Dieses Mal hat sich Dythlind als Betreiberin eines Tierheims versucht. Wie arbeitsintensiv diese Tätigkeit war, erfahrt ihr in diesem Bericht.

| Titel: | Animal Shelter Simulator 2 |
| Erscheinungsdatum: | 23.07.2025 |
| Plattformen: | Windows |
| Entwickler / Herausgeber: | Games Incubator / PlayWay S.A. |
| Homepage: | Steam-Seite des Spiels |
Nach meinem letzten Ausflug in die Unterwelt der Piraten im Pirate Cove Simulator befinde ich mich nun wieder auf dem Festland und versuche, in dem am 23. Juli erschienenen Animal Shelter Simulator 2 ein Tierheim zu etablieren und armen, herrenlosen Tieren zu einem neuen Zuhause zu verhelfen. Ob diese Berufssimulation Neues für mich bereit gehalten hat, erfahrt ihr hier.
Ein Herz für Tiere

Eure Reise in die Welt der Tierretter beginnt – wie auch schon in anderen Berufssimulationen, siehe z. B. beim Tavern Manager Simulator – damit, dass ihr eure Wirkungsstätte von lästigem (Sperr-)Müll befreien müsst. Macht nicht sonderlich viel Spaß, ist aber auch nicht allzu ärgerlich, weil dies ganz schnell vonstatten geht. Also lauft ihr erst einmal das Außengelände ab und fangt (durch einfaches Anklicken) an, die Müllberge auf dem Gelände zu beseitigen. Hierdurch könnt ihr euch zumindest schon einmal einen Überblick über das Gelände und das Gebäude verschaffen.
Habt ihr, wie es eure nächste Aufgabe vorgibt, auch im Empfangsraum Ordnung gemacht, füllt sich dieser mit einigen Einrichtungsgegenständen. Aber noch immer könnt ihr nicht an die eigentliche Arbeit gehen, denn es müssen natürlich – wie sollte es anders sein – auch der Korridor und die Zwinger und alle weiteren euch zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Bereiche/Räume gesäubert werden. Also: auf ans Werk!


Zugute halten will ich dem Spiel, dass es für die Aufräumarbeiten nicht nötig ist, jede Palette und jedes Fass einzeln wegzuräumen. Ihr könnt mit einem Klick einen gesamten Stapel entfernen. Ein weiterer Pluspunkt ist für mich, dass am Bildschirmrand stets die Tastenkürzel für benötigte Tätigkeiten als Hilfe eingeblendet sind.
Who let the dogs (and cats) out?

Habt ihr ein wenig Ordnung in das Chaos gebracht und auch den Hunde- und Katzenauslauf aufgeräumt, werdet ihr mit eurem Tablet vertraut gemacht. Dieses ist DAS Organisationstool für eure Tätigkeiten als Tierheimleitung. Noch ist euer Tierheim leer und ihr müsst die zu vermittelnden Tiere „beschaffen“, indem ihr die Karte aufruft und dort die zu rettenden Tiere anklickt. Dann schickt ihr euren Transporter los, um das Tier abzuholen. Der Transporter kommt dann automatisch nach einiger Zeit wieder in eurer Garage an und ihr könnt das Tier in Empfang nehmen.
Außerdem findet ihr im Tablet Hilfen zu verschiedenen Bereichen. Dies ist nützlich, wenn ihr nicht wisst, wie ihr einen Zwinger am besten gestaltet oder was ihr im Winter gegen die klirrende Kälte tun müsst. Die Idee, über das Tablet auch eure Einkäufe zu erledigen, liegt nah; schön, dass ihr nicht allzu lange auf eure Lieferungen warten müsst. Wundert euch also nicht über das komische Gesumme über eurem Kopf: Das ist die Drohne (und nicht, wie ich zuerst vermutete, ein wütender Bienenschwarm!), die eure Ware bis vor die Tür des Tierheims liefert . Ihr müsst nur noch drauf klicken und alles eurem Inventar hinzufügen. Nun könnt ihr die Gegenstände in den entsprechenden Räumen bzw. Zwingern platzieren. Auch das funktioniert ganz einfach und Einzelheiten hierzu erspare ich euch.
Adopt, don’t shop!

Das eigentliche Thema des Spiels dreht sich darum, herrenlose Tiere in ein schönes Zuhause zu vermitteln. Bis es soweit ist, müsst ihr diese natürlich auf die Adoption vorbereiten. Hierfür müsst ihr den Gesundheitszustand sowie die Bedürfnisse prüfen. So müssen die Tiere etwa eine gewisse Zeit im Tierheim oder im Auslauf verbracht haben, bevor sie in einen neuen Lebensabschnitt entlassen werden. Diese Aufgaben werden euch natürlich im Tablet bei dem jeweiligen Tier unter „Aufgaben zur Erreichung des nächsten Meilensteins“ angezeigt. Übrigens: Wenn euer Hund bei euren obligatorischen Ausflügen in den Park nicht auf euren Ballwurf reagiert, KÖNNTE es daran liegen, dass er blind ist… (Ist mir so passiert. Mit meiner Vermutung, er wäre zu faul zum Spielen, habe ich dem kleinen Kläffer im Nachhinein betrachtet unrecht getan).

