielkunst, da er nicht ständig gelacht hat.

Der große Gegenspieler wurde von Christopher Lloyd verkörpert, mit dem Regisseur Zemeckis bereits zuvor bei Zurück in die Zukunft gearbeitet hatte. Der Name seiner Figur? Judge Doom. Und da im bisherigen Text über diesen Kerl noch kein Wort verloren wurde, war auch er komplett neu erfunden. Es ist also an der Zeit, Eddie Valiant die Filmstory erzählen zu lassen:

Der Morgen und ich teilen eine Gemeinsamkeit: Beide schmecken nach billigem Alkohol und schlechten Entscheidungen. Doch ich brauchte Geld und ließ mich darauf ein, ein paar dreckige Photos zu schießen. Jessica… Schön wie eine Straßenlaterne in einer düsteren Gasse. Hab sie und Marvin Acme dabei erwischt, wie sie Backe-Backe-Kuchen gespielt haben. Tja, der Kuchen ist verbrannt. Ihr Mann, Roger Rabbit, hat es nicht gut aufgenommen. Ist ausgetickt und soll Acme ermordet haben. Aber irgendwas stink hier.

Roger Rabbit war ein Nervenbündel mit Krawatte. Tauchte bei mir auf und schwor, er habe nichts angestellt. Ich habe schon viele Schwüre gehört. Die meisten taugen so viel wie nasser Karton im Regen. Ich hasste Toons, seit einer von ihnen meinen Bruder mit einem Klavier erschlagen hatte. Trotzdem arbeitete ich mit Roger zusammen. Er klebte an mir wie Kaugummi an einem Schuh.

Je tiefer wir gruben, desto weniger passte zusammen. Marvin Acme war tot, sein Testament verschwunden. Angeblich wollte er den Toons ihre Stadt vermachen, aber irgend jemand war wohl dagegen. Dazu dieser gruselige Richter, Judge Doom samt seiner Bande von Wieseln. Hat eine Möglichkeit gefunden, Toons im wahrsten Sinne des Wortes auszulöschen: die Suppe. Kein Rückprall, kein „Noch mal Glück gehabt“. Stattdessen „That’s all, Folks.“

Das Böse kommt manchmal im Auto dahergefahren. Stellt sich raus, dass Roger reingelegt werden sollte: Judge Doom will Toontown plattmachen, mit seiner Suppe auflösen und betonieren. Aber wie passte Jessica da rein? War sie Opfer oder Täterin? Konnte mich eine Frau mit solchen Kurven ins Schlingern bringen? Außerdem ließ mich die Sache mit meinem Bruder nicht los: Ihn hatte ein Klavier erwischt, Marvin Acme ein Tresor. War vielleicht „mein“ Toon noch irgendwo dort draußen?

Ja, da ist nicht mehr viel Vorlage übrig geblieben. Bob Hoskins bekommt einige Momente, in denen er den harten Noir-Detektiv spielen darf, aber der Film ist gerade im Vergleich zum Buch viel humoriger und leichtherziger. Christopher Lloyd als Judge Doom spielt wunderbar böse, wird aber jederzeit von seinen Wiesel-Handlangern konterkariert, wenn sie mal wieder Chaos stiften. Meiner Meinung nach sind Buch und Film zwei völlig getrennte Dinge, die beide auch heutzutage noch hervorragend funktionieren. Ich werde auf jeden Fall die beiden weiteren Romane lesen.

Im Filmbereich kamen nur noch einige kurze Cartoons, einen zweiten Film bekam Disney trotz diverser Bemühungen nicht aufs Gleis geschoben. Unter anderem existiert ein Prequel-Script namens Roger Rabbit II: The Toon Platoon. In diesem Film hätte Roger vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs seine leibliche Mutter gesucht und dabei in Hollywood den angehenden Schauspieler Richie Davenport kennengelernt. Gleichzeitig geraten die beiden in einen größeren Konflikt, als der Radioboss Otto Green sich als Nazi-Kollaborateur entpuppt und Jessica sowie Wendy entführt werden. Später nutzt das US-Militär die Toons im Krieg, wodurch Richie schließlich in Europa landet und – trotz seiner Angst und ihres Zerwürfnisses – gemeinsam mit Roger in einem Nachschubstützpunkt wieder aufeinandertreffen muss.

