Age of Wonders 4 – Thrones of Blood

Thrones of Blood

Auf die Erweiterung Thrones of Blood für die fantastische rundenbasierte 4X-Strategie Age of Wonders 4 von freue ich mich seit der Ankündigung. Einerseits wegen der bisher hohen Qualität der optionalen Erweiterungen. Andererseits aber sogar besonders wegen des „vampiristischen“ Settings.

Auf DKSN versuche ich euch bestmöglich über das Fantasy-Globalstrategiespiel Age of Wonders 4 von den Triumph Studios und Paradox Interactive auf dem Laufenden zu halten. Punktet es doch nicht zuletzt bei einer der typischen Schwachstellen von Strategiespielen, der KI. Außerdem sind die neuen Inhalte optional gehalten, so dass ihr DLC, die euch vielleicht thematisch nicht so gut gefallen, auch mal aussetzen oder auf einen Sale warten könnt. Ein Highlight sind auch immer die Begleitpatches, die neben Balancing-Anpassungen auch immer wieder tolle Verbesserungen bringen.

So wurde beispielsweise begleitend zu Ways of War das Skillsystem der Helden komplett überarbeitet und ist jetzt, von mir erstmals erprobt, viel übersichtlicher. Auf DKSN findet ihr bereits Artikel zu Dragon Dawn, Empires & Ashes, Primal Fury und Eldritch Realms. Ways of War, Giant Kings und Archon Prophecy muss ich noch nachsteuern. Aber auch dank der vorgenannten Optionalität möchte ich euch erstmal das aktuelle Thrones of Blood vorstellen und, ich greife nach deutlich über 20 Spielstunden vor, ans Herz legen. Meine ersten Schritte in Thrones of Blood könnt ihr euch übrigens im Video direkt unter dieser News anschauen.

Blutige Inhalte

Auf dem namensgebenden Thron sitzen die Elder Vampires, ein neuer Anführer-Typus. Sie gehen auf die Zeit der Erzvampire und letztlich den Deathless God, um den es auch im von mir durchgespielten neuen Story-Realm geht, zurück. Da wir nicht in Twilight sind, finden Vampire die Sonne nicht so witzig. Wenn sie nicht im Untergrund, im Gloom (aus dem DLC Eldritch Realms) oder im neuen Terrain-Typ Sunless Lands unterwegs sind, können sie keine Lebenspunkte regenerieren und teilen auch weniger aus. Statt im Wizard Tower haust euer Herrscher im Vampire Castle, das auch seine eigenen Upgrades mitbringt. Ihr könnt zum Beispiel gefangene Helden verspeisen, um Erfahrungspunkte für einen Helden zu gewinnen. Ich habe zwar eifrig gegessen, dafür aber nicht viel mit den thematisch passenden, niedrigstufigen und über die Item Forge rekrutierbaren neuen Einheiten Doom Bat (Tier 1) und Shrieking Bat (Tier 2) gekämpft. Um den Erfahrungsbonus zu erhalten, muss der Held natürlich ein Vampir sein.

Und da sich Vampire scheinbar gerne unter ihresgleichen aufhalten, bekommen rekrutierte oder konvertierte Helden kein Begrüßungsküsschen, sondern ein Begrüßungsbisschen. Dadurch werden sie natürlich Untote und bekommen Zugriff auf den neuen Skilltree für Vampire. Der erlaubt es euch beispielsweise, fremde, aber auch eigene, Einheiten im Kampf anzunuckeln und euch dabei zu stärken. Ziemlich stark ist dann auch die Fähigkeit, den ersten Todesstoß in einem Kampf zu überleben und mit etwas Lebenspunkten weiterkämpfen zu können. Dazu kommen noch 25 neue Signature Skills! Sehr gerne nutze ich Fähigkeiten und Zauber, die mir in einer Schlacht mehr Einheiten geben. So kann meine Streitmacht etwas günstiger bleiben. Und besonders hilfreich ist es natürlich bei der Erkundung von Ancient Wonders. Hier hat mir zum Beispiel Gravemarch sehr gefallen, mit dem ihr vier Skelette auf einen Zielort beschwört, von denen dann über die nächsten vier Runden jede Runde eines in den Kampf einschreitet. Wie stark die Elder Vampire in Relation zu den anderen Herrschertypen sind, kann ich zwar nicht wirklich einschätzen, ihr kriegt aber zahlreiche neue und spannende Optionen.