Sind die Tiere bereit für den Auszug, könnt ihr euch in eurem Allzweck-Tablet die potentiellen Adoptierenden ansehen und Besuchstermine vereinbaren. Auch hier solltet ihr prüfen, ob die Vorlieben und Abneigungen, was Eigenschaften der Tiere/Adoptierenden oder Zustände im neuen Zuhause angeht, zueinander passen. Mag euer Hund keine Kinder, wäre es wenig sinnvoll, diesen in eine Familie mit Kind zu vermitteln usw. Das alles fließt schließlich in die Bewertung eures Rufs mit ein.
Da ihr euch nach und nach durch die Vermittlungen einen entsprechenden Ruf aufbaut, kommen natürlich auch immer mehr potentielle Adoptierende zu euch. Hier wird es dann etwas umfangreicher, das passende Herrchen oder Frauchen herauszufiltern. Und natürlich wird es auch immer „stressiger“ für euch, je mehr Tiere ihr bei euch aufgenommen habt. Gut, dass man nach einiger Zeit schon die ersten Angestellten einstellen kann. Denen könnt ihr dann auch bestimmte Aufgaben zuweisen.

Durch Vermittlungen verdient ihr selbstverständlich auch Geld. Mit diesem könnt ihr weitere Gegenstände, aber auch Erweiterungen der Räumlichkeiten, zum Beispiel weitere Käfige, kaufen und vorhandene Räume verbessern, sofern ihr das nötige Kleingeld besitzt. Nach und nach stehen euch dann auch weitere Räume, wie die Tierklinik oder der Gesellschaftsraum für die Angestellten zur Verfügung. Auch hier gilt natürlich, dass diese erst aufgeräumt werden müssen, bevor sie „bezugsfertig“ sind. Das geht aber, wie gesagt, ganz schnell.
Außerdem besteht die Möglichkeit, Spezialaufträge anzunehmen, wie die Säuberung des Parks oder die Versorgung streunender Tiere außerhalb des Tierheim-Geländes. Das sorgt für eine willkommene Abwechslung, falls euch mal die Shelter-Decke auf den Kopf fällt.
Fazit

Animal Shelter Simulator 2 hat mich gut unterhalten. Im Vergleich zu anderen Berufssimulationen ist der Gameplay-Loop etwas benutzerfreundlicher, wie sich etwa am vereinfachten Bestell- und Liefervorgang und den kurzen Wegen zeigt. Außerdem könnt ihr in den Räumen diverse Gegenstände wie Tierfutter lagern – das entlastet das euer (räumlich begrenztes) Inventar.

Ob man im weiteren Verlauf des Spiels noch weitere Aufgaben delegieren kann, kann ich noch nicht sagen. Bisher können die Angestellten das Tierheim reinigen, die Tiere füttern, mit ihnen spielen oder sie bürsten und reinigen. Sehr hilfreich wäre es, wenn man später einen Tierarzt einstellen könnte. Sind die Tiere nämlich krank – kann ja passieren – müsst ihr euch intensiv um sie kümmern. Es müssen Abstriche genommen oder die Temperatur gemessen und Medikamente nach einem bestimmten Plan verabreicht werden. Das war für mich der stressigste Teil des Spiels.

Auch bei diesem Spiel gibt es eine Mehrspieler-Option für Spiele mit Freunden oder auch mit fremden Mitspielern. Beides habe ich nicht ausprobiert, deshalb kann ich hierzu nichts sagen.
Obwohl Animal Shelter Simulator 2 nicht viel Neues für mich bietet, werde ich es weiterspielen. Wahrscheinlich kommt mein Interesse daher, weil es hier um das Thema „Tiere“ geht. Denn insgeheim würde ich auch im echten Leben gerne gaaanz viele arme, einsame Tiere aufnehmen und ihnen ein schönes Zuhause bieten…

Klingt ja überraschenderweise gar nicht mal so schlecht. Mir reicht allerdings unser Hund, um auf mein Wohlfühlpensum zu kommen. Da räume ich doch nicht noch Parks und Tierheime auf!
Kann ich mir vorstellen, dass Du darauf keinen Bock hast!
Aber das war jetzt wirklich mal ein Simulator, der ganz nett für mich war.