Die Disney-Version von Roger Rabbit lebte in den folgenden Jahren eher im Bereich Merchandise weiter. Das reicht von Pins, Plüschfiguren und Büchern bis zu Disneyland-Rides wie Roger Rabbit’s Car Toon Spin oder dem kurzlebigen Laden namens Jessica’s auf Pleasure Island, einem Nachtclub-Komplex in Disneyland, der allerdings nach knapp 20 Jahren dichtgemacht wurde. Auf der Fanseite Imnotbad.com erinnert sich der Seitenbetreiber oder die Seitenbetreiberin an den Laden mit dem riesigen Jessica-Schild samt beweglichem Bein an der Ladenfront.

Der Film wurde damals auch als Marvel-Comic umgesetzt, der im Internet Archive auch komplett lesbar ist. Im Grunde ist es eine Eins-zu-eins-Nacherzählung, allerdings ist eine geschnittene Szene im Comic enthalten, die Valiants halbnackten Auftritt in seinem Büro erklärt.

Als kleinen Rausschmeißer aus diesem Abschnitt verlinke ich hier eine wunderbare Seite, auf der die aus dem Drehbuch geflogene Beerdigungsszene für Marvin Acme mit vielen Storyboard-Bildern beschrieben wird. Ich liebe so was.

Die Spiele

Für einen solch erfolgreichen Film wie Roger Rabbit, der sich mit seiner Zeichentrick-Optik ja auch hervorragend für Kinderspiele geeignet hätte, gibt es überraschend wenig Spiele.

Los geht es 1988 mit Who Framed Roger Rabbit für die Plattformen PC, Amiga, Atari ST, C64 und Apple II. Hier konzentriert sich Entwickler Buena Vista Software auf drei Szenerien, die sich an den Film anlehnen. Nacherzählt wird die Geschichte allerdings nicht: Das Testament von Marvin Acme ist verschwunden und sowohl Roger als auch Judge Doom jagen den Ding hinterher.

Zu Beginn rast Roger mit dem Taxi Benny eine kerzengerade Straße von Toontown entlang. Ziel ist der Ink and Paint Club, in dem das Testament liegen könnte. Die Fahrt gestaltet sich jedoch alles andere als einfach: Autos müssen umfahren, grüne Pfützen übersprungen und zahlreiche Hindernisse umkurvt werden. Das Spiel verlangt schnelle Reaktionen und eine gute Streckenkenntnis, wobei sich die einzelnen Versionen hier stark unterscheiden. Während es beim PC meiner Meinung nach bei aktuellen Systemen unmöglich ist, bei der Geschwindigkeit noch Reaktionsvermögen zu beweisen, ist auf dem C64 eine vergleichsweise gemütliche Spazierfahrt angesagt. So oder so: Besonders spaßig ist der Abschnitt nicht.

Sodann verlagert sich die Handlung in den Nachtclub. Hier sucht Roger nach Marvin Acmes Testament, das sich auf einem der vielen Papierblätter befinden soll, die von den geschäftigen Pinguin-Kellnern auf den Tischen verteilt werden. Vielleicht handelt es sich auch um Servietten, wer weiß das schon. Während Roger hektisch um die runden Tische rennt und die Dokumente einsammelt, muss er gleichzeitig Whiskygläsern ausweichen. Das Zeug bremst ihn nämlich ganz schön aus. Zusätzlich macht der Gorilla-Türsteher Jagd auf den plüschigen Kerl und sorgt für weitere Hektik.