Das neue Story Realm Rued Drevanya: Blood and Courtship schluckte ordentlich Zeit, gab mir Handlungsoptionen und setzte natürlich auch auf das vorgenannte neue Terrain Sunless Lands. Die Sunless Lands wirken sich übrigens auch im Kampf aus, und zwar nicht nur beim Look. Mit Rose Vines gibt es ein neues Hindernis, das beim Durchschreiten und jede Runde Bleeding verursacht. Dabei wird auch jedes Mal ein Nachbarfeld von den dornigen Rosen besetzt. Die Banshee Pods verursachen Frost Damage, Weakened und Remorse. Mit Blood Glass gibt es eine neue Ressource, die unter anderem den Blood Parasite-Effekt in der Item Forge freischaltet. Zwei neue Ancient Wonders, Bronze und Gold, gibt es auch. Das goldene Wunder, der Rose Choked Palace, erwartet euch nur in Sunless-Terrain. Er gibt euch über die Vasallen-Rekrutierung auch Zugriff auf die kampfstarken Rose Knights. Das Landmark Bloodspring Thicket, ein schlagendes Herz in einem hohlen Baumstamm, gibt benachbarten Provinzen Boni auf Nahrung, Mana und, wenn ihr eine Farm baut, auch Wissen. Haltet ihr mit einer Stadt drei vom Landmark geförderte Provinzen, terraformt ihr umliegende Provinzen in Sunless-Terrain. Natürlich könnt ihr mit dem Sunless-Terrain auch eigene Welten gestalten.

Zauberbücher, Maden und Kulte

Klar, keine Erweiterung ohne neue Zauberbücher: Das Tome of the Blood Rite (Tier I, Chaos und Shadow) ist sehr kultisch. Eine meiner neuen Lieblingseinheiten ist der Blood Cultist, ein Tier II Kampfmagier. Er appliziert die Scarlet Plague, und zwar mit ziemlicher Reichweite. Das Opfer erhält dadurch den stackbaren Status Blood Parasite. Der gilt einerseits als Bleeding Effekt (und bringt euch gerade im Kontext mit diversen Zaubern und Fähigkeiten einiges), vor allem aber nistet sich wirklich ein Parasit ein. Stirbt der Feind, solange der negative Status besteht, erhaltet ihr die neue Einheit Blood Maggot! Die wird durch das Essen von Leichen, was keine Aktion kostet, sogar immer kampfstärker. Ihr könnt so eure Armee während der Schlacht ordentlich pimpen und Schaden von euren Kerneinheiten fernhalten. Und wenn die Blood Maggot stirbt, explodiert sie und fügt angrenzenden Feindeinheiten Schaden zu und verpasst wiederum den Status Blood Parasite. Ziemlich cool.

Das Tome of Torment (Tier III, Shadow) widmet sich vor allem dem Debuffen eurer Feinde und sorgt für eigene Vorteile, wenn ihr Schaden nehmt. Letzteres macht die Minor Transformation Painbound: Eine getroffene Einheit regeneriert etwas Moral und erhält einen Statuseffekt. Zum Debuffen gibt es den neuen Statuseffekt Torment, der einer Einheit Schaden und Moralschaden zufügt, wenn sie eine Fähigkeit einsetzt. Passend dazu gibt es die neue Einheit Pain Bringer, die den neuen Effekt applizieren kann, mit einer anderen Fähigkeit aber auch die Hälfte des ausgeteilten Schadens den eigenen Lebenspunkten zuschreibt. Gut gefallen hat mir auch der Zauber Agonize, der im Radius von einem Hexfeld Frostschaden austeilt und eine gute Chance hat, drei Stufen Torment zu applizieren.

