Battleplan ist ein historisches WW2-Echtzeitstrategiespiel. Die Besonderheit: Ihr blickt auf das große Ganze und zeichnet eure Befehle auf der Karte ein. Mit einer ersten Preview-Version konnte ich losmalen!

| Titel: | Battleplan |
| Erscheinungsdatum: | 2026 |
| Plattformen: | Windows |
| Entwickler / Herausgeber: | Foolish Mortals Games / Slitherine |
| Homepage: | Offizielle Website |
Noch ein Zweiter-Weltkrieg-Wargame? Ja, aber mit einem Twist: In Battleplan von Entwickler Foolish Mortals Games und Publisher Slitherine zeichnet ihr eure Befehle einfach auf eine Karte. Die Idee ist nicht ganz neu, denn das ursprünglich ziemlich schlechte, mittlerweile aber ziemlich gute Hearts of Iron IV hatte bereits diesen Ansatz verfolgt. Mit, meiner Meinung nach, hinsichtlich dieses Features überschaubarem Erfolg. Warum ich das so sehe und ob es Battleplan vielleicht besser macht, verrate ich euch in meinem „First Look“.
Setting, Preview-Build und Demo

Battleplan startet zeitlich mit den letzten Übungen vor der Landung der Alliierten, das ist dann auch das Tutorial, bevor die Action in der Normandie losbricht. Eingeführt wird mit historischem Videomaterial. Überhaupt ist Battleplan vollgepackt mit historischen Fotos und Informationen. Eure Armee ist persistent. Ihr könnt entweder auf immer mehr historische Divisionen und ihre OOB (Order of Battle, Gefechtsgliederung) zurückgreifen, oder auch eure eigenen Divisionen zusammenbasteln! Das ist schonmal ziemlich cool. Begrenzender Faktor ist, wie in einem Tabletop, eine Punktezahl. In den Missionen könnt ihr dann auf eure eigene Armee (einschließlich gegebenenfalls historischer Divisionen) oder den historischen Ansatz setzen. Eingesetzte Divisionen sammeln außerdem auch Erfahrung. In der finalen Version sollt ihr euch bis nach Deutschland vorkämpfen können. Oder euch aber mit Deutschland den Alliierten entgegenstellen. Letzteres allerdings „nur“ in einzelnen Szenarios.
In meinem Preview-Build konnte ich die beiden Tutorial-Missionen und die ersten drei „richtigen“ Missionen spielen. Das könnt ihr euch auch, einschließlich meiner Fehlschläge, in Videos anschauen. Die am 23.02.26 erschienene Next Fest-Demo enthält das Tutorial und eine weitere Mission.
Die Feder ist mächtiger als das Schwert

Die Feder ist mächtiger als das Schwert, hieß es einst im Theaterstück Kardinal Richelieu von 1839. Gut, ihr greift in Battleplan nicht zur Feder, sondern zur Stift-Variante – und später kommt dann doch noch Gewalt hinzu. Die Feder führt in Battleplan also das Schwert. Diese Idee hatte bereits Hearts of Iron IV mit der Ziehung von Verteidigungslinien oder Angriffspfeilen, Battleplan macht das aber deutlich organischer. Vor allem der Wegfall der Provinzen ist hier ein Pluspunkt; Straßen, Terrain und Versorgungspunkte sind dabei Dreh- und Angelpunkte.
Befehle gebt ihr grundsätzlich nur in der Planungsphase, könnt aber einmal pro Tag notfallmäßig eingreifen. Optional auch jederzeit. Auch das Ausschalten des Nebel des Krieges ist derzeit möglich, das habe ich aber nicht gemacht.
Sehr positiv ist die Vielfalt der Befehle: Artillerieschläge? Warten? Aufstocken? Gegenangriffe in einem bestimmten Gebiet bei Durchbrüchen? Eine Linie halten? Verteidigung in der Tiefe? Komplexe Verteidigungen oder Attacken oder Verteidigungsstrategien vom PC erstellen lassen? Warten? Warten auf ein Signal? Minen legen? Gegner, oder zum Beispiel eine Stadt, einkreisen? Ihr habt wirklich zig Möglichkeiten an Befehlen, die ihr auch in Reihe schalten oder mit Unterbefehlen bestücken könnt. Das funktioniert sehr gut und organisch. Die gewisse Machtlosigkeit, bis ich die nächsten Befehle geben kann, versprüht einen realistischen Charme. Ich habe die Zeit eher etwas schneller laufen lassen. In einer richtigen Partie würde ich etwas langsamer vorgehen und deutlich mehr auf die zahlreichen Statistiken schauen.

Die Tutorials führen euch nice und easy ein. Die erste richtige Mission, Battle of Cherbourg, fand ich etwas einfach. Der Schwierigkeitsgrad zog dann aber an und ich musste deutlich besser vorgehen. Ich habe gleich erstmal verloren, weil ich direkt in die Offensive ging und eine Verteidigungslinie dann doch zu dünn war. Ihr solltet auch genau auf die Aufgabe achten. In der letzten Mission war das Hauptziel, einen Korridor zu einem Evakuierungspunkt zu schaffen. Dazu wollte ich eine Stadt erobern und mir sozusagen den Rücken freihalten, doch das lief schief. Ich verzettelte mich in zu vielen Gefechten und hatte dann nicht mehr den nötigen Punch für den Durchbruch mit meinen Panzertruppen. Im nächsten Versuch brach ich dann gleich durch und sicherte mit einer Infanteriedivision ab. Das klappte deutlich besser. Die KI hinterließ dabei einen sehr soliden Eindruck, verschiebt etwa Truppen um Durchbrüche abzuschneiden.
Eure Offiziere – jede Division bekommt einen individuellen Offizier mit bestimmten Boni oder auch Mali – kommunizieren immer wieder über Sprechblasen direkt auf dem Schlachtfeld mit euch, so dass ihr direkt auf dem Hauptbildschirm die wichtigsten Informationen bekommt. Das UI ist gut lesbar und es gibt Tooltips. Ein Nachschlagewerk steht auch zur Verfügung. Informationen zu beispielsweise Gefangennahmen und Schlachten poppen rechts auf und sind klickbar; dann springt ihr zum Ort des Geschehens oder bekommt zusätzliche Infos, etwa wer genau da gerade kämpft.
Fazit








Das Kernfeature von Battleplan hat auf mich einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Auch in allen anderen Disziplinen wie UI und KI kann Battleplan punkten. Ein bisschen Optimierungspotenzial, zum Beispiel bei der Informationswiedergabe an der rechten Leiste, sehe ich schon noch. Allerdings habe ich auch eher schnell gespielt. Verknüpft ist die ganze Malerei mit einem sehr wichtigen, aber auch zugänglichen Supply-System. Die Grafik ist sehr hübsch und das Spiel steckt voller historischer Informationen und Bilder. Ich glaube, mit Battleplan erwartet uns ein ziemlicher Wargame-Hit.

Und was ist besser, als einen First Look zu lesen oder Videos zu schauen? Selber ausprobieren! Auf dem Steam Next Fest, das mit Erscheinen dieses Artikels gerade in den Startlöchern steht, gibt es eine Demo von Battleplan – also zeichnet doch einfach selbst eure Truppenbewegungen auf schicke Landkarten! Schaut euch im Anschluss am besten aber trotzdem zumindest die vierte oder fünfte Mission meiner ersten Gehversuche an, denn sonst wird euch Battleplan vielleicht zu leicht vorkommen. Oder schaut bei jemand anderem vorbei – vielleicht haben die sich auch besser angestellt.