Weil der Straßenabschnitt ja nun mal schon komplett designt ist, nutzen ihn die Entwickler gleich noch einmal. Logisch, denn irgendwie muss man ja immer von einem Ort zum anderen kommen. Dieses Mal muss Roger rechtzeitig vor seinen Verfolgern die Acme-Gag-Fabrik erreichen. Und schon sind wir im finalen Level: In der Fabrik muss Roger verschiedene Scherzartikel einsetzen, um die Wiesel zu überwinden. Diese können sich nämlich wie im Film totlachen – eine ganz saubere Sache also. Am Ende dieser ziemlich lang gezogenen Fabrik muss Roger noch flott Jessica retten, die von Dooms gefürchteter Auflöse-Kanone ausgelöscht werden soll.

Technisch präsentiert sich Who Framed Roger Rabbit als typisches Lizenzspiel der späten Achtzigerjahre. Die Grafik orientiert sich sichtbar an der Filmvorlage und fängt den Cartoon-Stil mal mehr, mal weniger ordentlich ein. Besonders die Animationen von Roger sorgen für Wiedererkennungswert, wobei der Club mit Abstand am schönsten gestaltet ist.

Ein nettes Gimmick ist eine Packungs-Beilage in Form eines ACME-Produktkatalogs. Dort finden sich allerlei obskure Gegenstände wie zum Beispiel portable Löcher oder eine magische Lampe, die im Buch ja wichtig war. Aus der Filmwelt ist zum Beispiel Marvin Acmes Hand-Buzzer mit 5.000 Volt Spannung dabei – laut seiner Aussage deren größter Verkaufsschlager. Juckpulver, stinkender Käse oder Raketen-Rollerskates? Die nächste Party ist auf jeden Fall gerettet.

Das zweite Spiel erschien exklusiv 1989 für das japanische Famicom und nannte sich schlicht Roger Rabbit. Oder ロジャー・ラビット, wie wir Profis sagen.

In diesem Sidescroller läuft Roger innerhalb eines Levels durch Türen eine Etage nach oben oder nach unten, besteigt Treppen und sammelt Herzen ein. Dies alles immer mit einigen Wieseln auf dem Fersen. Im Level verteilt finden sich zusätzliche Hilfsmittel. So bringt es satte 1.000 Punkte, wenn Roger eine Kiste auf ein Wiesel eine Etage unter ihm schubst. Hauptmittel bleibt allerdings, auszuweichen. Schon allein deshalb, weil Roger – entgegen seiner Natur – nicht hüpfen kann.

Die Optik der 60 Level (plus vier Bonuslevel) orientiert sich nicht an der Vorlage. Mal scheint man durch ein Holzhaus mit Steinböden zu laufen, mal durch eine Burg und regelmäßig gibt es auch keine Türen, sondern Roger und seine Gegner bewegen sich durch grüne Röhren, die ich irgendwo schon mal gesehen habe. Neben den Wieseln wieseln auch der Türsteher-Gorilla und die Pinguine durch die Flure. Warum? Weil sie es können! Irgendwann hat Roger dann alle Herzen eingesammelt und geht mit Jessica nach Hause. Diese wurde nämlich von Judge Doom entführt. Mehr Hintergrundgeschichte gibt es nicht. Wozu auch? Auch Spieler, die sich einen Endkampf wünschen, werden enttäuscht sein. Judge Doom taucht nur als regulärer Gegner im letzten Level auf – wobei der Weg dorthin trotz Passwoer-System steinig genug ist.

Da ist sie ja! (NES)

In den Westen hat es dieses Spiel übrigens nie geschafft. Stattdessen wurde es mit einem anderen Hasen überpinselt und begründete als The Bugs Bunny Crazy Castle eine ganze Reihe. Soweit ich sehen konnte, ist das Spiel praktisch inhaltsgleich. Aus Herzen wurden Möhren, statt der Roger-Bösewichter jagen einen nun Kater Sylvester oder Cowboy Sam, aber das Spielprinzip ist das selbe. Samt der lustigen Mümmelmann-Sprung-Unfähigkeit.