Das Tome of the Crimson Reign (Tier IV, Chaos, Shadow) ist, passend zur Stufe, ziemlich mächstig. Mit der Blood Exarch könnt ihr eine sehr mächtige, untote Einheit beschwören, die mit einem Schlag bis zu drei Gegnern die hervorragenden Blood Parasites verpassen kann. Sie kann sich unter anderem auch auf Kosten anderer Einheiten heilen. Mit dem Zauber Crimson Court appliziert ihr biszu drei Gegnern ebenfalls Blood Parasites und buffed eigene Einheiten. Ein Highlight in dem Zauberbuch ist die neue Major Transformation Gift of the Old Blood. Letztlich transformiert ihr euer Volk zu Vampiren: Euer Volk wird Untot, sie bekommen die Fähigkeit Lifedrinker, heilen sich also auf Kosten der Gegner und buffen sich dabei, und alle Attacken können den Statuseffekt Blood Parasites applizieren. Das Tome of the Crimson Reign gibt euch also nochmal eine Menge Möglichkeiten, eure Armee während einer Schlacht wachsen zu lassen, was ich in vielen engen Schlachten als extrem hilfreich empfand. Es fällt ja auch nicht Mal Unterhalt an!

Im Zuge des Gargoyle-Updates wurde Dark Culture komplett überarbeitet. Der teilt sich jetzt auf. Zunächst wäre da der Cult of Death mit den Affinities Shadow und Nature, da geht es letztlich um Necromancer. Den habe ich auch gespielt. So konnte ich verstorbene Helden einbalsamieren: Das bringt Mana und ein „Embalmed Sacrifice“. Letzteres könnt ihr für die speziellen City-Structures nutzen, zum Beispiel das die Dark Forge ersetzende Mausoleum. Das zählt als Research Post, bringt euch zehn Wissen und weitere drei Wissen je angrenzendem Conduit. Der Cult of Tyranny hat eine doppelte Shadow Affinitiy. Den habe ich nicht gespielt, kann euch also leider aus erster Hand nicht berichten. Er fokussiert sich aber darauf, geschwächte Gegner auszuschalten. Und ihr habt mit Gefangenen, euren Geiseln, diverse neue Interaktionsmöglichkeiten.

Fazit

Bislang hat mich kein DLC für Age of Wonders 4 enttäuscht. Thrones of Blood setzt aber nochmal eine Kirsche auf die Sahnetorte. Und endlich kann Vampiro mit einem Elder Vampire spielen. Das es natürlich NOCH ältere Vampire gibt, habe ich im neuen Story Realm Rued Drevanya: Blood and Courtship erlebt. Das habe ich auch, und das dauerte dank der Verzweigungen, Optionen und einer gewissen Mehrstufigkeit durchaus, sehr gerne durchgespielt. Ein eigenes Premium Challenge Realm (Tarnov Vyska: Twilight Realm), das natürlich auf das Realm Trait Sunless Lands setzt, habe ich noch nicht gebastelt.

Die neuen Zauberbücher erweitern euer Arsenal, es gibt auch neue Kreaturen. Von denen haben es mir ausgerechnet die kleinen Maden angetan, die dank der Blood Parasites einen Kampf in eure Richtung schwingen lassen können. Neue Achievements und Musik sowie ein passendes Interface gibt es natürlich auch. So wird das riesige Inhaltspaket passend abgerundet.

Wie für die AoW4-DLC üblich, ist es kein Pflicht-DLC im mechanischen Sinne. Er macht aber sehr viel Spaß und erlaubt schöne Synergieeffekte mit bereits verfügbaren Inhalten. Als Einsteiger reicht euch weiterhin erstmal das Grundspiel, das ihr dann mit den euch am meisten ansprechenden Erweiterungen Stück für Stück ausbaut. Als Veteran solltet ihr euch allerdings unbedingt auf einen der Blutthrone setzen.

Meine ersten Eindrücke auf digitales Zelluloid gebannt.
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Über Vampiro

Variety Gamer seit Crystal Castle auf dem Atari 2600 Junior. Mein Herz schlägt besonders für Strategie, Taktik, Wargames und Aufbau nebst allen Untergenres (wie Taktik-RPGs ;-) ).

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4 Comments on “Age of Wonders 4 – Thrones of Blood”

  1. Nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder eine tolle Empfehlung. AoW 4 habemich bereits und auch schon einige Stunden gespielt. Den DLC werde ich mir im Sale holen.

    Um es mal im Kirchenjargon auszudrücken: Mit neuen Artikelen wartet der Vampiro vonnEwigkeit zu Ewigkeit. Amen 😀

    1. Hi, vielen Dank 🙂 Ja, wenn du AoW4 schon hast, ist Thrones of Blood der DLC, den ich persönlich als erstes holen würde 🙂

      Gute Nachrichten: Der nächste Artikel liegt bereits beim Obermotz 🙂 Es wird kriegerisch.

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