Wir bleiben beim NES und beim Namen Who Framed Roger Rabbit. 1989 durfte der Spieler dort endlich in den speckigen Trenchcoat des Detektivs Eddie Valiant schlüpfen. Der macht sich gemeinsam mit Roger Rabbit auf die Suche nach den vier Teilen eines Testaments. Wie im Film wurde nämlich Marvin Acme ermordet und die Tat Roger in die Fell-Schuhe geschoben. Warum solch wichtige Dokumente dazu neigen, verschlampt und zerrissen zu werden, ist ein Mysterium für sich.

Meine NES-Erfahrungen sind beschränkt, aber die Spielstruktur kommt mir ungewöhnlich vor: Innerhalb von Gebäuden sind Eddie und Roger in Seitenansicht unterwegs. Beginnend in seinem Büro kann Eddie den jeweiligen Raum Gegenstand für Gegenstand untersuchen, während das Karnickel um ihn rum wuselt. Hier wie auch vor dem jeweiligen Gebäude kann Eddie Passanten ansprechen, ob sie ihm helfen können. Üblicherweise werden sie antworten, dass das Gebäude leer sei, aber manchmal findet sich eben doch etwas Nützliches wie eine Waffe. Sei es Backstein, sei es ein Fleischstück: Irgendwo in der Spielwelt lässt es sich gebrauchen. Auswendig lernen lassen sich die Fundorte allerdings nicht, da sie bei jedem Spielneustart zufällig verteilt werden.

Von Haus zu Haus oder später von LA nach Toontown kommt man zu Fuß oder mit dem sprechenden Taxi aus dem Film. Per pedes muss Eddie allerdings darauf achten, nicht von Autos erfasst zu werden. Hier ziehen auch Geier ihre Kreise, die auf Roger Jagd machen. Wenn sie ihn erwischen, tragen sie das Kaninchen davon und Eddie verliert eines seiner Leben. Falls einen in dieser Ansicht die Wiesel erwischen, muss man im Multiple-Choice-Verfahren eine Scherzfrage richtig beantworten, damit die Gegner den gefangen gehaltenen Roger vor lauter Lachen wieder laufen lassen.

Wie spannend man das Spiel findet, hängt von seinen Vorlieben ab. Frustresistente Personen haben mehr Spaß, weil sie wie ein echter Detektiv mehr Enttäuschungen als Erfolgserlebnisse haben werden. Wer ständig neue Gegenstände finden möchte und eine stringente Story benötigt, halte sich fern.

Hat Eddie alle Testament-Teile und andere Gegenstände gefunden, folgt der Showdown gegen Judge Doom. Und dieser Kampf ist richtig hart. Rasend schnell hat Eddie alle bisher gesammelten Hilfsmittel verballert und die Lebensleiste seines Gegners ist ziemlich sicher noch jenseits von Gut und Böse. Nerven behalten und boxen. Ausweichen, Boxschlag, ausweichen, Boxschlag, Ausw… Mist!

Sollten Eddie und der Mensch am Controller gemeinsam Durchhaltevermögen bewiesen haben, ist ein ungewöhnlicher NES-Titel bezwungen. Mit seiner offenen, aber leider relativ leeren Spielwelt ist das Spiel zwar groß, mir fehlt es aber an Abwechslung und vor allem Spannung. Nur, um dann am Ende extrem frustrierend zu werden. Nö.

Kleiner Gag am Rande: Im Ink & Paint-Club konnte man Jessicas Telefonnummer finden. Vermutlich erreichte man damals eine Tipps-Hotline zum Spiel, aber in späteren Jahren soll die Nummer unter anderem auch als Hotline für erwachsene Inhalte genutzt worden sein.

1991 legte der junge Shinji Mikami seinen Design-Erstling vor, der sich wie so viele andere Spiele hier Who Framed Roger Rabbit nennt. Entgegen seiner späteren Werke Silent Hill, Dino Crisis oder The Evil Within ist dieses Spiel hier vergleichsweise kindgerecht. Wobei wir direkt zu Beginn miterleben müssen, wie Marvin Acme von einem Handlanger des bösen Judge Doom erschossen wird. Zwar hat er zuvor in seinem Testament den Toons ihre schöne Stadt Toontown vermacht und dieses Schriftstück Jessica Rabbit zur Aufbewahrung gegeben. Doch dummerweise hat er vergessen, die Eigentumsurkunde beizulegen – und ohne diese ist das Testament wertlos.

Um Marvins letzten Willen zu erfüllen, muss Roger also die Urkunde zu Jessica bringen. Und schon geht die Sucherei los, denn erst muss er erfragen, wo seine Frau sich um diese Zeit eigentlich aufhält, dann braucht er das Passwort für den Club, das wiederum eine Frau namens Lucy hat. Diese aber kann sich nur daran erinnern, dass sie es auf einem Zettel in einem anderen Haus notiert hat. Doch dann! Passwort (Wie schon im Film: „Walt sent me“ – Sierra-Fans schmunzeln) gefunden, Club betreten. Und prompt wird Jessica vor Rogers Augen von den fiesen Wieseln entführt! Wer hätte damit gerechnet?

Auftritt Eddie Valiant. Dieses Mal lautet der Auftrag also nicht, Rogers Vertrag zu durchleuchten oder Marvin Acmes Testament zu finden. Dieses Mal ist es ernster. Allerdings verschwindet Eddie nach einer kurzen Zwischensequenz wieder. Er verfolgt parallel zu Roger eigene Spuren, aber immerhin stattet er den Mümmelmann mit einem Toon-Hammer aus. Damit kann er sich gegen die Wiesel wehren und sie kurzfristig aus dem Verkehr ziehen. Da dies das Film-Universum ist, kommen die Schurken aber schnell wieder zu sich, also Obacht.

Auf diese Weise geht das Spiel voran. Sucht Roger nicht gerade nach dem nächsten Hinweisgeber oder einem bestimmten Haus, führt eins zum anderen, ohne groß Probleme zu machen. Ein Passwortsystem in Verbindung mit drei Leben sorgt für Frustvermeidung, allerdings ist auch dieses Gameboy-Spiel nicht der ganz große Lizenz-Wurf. Andererseits: Wie viele davon gab es schon?

Das bisher letzte Spiel zum Franchise erschien bereits 1991: Hare Raising Havoc. Hier spielen wir eine alternative Version des Anfangs-Cartoons aus dem Film nach. Erneut wird Baby Hermann in Rogers Obhut gelassen – und natürlich ist das Kerlchen sofort ausgebüxt. Nun liegt es an Roger, innerhalb einer Stunde den kleinen Wonneproppen wieder einzufangen. Denn dann kommt Mama Hermann zurück und steckt Roger ins Labor. Das wollen wir lieber verhindern, was?

Gerade mal sieben Umgebungen muss Roger durchqueren: Das Wohnzimmer, die Küche, das Bad, den Garten, eine Straßenecke, eine Baustelle und eine Milch-Abfüllanlage. Die Schwierigkeit besteht darin, in den jeweils nächsten Raum zu gelangen. So ist zum Beispiel im ersten Raum die Tür abgesperrt, aber das kleine Lüftungsfenster darüber ist offen.

Hier wie in den weiteren Räumlichkeiten geht es nun darum, dass Roger Gegenstände so positioniert, dass er in einer Rube-Goldberg-ähnlichen Weise durch das Fensterchen gewirbelt wird. Beteiligt an der Nummer sind ein Ventilator, ein Sofa, ein Magnet, ein Schlüssel, ein bissiger Fisch und ein Bügelbrett. Ein Klacks, wenn man es erst einmal raus hat. Aber bis dahin dauert es. Fieserweise wird das Zeitlimit nicht wieder zurückgesetzt, wenn man in den nächsten Raum kommt und es gibt weder Spielstände noch ein Passwort-System. Da spätere Level neben der Knobelei noch auf Timing setzen, wird der Titel aber auch immer schwieriger. Wer also ständig bei der Milch-Abfüllanlage scheitert, muss den Rest des Spiels immer und immer wieder anpacken, um dann erneut zu scheitern.

Tipps zum Spielgeschehen liefert die der Packung beiliegende ToonTown Times. In der Zeitung ist nicht nur eine längliche Beschreibung der Dreharbeiten und des Inhalts von Hare Raising Havoc. Nein, es gibt auch Kurzbesprechungen zu aktuellen Kinohits wie Pretty Wombat oder Three Wren and a Baby, bei denen die Namen ehrlich gesagt lustiger sind als die Beschreibungen. Egal, denn die wichtigen News sind auf der Rückseite der Zeitung: Dort gibt Jessica Rabbit in ihrer Leserbriefecke Rat an Spieler, die verloren, konfus und frustriert sind. Und die Tipps sind gar nicht schlecht. Es gibt auch trotzdem noch genügend Ecken, an denen man als Spieler verzweifeln wird.

Sehr hübsch gelungen ist die Grafik samt guter Soundeffekte und der Sprachausgabe. Hare Raising Havoc wirkt wunderbar cartoonig, hätte allerdings locker die dreifache Menge an Animationsphasen vertragen können. Das bedeutet für mich: Bis ungefähr zur Hälfte des Spiels ist dieser Titel eine Empfehlung von mir. Danach wird es schnell frustrierend.

Who owns Roger Rabbit?

Mehr als drei Jahrzehnte lang schien Roger Rabbit fest mit Disney verbunden zu sein. Schließlich war es der Disney-Film, der die Figur in der Popkultur verankert hat. Doch inzwischen hat der Autor Gary K. Wolf die Rechte wieder zurück bekommen. Wie das? War Disney etwa großzügig? Nun, nicht ganz.

Der Wendepunkt kam, als Wolf während der Entwicklung neuer Projekte auf eine Regelung im US-Copyright-Gesetz aufmerksam gemacht wurde. Diese sogenannte „35-Year Copyright Reversion Clause“ erlaubt es Autoren, die Rechte an ihren Werken nach einer bestimmten Frist zurückzufordern. Die Regel wurde geschaffen, weil viele Künstler ihre Rechte früh in ihrer Karriere verkaufen, oft bevor der wahre Wert ihres Werks erkennbar wird. Nach 35 Jahren erhalten sie deshalb die Möglichkeit, frühere Verträge zu kündigen und die Kontrolle zurückzuerlangen. Ursprünglich geschaffen wurde die Regelung für die Songwriter der 30er bis 50er Jahre, doch die Klausel ist weiter gefasst.

Wolf war skeptisch Er konnte sich nicht vorstellen, dass ein Konzern wie Disney die Rechte an einer bekannten Marke einfach zurückgeben würde. Doch der Prozess verlief ohne größeren Streit. Irgendwann zwischen 2024 und 2025 gingen die Rechte an den von ihm geschaffenen Figuren wieder auf Wolf über. Disney behält allerdings die Rechte am Film und zum Beispiel auch am Aussehen der dort gezeigten Figuren. Derzeit spielt Wolf mit der Idee, seinen Roman Jessica Rabbit: XERIOUS Business als Realfilm auf die Leinwand zu bringen. Wenn das klappt, erscheinen sicherlich wieder Spiele dazu und eine weitere BFG-Folge wäre gesichert.

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Über Jürgen

Geschichts- und Musik-Liebhaber mit einer Schwäche für viel zu lange Computerspiele. Der Werdegang CPC - Pause - PC und Konsolen sorgt dafür, dass ich noch so viele schöne alten Perlen entdecken darf.

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2 Comments on “BFG (12) – Roger Rabbit”

  1. Mit neun Jahren hab ich den Film im Kino gesehen und erst jetzt, 38 Jahre später, lese ich dass es ein Buch dazu gibt 😀
    Danke Jürgen wie immer sehr unterhaltsam und interessant!

    1. Danke Dir 🙂
      Falls du nach dem Buch suchst, Obacht! Denn natürlich gibt es bei Ehapa ein Buch zum Film, dass dann entsprechend diese Story nacherzählt. Ist ohne Autorennennung und ich hab es mir auch nicht gekauft. Wie auch das Brettspiel. Schon irre, was manche Marken für Kapriolen schlagen.

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